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Bundesliga-Vorschau: Turbine vor Sprung an die Tabellenspitze

Von am 28. März 2009 – 21.36 Uhr 3 Kommentare

Der 17. Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga wurde bereits am 18. März mit der vorgezogenen Partie SG Essen-Schönebeck gegen FCR 2001 Duisburg eröffnet. Am Sonntag, 29. März, wird er mit fünf Partien komplettiert.

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Von den im Einsatz befindlichen Top-Teams dürfte dabei der verletzungsgeplagte FC Bayern München bei Aufsteiger FF USV Jena vor der unangenehmsten Aufgabe stehen, während der 1. FFC Frankfurt (gegen Herforder SV) und der 1. FFC Turbine Potsdam (gegen TSV Crailsheim) deutlicher favorisiert sind. Turbine würde sogar ein Remis reichen, um die Tabellenführung zu übernehmen.

FF USV Jena – FC Bayern München, So., 29.3., 11.00 Uhr
Noch immer wartet der entthronte Tabellenführer FC Bayern München auf den ersten Sieg im Jahr 2009. Beim 3:0-Hinspielerfolg im vergangenen Oktober war viel Geduld gefragt, ehe die kompakte Abwehrkette des Aufsteigers geknackt war. Doch personell kann Trainer Günther Wörle anders als damals nicht aus dem Vollen schöpfen. Stammtorhüterin Ulrike Schmetz fehlt weiterhin, genauso wie Mittelfeldregisseurin Tanja Wörle. Hinzu kommen die Zwangspause von Julia Simic (Innenbandanriss im linken Knie) und die fünf Bundesligaspiele dauernde Sperre für Nicole Banecki. Zudem ist der Einsatz von Abwehrspielerin Bianca Rech gefährdet, die sich ein Band im linken Knöchel gerissen hat. „Meine Spielerinnen haben sich fest vorgenommen, auch ohne ihre Stammspielerinnen alles in die Waagschale zu werfen, um als Sieger vom Platz zu gehen“, so Wörle.

1. FFC Frankfurt – Herforder SV, So., 29.3., 11.00 Uhr
Drei Punkte sind Pflicht für den 1. FFC Frankfurt, nachdem das Team von Trainer Günter Wegmann am vergangenen Sonntag eine bittere 1:2-Niederlage beim SC Freiburg hinnehmen musste. „Die Mannschaft weiß genau, dass die gezeigte Leistung bei weitem nicht ihrem Potenzial entspricht und dass sich am Sonntag einiges ändern muss“, so Wegmann, der meint: „Wir dürfen keine Punkte mehr liegenlassen, wenn wir unser Ziel noch erreichen wollen.“ Nadine Angerer, Birgit Prinz und Sandra Smisek plagten kleinere Blessuren, sie sollten aber einsatzfähig sein. Ein Fragezeichen steht allerdings hinter Sarah Günther, die zuletzt mit Kreislaufproblemen zu kämpfen hatte. Herfords Trainer Björn Kenter muss auf Kerstin Stegemann, Claudia Bujna, Susanne Werner und Jennifer Voss verzichten, Christina Schulte kann möglicherweise einen Kurzeinsatz absolvieren.

1. FFC Turbine Potsdam – TSV Crailsheim, So., 29.3., 11.00 Uhr
Im Dezember schien der 1. FFC Turbine Potsdam nach der 1:2-Niederlage bei Bayern München das Titelrennen bereits abhaken zu können, doch heimlich, still und leise hat sich das Team auf Platz zwei vorgearbeitet. Mit einem Sieg gegen das Tabellen-Schlusslicht TSV Crailsheim könnte das Team von Trainer Bernd Schröder vorübergehend die Tabellenführung übernehmen. Bis auf Jessica Wich, die sich in Duisburg einen Bänderanriss im linken Knöchel zuzog, stehen Trainer Bernd Schröder alle Kräfte zur Verfügung. „Ein klares Ergebnis ohne Gegentor würde uns helfen“, so Schröder, der vom Thema Meisterschaft offiziell noch nichts wissen will. Nach der bitteren 0:2-Heimniederlage gegen Aufsteiger Jena sind die Chancen des TSV Crailsheim auf den Klassenerhalt nur noch theoretischer Art, bedenkt man vor allem das harte Restprogramm. Crailsheims Trainer Hubert Müller appelliert an den Kampfgeist seines Teams. „Wir wollen uns achtbar aus der Affäre ziehen!“

VfL Wolfsburg – SC Freiburg, So., 29.3., 11.00 Uhr (Highlights ab 18.00 Uhr auf DFB-TV)
Nach dem Punktgewinn beim FC Bayern München will der VfL Wolfsburg im Heimspiel gegen den SC Freiburg nachlegen und mit einem Sieg gegen die Breisgauerinnen Boden gut machen.  „Der fünfte Platz bleibt unser großes Ziel. Wir wollen uns als Mannschaft hinter den vier Top-Teams platzieren. Und wir haben eine gute Chance, dieses Ziel am Ende auch zu erreichen“, so Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann. Der Gegner ist jedoch eine Wundertüte, nach einer herben 1:7-Niederlage beim 1. FFC Turbine Potsdam bezwangen die Freiburgerinnen im Heimspiel den 1. FFC Frankfurt mit 2:1. Die „Wölfinnen“ sind also gewarnt.  „Ich erwarte ein tolles Fußballspiel von zwei selbstbewussten Mannschaften, die beide gerade in der Offensive ihre Stärken haben“, so Kellermann, der personell bis auf die am Meniskus operierte Eve Chandraratne aus dem Vollen schöpfen kann.  Gegen die „ im Moment stärkste Truppe in der Liga“  (SC-Trainer Günter Rommel) heißt es, von Beginn an hellwach zu sein. „Wir freuen uns jedenfalls darauf, Revanche fürs Pokal-Aus nehmen zu können“, so Abwehrspielerin Valeria Kleiner.

SC 07 Bad Neuenahr – Hamburger SV, So.,29.3., 14.00 Uhr
Nach der 2:3-Niederlage bei Aufsteiger Herforder SV steht für den SC 07 Bad Neuenahr das nächste Endspiel um den Klassenerhalt an. In der Hinrunde gab es bei den Hanseatinnen eine peinliche 2:9-Niederlage, die man diesmal vergessen machen möchten. Neuenahrs Trainer Deniz Bakir hat inzwischen personell keine Sorgen mehr, das Team soll zudem in Kürze durch zwei asiatische Nationalspielerinnen verstärkt werden. Beim Gast aus der Hansestadt ist man trotz der schlechten Ergebnisse der vergangenen Wochen zuversichtlich, an der Ahr punkten zu können. „Wir haben in den letzten Spielen viele gute Ansätze gezeigt und die Spiele oft durch kleine Unachtsamkeiten verloren. Wenn wir über 90 Minuten voll konzentriert agieren, dann haben wir auch alle Möglichkeiten auf die Erfolgsspur zurück zu kehren“, so HSV-Trainer Achim Feifel.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

3 Kommentare »

  • moya sagt:

    nenene, Crailsheim gewinnt nämlich morgen.

    mal schauen, ob Frankfurt sich den frust von der seele schießt und ob es von Freiburg – Wolfsburg tatsächliche highlights zu berichten gibt. diese „stärkste truppe der liga“-sprechblasen find ich wenig beeindruckend, auch wenn Wolfsburg schon gut dabei ist. denn mit dem sieg gegen Frankfurt hat Freiburg ja vorgeführt, dass man sie ernst nehmen muss.
    nunja, man darf gespannt sein.

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  • Marcel sagt:

    Diese“stärkste truppe der liga”-sprechblase kam vom Freiburger Trainer selber sonst hat das keiner behauptet.

    Ich denk nicht das Turbine sich das entgehen lässt die Tabellenspitze zu erklimmen vor allem zu Hause.

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  • moya sagt:

    Ja eben, so Sprechblasen, die typischerweise über einer Person erscheinen.. Und ich denke, dem Ergebnis nach zu urteilen, war es auch genau das. Aber im Ernst, ich meinte damit auch Martina Voss‘ „beste Mannschaft Europas“-Blubb gegenüber Lyon. Inhaltsleere Aussagen mit bedeutungslosem Superlativ, um vielleicht noch dem Gegner die Favoritenrolle zuzuschieben, wenn überhaupt das.
    Ich weiß, man sollte sich nicht über sprachliche Raffinesse in Aussagen von Fußballbeteiligten auslassen, aber ich konnte es mir gestern abend neben dem ganzen ZDF-blahfasel halt nicht verkneifen.

    Zum Spieltag: Es ist schön, Freiburg so weit oben in der Tabelle zu sehen, angesichts dessen, dass sie am Anfang der Saison noch als Abstiegskandidat gehandelt wurden.
    Und auch Glückwunsch an Birgit Prinz zum Frankfurter Frustschießen!

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