U19-EM: DFB-Team muss um Halbfinaleinzug bangen

Von am 16. Juli 2009 – 17.18 Uhr 10 Kommentare

Niederlagen von deutschen Juniorinnen-Auswahlmannschaften bei großen internationalen Turnieren haben eher Seltenheitswert. Doch nun war es wieder einmal soweit. Die U19-Nationalelf musste eine herbe Niederlage gegen die Schweiz hinnehmen. Das  Erreichen des Halbfinales ist für das Team von Trainerin Maren Meinert somit zum ersten Mal in den vergangenen sechs Jahren in großer Gefahr.

Das bereits im Vorfeld gelobte Schweizer Sturmduo Ana Maria Crnogorcevic und Ramona Bachmann sowie Kapitänin und Geburtstagskind Danique Stein sorgten für einen klaren 3:0 (1:0)-Sieg und dafür, dass für das Team von Trainer Yannick Schwery der Traum vom Halbfinale und somit der Teilnahme an der FIFA-U20-Weltmeisterschaft 2010 in Deutschland in greifbare Nähe gerückt ist.

Frühe Schweizer Führung
Die deutsche Defensive bekam Crnogorcevic und Bachmann bei großer Hitze nie richtig in den Griff, schon in den Anfangsminuten musste Torhüterin Desiree Schumann das erste Mal hinter sich greifen, als Crnogorcevic nach einer Flanke von Jehona Mehmeti per Kopf einnetzte (3.). Es waren noch keine 30 Minuten gespielt, da setzte Mehmeti mustergültig Bachmann in Szene, die jedoch nur den Pfosten traf (26.).

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Beide Teams erarbeiten sich weiterhin zahlreiche Chancen, Jessica Wich vergab kurz vor der Pause die Chance zum Ausgleich (38.). In der Anfangsviertelstunde der zweiten Halbzeit hatten die Deutschen den Torschrei schon auf den Lippen, doch Mehmeti kratzte einen Kopfball von Marie-Louise Bagehorn von der Linie (55.). Die Schweiz bekam nun Übergewicht, mit einem strammen Linksschuss sorgte Bachmann für die Vorentscheidung (65.), ehe Stein den Sieg mit einem Freistoß aus der Distanz perfekt machte (81.).

Rechenspiele
Das deutsche Team ist nun in der unangenehmen Situation, nicht mehr aus eigener Kraft das Halbfinale erreichen zu können. Denn selbst ein Sieg im abschließenden Gruppenspiel gegen Belarus könnte zu wenig sein, sollte Frankreich gegen die Schweiz drei Punkte einfahren und die Schweiz nicht mit mehr als fünf Toren Unterschied verlieren.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

10 Kommentare »

  • Jarmusch sagt:

    Das ist ja mal ein echter Hammer! – 0:3 gegen die Schweiz!

    Da scheint bei den Schweizerinnen, nicht zuletzt wegen Ramona Bachmann, eine gute Generation heranzuwachsen.

    Ich würde mich freuen, wenn in naher Zukunft (vielleicht schon bei der WM 2011) neue Teams in die Phalanx der ‚Üblichen Verdächtigen‘ einbrechen könnten. Neben der Schweiz denke ich da vor allem an die Niederlande, Island und evtl. auch Österreich (mit der FC Bayern-Fraktion)

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  • Max Diderot sagt:

    „Das ist ja …“ höchstens ein Hämmerchen, haben doch die Schweizerinnen schon in der Qualifikation die Titelverteidigerinnen aus Italien eliminiert. Durch das äußerst eklatante Ergebnis haben die deutschen Juniorinnen nur noch geringfügige Chancen, das Semifinale zu erreichen. Sollten die Französinnen gegen die Schweiz obsiegen, dürfte den DFB-Damen das direkte Torverhältnis von punktgleichen Teams, vorausgesetzt sie werden gegen Belarus gewinnen, wie ein Amboss nachwirken.
    Aber auch hier gilt Stresemann selig „„Aus Niederlagen lernt man leicht. Schwieriger ist es, aus Siegen zu lernen.“

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  • kath. sagt:

    wie war die Aufstellung gegen die Schweiz?

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  • Ralf sagt:

    @kath.
    Auf der DFB-HP war nichts zu finden – zumindest nicht in der Rubrik ‚News‘, aber auf der UEFA-HP gab’s unter Spielbericht folgendes zur Startaufstellung zu lesen:
    * 1 Desiree Schumann
    * 3 Bianca Joswiak
    * 4 Stefanie Mirlach
    * 5 Valeria Kleiner
    * 6 Marina Hegering
    * 7 Jessica Wich
    * 9 Svenja Huth
    * 10 Dzenifer Marozsan
    * 11 Alexandra Popp
    * 14 Lena Wermelt
    * 16 Marie-Louise Bagehorn

    Wer hätte gedacht, dass im PC- bzw. Laptop-Zeitalter nochmal der alt-ehrwürdige Rechenschieber bemüht werden muss!?
    Aber, egal welches Hilfsmittel zum Einsatz kommt, es geht nix über den Computer mit der #1 – das eigene Gehirn.
    Weil, bei den anderen Maschinen/Utensilien gibt’s immer ein kleines Problemchen – da kann einem manchmal das ‚gigo‘-Prinzip einen bösen Streich spielen. 🙂

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  • Ralf sagt:

    Siehste, und schon bin ich auf mich selber reingefallen!

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  • Steffen sagt:

    Ich schätze unsere Chancen auf’s Halbfinale eher gering ein bzw. wäre eher freudig überrascht. Die Schweizerinnen könnten ja eigentlich eine B-Elf aufbieten, um Kräfte zu sparen und Deutschland in diesem Turnier aus dem Weg, denn ein 2. Spiel würde wahrscheinlich anders aussehen.

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  • Max Diderot sagt:

    Steffen, auch wenn ich meinerseits nur Vermutungen anstellen kann, teile ich Deine Auffassung nicht, dass den Schweizerinnen vor einer zweiten Partie gegen die U19-Damen des DFB bang sein muss. Zumindest zeigen doch die bis dato erzielten Ergebnisse sehr eindrucksvoll, dass der Fußballverband der Eidgenossen auch im weiblichen Terrain etwas bewegt. Im männlichen Jugend- und Juniorenbereich waren die Schweizer in den vergangenen Jahren ja schon recht erfolgreich.

    Und so scheint es doch Sinn zu machen, dass das Nachbarland, knapp 38 Jahre nach dem dort das Frauenstimmrecht beschlossen worden ist, dessen letzte männliche Bastion sich noch zu Beginn der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts diesem Votum zu widersetzen versuchte, auch im Frauenfußball erfolgreich ist. Schließlich ist, und das wissen wir aus der jüngsten Geschichte, Bern nicht mit der Hauptstadt Burkina Fasos, Ouagadougou, zu verwechseln. Kann auch deshalb nicht passieren, da es in diesem afrikanischen Staat schon seit 1958 das Frauenwahlrecht gibt!

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  • Steffen sagt:

    @ Max Diderot

    Das mit dem Frauenwahlrecht ist schön, nein ich finde es sogar bemerkenswert, genauso wie es z.B. das Frauenwahlrecht in Kamerun oder Kenia schon seit 1946 gibt. Aber ich finde, es gehört hier nicht her. Oder erklär mir, in welchem Kontext du das siehst?

    Ich finde die Schweiz schon sehr stark, sie haben verdient gegen Deutschland gewonnen, aber ich denke, die Deutschen würden sich bei einem 2. Spiel anders verhalten und intelligenter spielen. (und nicht gleich nach 3 Minuten sich Einen einschenken lassen und dann dem Rückstand das ganze Spiel hinterherrennen und in Konter laufen)

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  • Ralf sagt:

    @Steffen

    Erstmal Danke für Deine Hilfe!!!

    Und ich versuche mich mal zu revanchieren:
    Wenn ich es richtig interpretiere, so meinte Max Diderot, dass mit der Einführung des allgemeinen Frauenwahlrechts auch die wirtschaftliche Emanzipation vom Geldbeutel des Ehemannes einherging.
    Und damit könnten wir ja den Kreis zu Siegfried und dem ‚Nibelungenhort‘ wieder schließen! 😉

    Hoffentlich hab‘ ich jetzt mit dem mir gegeben Verstand auch die richtige Deutung, zumindest ansatzweise, gefunden. 🙂

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