Wohin führt der Weg der Birgit Prinz?

Von am 24. April 2009 – 14.11 Uhr 30 Kommentare

Vor ein paar Tagen sah ich auf DFB-TV einen Beitrag zum Besuch von Ariane Hingst und Birgit Prinz in einer Frankfurter Kinderkrebsklinik. Eine schöne Geste der beiden Spielerinnen, die den kranken Kindern ein bisschen Spaß und Lebensfreude vermittelten. Der medizinische Leiter der Klinik, Professor Dr. Thomas Klingebiel, bekam zum Abschluss ein handsigniertes Trikot der Frauen-Nationalmannschaft überreicht, und wollte sich mit einem netten Spruch bedanken: „Man kriegt ja nicht jeden Tag Besuch von einer Weltfußballerin.“ Die kurze, spitze Antwort von Prinz, begleitet von einem selbstironischen Lächeln, kam spontan, und sagte viel über den derzeitigen Gemütszustand der 189-fachen Nationalspielerin aus: „Ex“.

Da wusste Prinz noch nicht, dass sie sich Tage später im „Duell der Besten“ gegen Brasilien in der Frankfurter Commerzbank-Arena einen schmerzhaften Rippenbruch zuziehen sollte, der das vorzeitige Saison-Aus bedeutet. Nach Waden- und Achillessehnenproblemen eine neuerliche Verletzung und ein  negativer Höhepunkt in der Leidensgeschichte der vergangenen Monate, der der 31-Jährigen die Tränen in die Augen trieb. Das Monument Birgit Prinz, immer noch Synonym für den Frauenfußball in Deutschland, ist ins Wanken geraten.

Starke Prinz
Dabei zeigte sie im Spiel gegen Brasilien bis zu ihrer Verletzung mit einer in dieser Saison noch nicht gesehenen Spielfreude und Spritzigkeit, dass eine gesunde Birgit Prinz nach wie vor der wichtigste Baustein im Team von Bundestrainerin Silvia Neid ist. Umso verwunderlicher, dass Neid nach der Partie kühl erklärte: „Will sie bei der WM in Deutschland dabei sein, muss sie von Verletzungen verschont bleiben. Und in ihrem Alter ist das eben nicht mehr so einfach wie mit 20.“ Auch wenn die Aussage faktisch richtig sein mag – herzerwärmend, ermutigend und einladend ist sie nicht.

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Doch in der Tat wird es für Prinz in Zukunft mehr denn je darauf ankommen, sich Regenerationspausen zu gönnen. Zweimal gewann sie die WM, viermal die EM, dreimal den UEFA-Pokal, neunmal die deutsche Meisterschaft und neunmal den DFB-Pokal. Verbunden mit den Triumphen am Fließband waren aber auch unglaublich hohe Belastungen, denen ihr Körper zunehmend Tribut zollen muss. Bundesliga, DFB-Pokal, UEFA-Pokal, Länderspiele, Trainingseinheiten, Lehrgänge, dazu seit Jahren strapaziöse Reisen zu Turnieren und während der Turniere – da bleibt nur wenig Zeit, um den leeren Akku wieder aufzuladen.

Zu wenig Regeneration
Nur zwei Wochen nach den Olympischen Spielen in Peking begann etwa die neue Bundesligasaison, Prinz‘ angeschlagener Körper schleppte sich mühevoll durch die Hinserie. Die Einsätze im Verein waren häufig Gift, zudem ist unverständlich, warum sie auch bei klaren Spielständen nie ausgewechselt wird, wie zuletzt beim 8:0-Heimsieg gegen Aufsteiger Herford, als man sie nach vier Treffern in der ersten Stunde problemlos hätte vom Feld holen können. Erst seit ein paar Wochen steht sie beim 1. FFC Frankfurt wieder im kontinuierlichen Training. „Ich werde bei der WM nicht spielen, wenn ich denke, ich bringe es nicht mehr und wenn ich der Mannschaft nicht mehr weiterhelfen kann. 2011 ist ein Ziel für mich, es gibt aber keine Garantie“, hegt sie Zweifel.

Neben der gestiegenen Verletzungsanfälligkeit kommt hinzu, dass der Frauenfußball immer athletischer wird, gegnerische Spielerinnen nicht mehr so leicht umkurvt und abgehängt werden können, wie das noch vor ein paar Jahren der Fall war. Der fast körperfreie, auf Technik ausgerichtete Frauenfußball gehört der Vergangenheit an. Zweikämpfe, teilweise auch sehr ruppig geführt, nehmen zu. „Der Frauenfußball ist körperbetonter und schneller geworden“, sagt auch Weltfußballerin Marta. Und da passt es auch ins Bild, dass athletische Nachwuchstalente wie Bianca Schmidt und Kim Kulig derzeit in der Nationalelf hoch im Kurs stehen.

Krise als Chance
Zum ersten Mal seit 2004 wird Prinz mit dem 1. FFC Frankfurt eventuell ohne Titel bleiben, und möglicherweise findet gar die erstmals ausgetragene UEFA Women’s Champions League ohne Frankfurter Beteiligung statt. Doch was für Spielerin und Verein eine verkorkste Saison ist, bietet für beide auch eine Chance für die Zukunft.

Dass die Saison 2009/2010 mit etwas weniger Strapazen verbunden sein wird und zur Regeneration genutzt werden kann. Denn dann werden bei Birgit Prinz auch die Selbstzweifel verschwinden, der Spaß zurückkommen und auch das Selbstwertgefühl, der Nationalmannschaft auch bei der WM 2011 noch helfen zu können.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

30 Kommentare »

  • Crackfly sagt:

    Markus: Respekt für diesen Artikel. Er spiegelt genau das wieder, was viele denken.
    Ich muss sagen, ich mochte sie nicht sehr gern, bevor ich „Die besten Frauen der Welt“ gesehen habe. Ihre Aussage dort, ließ mich vieles verstehen. Als ich sie dann am Mittwoch weinend auf der Bank gesehen habe, muss ich zugeben, war ich sehr ergriffen. Ich wünsche ihr von ganzem Herzen, dass sie schnell wieder fit wird und dass sie das findet, was sie sucht.

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  • hathaway sagt:

    Hervorragender Text, der die Sache ziemlich genau auf den Punkt bringt.
    Bravo!

    Ich denke die fehlenden Regenerationsmöglichkeiten bereits seit Jahren – für den Körper wie für den Geist – sind der springende Punkt. Das steckt niemand so einfach weg.
    Das Statement der Bundestrainerin befremdet mich ehrlich gesagt etwas. Aber nun gut, diesbezüglich wundert mich langsam gar nichts mehr. Wie wichtig eine fitte Birgit Prinz in Normalform für die Nationalmannschaft ist, dürfte doch wohl unstrittig sein.

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  • laasee sagt:

    @Markus

    Excellent article.

    Does Neid possess any intelligence? Inka Grings and Birgit Prinz are already two of the best goal-getters in football history (boy and girl). Inka gets 40 months in the wilderness and now Birgit gets words lacking in respect from Neid.

    Was WM2007 success in spite of Neid or because of her? Germany has the best league and the best players in the world but is the coach of the same high standard?

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  • pepper sagt:

    Danke für den tollen, vielleicht auch mutigen, Beitrag. Ich befürchte zwar, dass die Verantwortlichen in den Vereinen sich Deine Kritik nicht zu Herzen nehmen werden. :-(, deshalb wünsche ich Birgit Prinz von ganzen Herzen, dass sie nun Zeit zur körperlichen und seelischen Regeneration findet.
    Sie so verzweifelt zu sehen, war nicht nur ein trauriger, ergreifender Anblick, sondern hat auch gezeigt, wie wichtig ihr dieses Spiel bzw. das Spielen an sich ist und das, obwohl sie ja nun wirklich alles erreicht hat, was man sich denken kann.
    Ich freue mich jedenfalls auf den Augenblick, Sie wieder vollständig genesen auflaufen zu sehen…….:-))

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  • Tina sagt:

    Super guter Bericht!!!

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  • Conny68 sagt:

    Auch ich schließe mich an: Markus, ein klasse Artikel!

    Das Bild von der in Tränen aufgelösten Birgit Prinz berührte mich sehr. Man sah bis zur Verletzung, dass sie Spaß und Lust am Spiel hatte. Es war eine starke Partie von ihr.

    Natürlich – der Fußball ist schneller und athletischer geworden und Birgit ein paar Jahre älter. Ihre unglaublichen Antritte, bei denen man oft das Gefühl hatte, ihre Gegenspielerinnen kommen gar nicht vom Fleck – werden wir sicherlich nicht mehr so häufig erleben. Aber trotzdem strahlt sie noch immer diese besondere Präsenz auf dem Platz aus. Ich bin mir sicher, dass sie nach dieser Verletzung wieder zu großartiger Form auflaufen wird. Aber dafür muss sie längere Zeit verletzungsfrei bleiben und natürlich ihre Pausen bekommen.

    Birgit Prinz ist bekannt für ihre sehr kritischen Worte – vor allem gegenüber ihrer eigenen Leistung. Hoffentlich (ver) zweifelt sie nicht zu sehr – ich würde es mir sehr wünschen, Birgit Prinz noch bis zur WM im Deutschen Nationalteam zu sehen.

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  • ViolA sagt:

    ich muss mich meinen vorrednern anschließen. hervorragender artikel und er trifft tatsächlich genau den kern der wahrheit. um so erstaunlicher, dass viele fußballfans genau eben das so oft einfach hinnehmen oder gar kritische worte fallen lassen und das nicht nur in bezug auf birgit, aber auch gerade in bezug auf sie.

    ich wünsche ihr von ganzem herzen dass sie den kopf nicht zu tief hängen läßt und dass die heilung ohne probleme vonstatten geht. sie hat die stärke und den willen auch nach dieser verletzung zurück zu kommen und die von ihr selbst geforderte leistung zu erbringen wie sie das schon so oft getan hat. ich bin sicher dass frau neid sie dann auch mit nach finnland nehmen wird soweit ihr nicht wie damals rotti eine weitere verletzung dazwischen kommt, die wohl mit ziemlicher wahrscheinlichkeit das aus ihrer internationalen karriere mit der nationalmannschaft bedeuten würde.

    ich hoffe, dass ihr körper im nächsten jahr genug regeneration bekommt, dass er die kommende saison und möglichst auch die darauf folgenden ohne große verletzungen überstehen kann. ein grund wieso ich fast dankbar für das schlechte abschneiden des ffc bin weil nicht nur birgit sondern auch viele andere aus der mannschaft endlich mal zeit bekommen luft zu holen ohne pausenlos auf dem zahnfleisch gehen zu müssen und so auch den spaß am fußball geniessen können.

    in diesem sinne gute besserung an den main.

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  • die jojo sagt:

    ich find den artikel auch sehr gelungen und kann mich meinen „vorschreibern“ nur anschließen
    ich will hier nur mal kurz erwähen, wie oft sich im männerfußball aufgeregt wird, wie oft sie spielen müssen und dass die spieler keine regeneration haben und es wäre auch undenkbar die bundesliga 2wochen nach ner WM starten zu lassen.
    bei den frauen is das fast alltag spiel, training lehrgang und meistens auch noch beruf oder studium… mir ist klar das da nicht jeder immer auf höchsten nivau spielen kann und auch mal ne schlechtere zeit erwischt.
    aber birgit schafft es sich wieder ranzukämpfen mit ihrer professionalität bin mir sicher, gute besserung

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  • Steffen sagt:

    In die Aussage von Sylia Neid kann man leider viel zu viel hineininterpretieren. Ich denke, ihr war bewusst, was sie damit anrichtet. Bei einer so großen Spielerin hätte ich mehr Fingerspitzengefühl erwartet, zumal Sylvia Neid auch kein Neuling als Trainerin ist.

    In den Vereinigten Staaten würde Birgit Prinz mehr Respekt erhalten.

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  • laasee sagt:

    @Steffen

    Ja.

    Birgit Prinz = Respekt
    Sylvia Neid = ? ?

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  • Pinguin sagt:

    Nach dieser Aussage von S.N. weiß ich auch nicht mehr recht, wie sie einzuschätzen istl – ich dachte, sie hat einfach immer eine Reihe unantastbarer Lieblinge, zu denen natürlich auch BP gehört.

    Aber jetzt, da sie eine schon physisch und mental angeknockte Birgit Prinz noch zusätzlich zu entmutigt, muss man doch einfach annehmen, dass sie ihr einfach das nötige Fingerspitzengefühl abgeht.

    Frau Neid sollte eher das Problem Verletzungsanfälligkeit durch Überlastung angehen, wie M. J. es dankenswerter Weise im Fall Birgit Prinz mit diesem Artikel gemacht hat.

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  • Brandy sagt:

    Vielleicht wäre es für Birgit Prinz besser,wenn sie die EM sausen lassen würde, um physich und psychisch in der nächsten Saison wieder voll angreifen zu können…
    Die Aussage von Neid wundert mich nicht, den Feingefühl hat sie nun wirklich nicht,was man auch im Umgang mit Banecki beim Algarve-Cup gesehen hat.
    An der fehlenden Regeneration ist aber zum teil auch der FFC schul,nicht nur diese Saison,sondern auch in den letzten,wo die Liga klar dominiert wurde,mußten sämtliche Stars beim FFC immer durch spielen. Wenn man dieses Jahr Duisburg zum Vergleich nimmt,werden die Leistungsträgerinnen dort deutlich öfter mal ausgewechselt.
    Ich bin zwar kein wahnsinniger Prinz-Fan,aber eine WM im eigenen land als krönenden Abschluß wünsche ich ihr doch.

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  • helena sagt:

    @Brandy: prinzipiell stimme ich Dir (als großer BP-Fan;-)) zu, die EM könnte zu früh kommen – allerdings kann ich mir eine EM ohne BP kaum vorstellen und bin mir auch nicht sicher, ob andere Stürmerinnen (einschließlich IG) ihren Platz zur Zeit wirklich ausfüllen können und damit meine ich nicht nur Tore, sondern die starke Präsenz auf dem Platz (mit Ausnahme mal von Olymp. Spielen), die Führungsqualitäten, Akzeptanz in der Mannschaft und (zumindest bisher) bei den Trainern etc.pp. Diese fehlen mir bei anderen Spielerinnen etwas…

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  • Brandy sagt:

    Da möchte ich Dir aber auch postwendend widersprechen beim Thema Führungsspielerinnen: Für mich ist es kein Zufall,dass sowohl Duisburg und auch die Natio in der Abwehr ziemlich gewschwommen ist als Krahn verletzt war,sie gehört für mich trotz ihres Alters schon zur Führungsspielerin,im Mittelfeld Bresonik und auch Behringer und eine grings,die etwas Altersweise geworden ist,sind für mich genauso Führungsspielerinnen wie Prinz. Wäre auch ziemlich traurig für den deutschen Fußball,wenn es nur eine prinz gäbe.

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  • helena sagt:

    Ich wollte auch nicht behaupten, dass BP die einzige Führungsspielerin ist, sondern dass die Präsenz der deutschen Stürmerinnen nicht die gleiche ist wie die von Birgit.
    Krahn und Bresonik – da kann ich mitgehen, v.a. bei Krahn – allerdings ist es als Abwehrspieler immer etwas schwieriger, „vorne“ Präsenz zu zeigen . Als Abwehrchefin macht ihr mit sicher niemand was vor; bei Behringer bleiben meine Zweifel: sie ackert viel und ist eine starke Spielerin, aber eine Führungsspielerin (kommt vielleicht auch noch zu früh?)? Ähnliches sehe ich bei Garefrekes: tolle Spielerin, aber „zu leise“. Bei Grings wäre vielleicht das persönliche Potential da, aber ist die Akzeptanz bei der Mannschaft (und im Trainerstab) wirklich vorhanden (würde die Mannschaft sich was sagen lassen?)? Und wie schon geschrieben: es geht nicht nur um Tore… (da ist Grings vielleicht (zur Zeit? immer?) sogar besser). Aber ich gebe gerne zu, dass mein Blick als BP-Fan vielleicht etwas getrübt ist;-).

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  • Stefan Prinz sagt:

    Lieber Markus,
    Dein Artikel ist , wie fast immer , sehr informativ und fast richtig analysiert .In vielen Behauptungen stimme ich mit Dir überein,vor allem aber ,was die Überbelastung durch eine miserable internationale Terminplanung angeht.
    Was die Diskussion über Birgits Verletzungsanfälligkeit angeht, habe ich eine andere Meinung . Es ist doch nicht das Alter,das schuld daran ist, daß in diesem Jahr diese Verletzungs – Pechsträhne sich fortsetzt, wie ein roter Faden. Auch eine 20 jährige hätte sich , nach solch einem Zusammenprall wie beim Länderspiel, auch mal mindestens 1 Rippe gebrochen . Im übrigen war Birgit zum Glück in ihrer langen Karriere weitestgehend von Verletzungen verschont geblieben,obwohl sie sehr sehr viel Grobes einstecken musste (leider auch sehr oft wegen mangelndem Schutz durch SR ).Andere Spielerinnen wären dadurch bestimmt wesentlich öfters ausgefallen und das schon in jungen Jahren !Dass es in diesem Jahr besonders auffällt , kommt daher,daß Birgit sich zu wenig Schonung beim Auskurieren ihrer Verletzung auferlegt hat. Sie wollte einfach ihrem Verein zur Verfügung stehen und helfen.
    Viel zu schnell wird dann nach solch einer Pechsträhne darüber diskutiert,ob sie noch Leistung bringen kann und für die Mannschaft wertvoll ist. Besonders das, was Sylvia Neid dazu geäußert hat , zeugt nicht unbedingt von Feingefühl und Sachverstand. Diese Äußerung bestärkt das, was ich schon immer von ihr gehalten habe.
    Sie ist in der Außenselbstdarstellung nicht unbedingt eine der intelligentesten (Spielanalysen – Statements usw. ). Dass sie mit solchen Äußerungen einer gerade frisch Verletzten nicht unbedingt hilfreich unter die Arme greift ,versteht sich von selbst. Aber zum Glück gibt es ja außer ihr noch viele Fans, Wegbegleiter und andere lieben Menschen, die durch ihren Zuspruch und Anteilnahme gezeigt haben, daß sie sich freuen würden , nochmals eine gesunde und fitte Birgit spielen zu sehen. Birgit hat das sehr gut getan.
    Da ich Birgit gut genug kenne, weiß ich , daß sie alles daran setzen wird, dieses Ziel nochmals zu erreichen . Sollte sie es aber nicht erreichen können, wäre sie die erste , die das erkennt und Konsequenzen ziehen würde. Und dazu braucht sie nicht die Negativworte der Bundestrainerin, die uns alle in der Familie sehr enttäuscht und erstaunt hat. Selbstzweifel, wie Du sie Birgit unterstellst ,hat sie auf alle Fälle nicht. Sie ist schon jetzt guten Mutes und recht optimistisch ihre selbst gesteckten Ziele zu erreichen. Und wenn alles nichts wird, na ja die Welt geht für uns deshalb nicht unter.Es gibt noch so viele andere schönen Dinge.
    Abschließend noch eines. Das alles von mir geäußerte ist meine eigene Meinung und nicht Birgits. Ich musste es einfach mal loswerden ,vor allem das mit Frau Neid !

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  • djane sagt:

    @helena, warum sollten die Spielerinnen der Natio Grings nicht als Führungsspielerin akzeptieren ? Erstens spielen da ja inzwischen etliche vom FCR, und da ist Grings (zumindest für die Zuschauer) eine sehr anerkannte Kapitänin. Zweitens sind vermehrt junge Spielerinnen dabei (Schmid, Kulig, Peters), die sollten auch keine Probleme mit ihr haben. Und für den Rest gilt, das ich die Spielerinnen für professionell genug halte, eventuell vorhandene Resentiments auf dem Platz wegzustecken.
    Bei Garefrekes stimme ich Dir zu, tolle Spielerin, aber für mich nicht unbedingt eine klassische Spielführerin.
    Was die Diskussion um Prinz und ihr Alter angeht, ich habe woanders schon festgestellt, das mir diese „Schlachtvieh“-Mentalität (taugt sie noch was oder sondern wir sie aus) sehr mißfällt, gerade das Spiel gegen BRA hat für mich gezeigt, das Prinz eine der wenigen war, die eine Mannschaft motivieren und vorantreiben kann- doch diese Fähigkeiten scheinen auf dem Platz heute weniger gefragt zu sein als Athletik und Ballbehandlung.
    Ach ja, ich bin auch kein riesen Freund von Frau Neid- aber sie heißt immer noch Silvia und nicht Sylvia, wie viele schreiben 😉

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  • hathaway sagt:

    @Brandy:

    „Da möchte ich Dir aber auch postwendend widersprechen beim Thema Führungsspielerinnen: Für mich ist es kein Zufall,dass sowohl Duisburg und auch die Natio in der Abwehr ziemlich gewschwommen ist als Krahn verletzt war,sie gehört für mich trotz ihres Alters schon zur Führungsspielerin … “

    Das ist ja wohl eher als Witz gemeint, oder?
    Annike Krahn Führungsspielerin in der Nationalmannschaft?
    Fakt ist mM, dass es zZ – schaut man auch, wer verletzt fehlt – zu wenig echte Führungsspielerinnen in der Nationalmannschaft gibt. Grings könnte durchaus zu einer werden, bei L. Bresonik hab ich den Eindruck – und das meine ich nicht mal negativ – sie ist auf dem Platz mehr mit sich selbst beschäftigt als auch noch die Mannschaft führen zu können. M. Behringer ist – trotz guter spielerischer Leistungen – zu jung und dafür auch zu leise. Am ehesten fällt mir da noch Angerer ein. Garefrekes ist ja auch eher unscheinbar von ihrer Mentalität her. Da fehlen B. Prinz, auch eine Ariane Hingst, ggf. auch eine K. Stegemann.

    Unabhängig davon, auch wenn ich mit meiner Meinung vermutlich allein dastehen werde, dass Krahn für mich keine Führungsspielerin darstellt (wenngleich sie durchaus lautstark und aufgrund ihres physischen Auftretens durchaus für Aufmerksamkeit sorgen kann, das streite ich nicht ab, aber zu einer Führungsspielerin gehört noch etwas mehr) und sie auch vielen Fans einen hohen Stand haben mag finde ich persönlich, dass es in Deutschland sowie geeignetere Defensivkräfte als sie gibt, die die Rolle einer Abwehrspielerin kreativer ausfüllen können und nicht einfach nur die Bälle blind rausbolzen und damit mitunter mehr schaden (Gegner den Ball auflegen) als nützen.

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  • hathaway sagt:

    @Neid:

    Was die Trainerin intern mit ihren Spielerinnen bespricht, ist das eine.

    Was sie zunehmend vermehrt jetzt aber auch in die Öffentlichkeit trägt (man erinnere sich z.B. an ihre Statements während des Algarve-Cups etc.) empfinde ich als kontraproduktiv und tw. auch nicht mehr tragbar. Offensichtlich versucht sie über die Öffentlichkeit den Druck auf ihre Spielerinnen noch mehr zu erhöhen (warum? Meint sie, sie spielen dann besser?).

    Ich bezweifle, dass es der richtige Weg ist, sich öffentlich so hinzustellen und Feingefühl und Respekt gegenüber den Spielerinnen, die immerhin ihre Knochen hinhalten und viele Entbehrungen auf sich nehmen, um den Ansprüchen der Nationalmannschaft zu genügen, so unanständig völlig fehlen zu lassen.

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  • laasee sagt:

    Dieses ist, wie es funktioniert. Deutschland – Gewinn EM2009 und WM2011 mit Inka Grings als Kapitan. Das eher Neid versteht dass das bessere!

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  • Pinguin sagt:

    @hathaway: Ganz richtig, mit solchen Sachen sollte sie nicht an die Öffentlichkeit gehen, das wäre im persönlichen Gespräch schon unpassend genug, und so beim Weg über die Medien erst recht.

    Vielleicht ist die Einschätzung „nicht mehr tragbar“ etwas hart, aber es wäre gut, wenn Frau Neid die Feedbacks zu ihrem Umgang mit Spielerinnen zugetragen würden …

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  • djane sagt:

    Auch wenn Frau Neid nicht gerade mit taktischem Feingefühl gesegnet ist, sollte vielleicht noch angemerkt werden, das sie wohl so oder so für ihre Äußerungen kritisiert worden wäre- wenn sie gesagt hätte, daß Prinz auf jeden Fall bei der WM dabei ist, wäre wieder das übliche Gemurmel im Blätterwald aufgestiegen (Gekungel, alte Seilschaften etc.). Nun hat sie sich für den unpersönlicheren Weg entschieden, das mag nicht jedem gefallen, ist aber nicht auf Prinz alleine beschränkt. Schon als Grings wieder die ersten guten Spiele für die Natio bestritten hat, wies Neid darauf hin, das sie auch in Zukunft dabei sein wird- wenn die Leistung weiterhin stimmt. Und auch wenn’s häßlich klingt, in der Altersklasse Prinz/Grings/Stege/Hingst dauern Verletzungen nun mal länger, da das Alter hier symptomatisch für den bisher investierten hohen Aufwand der in der Karriere erzielten Leistungen und Erfolge steht.

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  • helena sagt:

    @djane: wer sagt denn, dass Frau Neid überhaupt eine Bemerkung dazu machen muß? Hätte es nicht gereicht zu sagen, sie wünsche Birgit alles Gute/eine gute Rehabilitation? Man ist doch nicht gezwungen, das Kinde gleich mit dem Bade auszuschütten (das gilt natürlich nicht nur bei BP), genauswo wenig wie sie gezwungen gewesen wäre, absolute Nibelungentreue zu schwören.
    Sie hätte ja wenigstens erst einmal die genaue Diagnose abwarten können, da wäre ein Kommentar dann wenigstens nicht gleich über den Äther gegangen… Auch im FF ist die Medienpräsenz halt nicht immer ein Segen.

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  • Pinguin sagt:

    @helena: Genau, erinnert mich an von ferne an Koalitionszusagen, für die sich schon so manche(r) später auf die Zunge gebissen hat – auch hier gilt: si tacuisses … zumal wenn keiner danach fragt.

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  • djane sagt:

    @helena, ich gehe mal davon aus, daß wir ja nun auch nicht alles mitkriegen, was zwischen Trainerstab und Mannschaft besprochen wird- ich denke schon, daß sie sich erkundigt hat wie es ihr geht bzw. ihr gute Besserung gewünscht hat. Ich kann mich bisher nicht erinnern, daß Neid je einer verletzten Spielerinn öffentlich gute Besserung gewünscht hätte.

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  • pepper sagt:

    Ob Sie Renate Lingor gute Besserung gewünscht hat, weiß ich nicht mehr, aber der Kommentar zur Verletzung und zur Teilnahme an den Olympischen Spielen war jedenfalls eindeutig positiver. Sie hat ihr ja eine Teilnahme auf jedenfall garantiert und meiner Meinung nach war ihre Verletzung doch weitaus schwerwiegender.

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  • helena sagt:

    Meines Wissens hat SN relativ schnell nach dem Spiel diese Aussagen getätig; dass diese auch in der Familie Prinz nicht gut angekommen ist, können wir oben lesen.
    Von mir aus hätte sie sich auch einfach nur in so einfachen Floskeln ausdrücken können nach dem Motto „schaun wir mal“ oder „ist schon furchtbar – eine Schwächung der Mannschaft“ o.ä.. Damit legt sie sich in keiner Hinsicht fest, tritt aber einer angeschlagenen Spielerin nicht noch zusätzlich in den…
    Ich habe Frau Neid häufiger (wegen ihrer Personalpolitik) auch hier im Forum verteidigt, aber manche Aussagen gehen dann selbst mir zu weit – unabhängig davon, ob ich einen wahren Einblick in die Abläufe der Mannschaft habe oder nicht. Es ist einfach ein schlechter Führungsstil. So weit sollte sie inzwischen Medienprofi sein, dass sie wissen muss, dass ihre Aussagen, gehört, gelesen und diskutiert werden – damit sollte sie auch ihre Aussagen immer überprüfen. Denn öffentlich getätigte Aussagen haben, ob man das will oder nicht, auch für die betroffene Spielerin, einen anderen Stellenwert, eine andere Intensität als eine im Vieraugengespräch. Ich bin an sich kein Fan von Floskeln, und bei Spielbewertung und Co will ich die auch gar nicht hören. Geht es aber um (Verletzungs-)Schicksale, dann ist manchmal weniger mehr – da kann sie durchaus von anderen (Bundes-)trainern lernen…

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  • djane sagt:

    also ich persönlich finde, daß es im deutschen FF wichtigere Probleme gibt als die Frage, wo und wie die Trainerin ihre Aussagen gegenüber der Öffentlichkeit tätigt.

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  • Conny68 sagt:

    Silvia Neids Kommentare und Äußerungen sind oft kühl und distanziert – so, wie sie einfach auch wirkt. Ein bisschen mehr Sensibilität und Feingefühl täten ihr gut, dadurch müsste sie sicherlich auch keinen Autoritätsverlust befürchten.

    Natürlich stellt sich die Frage, wer – außer Birgit Prinz – ist im Moment in der Nationalmannschaft eine Führungsspielerin? Wir haben tolle Talente (Behringer, Kulig, Schmid…) , erfahrene gute Spielerinnen (Garefreekes, Hingst, Krahn.- bei Krahn stimme ich hathaway zu, sie muss im Aufbauspiel stärker werden) – aber bei allem Respekt für ihre Qualitäten als Spielerinnen- was fehlt sind einfach ein paar „Typen“ im Team, die diese Siegermentalität vermitteln. Eine Zeitlang waren wir da mal ganz stark vertreten – Steffi Jones – Maren Meinert – Bettina Wiegmann – Birgit Prinz – Silke Rottenberg ….

    Neben Birgit Prinz sehe ich vor allem Angerer, Grings und Bresonik, die die Mannschaft führen und mitreißen können. Aber auch das ist die Aufgabe einer Trainerin/eines Trainers, Spielerinnen in ihrem Selbstbewusstsein zu stärken, denn jedes Team braucht solche Führungsspielerinnen. Doch vielleicht ist es unter dieser Bundestrainerin auch nicht so einfach, genau dieses zu sein. Denn schon öfters hatte ja SN mit eben diesen – vielleicht manchmal auch unbequemen Spielerinnen – so ihre Probleme (Grings, Pohlers).

    @Stefan Prinz – Sie haben Recht, dass Birgit viele Jahre von Verletzungen verschont blieb. So weit ich mich erinnere, versäumte sie doch kein wichtiges Turnier. Das zeigt meines Erachtens auch, dass Birgit selbst sehr viel für die Fitness ihres Körpers getan hat. In Anbetracht der vielen Belastungen erwischte es sie dann aber auch.

    Wie in den unteren Klassen ist es leider auch wohl in der BuLi nicht anders, dass die Leistungsträger/innen immer wieder schnell zur Verfügung stehen müssen. Damit beginnt der Kreislauf – nicht gescheit auskuriert, man kommt nicht mehr an seine TOP-Leistung heran und bald ist die nächste Verletzung da. Dann wieder das selbe Spiel, bis der Körper sich dann seine längere Auszeit nimmt. Ich glaube, jede Spielerin weiß innerlich, dass es falsch ist, aber man will dem Team helfen. Hier sind sicherlich Trainerinnen und Trainer aufgefordert, die Spielerinnen nicht zu verheizen, denn letztlich ist dieses Verhalten absolut kontraproduktiv.

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  • Pinguin sagt:

    „also ich persönlich finde, daß es im deutschen FF wichtigere Probleme gibt als die Frage, wo und wie die Trainerin ihre Aussagen gegenüber der Öffentlichkeit tätigt.“(djane)

    Genau. Z.B. warum der DFB ein Freundschaft-Länderspiel mit riesigen Beträgen bewirbt, aber für die Werbung für die FF-BuLi m.W. nichts Erkennbares tut, und das wo doch in den Vereinen die Aufbauarbeit und auch Regeneration etc. geleistet werden soll. Das ist zwar jetzt etwas off-topic, aber das musste ich nach dem Europarekord vor einer Woche mal loswerden …

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