EIN SLOGAN FÜR 20ELF!

Von am 23. April 2009 – 12.25 Uhr 18 Kommentare

20ELF VON SEINER SCHÖNSTEN SEITE! schreit uns der Slogan der Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011 in Großbuchstaben und mit Ausrufezeichen entgegen, ein  vermeintlich „weiteres starkes Signal“, das „die Emotionen des Fußballs generell, die besondere Ästhetik und Dynamik des Frauenfußballs und die einzigartige Atmosphäre einer WM“ vereint.

Dabei ist 20ELF VON SEINER SCHÖNSTEN SEITE! nicht nur optisch dank der unsinnigen Kombination aus Wort und Zahl (7Eleven lässt grüßen) und der Großbuchstaben ein unschönes Konstrukt und nur wenig einprägsam, die „schönste Seite“ weckt bei vielen im Zusammenhang mit Frauenfußball nicht unbedingt Assoziationen von kickenden Spielerinnen auf dem Rasen, sondern eher von hübschen jungen Damen in Stöckelschuhen   – so wie die Boulevardpresse in der Vergangenheit gerne Fußballerinnen ins Licht gerückt hat.

„Mit dem Slogan ist es uns gelungen, die wunderbaren Emotionen und den einzigartigen Charme des Frauenfußballs zu übermitteln“, glaubt DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger. „The beautiful side of 20eleven“ – auch im Englischen klingt der Slogan kaum weniger sperrig.

Anzeige

Unverkennbar, griffig und pfiffig soll er die Philosophie des Turniers ins Land hinaustragen – doch ist das wirklich gelungen? Ich habe meine Zweifel.

[poll=143]

Tags:

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

18 Kommentare »

  • Max Diderot sagt:

    Mir missfällt das Motto nicht! Ich denke, es stellt einen ganz guten Spagat dar zwischen dem schmalzigen Allerweltspathos (i.e. „Die Welt zu Gast bei Freunden“) und den spielerischen Möglichkeiten der deutschen Sprache. Es heißt ja zudem „20Elf von seiner …“ und nicht „20Elf von ihrer/ihren …“ und demonstriert damit den Hinweis auf das Ereignis und nicht (nur) auf die Protagonistinnen per se. Möglicherweise täusche ich mich, wenn ich glaube, dass hinter dieser Phrase eine ziemlich witzige Aufforderung steckt, die die geläufigen Gaga-Vergleiche leicht ins Abseits zu stellen vermag.

    (0)
  • Linksfuss sagt:

    Ich finde den Spruch völlig unverständlich – und nicht nur ich:

    Beim letzten Spiel der Natio wurden zwei Hostessen, die Werbematerial für die WM verteilten, gefragt, was denn der Slogan heißen würde. Beide schüttelten nur den Kopf und sagte, da müssten sie jetzt aber erst mal nachfragen…

    1. Regel in der Marketingkunde: Keep it simple. Der WM-Slogan sollte schon selbsterklärend sein.
    Schon Douglas scheiterte bekanntlich mit „Come in and find out.“
    (Komm rein und finde wieder raus.)

    (0)
  • Pascal sagt:

    naja, ich finde den Slogan auch eher schwach.. aber da ist jetzt leider nichts mehr dran zu ändern – außer vielleicht zu versuchen, ihn an allen Ecken und Enden zu verbessern und auszubügeln, wo es geht. Eine Freundin von mir hat darum auch anlässlich der WM ein Lied komponiert und aufgenommen, zwar schon ne schmissige Fussballparole, aber nicht ganz so flach und im Zeichen des Frauenfußball!
    http://j.mp/mE7ZZx

    Gruß, Pascal

    (0)