Inka Grings vor dem Absprung in Duisburg?

Von am 23. Februar 2009 – 11.50 Uhr

Fünf Tore beim 5:2-Sieg gegen den Hamburger SV am vergangenen Samstag und das bevorstehende Comeback in der Nationalmannschaft – Inka Grings, Topstürmerin des FCR 2001 Duisburg, ist immer für eine Schlagzeile gut. Auch diesmal, denn die 30-Jährige nimmt möglicherweise bald Abschied von dem Verein, für den sie 14 Jahre lang Fußball gespielt hat.

Bis zum kommenden Wochenende muss sich Grings entscheiden, ob sie ihren zum Saisonende auslaufenden Vertrag beim Tabellenzweiten der Frauenfußball-Bundesliga verlängert. „Wir haben eine Vereinbarung, dass Inka und auch einige andere Spielerinnen sich bis Ende Februar äußern müssen, denn wir wollen früh Klarheit haben“, so Duisburgs Trainerin Martina Voss gegenüber Womensoccer.de.

Überraschendes Zögern
Eine reine Formsache ist die Vertragsverlängerung mit Grings offenbar nicht. „Dass sich Inka nach 14 Jahren in Duisburg Gedanken macht, ist legitim“, so Voss. Grings bestätigt: „Es laufen Gespräche mit anderen Vereinen, danach entscheide ich mich.“ Vereine aus Schweden und der Bundesliga sollen Interesse bekundet haben.

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Grings‘ Zögern kommt überraschend, denn die sportliche Situation bei den Duisburgerinnen war nie so gut, wie in diesen Tagen. Man steht im Halbfinale von DFB- und UEFA-Pokal und kämpft in der Liga ebenfalls noch um den Meistertitel. „Sportlich gibt es nicht viel zu mäkeln“, meint auch Voss, die erklärt: „Wir wollen Inka behalten, die entsprechenden Gespräche wurden geführt.“ Warum Grings Abwanderungsgedanken hegt, wollte Voss nicht kommentieren. „Falls sie sich gegen den FCR entscheidet, sind das Dinge, die Inka beantworten muss.“

Frankfurt dementiert Verhandlungen
Grings selbst erklärt: „Ich bin hier glücklich und habe dem Verein auch viel zu verdanken. Aber vielleicht ist auch mal eine Veränderung ganz gut. Ich denke, es ist legitim, sich in den letzten Jahren noch mal andere Angebote anzuhören.“ Vor allem geht es wohl auch darum, Richtung Karriereende noch einmal finanziell Kapital zu schlagen. „Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, das interessiert mich nicht“, so Grings.

Doch es sind nicht viele Vereine, die in Frage kommen. Ein Wechsel ins Ausland käme in puncto Nationalmannschaft zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, in Deutschland wäre wohl der 1. FFC Frankfurt die erste Anlaufstelle. In Frankfurt dementiert man jedoch Verhandlungen.

„Von uns hat sie kein Angebot, ich wusste gar nichts von ihren Wechselabsichten“, erklärt Frankfurts Manager Siegfried Dietrich gegenüber Womensoccer.de. „Wir planen momentan für Mittelfeld und Abwehr, im Sturm sind wir bestens aufgestellt.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.