DFB-Pokal: 1. FFC Turbine Potsdam hat das Finale fest im Visier

Von am 12. April 2009 – 14.38 Uhr

Am Ostermontag, 14.00 Uhr, kämpft der 1. FFC Turbine Potsdam gegen Zweitligist SG Wattenscheid 09 um den Einzug ins DFB-Pokalfinale, wo der FCR 2001 Duisburg als Finalgegner wartet. Die Voraussetzungen für das Team von Trainer Bernd Schröder sind bestens, doch die Potsdamerinnen sind gewarnt, denn der Gegner brachte in der Runde zuvor bereits einen Bundesligisten zu Fall.

„Wattenscheid hat mit der SG Essen-Schönebeck eine sehr kampfstarke Mannschaft aus dem Pokal geworfen, die man nicht mal eben so mit links schlägt“, warnt Schröder. Doch alles andere als der Finaleinzug wäre eine herbe Enttäuschung. „Die Favoritenstellung können wir als Tabellenführer der Bundesliga und noch dazu mit Heimspiel natürlich nicht leugnen. Doch Wattenscheid wird sich vernünftig verkaufen und uns das Leben so schwer wie möglich machen.“

Favoritenrolle als Bürde?
Mit einem schnellen Tor will man die Hoffnungen des Gegners schnell im Keim ersticken. Jessica Wich wird wegen ihres Bänderrisses aus dem Spiel in Duisburg zwar noch fehlen, sonst sind aber alle Spielerinnen gesund. Als Nachteil sieht Schröder, dass seine Elf Probleme wegen der klaren Favoritenrolle haben könnte. „Der Druck für unsere junge Mannschaft ist riesengroß.“

Anzeige

Auch Heimkehrerin Viola Odebrecht warnt: „Bei einem Gegner, der in der 2. Bundesliga spielt, ist die Gefahr, die Mannschaft zu unterschätzen, natürlich da. Wattenscheid hat mit Essen-Schönebeck jedoch immerhin einen Bundesligisten aus dem Wettbewerb geschmissen. Ich denke, das sollte uns Warnung genug sein“, erklärt sie. „Wattenscheid wird sich kompakt hinten reinstellen und so lange wie möglich versuchen, ohne Gegentor zu bleiben“, erwartet Odebrecht ein Spiel, bei dem Geduld gefragt sein wird.

Wattenscheid hat nichts zu verlieren
Der Gast aus Wattenscheid weiß um die einmalige Chance, geht aber als Außenseiter entspannt in das Duell beim Bundesliga-Tabellenführer. Durch den Überraschungserfolg in Essen hat das Team von Trainer Thomas Obliers bereits Vereinsgeschichte geschrieben. „Wir haben nichts zu verlieren. Es ist an sich eine Sensation, so weit gekommen zu sein. Alles was jetzt noch dazu kommt, wäre ein absolutes Sahnehäubchen“, so Obliers.

Verzichten muss Wattenscheid auf seine drei U17-Nationalspielerinnen Ramona Petzelberger, Kyra Malinowski und Claudia Götte, die mit der Nationalmannschaft am Dienstag in Ungarn gegen die Schweiz um das Erreichen der EM-Endrunde kämpfen werden.

Tags: ,

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.