Mädchenfußball-Projekte erhalten Integrationspreis 2008

Von am 10. Februar 2009 – 18.04 Uhr 1 Kommentar

Mädchenfußball im Mittelpunkt: Der Amateurverein TJ Dormagen, die Förderschule Munderkingen und die Straßenfußball-Initiative „köln kickt” sind die Sieger des Integrationspreises 2008 von DFB und Mercedes-Benz, der unter dem Motto „Fußball: viele Kulturen – eine Leidenschaft” stand. Der Integrationspreis, der in den drei Kategorien „Verein“, „Schule“ und „Sonderpreis“ für Fußballkreise und – bezirke sowie Initiativen außerhalb des organisierten Fußballs vergeben wird, würdigt in diesem Jahr vor allem Leistungen zur Integration von Mädchen in den Fußballbereich.

Mit seinem umfassenden und überaus erfolgreichen Engagement zur Integration von Mädchen mit Migrationshintergrund überzeugte der TJ Dormagen die Wettbewerbsjury.

Belohnung für Multi-Kulti-Truppe „TJ Dormagen“
Dem Amateur-Fußballverein “Türkische Jugend Dormagen” ist es gelungen, innerhalb eines Jahres vier Mädchen- und eine Frauenmannschaft mit insgesamt mehr als 60 Spielerinnen aufzubauen. Dabei hat er sich von einem türkischen zu einem multi-ethnischen Verein entwickelt. In den Mädchenmannschaften spielen Kinder und Jugendliche aus elf Nationen. Darüber hinaus unterstützt und berät der Verein die Spielerinnen in beruflichen und finanziellen Angelegenheiten.

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Preis für Förderschule Munderkingen
Das Rennen in der Kategorie “Schule” machte die Förderschule Munderkingen in Baden-Württemberg, an der rund ein Viertel aller Schüler einen Migrationshintergrund hat. Unter dem Motto “Fußball tut Schule gut” hat die Grund- und Hauptschule ein Schulsportkonzept entwickelt und verfügt sowohl über eine gemischte Fußballmannschaft als auch über eine Mädchenmannschaft.

Auszeichnung für „köln kickt“
In der Kategorie „Sonderpreis“ gewann die RheinFlanke GmbH in Köln. Als gemeinnütziger Träger des Straßenfußball-Projekts “köln kickt” hat sie 2007 alle Stadtteil-Ligen zu einer Straßenfußball-Liga zusammengefasst und eine eigene Mädchen-Liga ins Leben gerufen. Über den Liga-Betrieb hinaus engagiert sie sich mit verschiedenen Projekten in Kooperation mit zahlreichen Einrichtungen und Vereinen für mehr Toleranz und die Integration von sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen.

Geld- und Sachpreise im Wert von 150.000 Euro
Die drei Preisträger des mit Geld- und Sachpreisen im Gesamtwert von 150.000 Euro dotierten Integrationspreises wurden im Beisein von DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach und DFB-Vizepräsident Rolf Hocke in Düsseldorf ausgezeichnet und bekamen jeweils einen Mercedes-Benz Vito überreicht. Er soll als wertvoller Begleiter im Vereins- beziehungsweise Schulleben dienen, indem er Kindern und Jugendlichen eine sichere und komfortable Fahrt zu ihren Turnieren oder Punktspielen ermöglicht. Die Zweitplatzierten erhalten für ihre weitere integrative Arbeit je 10.000 Euro und die Drittplatzierten jeweils 5.000 Euro. Für den Integrationspreis 2008 wurden insgesamt 123 Bewerbungen eingereicht.

Integration fördern
Oliver Bierhoff, Manager der Nationalmannschaft und Schirmherr des Integrationspreises, und Ursula Schwarzenbart, Leiterin des Global Diversity Office der Daimler AG, übergaben den glücklichen Gewinnern die Schlüssel für die neuen Fahrzeuge. Mit dem Preis zeichnen der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und sein Generalsponsor Mercedes-Benz seit 2007 jährlich Projekte und Aktivitäten aus, die mithilfe des Fußballs die Integration von Kindern und Jugendlichen – insbesondere von Mädchen – mit Migrationshintergrund auf vorbildliche Weise fördern.

Wichtige gesellschaftliche Aufgabe
“Die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund gehört zu den wichtigsten Aufgaben unserer Gesellschaft. Denn die Vielfalt der Menschen und Kulturen bedeutet eine Bereicherung für alle, von der wir lernen und profitieren können. Um das Bewusstsein hierfür zu stärken, setzen wir auf die integrative Kraft des Fußballs”, so Ursula Schwarzenbart. Oliver Bierhoff erklärte: “Die integrative Kraft des Fußballs ist einzigartig. Ich habe selbst über zehn Jahre im Ausland Fußball gespielt und weiß, wie wichtig es ist, sich in seiner Umgebung wohl zu fühlen und integriert zu sein.”

Achtköpfige Jury
Die Gewinner wurden von einer achtköpfigen Jury ermittelt. Dazu gehören neben Oliver Bierhoff und Ursula Schwarzenbart die DFB-Integrationsbeauftragte Gül Keskinler, DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger, DFB-Vizepräsident Rolf Hocke sowie Bettina Haussmann, Senior Manager Branded Entertainment Mercedes-Benz Cars, Professor Dr. Maria Böhmer, die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, und Burkhard Jungkamp, Vorsitzender der Kommission Sport der Kultusministerkonferenz.

Die Zweit- und Drittplatzierten
Kategorie “Verein”: Naumburger BC 1920 (2. Platz),SV Rhenania Hamborn in Duisburg (3. Platz). Kategorie “Schule”: Drost-Rose-Realschule in Lippstadt, Freie Evangelische Hauptschule in Detmold und Anne-Frank-Schule in Hanau (gemeinsamer 3. Platz). Kategorie “Sonderpreis”: Internationaler Bund Hamburg (2. Platz), RAA Leipzig (Regionale Arbeitsstelle für Ausländerfragen, Jugendarbeit und Schule/ 3. Platz).

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

1 Kommentar »

  • Markus Juchem sagt:

    In dem Zusammenhang gibt es auch ein interessantes Interview in der FAZ:

    (0)