Frauenfußball-WM 2011: Asien erhält dritten Startplatz

Von am 18. Februar 2009 – 11.49 Uhr

Nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit hat das Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbands (FIFA) bereits im Oktober vergangenen Jahres die Aufteilung der Startplätze für die Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011 verabschiedet. Mit einer gravierenden Änderung. Asien erhält für das Turnier in Deutschland einen zusätzlichen festen Startplatz. Eine Neuregelung, die überraschend zu Lasten Europas geht.

Bisher verfügte Asien nur über 2,5 Startplätze. Der Drittplatzierte der Asien-Meisterschaft musste neben den zwei direkt qualifizierten Teams gegen den Drittplatzierten der Konföderation USA, Mittelamerika und Karibik (CONCACAF) in Hin- und Rückspiel zwei Play-off-Spiele bestreiten. In der Qualifikation zur Frauenfußball-WM 2007 in China qualifizierte sich Japan in zwei Play-off-Spielen gegen Mexiko. Der CONCACAF hat ebenfalls 2,5 Startplätze.

Play-off-Duell zwischen UEFA und CONCACAF
Die FIFA hat nun dem Aufschwung des Frauenfußballs in Asien Rechnung getragen, indem die asiatische Fußball-Konföderation (AFC) ein drittes direkt qualifiziertes Team zum Turnier in Deutschland entsenden darf. Neu ist, dass nun der Fünftplatzierte der europäischen WM-Qualifikation anstelle einen direkten Startplatz zu erhalten, gegen den Drittplatzierten der CONCACAF in zwei Play-off-Duellen um die Teilnahme kämpfen muss.

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Da dank Gastgeber Deutschland ein europäisches Land bereits einen Startplatz sicher hat, wollte man offenbar weder Afrika noch Südamerika, die über jeweils zwei feste Startplätze verfügen, einen halben Startplatz wegnehmen und ein Play-off-Duell zumuten, obwohl sicherlich diskussionswürdig ist, ob zwei feste Startplätze für das Leistungsniveau der beiden Kontinente angemessen sind. 

Hintertürchen bei Startplatzvergabe
Vielleicht hat sich die FIFA gerade aus diesem Grund ein kleines Hintertürchen offen gehalten. Denn neu ist auch, dass an allen Qualifikationswettbewerben in den Konföderationen verbindlich ein Drittel der jeweiligen Nationalverbände teilnehmen muss. Ansonsten wird das Startplatzkontingent der jeweiligen Konföderation neu beurteilt und auf Beschluss der FIFA-Exekutive reduziert.

Eine Regelung, die nur für Afrika zum Problem werden könnte. Denn in der Vergangenheit zog afrikanische Nationalverbände ihre gemeldeten Teams häufig von der Qualifikation zurück, so dass es schon vorkam, dass gerade einmal drei Mannschaften um zwei WM-Startplätze kämpften. Dies soll mit der Regelung verhindert werden. Denn nun müssen, um die beiden Startplätze sicher zu behalten, zumindest 18 der 52 afrikanischen Nationalverbände die WM-Qualifikation bestreiten.

Endrundenauslosung im Dezember 2010
Noch in diesem Jahr wird die Qualifikation für das Turnier vom 26. Juni bis 17. Juli 2011 beginnen. AFC, CONMEBOL (Südamerika), CAF (Afrika) und die Konföderation Ozeaniens (OFC) müssen ihre Qualifikationswettbewerbe spätestens im November 2010 abschließen, CONCACAF und UEFA sogar bereits am 30. Oktober 2010 beendet haben, damit im November die beiden Play-off-Spiele ausgetragen werden können. Die Auslosung für die Endrunde soll im Dezember 2010 stattfinden.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.