DFB-Pokal: VfL Sindelfingen will einmalige Chance nutzen

Von am 5. Februar 2009 – 10.51 Uhr

Im Handball wie im Frauenfußball  gleichermaßen sorgen die Frauen des VfL Sindelfingen derzeit für Aufsehen. Beide Teams führen die 2. Bundesliga Süd an und wollen ab der kommenden Saison erstklassig spielen. Für die Fußballerinnen gibt es am Sonntag, 8. Februar, 14.00 Uhr, im Floschenstadion einen ersten Vorgeschmack, wie sich das anfühlen könnte.

Denn im abschließenden Viertelfinalspiel des DFB-Pokals, das kurz vor Weihnachten wegen Unbespielbarkeit des Platzes abgesagt werden musste, ist Bundesligist 1. FFC Turbine Potsdam zu Gast. Und die Spielerinnen aus Sindelfingen brennen darauf, dem anscheinend übermächtigen Gegner den Spaß zu verderben und den Traum vom Einzug ins DFB-Pokalfinale in Berlin weiterleben zu lassen.

Die Generalprobe am vergangenen Samstag bei Bundesliga-Tabellenführer Bayern München machte zwar beim 0:5 nur ansatzweise Mut, doch Sindelfingens Teammanager Stefan Zöller ist sich sicher, dass am Sonntag eine bis in die Haarspitzen motivierte Elf dem Gegner auf dem Rasen mächtig Paroli bieten wird.

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Der Traum von Berlin
„Das Team ist sich durchaus, auch bezüglich der Auslosung des möglichen Halbfinalgegners SG Wattenscheid 09, der einmaligen Chance bewusst, das letzte in Berlin ausgetragene DFB-Pokalfinale der Frauen zu erreichen“, versprüht Zöller Optimismus.

Unter den Augen von DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger, der samt Gattin Inge überraschend seinen Besuch angekündigt hat, will der souveräne Tabellenführer der 2. Bundesliga Süd, der die Abgänge von Nationalspielerin Kim Kulig zum Hamburger SV und Eve Chandraratne zum VfL Wolfsburg offenbar mühelos gemeistert hat, den klassenhöheren Potsdamerinnen alles abverlangen.

Nahezu in Bestbesetzung
Sindelfingens Trainer Niko Koutroubis kann mit Ausnahme der Langzeitverletzten Claudia Spörl seine beste Formation aufbieten, erstmals wird die 19-jährige österreichische A-Nationalspielerin Susanna Höller im Kader stehen.

Auch die erst am Samstag aus dem Wintertrainingslager in Florida zurückkehrenden U17-Nationalspielerinnen Nicole Rolser und Leonie Maier wollen sich den Pokal-Hit nicht entgehen lassen. Die Fans der Elf aus Sindelfingen sind auf jeden Fall von ihrer Mannschaft überzeugt. Auf der vereinseigenen Website glauben rund zwei Drittel an einen Überraschungserfolg gegen Turbine.

Turbine hoch konzentriert
Turbine-Trainer Bernd Schröder ist sich sicher, dass die Partie gegen den ungeschlagenen Zweitliga-Tabellenführer kein Spaziergang wird. „Das wird kein Selbstläufer und eine ganz schwierige Aufgabe für uns.“ Die beiden Hallenturniere in Bielefeld-Jöllenbeck und der DFB-Hallenpokal in Magdeburg waren für die Turbine-Mannschaft nur Zwischenstationen für das „immens wichtige Spiel“ in Sindelfingen und das Bundesligaspiel eine Woche später gegen den 1. FFC Frankfurt.

Schiedsrichterin der Pokal-Begegnung wird Christina Jaworek sein, ihr zur Seite stehen Moiken Reichert und Sabrina Jene. Der Sieger der Partie genießt im Halbfinale am 13. April Heimrecht gegen Zweitligist Wattenscheid 09, im zweiten Halbfinale empfängt der FCR 2001 Duisburg den VfL Wolfsburg.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.