Vorfreude auf U17-Europameisterschaft wächst

Von am 16. Juni 2009 – 18.10 Uhr 2 Kommentare

Der Countdown läuft: Von Frankfurt aus reisen Trainer Ralf Peter und seine 18 Schützlinge am Donnerstag nach Genf, denn im Colovray-Stadion neben dem UEFA-Hauptsitz im Schweizer Nyon bestreitet die DFB-Elf am Montag, 22. Juni, 18.30 Uhr, ihr Halbfinalspiel gegen Frankreich bei der erst zum zweiten Mal ausgetragenen U17-Europameisterschaft. Auf den Titelverteidiger dürfte in der Neuauflage des Vorjahresfinales, das an selber Stelle überzeugend mit 3:0 gewonnen wurde, ein hartes Stück Arbeit warten.

Peter muss beim Turnier auf Bayern Münchens Stürmerin Ivana Rudelic verzichten, die wegen eines Kreuzbandrisses das Turnier nicht bestreiten kann. Im Verlauf der beiden souveränen Qualifikationsrunden mit sechs Siegen und einem gigantischen Torverhältnis von 46:0 hatte Rudelic alleine sieben Mal ins Schwarze getroffen. Gegen Serbien (11:0), Bulgarien (11:0) und Finnland (8:0) feierte die deutsche Elf Schützenfeste, auch die Gegner Russland (4:0), Ungarn (6:0) und Schweiz (6:0) hatten in der zweiten Qualifikationsrunde dem deutschen Angriffswirbel nichts entgegen zu setzen.

Reichlich Optionen
Peter, der das Team seit drei Jahren betreut, gehen trotz des Fehlens von Rudelic die Optionen nicht aus, denn im Sturm stehen ihm in Nicole Rolser vom VfL Sindelfingen, Kyra Malinowski, die zur neuen Saison von Zweitligist SG Wattenscheid 09 in die Bundesliga zur SG Essen-Schönebeck wechselt, oder auch Annike Eberhardt von Bundesliga-Absteiger TSV Crailsheim weitere durchschlagskräftige Angreiferinnen zur Verfügung.

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„Felix“ will dritten Titel
Das Tor hütet Anna Felicitas Sarholz, die nach dem Gewinn zweier Titel mit dem 1. FFC Turbine Potsdam auf einer Welle der Euphorie reitet. In der Abwehr kann Peter auf erfahrene Kräfte wie Leonie Maier, Carolin Simon oder Laura Vetterlein zurückgreifen, im Mittelfeld sollen die WM-erprobte Lynn Mester, Claudia Götte und Ramona Petzelberger (beide SG Wattenscheid 09) und Katrin Hartmannsegger von Bayern München für die nötigen Impulse sorgen.

DFB-Elf voller Selbstvertrauen
Das Selbstvertrauen der Auswahl ist durch die souveränen Qualifikationsspiele angewachsen, einige Spielerinnen, die in ihren Vereinen nur zu wenig Einsatzzeiten kamen, wurden zudem mit individuellen Trainingsplänen ausgestattet, um sie auf die Anforderungen des Turniers vorzubereiten. Das stark besetzte Teilnehmerfeld des Vorjahres hat gezeigt, dass es keinen Gegner zu unterschätzen gilt, und so gilt es das Unternehmen Titelverteidigung generalstabsmäßig vorzubereiten.

Unbequemer Gegner
Der französische Fußballverband ist für seine gute Jugendarbeit bekannt, die Auswahlmannschaft des FFF dürfte sich auch diesmal wieder als unbequemer Gegner auf hohem Niveau erweisen. Zumal die von Francisco „Paco“ Rubio betreute U17-Elf ebenso wie Deutschland locker alle Qualifikationshürden nahm und auf dem Weg ins Halbfinale in sechs Spielen ebenfalls keinen einzigen Gegentreffer zuließ, dabei fünf Mal gewann und einmal unentschieden spielte.

Überzeugende Qualifikation
Einem 1:0-Sieg gegen Island folgten lockere Erfolge gegen Aserbeidschan (6:0) und Italien (5:0). Dabei deutete die Elf ihr Leistungsvermögen bereits eindrucksvoll an. Und in der 2. Qualifikationsrunde bestätigten die Spielerinnen mit dem 5:0 gegen Wales, dem 2:0 gegen Dänemark und dem 0:0 gegen die Niederlande, dass mit ihnen zu rechnen sein wird.

Revanchegelüste
Derzeit bereiten sich 21 Spielerinnen im Ausbildungszentrum von Clairefontaine auf das Turnier vor, bevor am Donnerstag der Kader auf 18 Spielerinnen reduziert wird. Und die Revanchegelüste sind nach der Niederlage aus dem Vorjahr bereits jetzt groß. Im Team finden sich einige erfahrene Spielerinnen, die bereits die U17-WM in Neuseeland bestritten, wie Anaïg Butel, Caroline La Villa, Rose Lavaud oder auch Cindy Thomas. In den Tagen bis zum Spiel will man vor allem noch an der offensiven Durchschlagskraft arbeiten, um das deutsche Abwehrbollwerk ins Wanken zu bringen.

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Finale und Spiel um Platz 3 live im TV
Im ersten Halbfinale stehen sich am Montag, 22. Juni, ab 14.30 Uhr, Norwegen und Spanien gegenüber. Die Platzierungsspiele finden am Donnerstag, 25. Juni, statt. Um 11.00 Uhr wird das Spiel um Platz 3 ausgetragen, ab 14.30 Uhr steigt das Finale. Beide Partien werden im Fernsehen live auf Eurosport übertragen, so dass man sich auf jeden Fall schon einmal auf ein Live-Spiel der deutschen Mannschaft freuen kann.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

2 Kommentare »

  • Jarmusch sagt:

    Weiß jemand, ob die Halbfinals irgendwo anders zu sehen sein werden? Wird es einen Live-Stream geben?

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  • uwe sagt:

    Wenn überhaupt auf DFB TV. Kurz vor 18.30 Uhr mal reinschauen.

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