Algarve Cup: Deutschland verliert gegen Schweden

Von am 9. März 2009 – 18.55 Uhr 16 Kommentare

Die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft hat den Einzug ins Finale des Algarve Cups verpasst und erstmals seit 2002 wieder gegen Schweden verloren. Gegen die Skandinavierinnen setzte es im abschließenden Gruppenspiel in Faro trotz einer Aufholjagd in der Schlussviertelstunde eine verdiente 2:3 (0:3)-Niederlage.

Tore von Nilla Fischer (28.) und Lotta Schelin (36. und 38.) binnen zehn Minuten in der ersten Halbzeit stellten früh die Weichen für den schwedischen Erfolg.  Schwedens Trainer Thomas Dennerby konnte sein Glück kaum fassen: „Meine Spielerinnen haben heute fantastischen Angriffsfußball gezeigt, vor allem in der erste Halbzeit. Das war das Beste, was ich je von dieser Mannschaft gesehen habe. Es hätte nach 60 Minuten schon 5:0 stehen können.“

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Die deutschen Treffer der eingewechselten Inka Grings (78.) und ein Distanzschuss von Kim Kulig (81.) reichten nicht aus, um das Ruder noch einmal herum zu reißen.

Führung durch Fischer
Fischer, die schon gegen Finnland den Siegtreffer erzielt hatte, brachte die Schwedinnen nach einer knappen halben Stunde nach Vorarbeit der jungen Kosovare Asllani mit 1:0 in Führung. Bis dahin hatten die Deutschen in einer gutklassigen Partie etwas mehr vom Spiel gehabt.

Müller als einzige Spitze
Bundestrainerin Silvia Neid setzte diesmal zunächst auf Martina Müller als einzige Stürmerin, da Inka Grings zunächst nur auf der Bank Platz nahm. Sonja Fuss rückte auf die rechte Abwehrseite, die junge Bianca Schmidt plagte eine Oberschenkelzerrung. Auf der Doppelsechs kam die wieder genesene Linda Bresonik neben Kim Kulig zum Einsatz.

Doppelschlag von Schelin
Nach dem Rückstand verlor die DFB-Elf zusehends die Linie, die Spielerinnen wurden immer nervöser, was das Team von Trainer Thomas Dennerby eiskalt ausnutzte. Schwedens Topstürmerin Lotta Schelin nutzte einen Fehler von Saskia Bartusiak eiskalt zum 2:0 aus (36.), nur 120 Sekunden später schloss sie einen Konter perfekt ab, nachdem die deutsche Mannschaft zu weit aufgerückt war (38.).

Grings und Kulig treffen
In der zweiten Halbzeit vergab Melanie Behringer freistehend früh die Möglichkeit zum Anschlusstreffer (47.), doch gegen nun nachlassende Schwedinnen bewies die deutsche Elf Moral. Die eingewechselte Inka Grings erzielte nach Vorarbeit von Kim Kulig mit einem platzierten Schuss aus elf Metern den Anschlusstreffer (78.), Kulig selbst überraschte Schwedens Torhüterin Hedvig Lindahl mit einem Volleyschuss aus 30 Metern, den die Keeperin durch die Finger ins eigene Netz gleiten ließ (81.).

Behringer vergibt Ausgleichschance
In der Schlussphase drängte die deutsche Elf noch einmal auf den Ausgleich, der allerdings nicht mehr gelang, Behringer vergab in der Nachspielzeit die letzte gute Möglichkeit. Deutschland trifft nun am Mittwoch im Spiel um Platz auf Dänemark, das sich im letzten Gruppenspiel mit 2:0 (1:0) gegen Deutschlands EM-Gegner Island durchsetzte.

Neid: „Wurden überrumpelt“
Neid meinte nach der Partie: „Die Schwedinnen hatten zehn starke Minuten, wir zehn schwache, in denen wir überrumpelt wurden. Aber die Mannschaft hat in der zweiten Halbzeit Moral gezeigt. Schade, dass direkt am Anfang der zweiten Halbzeit Melanie Behringer den Ball nicht getroffen hat, sonst hätten wir vielleicht noch gewonnen. Man hat gesehen, wenn der Gegner gute Stürmer hat, haben wir Defizite. Wir dürfen aber jetzt nicht nur auf der Abwehr rumhacken.

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

16 Kommentare »

  • moya sagt:

    @Sant: Ich habe nur geschrieben, dass ich befürchtet hatte, die Norwegerinnen würden untergehen. Gerade weil einige Spielerinnen gegangen wurden, ausfielen oder aufgehört haben. Das ist ja dann aber nicht passiert. Sie haben sich wacker gehalten gegen die USA. Das hat mich positiv überrascht und gefreut, dass ich das im ussoccer.com-Ticker lesen konnte.

    Ich glaube aber nicht, dass für Norwegen alles besser wird, wenn die paar verletzten Spielerinnen zurückkehren. Ich hoffe immer noch auf Veränderungen im Verband/beim Trainer, dass die Spielerinnen zurückkommen, die von der Leistung her einen Platz in der Nationalmannschaft verdient hätten. Meiner Ansicht nach wird es Norwegen ohne diese ganzen Spielerinnen auch bei der EM schwer haben.

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