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Bundesligafinale: Wer holt sich die Meisterschale?

Von am 7. Juni 2009 – 2.55 Uhr 12 Kommentare

1 890 Minuten stand jedes der zwölf Bundesligateams in dieser Saison bisher auf dem Platz, doch erst die letzten 90 Minuten der Saison werden die Antwort auf die Frage liefern, wer sich den Meistertitel sichert.

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Tabellenführer 1. FFC Turbine Potsdam kann sich gegen den VfL Wolfsburg aus eigener Kraft zum Titel schießen, doch der FC Bayern München will bei Absteiger TSV Crailsheim die Tormaschine anwerfen. Lachender Dritter wird jedoch möglicherweise der FCR 2001 Duisburg, der vom großen Nervenflattern der Konkurrenz profitieren könnte.

Spannender Titelkampf
Die herbe 0:4-Heimniederlage der Bayern gegen Duisburg am vergangenen Mittwoch hat dem Titelkampf noch einmal neues Leben eingehaucht. „Das vergrößert auch den Druck auf unsere Mannschaft noch einmal enorm“, so Potsdams Stürmerin Anja Mittag. Das Team von Trainer Bernd Schröder will nun seinen Mini-Bonus von einem Tor Vorsprung über die Ziellinie retten, doch in erster Linie Platz 2 und somit die Champions-League-Teilnahme sichern.

Potsdam hat alles in der Hand
Die junge Turbine-Mannschaft steht vor der Situation alles gewinnen, aber auch noch alles verlieren zu können. „Ich kann mich nicht erinnern, solch eine Situation schon einmal erlebt zu haben“, so Mittag. Nach der 0:7-Klatsche im DFB-Pokalfinale am vergangenen Samstag gilt es, gegen den VfL Wolfsburg vor allem schnell die Verunsicherung aus den Gliedern zu schütteln. Doch gegen die Wolfsburgerinnen wird es kein leichtes Spiel werden, denn bei den Niedersachsen agieren einige Ex-Turbinen, von denen einige sogar noch in Potsdam wohnen. Sie werden bis in die Haarspitzen motiviert sein und den Potsdamerinnen alles abverlangen.

München braucht viele Tore
Ähnlich schwierig gestaltet sich die Ausgangslage für den FC Bayern München. Mit einem Sieg ist man sicher für die Champions League qualifiziert, um noch Meister zu werden, gilt es aber Absteiger TSV Crailsheim aus dem Schöneburgstadion mit so vielen Toren wie möglich zu schießen. Bei einem Remis oder einer Niederlage droht der Sturz auf Platz drei. Fällt der Sieg ein Tor höher als der angenommene Potsdamer Sieg gegen den VfL Wolfsburg aus, so ist Bayern Meister.

Hat Bayern die Nerven im Griff?
Auch für die Bayern wird es darum gehen, die bittere Niederlage gegen Duisburg aus den Köpfen zu kriegen und durch ein frühes Führungstor schnell zum eigenen Spiel zu finden. Von der Papierform her ist das Spiel in Crailsheim eine mehr als lösbare Aufgabe, doch in der Vergangenheit taten sich die Bayern hier nie leicht und man muss sehen, wie gut man mit der neuen Drucksituation umgehen kann, denn in den vorigen beiden Spielen zeigte das Team Nerven. Bayern-Trainer Günther Wörle erklärt: „Wir werden sehr hart für den Sieg arbeiten. Ich freue mich auf ein Wiedersehen in Crailsheim.“ Dort war er bis Dezember 2007 tätig, ehe er wegen seines Wechsels nach München vor die Tür gesetzt wurde.

Duisburg rechnet nicht mit Wunder
Bei UEFA- und DFB-Pokalsieger Duisburg rechnet man allerdings nicht mehr mit einem kleinen Wunder. „Selbst am Mittwoch beim 4:0 in München haben wir noch einmal bewiesen, dass wir absolut das Potenzial zur Meisterschaft hatten, leider haben wir einige Punkte leichtfertig liegengelassen“, so Duisburgs Trainerin Martina Voss nicht ganz ohne Wehmut. Dennoch will sich die „gewachsene Einheit“ mit einem Sieg das letzte Fünkchen Hoffnung auf den Titel wahren.

Trainer tippen auf Bayern
Recht eindeutig fällt das Votum der Bundesligatrainer aus, elf von zwölf Trainern tippen auf den FC Bayern München. Einzig Crailsheims Trainer Hubert Müller glaubt, dass die Potsdamerinnen ihren Vorsprung verteidigen werden. DFB-TV überträgt am Sonntag ab 14.00 Uhr alle drei Partien live auf der offiziellen DFB-Website.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

12 Kommentare »

  • Max Diderot sagt:

    Die Post-wir-starten-in-die-Meisterschaft-und-Frankfurt-wird-den-Titel-gewinnen-Saison ist so spannend, dass ich mich an eine vergleichbare Situation im deutschen Frauenfußball gar nicht zu erinnern vermag. Und der Adam Ries in mir, sieht nach wie vor die besten Titelchancen für die Damen des FC Bayern, da Crailsheim bis dato durchschnittlich 3,62 Gegentore pro Partie kassierte und die Wolfsburgerinnen nur einen Faktor von 2,14 aufweisen. Aber alle Zahlen sind selbstverständlich Schall und Rauch, wenn die Gelassenheit und Konzentration dem Druck und der Nervosität des gewinnen müssens weichen. Vielleicht haben die Damen des FC Bayern ja die Requisitenkammer des Männerteams durchstöbert und dort leicht angestaubte Buddhafiguren gefunden. Denn, wie heißt es so schön bei der Autorin Brigitte Hellmann – „Mit Buddha unterm Sonnenschirm“, mit Mantra und Glück zeigen die Fußball spielenden Frauen den Männern, wo der Bartl an Most holt.

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  • laasee sagt:

    Schnelle tor fur Duisburg und dann den druck auf Turbine und FCB wird unermesslich.

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  • probek sagt:

    Gibt’s keinen Liveticker von den Spielen (außer dem hier; die Website von FCR Duisburg ist auch down bzw. hat keine Liveinfo), keine Livetabelle, kein gar nichts? Nicht mal hier??

    Und offenbar auch keinerlei Inserts und/oder Crawls mit aktuellen Spielständen bei den Livestreams von DFB-TV, nicht mal eine Einblendung des Ergebnisses des übertragenen Spiels. Puh, als Frauenfußballinteressierter muss man echt Abstriche machen.

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  • Steffen sagt:

    @probek

    Ich habe einfach alle 3 Livestreams gleichzeitig laufen lassen.

    Herzlichen Glückwunsch, Turbine Potsdam!

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  • probek sagt:

    @Steffen

    Ich auch. Das löst aber das oben beschriebene Problem nicht, da könnte der Frauenfußball (und die ihn begleiteten Medien/Blogs) noch ein ganzes Stückchen professioneller bzw. informativer werden.

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  • NinaFX sagt:

    Sehe ich genauso und vorallem gehört eine mobile Webseite her. Hab gestern zwar ab und zu mal den Liveticker vom DFB mit dem Handy aufgerufen, während des Spiels Crailsheim gegen Bayern, aber da sollte halt eine fürs Handy optimierte Webseite vorhanden sein, sonst ist das ganze sehr umständlich. Immerhin hat ja der TSV Crailsheim die Vorzüge des mobilen Zeitalters erkannt und seinen Fans einen SMS Ergebnisdienst angeboten. Fand ich übrigens sehr gut! Mal schaun, ob der DFB auch noch dahinter kommen wird…

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  • probek sagt:

    Statt (zum Teil kostenpflichtige) SMS empfehle ich für sowas inzwischen auch Twitter.com. Darüber können Fans (und Blogs/Medien und Vereine oder wer oder was auch immer) quasi in Echtzeit und ziemlich einfach beliebig viele andere mit aktuellen Nachrichten beliefern, wie in diesem Beispiel.

    Das ist dann selbstverständlich auch mobil zu empfangen. Es gibt zwar eine spezielle Website (m.twitter.com), aber auf dem Handy (am einfachsten geht’s mit ’nem Iphone oder einem G1) kann man den Nachrichtenstream am besten mit einem Twitter-Client abrufen, von denen es dutzende für alle Java-fähigen Handys gibt. Ein Verzeichnis dieser Clients gibt es z.B. unter

    http://twitter.pbworks.com/Mobile

    Ich persönlich habe – ohne Iphone – die besten Erfahrungen mit „JibJib“ und „Twibble“ gemacht. Kosten tut das ganze recht wenig, da ggf. auch nur die Gebühren für die paar Kilobyte Datenverkehr anfallen, die das Runterladen der Textmitteilungen braucht, deutlich weniger, als in der Regel für SMS-Infodienste bezahlt wird.

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  • Ralf sagt:

    Hatte gestern keine Gelegenheit, irgendwas davon live zu sehen.
    Stuttgart hat übrigens „Grün“ gewählt.
    Agrardiesel für die Innenstadt. 🙂

    Apropos, … War das ‚Outfit‘ von Frau Voss fliederfarben oder hellviolett?
    … CHIC!

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  • probek sagt:

    Oh, bei meinem vorherigen Kommentar funzt bei „wie in diesem Beispiel“ der Link nicht. Der sollte hierhin führen:

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  • Ralf sagt:

    @probek
    Twitter mit ‚Bild‘ hätt‘ ich gut gebrauchen können.
    Aber, ich bin kommunikationstechnisch ein altmodischer Mensch.

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  • NinaFX sagt:

    Ist es bei Twitter nicht so, dass ich drauf hoffen muss, dass möglicht ein Paar Leute vor Ort am Spielfeldrand die Tweets schreiben? Mhh, da tendier ich persönlich immernoch zu nem mobilen Liveticker, der mir die Ergebnisse von allen Spielen gleichzeitig und übersichtlich anzeigt.

    Allerdings denke ich, dass Twitter eine gute Möglichkeit ist, um über das Spielgeschehen auf dem Platz zu informieren. Immerhin können 140 Zeichen mehr Informationsgehalt haben, als das bloße Ergebnis.

    @probek: Danke für Links, werde das bei Gelegenheit mal ausprobieren…

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  • probek sagt:

    Ist es bei Twitter nicht so, dass ich drauf hoffen muss, dass möglicht ein Paar Leute vor Ort am Spielfeldrand die Tweets schreiben?

    Ja. Und nein (wegen „vor Ort“).

    Ich habe z.B. am letzten Spieltag dank des DFB-Livestreams bequem vom heimischen PC aus über die Spiele getwittert. Beim Nachholspiel FCB gegen Duisburg hatte ich das noch per Handy direkt aus Aschheim gemacht.

    Ähnliches hätte aber jeder der über 3.000 Anwesenden von seinem eigenem Handy aus machen können – oder jeder, der den DFB-Stream geguckt hat. Da bricht man sich vor Ort vom Dauer-SMS-Schreiben (jeder Tweet hat maximal 140 Zeichen) zwar ein bisschen die Finger, aber für die SMS-fitten Kiddies von heute ist das sicherlich ein Klacks. Und wenn man nur die Zwischenstände twittert, ist das natürlich noch unaufwändiger.

    Und der Aufwand fürs twittern ist natürlich auch geringer, als wenn man z.B. selbst einen Liveticker befüllen müsste (weil man dazu keine eigene Website basteln bzw. befüllen muss). So können dann Fans, die das Spiel irgendwie live mitbekommen – und sei es nur über Stream, Radio oder sonstwie, vielleicht halt auch über jemanden vor Ort – ohne weiteres über ihre eigene Mannschaft twittern (und damit dann viele andere errreichen) und sind nicht unbedingt auf offizielle Websites angewiesen.

    Und ohne mich jetzt wirklich im Frauenfußball auszukennen: einige machen das mit dem Twittern doch auch schon ganz gut, z.B.

    und

    http://twitter.com/fcbfrauen

    – selbst wenn der FCB-Frauen-Twitterer nach dem 0:4 verstummte …

    Falls der auf Twitter sonst recht aktive Kicker dann auch noch den Frauenfußball entdeckt

    http://twitter.com/kicker_live

    ist der Bedarf nach schneller Spielstand-Information auch abgedeckt. Ein letzter Tipp: über die Twitter-Suche, oben schon mal verlinkt, findet man ggf. in Echtzeit diejenigen, die gerade über ein aktuelles Ereignis twittern. Und dann gibt es noch Werkzeuge, die Tweets, die ein bestimmtes Schlagwort enthalten, automatisch anzeigen („Twitterwalls“; kann man sich über einige Websites auch selbst basteln). Das ist inzwischen oft besser, lustiger und unterhaltsamer als jeder andere Liveticker, egal, welches live im TV übertragene Ereignis man nimmt.

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