Schul-WM: Deutsche Girls im Halbfinale

Von am 10. April 2009 – 13.35 Uhr

Trainerlehrer Jürgen Theuerkorns Fußballerinnen vom Internat am Luftschiffhafen sind nicht zu bremsen. Am Donnerstag haben sie auch Titelträger China mit 3:0 besiegt und damit die schwerste Hürde auf dem Weg ins Halbfinale abgeräumt. Felicitas Mayr, Jalila Dalaf und Jennifer Cramer trafen nach der Pause. Wenig Mühe hatte man dann mit Schweden.

„Es war ein sehr gutes Spiel. War schön zum anschauen. Beide Mannschaften haben guten Fußball gezeigt“, sagt Jennifer Cramer über den Sieg gegen die Chinesinnen. „Wir haben sehr motiviert und konzentriert angefangen. Wir hatten sie von Beginn an im Griff, obwohl sie viel in unserer Hälfte waren. Aber dann haben wir fast nur noch in deren Hälfte gespielt. Wir haben sie sehr unter Druck gesetzt.  Es gab viele Zweikämpfe, die wir aber größten Teils gewonnen haben. Auch die Kopfballduelle gingen meistens an uns. Es war ein sehr schnelles Spiel, was viel Kraft gekostet hat.“ Trainer Theuerkorn ergänzte: „Wir wissen, was der Sieg gegen China Wert ist.“

Das Rekordergebnis von 23:0 kommentierte Cramer so: „Italien war ein sehr schwacher Gegner. Es war eher so ein Trainingsspiel für uns. Die sind scheinbar nur zum Spaß hier. Manche konnten nicht mal den Ball annehmen. Wir haben uns die Chancen aber auch gut herausgearbeitet und auch verwertet.“

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Pflichtsieg gegen Schweden
Stimmt. Alle 2:40 Minuten hatte es geklingelt. Die Torschützinnen seien kurz nachgeliefert: Lynn Meier (6), Karolin Heinze, Felicitas Mayr, Sandra Starke (je 3), Denise Schuster, Franziska Dorn (je 2), Charlotte Kamrath, Josephine Hollop, Maria Mack und Judith Bast.

Der Abschluss gegen Schweden, das von einer Schule aus Halmstad, dem Sunnarp-Gymnasium, repräsentiert wird, galt als Pflichtprogramm. Denn die jungen Tre Kronors aus dem Stadtteil Sunnarp brauchten sich nicht qualifizieren, sondern mussten sich einfach nur anmelden. Denise Schuster (3), Louise Behrenwolt, Franziska Dorn, Sandra Wiegand, Maria Mack und Felicitas Mayr trafen. Theuerkorn sprach von einem Pflichtsieg. „Ich habe einigen Spielerinnen eine Pause gegönnt und diejenigen bevorzugt, die noch nicht so zum Zuge kamen.“

Halbfinale gegen Finnland
Im Halbfinale der anderen Gruppe stehen mit Finnland und Frankreich zwei Nationen mit traditionell starker Nachwuchsförderung. Soll heißen: Die Potsdamerinnen spielen gegen die Girls aus dem Land des EM-Gastgebers. China trifft auf Gruppensieger Frankreich.

Nur noch ein Sieg bis ins Finale am Ostersonntag. Und dann den Pokal gewinnen. Das ist das Ziel des Teams und Theuerkorn spricht ganz offen darüber. Finnland hat er kurz beobachtet. „Die werden den Raum zustellen. Wir brauchen Geduld. Gegen kompaktes Spiel hohes Tempo“, sagt der Trainer. Einfaches Spiel über außen, kurze einfache Pässe.“

Goldträume
Flach spielen, hoch gewinnen – das gilt auch mental. „Und am Ende den Pokal mitnehmen“, betont Theuerkorn. „Jetzt geht das Turnier richtig los.“ Der Traum vom Gold wird zur zivilisierten Gier auf Gold. Spätestens seit dem 3:0 am Donnerstag über Titelträger China. „Die Spielerinnen wissen, dass sie diese Chance nur einmal im Leben haben und dass wir ein richtig gutes Team sind“, sagt Theuerkorn.

Nach dem eigenen Spiel gegen Schweden und der Turnierfete hatten die Potsdamerinnen übrigens den Cottbuser Jungen versprochen, sie im Viertelfinale gegen Zypern anzufeuern. Aber selbst die Girlspower am Rande der Bande hat nicht geholfen. Mit 1:4 war gegen Zypern Endstation.

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