Rückschlag für den FCR 2001 Duisburg

Von am 8. Februar 2009 – 14.49 Uhr 9 Kommentare

Psychologisch betrachtet war das 2:2 (0:1) des FCR 2001 Duisburg im Nachholspiel der Frauenfußball-Bundesliga beim VfL Wolfsburg sicherlich ein Rückschlag. Denn die Konkurrenz aus München, Frankfurt und Potsdam dürfte den späten Ausgleich der Wolfsburgerin Navina Omilade und den Ausrutscher der Duisburgerinnen mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen haben. Doch vorentscheidenden Charakter im Kampf um die deutsche Meisterschaft hat das Ergebnis nicht.

Mit einer Energieleistung hatten Inka Grings (59.) und Linda Bresonik (72.) den 0:1-Rückstand durch Martina Müller (21.) in ein 2:1 umgewandelt, ehe sich Omilade mit einem verwandelten Elfmeter nach Foul an Müller kurz vor Schluss noch als Spielverderberin erwies (89.).

So hätte sich der FCR 2001 Duisburg den Start aus der Winterpause sicherlich nicht vorgestellt, die zwei verlorenen Punkte auch ein Tribut an die zahlreichen verletzten Stammspielerinnen wie Annike Krahn, Fatmire Bajramaj oder Simone Laudehr.

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Schlüsselspiel gegen Bayern München
Es war schon vorher zu erwarten, dass in der umformierten Duisburger Elf nicht von Beginn an alle Zahnrädchen perfekt  ineinander greifen würden. Und auch der belgische Neuzugang Femke Maes wird sicherlich ein paar Spiele brauchen, um eine optimale Bindung an das Team zu finden. Da gilt es, eine bessere Abstimmung zu erreichen, Laufwege zu optimieren und insgesamt ein harmonischeres Zusammenspiel zu erzielen.

Doch noch wichtiger als das Spiel in Wolfsburg ist für die Duisburgerinnen das Gastspiel von Spitzenreiter FC Bayern München am kommenden Sonntag. Denn eine Niederlage würde das Team im Meisterrennen weit zurückwerfen. In den nächsten Tagen wird in den Trainingseinheiten eifrig an einer größeren Feinabstimmung und hinter den Kulissen an einer ausgefeilten Taktik gearbeitet werden. Viel Zeit bleibt nicht, um sich auf eines der wichtigsten Saisonspiele vorzubereiten.

Vom  Jäger zum Gejagten
Allerdings bleibt abzuwarten, ob der FC Bayern München noch einmal so einen furiosen Start hinlegen kann wie zu Saisonbeginn. Damals gewannen die Münchenerinnen zum Auftakt mit 3:0 beim 1. FFC Turbine Potsdam, ein Sieg, der das Team von Trainer Günther Wörle beflügelte und durch die gesamte Hinserie trug. Doch die psychologische Ausgangsposition hat sich geändert, aus dem Jäger vom Saisonbeginn ist nun ein Gejagter geworden. Die anderen Teams werden nun vor allem gegen die Bayern mit besonderer Motivation zu Werke gehen, die mentale Stärke der jungen Bayern-Spielerinnen wird auf eine harte Probe gestellt werden.

Der schwächelnde 1. FFC Frankfurt hat zudem mit der Verpflichtung von Nadine Angerer und Ariane Hingst versucht, ein Signal der Stärke zu setzen, in der Hinrunde müde Topspielerinnen wie Birgit Prinz oder Kerstin Garefrekes dürften die Winterpause genutzt haben und frisch gestärkt und motiviert die Rückrunde bestreiten. Das Gastspiel beim 1. FFC Turbine Potsdam am kommenden Sonntag ist für den Triple-Sieger bereits ein Schlüsselspiel mit Signalwirkung für den weiteren Saisonverlauf.

Super-Sonntag am 15. Februar
Und auch den 1. FFC Turbine Potsdam sollte man weiter auf dem Zettel der Titelanwärter haben, wie der trotz der Niederlage eindrucksvolle Auftritt beim Spitzenreiter in München vor Jahresfrist belegte. Eine Turbine-Elf in Topform dürfte in der Rückrunde noch für manches Team zum Stolperstein werden, bei Bayern München wird man erleichtert sein, die beiden Spiele gegen die Potsdamerinnen bereits hinter sich gebracht zu haben. Das Team von Trainer Bernd Schröder wird womöglich im Kampf um die Meisterschaft Zünglein an der Waage spielen.

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Der kommende Super-Sonntag mit den Spielen Duisburg gegen Bayern und Turbine gegen Frankfurt wird wichtige Erkenntnisse liefern. Kann Duisburg den Bayern-Höhenflug stoppen? Startet Frankfurt in Potsdam zur großen Aufholjagd? Für reichlich Spannung ist gesorgt!

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

9 Kommentare »

  • Pinguin sagt:

    Also, für mich ist der FCBayern jetzt klarer Meisterschaftsfavorit, auch im Spitzenspiel nächste Woche. Sicher ist der FCR jetzt noch nicht aus dem Rennen, Frankfurt ja auch lange nicht, auch die Turbinen lauern noch.
    Aber ohne Annike Krahn ( .. Lira Bajramaj und natürlich Simone Laudehr) scheinen die Duisburgerinnen doch merklich geschwächt.

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  • Markus Juchem sagt:

    So klar sehe ich die Favoritenrolle von Bayern München nicht. Man hat ja gerade Richtung Ende der Hinrunde gesehen, dass da auch nicht alles immer rund lief. Einige Spiele wurden auch eher glücklich gewonnen, etwa der Erfolg gegen Turbine Potsdam. Bayern hat sicherlich ein Polster, dass auch noch eine Weile tragen wird, aber die Saison ist noch lang. Ich glaube, es bleibt bis zum Schluss eng und spannend.

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  • Marcel sagt:

    Ist zwar ärgerlich allerdings haben wir noch viele direkte Duelle der Topfavoriten untereinander da kann man schneller Punkte lassen als man denkt und andersrum kann man Punkterückstände schneller wieder wett machen.

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  • Pinguin sagt:

    … aber Duisburg lässt zu viele Punkte schon gegen Gegner aus dem Mittelfeld der Liga liegen, und dass auch auf die FCB Damen zuletzt der berühmten Bayerndusel von den Herren des Vereins übergegangen ist, spricht ja eher für ihre Favoritenrolle.
    In den letzten Minuten eines Spieles Punkte zu gewinnen, nicht zu verlieren, gehört eben zu den entscheiden Fähigkeiten eines Meisterteams; das ist im FF nicht anders als im MF …

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  • Pinguin sagt:

    Laut Zeitungsbericht in der NRZ hätte es Freistoß für Duisburg geben müssen statt Elfer für Wolfsburg …, aber wer weiß, der Reporter ist vielleicht voreingenommen.
    War jemand da und eiß jemand mehr über diese entscheidende Situation?

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  • sisyphos sagt:

    Ich habe es nicht wirklich gut gesehen, aber ich hab es für ein Stürmerfoul von Martina Müller gehalten. Die anderen haben mir das bestätigt. Waren natürlich alles FCR-Fans, klar. Aber wenn Martina Voss sich schon entsprechend dazu äußert, dann bin ich davon überzeugt. Zudem ist ein klarer Elfmeter für Duisburg nicht gegeben worden. Deswegen, @Markus: es war nicht Navina Omilade, die die Spielverderberin für den FCR gespielt hat …

    Tja, was heißt „lässt zuviele Punkte liegen“? Niederlage gegen SGS mit miserabler Leistung, ok. Remis in Potsdam ging in Ordnung (wobei ich mich nicht weiter über Schieds- und Linienrichterin auslasse), WOB ebenfalls mit schlechter Leistung und offensichtlich tatkräftiger Hilfe von Frau Rafalski … ich sag mal, die Punkteteilung war natürlich für WOB verdient, aber nicht ihr Zustandekommen. Und wie ersatzgeschwächt und grippegeschädigt der FCR angetreten ist, das muss man auch bedenken. Ist daher doppelt bitter, eine Minute vor Schluss wegen so einer Entscheidung die Punkte zu verlieren.
    Am Sonntag werden wir weitersehen, und wenn der FCR dieses Spiel nicht gewinnt, muss man sich auf die beiden anderen Wettbewerbe konzentrieren – dann dann ist meiner Meinung nach der FC Bayern durch.

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  • Pinguin sagt:

    Vielleicht gibt es ja eine ausgleichende Gerechtigkeit im Lauf der Saison … Da kam zum Verletzungspech der letzten Woche (und der folgenden Abwehrschwächung …) also noch die Nachhilfe der SchiRi dazu …
    Vielen Dank für die Infos, sisyphos!!

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  • Ruhrschnellweg sagt:

    Vielleicht wird es so kommen, dass das Resultat – trotz vieler Ausfälle und gerade Genesener – eher als Punktgewinn gesehen wird; sollte die Rückrunde ähnlich laufen wie die bisherigen Spieltage, dann werden auch andere Mannschaften noch Punkte lassen, wobei bei vier Beteiligten direkte Duelle noch einen anderen wert haben als die „Finalspiele FFC vs. FCR“ der letzten Jahre. Da kann man sich drauf freuen.

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  • Pinguin sagt:

    … vielleicht fehlen genau diese beiden Punkte dem FCR aber auch in der Endabrechnung wieder zur Meisterschaft.
    Wir werden sehen …

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