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Silvia Neid wirft Spielerinnen mangelnde Fitness vor

Von am 12. März 2009 – 15.54 Uhr 4 Kommentare

Einen Tag nach dem Ende des Algarve Cups hat Bundestrainerin Silvia Neid zur kollektiven Kritik an ihrem Team ausgeholt. “Die Nationalspielerinnen müssen für ihre Fitness mehr Eigenverantwortung übernehmen“, so Bundestrainerin Silvia Neid in einem Interview.

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“Wie schon in den vergangenen Jahren muss ich feststellen, dass andere Nationen wie Schweden, Dänemark oder auch die Vereinigten Staaten hier in körperlich besserer Verfassung angetreten sind als wir. Das verwundert mich, weil für unsere Spielerinnen anders ja die Liga schon wieder begonnen hat und sie schon im Spielrhythmus sein sollten“, bemängelte sie im Gespräch mit der „FAZ“ offen physische Defizite bei ihren Spielerinnen an.

Mangelnde Kommunikation auf dem Feld
Außerdem kritisierte sie das Kommunikationsverhalten auf dem Rasen. “Mir war es insgesamt zu ruhig auf dem Platz. Die Spielerinnen haben sich zu wenig gegenseitig geholfen, zu wenig miteinander gesprochen. Da müssen einige noch an sich arbeiten, wenn sie Führungsspielerinnen sein wollen.“ Von ihrer Kritik nahm sie ausdrücklich Kerstin Garefrekes, Melanie Behringer und Inka Grings aus. Die Duisburger Stürmerin habe sich „gut ins Team integriert“ und sei „mit viel Spaß“ bei der Sache gewesen. „Sie hat sich sicher bewährt.“

Nachwuchsspielerinnen mit Perspektive
Positiv sei das Auftreten der Nachwuchsspielerinnen gewesen. “Gerade unter den jungen Spielerinnen, die erstmals dabei waren, sind tolle Typen, die unserer Mannschaft in der Zukunft gut tun werden. Kim Kulig ist sicherlich unsere Gewinnerin des Turniers.“ Sie warnte aber auch davor, an Kulig zu hohe Ansprüche zu stellen. “Wir dürfen aber auch nicht vergessen, dass sie erst 18 Jahre alt ist.“

Kein Abonnement auf Titel
Neid warnt vor zu hohen Erwartungen. “Wir haben die Titel eben nicht im Abonnement, sonst wäre es ja einfach. Es wird immer schwerer, einen Titel zu holen, weil andere Nationen aufgeholt haben. Die Konkurrenz wird immer größer. Wir werden uns aber gut auf die Gegner bei der EM vorbereiten. “

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

4 Kommentare »

  • Jonos sagt:

    Aha, jetzt haben die Spielerinnen die Schuld, prima!!! Da es sich Frau Neid wohl etwas zu einfach, oder?
    Jonos

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  • Bernhard sagt:

    Auch im FAZ-Interview: „Aber zur EM fahren die besten Spielerinnen.“ Zur EM und WM sollte aber die beste Mannschaft fahren….

    Und:
    „Das verwundert mich, weil für unsere Spielerinnen anders ja die Liga schon wieder begonnen hat und sie schon im Spielrhythmus sein sollten“
    Was soll man dazu noch sagen…

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  • Harald sagt:

    Tjaaaa….

    Madame Bundestrainerin lenkt mal wieder von ihrem maladen System ab…Das kennen wir ja bereits. Sie hat das Fähnlein Fieselschweif um sich geschart und als Kommandantin hat sie es ja so gern harmonisch. Aber wie wir ja alle wissen: Zuviel Harmonie ist ungesund. Deshalb werden auch Spielerinnen mitgenommen, die nicht so viel kontroverses sagen, denn das will frau ja nicht hören.

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  • schmidt sagt:

    Warum eigentlich nicht Leute!Die klare sinnvolle Kritik von Frau Neid an der gezeigten mangelnden sportlichen Fitness bei den meisten deutschen Spielerinnen kann ich nachvollziehen und kann die wahre Ursache des Leistungsabfalls zum Ende des Turniers gewesen sein.

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