Grings hält Duisburg im Titelrennen

Von am 1. März 2009 – 16.48 Uhr

Der FCR 2001 Duisburg hat durch einen schwer erkämpften 3:0 (0:0)-Heimsieg gegen den FF USV Jena den zweiten Tabellenplatz in der Frauenfußball-Bundesliga verteidigt. Inka Grings mit ihren Saisontreffern 18 und 19 sowie Belgiens Neuzugang Femke Maes sorgten für einen Sieg, der Trainerin Martina Voss die Zornesröte ins Gesicht trieb.

Im Vergleich zum 5:2-Heimsieg gegen den Hamburger SV gab es einen Wechsel in der Startelf: Elena Hauer rückte für Marith Prießen in die Innenverteidigung, das Offensiv-Duo Jennifer Oster und Alexandra Popp spielte wieder in der Außenverteidigung. 

Mehr als 1.000 Zuschauer
Der haushohe Favorit tat sich vom Anpfiff an vor der erstaunlichen Kulisse von 1.080 Zuschauern sehr schwer gegen die sehr kampfstarken und kompakt verteidigenden Gäste. Allerdings machten es die Duisburgerinnen der Elf aus Thüringen stellenweise auch sehr leicht. Die in ungewohntem Blau spielenden Gastgeberinnen entwickelten nicht den nötigen Druck und nahmen das Spiel vielleicht auch einen Tick zu leicht. 

Anzeige

So entwickelte sich zwar ein Spiel auf ein Tor, hochkarätige Torchancen blieben aber Mangelware. Die zwei besten: In der 30. Minute landete ein fulminanter 22-Meter-Schuss von Maes an der Latte – und vier Minuten später schaffte es Linda Bresonik sogar, einen Kopfball aus drei Metern neben das Tor zu setzen, vorher hatte Inka Grings vorbildlich geflankt. 

Knaak und Hauer verletzt
Cheftrainerin Martina Voss wurde am Spielfeldrand immer ungehaltener – zumal sie verletzungsbedingt bis zur Pause schon zweimal auswechseln musste. Turid Knaak mit einem Pferdekuss (13. Minute) und Hauer, bei der sich die alte Fußverletzung wieder bemerkbar machte (46. Minute). 

Nach der Pause erhöhte der FCR den Druck auf das Jenaer Tor noch mehr, doch auf die ganz großen Torchancen musste man weiter warten – bis zur 75. Minute: da schob Kapitänin Grings den Ball nach einem wahren Belagerungszustand im USV-Strafraum aus 12 Metern überlegt ins Tor, vorher waren Lira Bajramaj und Hasret Kayikci mit ihren Schüssen aus kürzester Distanz gescheitert. 

Grings trifft
Zwei Minuten später dann das technische Schmankerl dieser Partie, in der die technischen und spieltaktischen Kabinettstückchen Mangelware blieben: Nach Foul an Bresonik verwandelte Grings den Freistoß aus 18 Metern – tatkräftig unterstützt von Bresonik, die energisch für freie Schussbahn vorbei an der Jenaer Mauer sorgte. Wieder zwei Minuten später erneut Powerplay im USV-Strafraum – und nach guter Vorarbeit von Grings und erneut Kayikci durfte Maes ihr erstes Tor für den FCR bejubeln. 

Schlagwörter: ,

Deutliche Kritik von Voss
Trainerin Martina Voss war auch eine halbe Stunde nach dem Spiel noch mächtig angefressen: „Ich muss meiner Mannschaft den Vorwurf machen, dass sie mit der falschen Einstellung ins Spiel gegangen ist. Das Motto war offenbar: Irgendwann macht Inka schon ihr Tor. Ärgerlicherweise musste ich dreimal verletzungsbedingt wechseln – sonst hätten sich gleich fünf bis acht Spielerin für eine Auszeit angeboten. Besonders mit meinen Nationalspielerinnen war ich nicht zufrieden.“

Tags: ,

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.