Bayern heiß auf Tore – Turbine beim Favoritenschreck

Von am 2. Mai 2009 – 15.23 Uhr

Das Fernduell um die deutsche Meisterschaft geht am Sonntag in seine nächste Runde. Tabellenführer FC Bayern München will gegen den schwächelnden Aufsteiger Herforder SV etwas für das Torverhältnis tun, dem 1. FFC Turbine Potsdam steht beim Auswärtsspiel gegen die SG Essen-Schönebeck die ungleich schwerere Aufgabe bevor.

Die Müchenerinnen werden ihre Erfolgsformation vom vergangenen Sonntag am 19. Spieltag allerdings ändern müssen. Corinna Paukner erlitt zuletzt eine Knochenprellung und wird ebenso fehlen wie Sylvie Banecki, die sich einen Sehnenanriss am Innenband des rechten Knies zugezogen hat. Fehlen wird nach ihrer fünften Gelben Karte auch Abwehrspielerin Sandra de Pol, und auch die Rotsperre von Nicole Banecki ist noch nicht abgelaufen.

Beide Teams personell geschwächt
Dennoch ist man guten Mutes, mit neuer Spielfreude und dem wiedergewonnen Glauben an die eigene Stärke die Aufgabe gegen das Team aus Westfalen fehlerfrei meistern zu können. Zumal dem Gast in den vergangenen Spielen die Puste ausgegangen ist und in München darüber hinaus Weltmeisterin Kerstin Stegemann für die kommenden entscheidenden Spiele gegen den Abstieg geschont werden soll. Neben Stegemann werden auch Simone Müller (Studium) und Katharina Lühr (Beruf) fehlen, für Claudia Bujna und Susanne Werner kommt ein Einsatz ebenfalls zu früh. Dafür soll Christina Schulte erstmals wieder in der Startformation stehen.

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„Wir wollen von Anfang an mit hoher Laufbereitschaft im Mittelfeld und im Angriff und der nötigen Konzentration in der Defensive dieses richtungsweisende Spiel erfolgreich bestreiten“ so Bayern-Trainer Günther Wörle. Gäste-Trainer Björn Kenter wäre hingegen schon zufrieden, wenn sich die Niederlage in Grenzen hält. „Wir wollen uns nicht so abschießen lassen wie Bad Neuenahr am vergangenen Sonntag.“

Doch es bleibt fraglich, ob der Spitzenreiter den Gästen diesen Gefallen tun wird. Denn in der Endabrechnung könnte jedes mehr geschossene Tor über den deutschen Meistertitel entscheiden, und so werden die Bayern auf Torejagd gehen.

Turbine will auf Champions-League-Kurs bleiben
Der 1. FFC Turbine Potsdam will bei der SG Essen-Schönebeck drei Punkte holen, um nicht nur im Kampf um einen Champions-League-Startplatz, sondern auch um die Meisterschaft im Rennen zu bleiben. Turbine-Trainer Bernd Schröder erwartet einen „offenen Schlagabtausch“, Stürmerin Anja Mittag ist dennoch zuversichtlich, auch beim Favoritenschreck bestehen zu können, der in dieser Saison schon gegen den FCR 2001 Duisburg gewann und sowohl dem FC Bayern München als auch dem 1. FFC Frankfurt Punkte abknöpfte.

„Eigentlich können wir uns nur selber schlagen. Wir müssen eben die Chancen, die wir uns erarbeiten, konsequent nutzen“, so Mittag. Und auch die Verteidigerinnen sind hoch motiviert, dem Gegner zu zeigen, dass dieser Mannschaftsteil, entgegen dem Urteil von Trainer Ralf Agolli, der die Turbine-Abwehr, mit 17 Gegentreffern die beste der Liga, als Schwachpunkt ausgemacht hat, nicht zu den Schwächen im Team gehört.

„Wir haben bislang die wenigsten Gegentore der Liga rein bekommen, soviel können wir nicht falsch gemacht haben“, so Bianca Schmidt süffisant. Agolli hofft, dass sein Team befreit aufspielen wird. „Gegen eine solche Ausnahmemannschaft können wir immer zur Hochform auflaufen.”

Abstiegsduelle
Im Kampf um den Verbleib in der ersten Frauenfußball-Bundesliga will der FF USV Jena im Heimspiel gegen den SC Freiburg ebenso wichtige Punkte einfahren, wie der SC 07 Bad Neuenahr gegen Schlusslicht TSV Crailsheim. „Es geht noch nicht um alles, aber um viel.“, so die Einschätzung von Jenas Trainerin Heidi Vater. An der Ahr hofft man, dass die Rückkehr der zuletzt erkrankten Célia Okoyino da Mbabi neue Kräfte freisetzen wird.

Alle Partien des 19. Spieltags im Überblick

FC Bayern München – Herforder SV (So., 11.00 Uhr)
FF USV Jena – SC Freiburg (So., 11.00 Uhr)
1. FFC Frankfurt – FCR 2001 Duisburg (So., 11.00 Uhr)
SG Essen-Schönebeck – 1. FFC Turbine Potsdam (So., 14.00 Uhr)
SC 07 Bad Neuenahr – TSV Crailsheim (So., 14.00 Uhr)
VfL Wolfsburg – Hamburger SV (So., 14.00 Uhr)

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.