Hertha BSC Berlin macht Einstieg in Frauenfußball perfekt

Von am 26. Februar 2009 – 16.33 Uhr

Der Einstieg von Männer-Bundesligist Hertha BSC Berlin in den Frauenfußball ist perfekt (Womensoccer berichtete). Im Rahmen ihrer Pressekonferenz am heutigen Donnerstag stellten die Berliner die zunächst auf drei Jahre angelegte Kooperation mit der Frauenfußball-Abteilung des 1. FC Lübars vor.

„Wir wollen den Frauenfußball in Berlin stärken und freuen uns über diese Kooperation“, so Bernd Schiphorst,  Vorsitzender des Aufsichtsrates bei Hertha BSC. Auch Manager Dieter Hoeneß zeigte sich über das neue Standbein im Verein hoch erfreut: „Im Frauenfußball liegt viel Potenzial. Wir werden den 1. FC Lübars in vielerlei Hinsicht unterstützen“, betonte der Hertha-Manager, der im Vorfeld der Frauenfußball-WM 2011 dem stetig wachsende Interesse der Frauen am Fußball Rechnung tragen will.

Umfangreiche Kooperation
So sollen unter anderem die Mannschaften des 1. FC Lübars mit Sportkleidung ausgestattet werden. „Darüber hinaus werden wir auch unsere Kontakte im Bereich Sponsoring zur Verfügung stellen“, so Hoeneß. Jens Kohnke, Abteilungsleiter Frauenfußball beim 1. FC Lübars, der seine Spielerinnen Isabell Schumann und Sophie Rücker mitgebracht hatte, zeigte sich glücklich über das Engagement von Hertha BSC: „Es ist natürlich großartig, dass wir als Verein und der Berliner Frauenfußball insgesamt, so einen starken Partner gewinnen konnte.“

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2. Bundesliga als Ziel
Die erste Frauenmannschaft des 1. FC Lübars spielt in der Regionalliga Nordost und liegt momentan auf dem sechsten Tabellenplatz. Zum Rückrundenstart am Sonntag (01.03.09) müssen die Mädels aus Nordberlin beim LFC Berlin antreten. Die liegen fünf Punkte vor Lübars und sind Tabellenzweiter, punktgleich mit Magdeburg. Eine gute Chance also, den Abstand zur Spitze zu verkürzen. Denn das Ziel heißt ganz klar: Aufstieg in die zweite Bundesliga.

Hertha BSC Berlin ist der nächste einer ganzen Reihe von Bundesligavereinen, die den lange verschmähten Frauenfußball für sich entdeckt haben. Ein Trend, der mit dem SV Werder Bremen begann, sich mit den Kooperationen zwischen dem FC Schalke 04 und dem 1. FFC Recklinghausen sowie dem VfL Bochum und dem TuS Harpen fortsetzte. 2008 schluckte Bayer 04 Leverkusen den Zweitligisten TuS Köln rrh., um mit der übernommenen Lizenz direkt in der zweiten Liga starten zu können.

Trend setzt sich fort
Nur noch bei zwei Bundesligisten – dem VfB Stuttgart und Borussia Dortmund – ist der Frauenfußball kein Thema. Derzeit herrscht vor allem in den WM-Spielorten rege Betriebsamkeit, denn mit den eigenen Vereinen soll die Bindung an den Frauenfußball verstärkt und die Aufmerksamkeit auf die WM 2011 erhöht werden. Doch auch der VfB Stuttgart und Borussia Dortmund dürften den Frauenfußball zukünftig nicht kampflos der Konkurrenz überlassen, wenn in ein paar Jahren wohl auch in der Champions League der Frauen gutes Geld zu verdienen sein wird.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.