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Turbine siegt in Duisburg, Bayern rettet Remis, Frankfurt verliert

Von am 22. März 2009 – 13.50 Uhr

Das Titelrennen in der Frauenfußball-Bundesliga hat sich nach dem 16. Spieltag weiter zugespitzt. Tabellenführer FCR 2001 Duisburg unterlag im Topspiel auf eigenem Platz dem 1. FFC Turbine Potsdam klar, die Bayern erkämpften sich in Unterzahl gegen den VfL Wolfsburg einen wichtigen Punkt und Frankfurt verlor trotz früher Führung überraschend in Freiburg. Im Kampf gegen den Abstieg war es für die beiden Aufsteiger ein Sonntag nach Maß.

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Jessica Wich (3.) und Nationalstürmerin Anja Mittag (36. Und 86.) sorgten im PCC-Stadion von Homberg für einen unerwartet klaren 3:0-Sieg der Potsdamerinnen. Duisburgs Abwehrchefin Annike Krahn wurde zudem bereits früh nach einer Notbremse an Mittag des Feldes verwiesen (21.). Wich hatte ihr Team früh mit einem Schuss aus zehn Metern in Führung gebracht, musste aber später mit einer Knöchelverletzung vom Feld.

Mittag trifft zweimal
Mittag gelang noch vor der Pause nach Flanke von Viola Odebrecht das 2:0 (36.), ehe sie in der Schlussphase ihre tolle Leistung mit einem Schuss unter die Latte krönte, nachdem sie sich zuvor gleich gegen mehrere Duisburgerinnen durchgesetzt hatte (86.).

Highlights FCR 2001 Duisburg – 1. FFC Turbine Potsdam

Duisburgs Trainer Martina Voss räumte ein: „Wir haben verdient verloren, ich mache der Mannschaft aber trotzdem ein Kompliment wegen der kämpferischen Einstellung. Nun müssen wir zeigen, dass wir ein Team sind und dürfen uns nicht gegenseitig zerfleischen.“

Schmidt bremst Grings
Ihr Gegenüber Bernd Schröder freute sich diebisch über seine gelungene offensive Taktik – und vielleicht noch mehr über den Schachzug, Bianca Schmidt gegen Inka Grings zu stellen, was ebenfalls von Erfolg gekrönt war. Dennoch meinte er:  „Für mich ist Duisburg weiterhin die beste Mannschaft der Liga – und ihr werdet auch deutscher Meister.“

Meister 1. FFC Frankfurt ging trotz früher Führung durch Birgit Prinz am Ende als Verlierer vom Platz (2.). Die wieder genesene Susanne Hartel erzielte postwendend den Ausgleich (10.), Myriam Krüger sorgte mit dem Siegtreffer in den Schlussminuten für den unerwarteten Freiburger Sieg (84.).

Frankfurter Lethargie
Frankfurts Trainer Günter Wegmann erklärte: „Wir haben sehr stark begonnen und auch ein frühes Tor erzielt. Eigentlich sollte so etwas Ruhe geben, aber bei uns hat das heute eher Lethargie erzeugt.“ Und Günter Rommel, Trainer des siegreichen SC Freiburg meinte: „Vor dem Spiel habe ich der Mannschaft gesagt, dass sie heute den Zuschauern ihr wahres Gesicht zeigen soll und das ist ihr heute auch gelungen. Wir haben heute nicht den attraktivsten Fußball gespielt, dafür haben wir gekämpft und gebissen, drei Punkte geholt und uns für die letzten zwei Spiele rehabilitiert.“

Bayern beweist Moral
Bayern München gelang in einer packenden Partie vor 410 Zuschauern in Aschheim trotz zweimaligen Rückstands und der Gelb-Roten Karte gegen Nicole Banecki (55.) am Ende noch ein Punktgewinn beim 3:3 (1:2) gegen den VfL Wolfsburg. Julia Simic brachte die Münchenerinnen in Führung (30.), Shelley Thompson (35.) und Martina Müller (38.) sorgten jedoch noch vor der Pause für die Gästeführung.

Nina Aigner glich kurz nach der Beginn der zweiten Halbzeit aus (46.), doch Müller mit ihrem zweiten Treffer sorgte für die erneute Führung der Niedersachsen (54.). Vanessa Bürki nach Ecke von Melanie Behringer retten dem Team von Trainer Günther Wörle noch einen wichtigen Punkt (69.).

Kellermann im Wechselbad der Gefühle
Wörles Fazit: „Was die Mannschaft nach dem Platzverweis gegen Nicole Banecki geleistet hat, ist klasse. Da waren wir mehr als ebenbürtig und wir hätten sogar noch den Siegtreffer erzielen können. Dieses 3:3 war für uns auf jeden Fall wieder ein positiver Ansatz.“

Trainer Ralf Kellermann erklärte: „Ich habe ein lachendes und ein weinendes Auge. Wir waren zweimal in Führung, dann in Überzahl, aber am Ende müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein. Durch unsere schnellen Ballverluste haben wir die Überzahl gar nicht ausspielen können.“

Jubel bei den Aufsteigern
Der FF USV Jena holte mit dem 2:0 (2:0)-Sieg beim TSV Crailsheim drei wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg, während die Gastgeberinnen wohl für die 2. Liga planen müssen. Genoveva Anonma (22.) und Susann Utes (34.) erzielten noch vor der Pause die beiden Jenaer Treffer.

Und auch der Herforder SV konnte sich über einen Sieg freuen. Gegen den SC 07 Bad Neuenahr behielt das Team von Trainer Björn Kenter mit 3:2 (3:0) die Oberhand. Simone Müller (6.), Marie Pollmann (27.) sowie Anna Laue (32.) brachten Herford noch vor der Pause auf die Siegerstraße, die Tore von Lena Goeßling (48.) und Lydia Neumann (90.) konnte die Partie nicht mehr zugunsten von Bad Neuenahr drehen.

HSV verliert erneut
Der Hamburger SV wartet weiter auf den ersten Sieg im Jahr 2009. Im eigenen Stadion gab es gegen die SG Essen-Schönebeck eine 0:1 (0:0)-Niederalge. Essens Stürmerin Caroline Hamann (77.) erzielte den Treffer des Tages.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.