Crailsheim gegen Herford, gefühltes erstes Abstiegsfinale

Von am 6. März 2009 – 18.50 Uhr

Während sich die Nationalmannschaft derzeit im Süden Portugals beim Algarve Cup für die Europameisterschaft in Finnland im Sommer einspielt, steht im Kampf gegen den Abstieg aus der Frauenfußball-Bundesliga am Sonntag, 8. März, eine richtungsweisende Partie auf dem Programm. Der TSV Crailsheim empfängt ab 11.00 Uhr im heimischen Schöneburgstadion Aufsteiger Herforder SV. Und eines ist klar: Wer diese Partie verliert, rückt dem Abstieg ein gutes Stück näher.

Die Gastgeberinnen wollen den Schwung der vergangenen Wochen mitnehmen, zuletzt holte man beim 1:1 in Hamburg einen wichtigen und nicht unbedingt eingeplanten Auswärtspunkt, zuvor gab es Mitte Dezember beim SC Freiburg den nicht minder überraschenden ersten Saisonerfolg.

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Mit einem Sieg will der verbesserte Tabellenletzte weiteres Selbstvertrauen aufbauen und Anschluss an die vor ihm platzierten Teams finden.

Erkältungswelle in Crailsheim
Doch wenngleich sich die Verletztenliste deutlich verkürzt hat, hat unter der Woche eine Erkältungswelle die Trainingsarbeit deutlich erschwert. „Unsere Kapitänin ist für uns eigentlich unersetzbar und so hoffen wir, dass sie am Sonntag auflaufen kann“, bangt Trainer Hubert Müller etwa um Ramona Treyer, die noch Trainingsrückstand aufweist.

Auch die amerikanische Neuerwerbung Jeannette Dyer hat den Klimawechsel vom sonnigen Florida ins winterliche Hohenlohe nicht reibungslos überwunden und hielt sich zuletzt im Fitnessstudio fit. Mit dabei ist nach abgesessener Gelb-Rot-Sperre die Ungarin Cecilia Gaspar, so dass im Defensivbereich vor der zuverlässigen Kim Kaller eine weitere Alternative zur Verfügung steht.

Wohl mit Pollmann, aber weiter ohne Stegemann
Sorgenfalten gibt es auch beim Gast aus Westfalen. Zuletzt setzte es eine sang- und klanglose 0:4-Heimniederlage gegen den 1. FFC Turbine Potsdam, doch mehr Sorgen als die verlorenen Punkte bereitet die angespannte Personaldecke. Topstürmerin Marie Pollmann soll zwar am Sonntag trotz eines Bänderrisses spielen können.

Fehlen werden aber definitiv die Langzeitverletzten Claudia Bujna und Susanne Werner. Auch für Weltmeisterin Kerstin Stegemann dürfte ein Einsatz noch zu früh kommen, denn bei Belastung in der Reha-Arbeit schwillt ihr lädiertes Knie nach wie vor an. Christina Schulte hat bisher nur Lauftraining absolvieren können, so dass auch bei ihr ein Einsatz möglicherweise noch zu früh kommen würde.

Verlieren verboten!
Herfords Kapitänin Kerstin Nolte weiß, was in Crailsheim auf dem Spiel steht. „Das ist für uns mehr als ein 6-Punkte-Spiel, auch wenn wir im Falle einer Niederlage noch nicht abgestiegen wären. Aber wir sollten da tunlichst punkten, möglichst dreifach.“ Nolte rechnet damit, dass 18 Punkte benötigt werden, um den Ligaverbleib zu sichern. Bisher hat man allerdings erst sieben Punkte auf der Habenseite.

Vor allem im Aufbauspiel sieht die 31-Jährige in ihrem Team Verbesserungspotenzial. „Gegen Potsdam hatten wir zwar eine defensive Grundeinstellung, aber wir sind nicht kompakt genug aufgerückt. Das kompakte Umschalten von Defensive auf Offensive fehlte eindeutig“, wenngleich sie einräumt, dass das Spiel gegen Potsdam „nicht der Maßstab“ war.

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Tabelle 1. Frauenfußball-Bundesliga

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.