Herforder SV: Mauern statt mitspielen

Von am 15. April 2009 – 12.05 Uhr

Nach der sang- und klanglosen 1:4-Niederlage gegen den Hamburger SV am Ostersamstag war die Ernüchterung beim Herforder SV groß. Auf der Zielgeraden der Frauenfußball-Bundesliga scheint dem Aufsteiger ein wenig die Luft auszugehen.

Zum Bundesliga-Tippspiel

Und ausgerechnet in dieser Phase muss das Team von Trainer Björn Kenter heute (17.30 Uhr) ein Nachholspiel vom 12. Spieltag gegen den UEFA- und DFB-Pokalfinalisten FCR 2001 Duisburg bestreiten. Kenters Strategie im Kampf um den Ligaverbleib heißt folgerichtig Schadensbegrenzung: „Gegen die Topmannschaften geht es für uns darum, eine zu erwartende Niederlage in Grenzen zu halten, um das Torverhältnis zu schonen.“

Anzeige

Denn dieses könnte im Abstiegskampf in der Endabrechnung Zünglein an der Waage spielen, wie ein Blick auf die Tabelle erahnen lässt. Und so konnte man der enttäuschenden Niederlage gegen den HSV am vergangenen Samstag zumindest noch den positiven Aspekt abgewinnen, dass Maxine Mittendorf in der Schlussphase den Ehrentreffer erzielte und etwas für das Torverhältnis tat.

Einspielen für Wolfsburg
Gegen Duisburg will man eine deutliche Leistungssteigerung zeigen. „So wie in den ersten 15 Minuten können wir uns nicht noch einmal präsentieren. Wir wollen uns die Form für das Duell mit Wolfsburg erarbeiten“, so die Forderung Kenters. Mit einer verstärkten Defensive und nur einer Spitze will man dem starken Konkurrenten das Leben so lange es geht so schwer wie möglich machen.

„Wir müssen einfach im Mittelfeld die Räume enger machen“, so Kenter, der zwar hofft, dass Weltmeister Kerstin Stegemann nach ihrem 45-minütigen Comeback erneut spielen kann, aber kein Risiko eingehen will. „Wichtiger ist, dass sie gegen Wolfsburg fit ist.“

Duisburg will auch in Bundesliga wieder siegen
Für die Duisburgerinnen geht es darum, nach den beiden 3:1-Siegen gegen Olympique Lyon im UEFA-Pokal und den VfL Wolfsburg im DFB-Pokal jetzt auch im Ligaalltag die notwendige Konzentration aufzubringen, nachdem es zuletzt gegen den 1. FFC Turbine Potsdam und den FC Bayern München zwei bittere Heimniederlagen gab. Auch ohne die verletzte Topstürmerin Inka Grings und die erkrankte Sonja Fuss sind für das Team von Trainerin Martina Voss im Kampf um die deutsche Meisterschaft drei Punkte Pflicht.

„Da gibt es keine zwei Meinungen“, so Voss, die vor dem Gegner warnt. „Die Gastgeberinnen haben sich natürlich noch längst nicht aufgegeben. Wir müssen von Anfang an gegenhalten; wie man weiß, haben wir uns auch im Hinspiel lange schwer getan.“ Damals gewann Duisburg am ersten Spieltag mit 3:1.

Schlagwörter: ,

Laudehr zunächst auf der Bank
Anders als zuletzt gegen Wolfsburg soll Fatmire Bajramaj heute wieder im Mittelfeld und nicht als Stürmerin agieren. Den Ausfall von Fuss wird vermutlich Elena Hauer kompensieren. Simone Laudehr wird zunächst erneut auf der Bank Platz nehmen, da die Kondition noch nicht wieder für 90 Minuten reicht.

Tags: ,

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.