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Weiter Zuwachsraten für Frauen- und Mädchenfußball

Von am 23. März 2009 – 10.15 Uhr 8 Kommentare

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat auch für das Jahr 2008 wachsende Mitgliederzahlen vermeldet. Getragen wird das positive Gesamtbild durch den anhaltenden Aufwärtstrend im Frauen- und Mädchenfußball. Zum zweiten Mal in Folge wurde die Millionengrenze übertroffen, allerdings fiel die Zuwachsrate deutlich geringer aus als im Vorjahr.

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Zum 1. Januar 2009 waren 1.022.824 Millionen weibliche Mitglieder registriert. Insgesamt haben sich laut aktueller Mitglieder-Statistik insgesamt 20.219 Mädchen und Frauen neu in den Vereinen angemeldet. Im Vorjahr war die Zuwachsrate mit 47.417 Mädchen und Frauen noch mehr als doppelt so hoch ausgefallen.

Mehr Mädchen-Teams
Auffällig ist eine deutliche Steigerung bei den Mädchen-Teams unter 16 Jahren, im Vergleich zum Vorjahr gibt es in diesem Bereich immerhin ein Plus von 565 Teams. Insgesamt stieg die Mitgliederzahl durch 120.000 Neuanmeldungen auf 6.684.462 Millionen.

Hoffnung auf Frauenfußball-WM 2011
DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger ist mit dem Ergebnis zufrieden: „Ganz besonders freuen mich die beachtlichen Zahlen bei den Mädchen. Ich hoffe natürlich, dass durch die vielfältigen Aktivitäten im Hinblick auf die Frauen-WM 2011 in den nächsten Monaten noch mehr Jugendliche den Weg in unsere Vereine finden.“

Größter Landesverband bleibt weiterhin Bayern mit 1.465.579 Mitgliedern vor Westfalen (823.442), Niedersachsen (670.504), Württemberg (540.273) und Hessen (523.858). Kleinster Verband ist Bremen mit 39.130 Mitgliedern.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

8 Kommentare »

  • djane sagt:

    So löblich diese Entwicklung auch ist, hapert es doch großenteils immer noch an der Akzeptanz der Zuschauer (die Fussball-Region NRW nehme ich jetzt hier einmal aus)- aktuelles Beispiel das Spiel FCB-WOB am Wochenende mit ganzen 410 Zuschauern, da hat so mancher „Dorfkick“ bei den Männern mehr Beteiligte am Spielfeldrand. In vielen Köpfen scheinen sich nur Ergebnisse wie 7:1 oder 8:2, die zugegebendermaßen nicht gerade für eine Ausgewogenheit auf dem Spielfeld sprechen, festgesetzt zu haben. Unter diesem Aspekt ist ein heiß umkämpftes Kopf an Kopf-Rennen in Richtung Meisterschaft durchaus erwünscht, verbunden mit der Hoffnung, daß der ein oder andere langsam bemerkt, daß die Leistungsdichte im FF langsam zusammenrückt und das FF durchaus spannend sein kann.

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  • Conny68 sagt:

    Super, dass der Aufwärtstrend im Frauen- und Mädchenfußballbereich anhält. Aber es ist noch ein langer Weg zur echten Akzeptanz – und meiner Meinung nach liegt dass auch sehr viel an uns fußballspielenden Frauen und Mädchen selbst. Viele Frauen und Mädchen spielen einfach nur Fußball und interessieren sich ansonsten überhaupt nicht für ihren Sport. In oberen Klassen mag man vielleicht andere Erfahrungen haben, aber in unteren Klassen ist es manchmal nur noch ernüchternd. Von 15 Spielerinnen ist vielleicht ein Drittel richtig Fußballbegeistert. Wenn man sich mit ihnen unterhält, wissen sie, wer in der BuLi gewonnen hat, den Tabellenführer und wo Ribery spielt – aber bestimmt nichts über die Frauenbundesliga.

    Letztens schlugen wir unseren C-Mädchen vor, einBuLi-Spiel der Frauen zu besuchen. Als Antwort bekamen wir: „Da müssen wir ja ein Kissen mitnehmen, falls wir einschlafen.“ – „Frauenfußball ist Langweilig.“
    So reden und denken Spielerinnen über ihren eigenen Sport. Unfaßbar!

    Es findet einfach auch kaum eine Gesprächskultur über den Frauenfußball statt. „Wie findest Du, dass Inka Grings wieder in der Natio spielt? Glaubst Du, dass Bayern wieder an die Leistungen der Vorrunde anknüpfen kann? Hat Dir Kim Kulig auch so gut gefallen?
    Diese Fragen wird man hier auf womensoccer besprechen, aber sicherlich nicht innerhalb einer weiblichen Fußballmannschaft. Wer andere Erfahrungen macht, dem gratuliere ich.

    Ungünstig sind sicherlich die Anstoßzeiten der BuLiteams. Wenn Bayern München Sonntagmorgen um 11.00 Uhr ihre Heimspiele austrägt, werden zur selben Zeit auf vielen anderen Plätzen ebenfalls Frauenspiele um diese Zeit angepfiffen. Man schaut also der Freundin, Tochter usw. beim Kreisligaspiel zu, weil es halt einfach so ist, auch wenn einem das Bundesligaspiel sehr viel mehr reizen würde. So ist es nun mal.

    Vielleicht würden Samstagnachmittagspiele (so gegen 13.30 Uhr) oder Sonntagnachmittagspiele (14.00/14.30 Uhr) auch mehr aktive Fußballerinnen oder halt andere Fans in das Stadion bringen.
    Aber sicher bin ich mir nicht – siehe Begründung oben.

    Theo Zwanziger Hoffnung auf die WM im eigenen Lande möchte ich sehr gerne teilen. Ich wünsche mir aber nicht nur, dass sich noch mehr Mädchen und Frauen in den Vereinen anmelden, sondern das sie auch diese ganze Faszinaiton dieser wunderbaren Sportart in sich aufnehmen, fühlen und erleben. Ich glaube, erst dann wird sich wirklich etwas weiterentwickeln.

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  • Markus Juchem sagt:

    @Conny68: Du sprichst mir aus der Seele, kann Deine Aussagen nur zu 100 Prozent unterstreichen.

    Ich denke, das größte Problem sind nach wie vor Klischees und Vorurteile, was nicht einmal unbedingt ein Frauenfußball-spezifisches Problem ist. Diese gilt es nach und nach stufenweise abzubauen, auch wenn es ein langer Prozess ist. Aber hier fehlen mir bis jetzt konkrete Lösungsansätze.

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  • Marcel sagt:

    Einen Lösungsansatz gibts schon die WM 2011 könnte wirklich in der Hinsicht was bewegen zumindest kann ichs mir vorstellen kommt halt aber auch drauf an wie der DFB das Event verkauft.
    Aber imo gibts dieses Phänomen des Desinteresses auch bei den Jungs da ist man halt noch mehr in seiner kleinen Welt des Fussballs gefangen und denk ich nur dank der übermedialen Präsenz des Männerfussballs auf dem laufenden was bei den Frauen leider ja nicht der Fall ist.

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  • Markus Juchem sagt:

    Marcel, habe nicht ganz verstanden, worin Du den Lösungsansatz siehst. Das Problem ist ja nicht die WM, die wird man schon mit dem nötigen Ballyhoo und Sponsoren-Power zu einem Erfolg machen, zumindest was die deutschen Spiele angeht. Aber es geht ja um die Nachhaltigkeit abseits von Nationalmannschaft und großen Turnieren. Und hier gibt es bisher wenig Lösungsansätze.

    Die Vorurteile und Klischees bestehen nach wie vor in der Gesellschaft. Und wenn sich nicht mal die Mädels und Frauen, die selber Frauenfußball spielen für den Sport interessieren, ja wer denn dann bitteschön?

    Die Erfahrungen, von denen Conny berichtet hat, habe ich auch gemacht. Und frag mal zehn Topspielerinnen nach ihren Vorbildern, da werden auch unter den jungen Spielerinnen gefühlte 99 Prozent einen männlichen Fußballer nennen. Hinzu kommen Defizite auf anderen Ebenen. Sicherlich wird sich der Frauenfußball zaghaft weiterentwickeln, aber wenn man so weiter vor sich hin dümpelt, auch nicht mehr.

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  • Marcel sagt:

    Die WM wird bestimmt nicht alle Probleme lösen aber die Vorurteile und Klischees die du ansprichst könnte man schon etwas bröckeln lassen mit dem ganzen Ballyhoo werden aufjedenfall wesentlich mehr Leute aufmerksam auf den FF und ich denk das die Frauen schon dafür sorgen das sie in positiver Erinnerung bleiben.

    Das die Spielerinnen in jungem Alter als Vorbilder hauptsächlich männliche Spieler nennen denk ich ist geschuldet daran wie oben geschrieben an der übermedialen Präsenz des Männerfussball und das es eher grösstenteils Schwärmerei ist als Vorbild, sind halt immer noch Mädchen 😉
    Hier bei mir in der nähe kicken ja die Hoffenheimmädels und wenn man da die altersklassen langsam hochgeht hört man auch viele die bei den Frauen ihre Vorbilder haben. Sicherlich noch zu wenige aber ich denke die WM könnte das verbessern aber du hasst recht um das nachhaltig zu verbessern reicht eine WM nicht aus.

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  • djane sagt:

    Ich muß ja zugeben, daß ich die Idee beim Algarve-Cup gar nicht doof fand, ganze Schulklassen dorthin zu schicken, um die Spiele zu sehen.
    Auf der einen Seite finde ich es zwar gut, dass die Mädchen heute nicht mehr unbedingt bei den Jungen mitspielen müssen, sondern eigene Fußballmannschaften haben. Auf der anderen kann die frühe Trennung der beiden Geschlechter auch leichter dazu führen, daß Mädchenfussball-Mannschaften von den Jungen nicht ohne weiteres anerkannt werden, da in der Praxis seltener die Möglichkeit besteht, sich in gemischten Teams zu beweisen. Und solange die einzigen Aufeinandertreffen beider Gruppen darin bestehen, Jungen gegen Mädchen kicken zu lassen anstatt gemischte Gruppen gegeneinander, fördert das wohl auch nicht geraden den Respekt gegenüber dem Frauen/Mädchenfussball.
    Dann doch lieber alle Schüler zusammen einpacken und rein ins Stadion- auch wenn es für die Aktiven sicherlich merkwürdig ist, vor einem Haufen 6-10 jähriger zu kicken…

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  • moya sagt:

    ich finde es auch immer wieder erschreckend, wie unbekannt und unbeliebt frauenfußball bei den praktizierenden spielerinnen und trainerInnen ist.
    z.b. die interview-parts im ZDF während des Algarve-Cups mit den jungen spielerinnen, da kommt bei der frage nach vorbildern auch nur Ribery und die übliche soße. ich mein, schwärmerei, „authentizität“ und junge mädels ok. aber kann da nicht mal ein pr-mensch oder vereins-verantwortlicheR sagen: take one for the team und nimm die beste frau, die dir einfällt.
    ich bin zwar dezidierte verfechterin dessen, fußball unabhängig vom geschlecht als eine sportart anzusehen, aber wenn man sich der realität gegenüber sieht, wie sehr es dem fußball von frauen an medialer präsenz fehlt, dann sollte man doch die plattform nutzen und mal kolleginnen promoten.

    ansonsten hilft der popularität wohl nur immer besserer fußball. und ich glaube auch, dass das offene titelrennen dahingehend schon viel leistet. die ganzen spiele mit absolut berechenbarem ergebnis werden tatsächlich einfach irgendwann langweilig. es braucht vereins-duelle auf hohem niveau wie das Umea-FFC-finale letztes jahr und hoffentlich jetzt wieder die UEFA-semis.

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