Frauenfußball-Bundesliga: Turbine Potsdam schießt sich an die Spitze

Von am 29. März 2009 – 12.59 Uhr 1 Kommentar

Der 17. Spieltag bescherte der Frauenfußball-Bundesliga einen neuen Tabellenführer. Der 1. FFC Turbine Potsdam schob sich durch den Sieg gegen den TSV Crailsheim auf den ersten Tabellenplatz vor, der 1. FFC Frankfurt mit einer Birgit Prinz in Galaform schoss sich gegen den Herforder SV den Frust von der Seele und der FC Bayern München zitterte sich in Jena erst in der Schlussphase zum Erfolg. Der VfL Wolfsburg musste hingegen im Kampf um Platz 5 einen Dämpfer hinnehmen.

Turbine lässt nichts anbrennen
Tabea Kemme (29.), Leni Larsen Kaurin (46.), Anja Mittag (70.) und Essi Sainio (75.) schossen das Team von Trainer Bernd Schröder mit einem 4:0 (2:0)-Sieg vor 776 Zuschauern an die Spitze der Frauenfußball-Bundesliga. Dabei ließen die Turbinen zahlreiche weitere Torchancen ungenutzt, der Sieg hätte deutlich höher ausfallen können.

Schröder war mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden, wollte das Spiel jedoch schnell abhaken: „Für uns gilt es nun, volle Konzentration auf das enorm wichtige und richtungsweisende Spiel am Mittwoch zu haben.“ Crailsheims Trainer Hubert Müller meinte: „“In Potsdam wird ein Super-Fußball gespielt, Kompliment. Das war zeitweise zum Zunge schnalzen.“

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Rekord-Hattrick von Prinz
Birgit Prinz verhalf dem 1. FFC Frankfurt beim fulminanten 8:0 (2:0)-Sieg gegen den Herforder SV mit fünf Treffern zur Wiedergutmachung für die Niederlage in Freiburg. Dabei erzielte die dreifache Weltfußballerin vor 1 140 Zuschauern zu Beginn der zweiten Halbzeit binnen sechs Minuten (49., 53., 55.) einen lupenreinen Hattrick – rekordverdächtig. Bereits nach fünf Minuten hatte sie ihr Team in Führung gebracht, ein Eigentor von Desirée Lenz (14.) stellte die Weichen früh für einen Sieg der Hessinnen, bei denen sich auch Sandra Smisek als zweifache Torschützin auszeichnen durfte (59. und 64.). Prinz setzte kurz vor dem Ende den Schlusspunkt (87.).

Bayern trifft erst in der Schlussphase – Saison-Aus für Carioca
Der FC Bayern München brauchte beim Gastspiel in Jena vor 800 Zuschauern eine Menge Geduld, ehe der 2:0 (0:0)-Sieg unter Dach und Fach gebracht war, in der Anfangsphase hatte man sogar Glück, nicht in Rückstand geraten zu sein.  Nina Aigner (76., Foulelfmeter) und Sylvie Banecki (83.) brachten die Münchenerinnen erst in der Schlussphase auf die Siegerstraße und somit auf den zwischenzeitlichen zweiten Tabellenplatz. Für das Team von Trainer Günther Wörle war es der erste Sieg im Jahr 2009, der das Team weiter im Kampf um die deutsche Meisterschaft hält.

Wörle erklärte nach der Partie: „Nach 20 Minuten hätten wir bereits 0:2 hinten liegen können. Doch nach den zwei Aluminiumtreffern der Jenaerinnen konnte sich meine Mannschaft fangen. Besonders nach dem Seitenwechsel waren wir die Ton angebende Mannschaft. Aufgrund dieser zweiten Hälfte geht unser Sieg auch in Ordnung.“

Jenas Trainerin Heidi Vater schmerzte die Verletzung von Carol Carioca mehr als die drei verlorenen Punkte. Die Brasilianerin brach sich nach einer guten halben Stunde das Sprunggelenk und wird in dieser Saison nicht mehr zum Einsatz kommen.

Freiburg überrascht erneut
Der SC Freiburg hat nach dem 2:1 gegen den 1. FFC Frankfurt einen weiteren Überraschungssieg landen können. Beim formstarken VfL Wolfsburg feierten die Breisgauerinnen nach zwei deutlichen Auswärtsniederlagen in Folge einen überraschenden 3:2 (2:2)-Sieg. Juliane Maier (17.), Susanne Hartel (29.) und Verena Faißt (69.) erzielten für das Überraschungsteam der Saison die Treffer, für die Gastgeberinnen traf zweimal Shelley Thompson (23. und 43.).

Freiburgs Trainer Günter Rommel meinte: „Es war nicht das erwartet gute Spiel, auf beiden Seiten gab es viele Fehler, insgesamt haben wir glücklich gewonnen, die Mehrzahl der Torchancen lagen auf Wolfsburgs Seite, doch Marisa Brunner hat uns den Sieg festgehalten.“

VfL-Co-Trainerin Britta Carlson analysierte: „Ein Unentschieden wäre heute gerecht gewesen. Wir haben unglücklich verloren und unsere Torchancen nicht genutzt. Durch eigene Fehler sind wir immer wieder in Rückstand geraten. Die Effektivität hat heute den Unterschied gemacht.“

Bad Neuenahr auf Abstiegsplatz
Der SC 07 Bad Neuenahr hat es durch eine 1:5 (0:3)-Niederlage gegen den Hamburger SV versäumt, sich Luft im Abstiegskampf zu verschaffen. Zur Matchwinnerin wurde Patricia Hanebeck die drei Treffer (16., 37. und 65.) erzielte. Kim Kulig (43.) und Maja Schubert (88.) erzielten die weiteren Tore für den HSV, der ab der 54. Minuten nach dem Platzverweis gegen Imke Wübbenhorst gar mit einer Spielerin weniger auskommen musste. Den Gastgeberinnen gelang in der 84. Minute durch Isabell Bachor nur der Ehrentreffer. Dank des schlechteres Torverhältnisses liegt das Team von der Ahr nun auf einem Abstiegsplatz.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

1 Kommentar »

  • Marcel sagt:

    Am 1.April werden dann wohl die „Bigpoints“ vergeben.Zumindest wer da Siege einfahren kann wird einen kleinen Vorteil haben um die ersten beiden Plätze.

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