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DFB-Elf gerüstet für U19-EM in Weißrussland

Von am 26. Juni 2009 – 16.12 Uhr

Ein Sieg, ein Remis – U19-Bundestrainerin Maren Meinert zog nach den beiden Härtetests, dem 1:0-Sieg gegen England in Flensburg und dem 2:2-Unentschieden gegen die USA in Hamburg, ein positives Fazit vor der am 13. Juli beginnenden U19-Europameisterschaft in Weißrussland.

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„Ich bin mit den beiden Testspielen sehr zufrieden“, so die erfreuliche Bilanz Meinerts. „England und die USA zähle ich immerhin zur Weltspitze dazu. Vor allem die erste Halbzeit gegen die USA hat mir sehr gut gefallen.“

Schwerer EM-Auftakt
Nicht ohne Grund hatte sich Meinert in Vorbereitung auf das Turnier zwei hochkarätige Testspielgegner ausgewählt. Die Zeit drängt, sich schnell an das internationale Niveau anzupassen, denn aufgrund der langen Bundesligasaison konnte sie mit ihrem Kader anders als sonst nur einen einzigen Vorbereitungslehrgang absolvieren. Und gleich zum EM-Beginn am 13. Juli wartet auf die deutsche Elf in Frankreich ein harter Brocken.

„Wir schätzen die französischen Mannschaften sehr, das ist eine Nation, die im Frauenfußball in Europa gerade im Jugendbereich führend ist“, so Meinert. Danach geht es gegen die nicht zu unterschätzende Schweiz, die in der Qualifikation Titelverteidiger Italien souverän aus dem Wettbewerb warf, und zum Abschluss der Vorrunde gegen Gastgeber Weißrussland.

Tests auf hohem Niveau
„Wir müssen uns an den Stärksten messen, denn wir müssen schauen, wo wir stehen“, so Meinert. Zumal es zuletzt in einem Testspiel in Italien eine überraschende 0:3-Niederlage gegen Australien gegeben hatte, bei der allerdings die Spielerinnen des FCR 2001 Duisburg, 1. FFC Turbine Potsdam und FC Bayern München fehlten.

„Die Niederlage war ärgerlich, denn man kann nicht mit 70 Prozent Einstellung ein Spiel über die Bühne schaukeln. Man muss in dem Altersbereich in jedem Spiel 100 Prozent wach sein“, kritisiert Meinert ihre Schützlinge.

22-er Kader auf 18 reduzieren
Nach den beiden Spielen in Flensburg und Hamburg hat die Bundestrainerin nun die schwere Aufgabe, den Kader von 22 auf 18 Spielerinnen zu verkleinern. „Diese Entscheidung fällt uns nicht leicht. Wir haben im vergangenen halben Jahr den Kader schon im Kopf erarbeitet, aber wir wollten noch einmal die aktuelle Form der Spielerinnen überprüfen und ihnen eine Chance geben.“

Doch auch die vier Spielerinnen, die letztlich nicht zur EM fahren werden, werden umso motivierter sein, steht doch im kommenden Jahr mit der U20-Weltmeisterschaft in Deutschland das nächste Highlight auf dem Programm, bei dem die Spielerinnen des Jahrgangs 1990 spielberechtigt sind.

Neue Gesichter
Es bleibt abzuwarten, wie sich das neu formierte Team bei der EM in Weißrussland schlagen wird. Denn neben einigen erfahrenen Spielerinnen, die bereits an der U19-EM in Frankreich im Vorjahr und an der U20-WM in Chile teilgenommen haben, sind auch einige U17-Spielerinnen aufgerückt, wie etwa Dzsenifer Marozsan oder Alexandra Popp, die mit den höheren Anforderungen bisher gut zurecht gekommen sind.

„Ich bin gespannt, wie sich die U17-Spielerinnen an das Niveau anpassen, denn zur U19 ist es noch einmal ein Sprung. Für uns ist es wichtig, als Mannschaft zusammen zu stehen und konzentriert zu sein, dann kann man alles erreichen“, blickt Meinert dem kommenden Turnier optimistisch entgegen.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.