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Die Titel-Kandidaten im Meistercheck – die Trainer

Von am 22. März 2009 – 0.55 Uhr

So spannend wie in der Saison 2008/2009 war das Titelrennen in der Frauenfußball-Bundesliga noch nie. Gleich vier Teams haben nach rund zwei Dritteln der Saison noch realistische Chancen, am Ende die Trophäe in Händen zu halten. Womensoccer unterzieht die vier Titelkandidaten einem Meistercheck. Wer ist reif für den Titel, wer qualifiziert sich als Zweiter für die UEFA Champions League?

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Wir haben die Vereine in folgenden fünf Kategorien unter die Lupe genommen: Aktuelle Form, Kader, Erfahrung/Belastung, Trainer, Restprogramm. In jeder Kategorie können maximal fünf Punkte erzielt werden, die optimale Gesamtpunktzahl beträgt also 25. Im vierten und vorletzten Teil beleuchten wir die Trainer.

FCR 2001 Duisburg (Platz 1)
Im Februar 2008 übernahm Martina Voss zunächst interimsweise das Traineramt in Duisburg, bevor sie die Tätigkeit hauptverantwortlich übernahm. Zu Beginn gab sie das Ziel aus, in absehbarer Zeit mit ihrem Team um Titel spielen zu wollen. Mit ruhiger und besonnener Hand hat sie die aus erfahrenen und jungen Spielerinnen zusammengesetzte Elf in Kürze zu einer Mannschaft von europäischem Format geformt, die in ihrer Debütsaison das Halbfinale des UEFA-Pokals erreicht hat. Die 125-fache Nationalspielerin ist zudem routiniert im Umgang mit den Medien und weiß ihre Spielerinnen in wichtigen Momenten geschickt aus der Schusslinie zu nehmen. Voss hat sicherlich das Zeug zur Meistertrainerin.

4,5 von 5 Punkten

1. FFC Turbine Potsdam (Platz 2)
Bernd Schröder gründete 1971 die BSG Turbine Potsdam, Vorläufer des 1. FFC Turbine Potsdam. In der Saison 2003/04 führte er sein Team zur  Deutschen Meisterschaft, dreimal in Folge gewann er von 2004 bis 2006 den DFB-Pokal, 2005 gewann man sogar den UEFA-Pokal. Mitunter musste sich der 66-Jährige schon häufiger einen ruppigen Führungsstil vorwerfen lassen, doch seine Erfolge der Vergangenheit geben ihm Recht. Trotz eines zwischenzeitlichen Sieben-Punkte-Rückstands führte er sein Team in dieser Saison wieder an die Spitze heran und in puncto Erfahrung kann ihm keiner seiner Trainerkollegen das Wasser reichen. In puncto Außendarstellung wäre jedoch manchmal weniger mehr.

4 von 5 Punkten

FC Bayern München (Platz 3)
Günther Wörle, der als Aktiver für den Bayernligisten 1. FC Passau sowie für den SSV Ulm 1846 spielte, kam zur neuen Saison vom beschaulichen Crailsheim in die Großstadt München. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase fand er sich schnell in der ungewohnten Umgebung zurecht und schweißte um die Neuzugänge Melanie Behringer und seine Tochter Tanja ein aus zahlreichen jungen Spielerinnen bestehendes Team zusammen, das zur großen Überraschung der Hinserie wurde und bis zum Spiel in Frankfurt ungeschlagen blieb. Nach der Last-Minute-Niederlage ist nun psychologisches Geschick gefragt, das Team wieder aufzurichten, das  ob der Erfolge immer mal wieder Anflüge von Selbstzufriedenheit zeigt, die es zu bekämpfen gilt.

4 von 5 Punkten

1. FFC Frankfurt (Platz 4)
Günter Wegmann trat zu Saisonbeginn das schwere Erbe des erfolgreichen Dr. Hans-Jürgen Tritschoks an. Der Start verlief alles andere als verheißungsvoll. Schnell musste man sich aus dem DFB-Pokal und sang- und klanglos aus dem UEFA-Pokal verabschieden, auch in der Bundesliga lief man der Musik nach der Niederlage bei Bayern München ein wenig hinterher. Der frühere sportliche Leiter und Gesamtjugendkoordinator des Leistungszentrums von Kickers Offenbach tat sich zunächst sichtlich schwer, und wirkte in der schwierigen Frankfurter Phase mit vielen verletzten Spielerinnen nicht immer souverän an der Seitenlinie und bei der Bewertung der eigenen Leistung. Doch die Erfolge der Vorwochen brachten auch Wegmann wieder mehr Gelassenheit.

4 von 5 Punkten

Rangliste nach vier von fünf Wertungen
1. FCR 2001 Duisburg 17 Punkte
2. 1. FFC Turbine Potsdam 16 Punkte
2. 1. FFC Frankfurt 16 Punkte
4. FC Bayern München 14,5 Punkte

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.