Deutsche U19 trotz Kantersieg ausgeschieden

Von am 19. Juli 2009 – 18.12 Uhr 6 Kommentare

Die deutsche U19-Frauenfußball-Nationalmannschaft ist trotz eines 9:0 (7:0)-Siegs gegen Gastgeber Weißrussland zum Abschluss bereits in der Vorrunde der U19-Europameisterschaft gescheitert. Denn im Parallelspiel unterlag die Schweiz gegen Frankreich.

Der 2:0 (0:0)-Sieg der Französinnen durch Treffer von Pauline Crammer (52.) und Solène Barbance (80.) mit ihrem vierten Turniertor machte die Hoffnungen der deutschen Spielerinnen zunichte, doch noch in die Runde der letzten Vier einzuziehen.

DFB-Elf scheitert an der Tordifferenz
Da die Schweiz, Frankreich und Deutschland nach der Vorrunde jeweils sechs Punkte auf dem Konto haben, fallen alle Ergebnisse gegen den Gruppenletzten Weißrussland aus der Wertung. Aufgrund der besseren Tordifferenz belegen Frankreich und die Schweiz (beide jeweils 3:2) vor Deutschland (2:4) die Plätze eins und zwei.

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Dabei hatte der Nachmittag gut für das Team von Trainerin Maren Meinert begonnen, denn Dzsenifer Marozsan gelang in der Anfangsphase binnen vier Minuten ein lupenreiner Hattrick (6., 7. und 10.) zur schnellen 3:0-Führung. Und auch die anderen deutschen Spielerinnen schossen sich ihren Frust von der Seele.

Torfestival nützt nichts
Marie Louise Bagehorn (23.), Steffi Mirlach (27. Elfmeter), Svenja Huth (31.) und Lena Wermelt sorgten für eine 7:0-Halbzeitführung. In der zweiten Halbzeit ließen es die deutschen Spielerinnen dann etwas gemächlicher angehen, dennoch gelangen zwei weitere Treffer durch Alexandra Popp (62.) und die eingewechselte Selina Wagner (77.).

Als Gruppensieger trifft Frankreich am Mittwoch um 16.00 Uhr im ersten Halbfinale in Molodechno auf Schweden, im zweiten Halbfinale stehen sich zeitgleich in Minsk die Schweiz und England gegenüber.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

6 Kommentare »

  • Max Diderot sagt:

    In diesem einen Fall bewahrheitet sich der Spruch vom Glück im Unglück. Denn der Umstand, dass der DFB im nächsten Jahr die U20-WM ausrichten wird, bewahrt die deutschen Amazonen vor einer längeren internationalen Absenz.

    Doch weshalb ist es überhaupt soweit gekommen, dass man sich nur mit Unterstützung der Schweizerinnen hätte durchsetzen können? Mangelnde Erfahrung oder technische Unzulänglichkeit können meines Erachtens nicht der Grund für das frühzeitige Ausscheiden sein, spielen doch die meisten Akteurinnen der DFB-Equipe teilweise oder überwiegend in den Bundesligen. Dadurch, dass ich die Spiele nicht sehen konnte, kann ich mir kein abschließendes Urteil anmassen, doch bleibt zu konstatieren, dass dieser Misserfolg, und es ist ein solcher mit einem derart gut bestückten Kader, eine gewisse Kontinuität aufweist, vergleicht man/frau die Ergebnisse der vergangenen zwei Europameisterschaften sowie die aktuelle Austragung.

    Wenn ich mich richtig erinnere, monierte Maren Meinert kurz vor Turnierbeginn den Umstand, dass ihr zu wenig Zeit gegeben worden sei, mit den Akteurinnen konzentriert arbeiten zu können. Scheinbar hat sie recht. Und offensichtlich schlägt das tempo vivace des gemeinen Bundesligaalltags sowie die internationale Beanspruchung auch auf die Nationalmannschaften durch. Es sollte also nicht nur im Interesse der Vereine selbst sein, und hier zuvorderst ihrer Protagonistinnen, dass der DFB für eine entsprechende Entzerrung des Spielbetriebs der Liga und die angemessene Rekonvaleszenz seiner Kader sorgt. Vielleicht spart man ja zukünftig für den Bankettbetrieb der Männer ein paar Euro ein, die dann gut in die finanzielle Ausstattung der Damen gesteckt werden könnten.

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  • Detlef sagt:

    ich glaube wir haben absolut keinen Grund für solch Pessimismus!
    Unsere Junioren, gehören zweifelsohne auch weiter zu den BESTEN der Welt! WARUM es nun diesmal nicht zum Titel „gereicht“ hat, kann man ja leider nicht sagen, da es keine bewegten Bilder aus Weißrussland gab! KLAR, wir sind ja oft verwöhnt worden! Aber auch die anderen Nationen haben aufgeholt, und sind nun halt auf dem Punkt fit! Als TURBINE-Fan konnte ich letzte Saison hautnah erleben, wie oft die Leistungen der Youngster differierten! Das ist wohl normal, denn Ähnliches beobachtete ich auch in Duisburg, und auch den jungen Bayern-Mädels ging wohl auf der Zielgeraden die Luft aus!
    Woran es jetzt gelegen hat, wird wohl in den nächsten Tagen für sehr viel Gesprächsstoff sorgen! War es mangelnde Vorbereitung, oder eine falsche Mannschaftkomposition, oder die falsche Taktik, oder vielleicht auch etwas Hochmut, oder wurden die jungen Spielerinnen einfach schon zu sehr „verheizt“???
    Da gibt es sicher noch viel mehr ODER, HÄTTE, WENN und ABER!!!
    Aber letztendlich gehören Niederlagen genau so zum Sport dazu, wie großartige Triumphe! (5€ ins Phrasenschwein)
    All die jungen Talente, sind noch in der „Ausbildung“, und aus jeder Niederlage, kann man auch einen persönlichen „Gewinn“ ziehen! Solche Erfahrungen sind später viel wert!

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  • Steffen sagt:

    Schade, dass sie ausgeschieden sind, aber verdient. Man hat irgendwie den Eindruck, dass sie jetzt erst richtig gut gespielt haben, also im 3. und leider letzten Spiel. Die ersten 2. Spiele haben sie irgendwie verschlafen, was für die These der zu kurzen Vorbereitung spricht. Man hat so den Eindruck, dass sie jetzt für’s Halbfinale richtig gut gerüstet gewesen wären. Marozsan war überragend, endlich auch mal Torschützin. Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass die Schweiz in der Halbzeitpause nach der 7:0 Nachricht ein paar Prozent weniger investiert haben, bewusst oder unbewusst, damit sie sich auf keinem Fall nochmal Deutschland antun müssen. Es ist nur Schade, dass man bei 2 Siegen und nur einer Niederlage ausscheiden muss, nach UEFA Regeln. Ich persönlich finde die FIFA Regeln besser, dass hat aber jetzt nichts mit der Tatsache zu tun, dass da Deutschland weiter gekommen wäre. War auch schon vorher dafür. Es gibt aber auch genügend andere und Argumente, die für UEFA sprechen, was aber jetzt keinen Sinn macht, dass Für und Wider aufzuzählen, kann ja jeder selbst machen.

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  • Jonos sagt:

    Ich habe es an anderer Stelle schon einmal erwähnt, möchte es hier aber auch noch einmal zum Besten geben: Ich vermisse bei den Bundestrainerinnen Lebensfreude, Lebenserfahrung und Esprit. Zweifellos waren sie alle herausragende Spielerinnen, doch meines Wissens hat keine von ihnen eine pädagogische Ausbildung genossen. So kommt es letztlich dazu, dass meist nur die „lieben, linientreuen“ Mädchen und Damen in den Nationalmannschaften berücksichtigt werden. Sie sind ja auch leicht zu führen. Den Unterschied machen aber oftmals Spielerinnen aus, die eine starke Persönlichkeit besitzen. So hat Deutschland im Mädchen- und Frauenfußball seine Spitzenstellung leider verloren. Nicht die anderen haben so mächtig aufgeholt; nein, Deutschland ist in der Entwicklung leider stehen geblieben! Nachdem die Vormachtstellung in der Welt bereits seit einiger Zeit verloren gegangen ist, bröckelt es jetzt auch auf kontinentaler Ebene. Ich würde mich freuen, wenn mich Frau Neid bei der anstehenden Europameisterschaft eines Bessren belehren würde.

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  • Ruhrschnellweg sagt:

    Woran es auch immer liegen mag aktuell, man kann doch sehen, dass Trainer Peter (U-17) es aber doch schafft, nicht nur erfolgreich (2mal EM, 1 mal WM 3) sondern auch schön spielen zu lassen, zumal eher unter schwierigeren Rahmenbedingungen (zeitlich).

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  • Stefan sagt:

    Als Gruppenerster auszuscheiden ist … .Wer denkt sich sowas aus ? Gerecht ist das nicht.

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