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Turbine will Frankfurts Titelträume beenden

Von am 1. April 2009 – 1.00 Uhr

Wohl kaum eine andere Partie im deutschen Frauenfußball bietet mehr Brisanz als das Duell  zwischen dem 1.  FFC Turbine Potsdam und dem 1. FFC Frankfurt. Doch wenn sich die beiden Teams heute im Nachholspiel der Frauenfußball-Bundesliga (ab 17.30 Uhr im Turbine-Liveticker) messen, ist es ein Gipfeltreffen der besonderen Art.

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Turbine könnte mit einem Sieg nicht nur einen gewaltigen Schritt Richtung Meistertitel und Champions League machen, sondern zugleich dem ungeliebten Konkurrenten aus Hessen in seinem Schicksalsspiel die wohl schon letzten Hoffnungen auf einen Titel in dieser Saison rauben.

Und so schienen in den Tagen vor dem Duell die Rollen ein wenig vertauscht. Turbine-Trainer Bernd Schröder schoss diesmal, anders als noch im Februar beim ursprünglich angesetzten Termin, keine Giftpfeile Richtung Frankfurt und seinen Manager Siegfried Dietrich, wohl um dem Gegner keine Extraportion Motivation zu verschaffen. Dietrich selbst versuchte hingegen, seinem Team Mut zuzusprechen.

Turbine voller Selbstvertrauen
Denn wohl nur selten zuvor war die Ausgangsposition für die Potsdamerinnen besser als vor dem heutigen Gipfeltreffen. Fünf Siege in Folge, 21:2-Tore und eine eindrucksvolle Demonstration der eigenen Stärke – so liest sich die Turbine-Bilanz im Jahr 2009. „Eigentlich wollten wir erst 2011 Deutscher Meister werden. Das können wir nun früher schaffen“, frohlockt Schröder, der sein Team gegen die Frankfurterinnen aber nicht in der Favoritenrolle sieht. Dietrich meint im Vorfeld eine „Partie ohne klaren Favoriten“ ausgemacht zu haben. Doch die letzten Auswärtsleistungen seiner Elf waren eher durchwachsen.

In Jena reichte es beim 1:1 nur zu einem Punkt, in Wolfsburg siegte man nach 0:2-Rückstand mit 3:2, in Freiburg kam man überraschend mit 1:2 unter die Räder. Zwar kommt man mit der Empfehlung eines 8:0-Siegs gegen den Herforder SV nach Potsdam, doch ein echter Gradmesser war der Erfolg gegen die personell stark dezimierte Rumpftruppe aus Westfalen nicht. „Beide Seiten haben es in der Hand, im Kampf um die Meisterschaft entscheidend zu punkten“, hofft Dietrich auf einen offenen Schlagabtausch.

Wiedersehen mit alten Bekannten
Das Wiedersehen mit einigen Ex-Potsdamerinnen, allen voran Nadine Angerer im Tor, dürfte bei den Besuchern im Karl-Liebknecht-Stadion für reichlich Emotionen sorgen. Karolin Thomas, Petra Wimbersky, Torhüterin Stephanie Ullrich sowie die verletzten Spielerinnen Conny Pohlers und Ariane Hingst – die Liste der Ex-Potsdamerinnen im Lager der Frankfurterinnen ist lang.

Trotz der Abgänge von zehn Nationalspielerinnen in den vergangenen drei Jahren hat Schröder, der in der Öffentlichkeit das Image eines autoritären Alleinherrschers genießt, schnell wieder eine schlagkräftige Elf aufgebaut, die zur Überraschung vieler bereits in dieser Saison um den Titel mitspielt. Turbine stellte im bisherigen Saisonverlauf mit einem Altersschnitt von 21,2 Jahren das jüngste Team der Liga, Frankfurt mit 26,2 das älteste. Beim 8:0-Sieg gegen Herford betrug der Altersdurchschnitt gar 27,5 Jahre.

Schicksalsspiel für Frankfurt
„Bis jetzt wird dieses Thema von uns nur sehr zaghaft berührt“, sagt Turbine-Stürmerin Anja Mittag zum Thema Meistertitel, doch nach einem Erfolg gegen Frankfurt könnte sich das schnell ändern. Doch Frankfurts Trainer Günter Wegmann ist überzeugt: „Wenn wir mit vollem Einsatz zu unserem Spiel finden und die Chancen, die sich uns bieten, konsequent nutzen, wird unser Team auch gegen Turbine Potsdam zeigen können, was in ihm steckt.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.