DFB-Pokal: VfL Wolfsburg will Gunst der Stunde nutzen

Von am 11. April 2009 – 1.55 Uhr

Als Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann sein Team in dieser Woche auf das Duisburger System einstellen wollte, wusste er noch nichts von der Verletzung von Topstürmerin Inka Grings und anderen Personalsorgen beim UEFA-Pokal-Finalisten. Die Aufgabe für die Niedersachsen am Ostersamstag, 12.00 Uhr, erscheint nun ein wenig lösbarer zu sein, wenn es darum geht mit einem Einzug ins DFB-Pokal-Finale den größten Erfolg der Vereinsgeschichte zu erzielen. 

Bei diesem Unterfangen will sich Kellermann ganz auf die eigene Stärke verlassen. „Wir werden in unserem 4-4-2-System spielen, mit zwei Sechsern vor der Abwehr“, verrät Kellermann, dass er seine taktische Formation nicht am Gegner ausrichten will. Die beiden wieselflinken Stürmerinnen Martina Müller und Shelley Thompson sollen für Wirbel im Spiel nach vorne sorgen – wie zuletzt auswärts auch beim 3:3-Unentschieden beim FC Bayern München gezeigt.

Mit Pressing zum Erfolg
Frühzeitig soll das Aufbauspiel der Duisburgerinnen mit Pressing unterbunden werden. Hier gelte es vor allem Simone Laudehr, Linda Bresonik und Fatmire Bajramaj zu stoppen. Doch der Einsatz von Ersterer und Letzterer ist noch fraglich, dennoch wollen sich Kellermann und seine Spielerinnen davon nicht beeindrucken lassen. Wolfsburgs Nationalspielerin Navina Omilade stand bereits dreimal im DFB-Pokal-Endspiel.

Anzeige

„Als Spielerin ist es etwas ganz Besonderes. Dein Team genießt ein hohes Maß an Interesse und steht im Fokus der Öffentlichkeit. Du bekommst Gänsehaut, wenn du durch die Katakomben des Olympiastadions gehst und den Rasen betrittst. Du freust dich einfach, in diesem tollen Stadion zu spielen“, so Omilade.

Kämpfen für Inka
Doch beim am 30. Mai letztmals in Berlin ausgetragenen Endspiel will auch das Team von Trainerin Martina Voss nicht fehlen, auch wenn der Schock der Verletzung von Inka Grings noch nicht verdaut ist. „Wir müssen jetzt noch enger zusammenrücken”, nimmt Voss ihr Team in die Pflicht.

Dass es personell geschwächt eine schwere Aufgabe zu bewältigen gilt, ist allen klar. Zumal sich gleich vier Weltmeisterinnen unter der Woche mit Grippe oder Verletzungen herumplagten. . „Ich habe Plan A, B und C im Kopf”, wird Voss bis kurz vor Spielbeginn darauf hoffen, dass einige der angeschlagenen Spielerinnen einsatzbereit sind. „Die Aufstellung wird sich erst am Samstag ergeben.“

Gemeinsam die Schulbank gedrückt
Unabhängig von diesen vielen Problemen hat diese Begegnung einen ganz besonderen Stellenwert für beide Trainer; denn Voss und Kellermann, ehemaliger Torhüter beim MSV Duisburg, stammen nicht nur beide aus Meiderich – sie sind auch zusammen auf eine Schule gegangen, nämlich das Max-Planck-Gymnasium.

„Wir haben in der Sport-AG Fußball gespielt, Ralf ist nicht nur ein guter Torwart, sondern auch ein guter Feldspieler; und wie man nun sieht, auch ein guter Trainer“, lobt Voss ihren Widerpart in höchsten Tönen.

Schlagwörter: ,

Lukratives Finale
Doch zumindest 90 Minuten lang wird man sich am Samstag einen erbitterten Kampf liefern, denn rein finanziell ist die Partie für beide Mannschaften von großer Bedeutung. Denn die Finalteilnahme wird den Finalisten mit 70 000 Euro versüßt – immer noch eine Menge Geld im Frauenfußball.

Tags: ,

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.