DFB-Hallenpokal: Standortdiskussion, TV-Langeweile und fehlende Stars

Von am 28. Januar 2009 – 0.12 Uhr 20 Kommentare

2011, also schon in nicht viel mehr als zwei Jahren, findet in Deutschland die Frauenfußball-Weltmeisterschaft statt. Viel Zeit bleibt also nicht, um für den Frauenfußball zu werben, für größere Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zu sorgen, Stars und Identifikationsfiguren zu schaffen, um im größeren Rahmen als bisher Menschen für den Frauenfußball zu begeistern.

Der DFB-Hallenpokal hätte dafür eine attraktive Plattform bieten können, denn wo sonst kann man als Zuschauer in der Halle und an den Fernsehschirmen besser packende Szenen, Tore und Kabinettstückchen in kürzester Abfolge bestaunen?

Doch trotz ansprechender sportlicher Wertigkeit schwärmten weder die einen, noch die anderen nach dem Turnier von Traumtoren, technischen Finessen und packenden Spielzügen. Stattdessen lieferten eine nicht einmal zu zwei Drittel gefüllte Halle, eine mäßige TV-Übertragung und das Fernbleiben einiger Stars Stoff für Diskussionen.

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Die Erwartungshaltung an das nach neun Jahren in Bonn erstmals in Magdeburg ausgetragene Turnier war hoch. Noch Anfang Januar titelte die DFB-Website unmissverständlich: „DFB will in Magdeburg Besucherzahl verdoppeln“. Die Zielsetzung war klar, die 5.000-er-Marke sollte geknackt werden.

Enttäuschende Kulisse
Am Ende kamen nur 3.200 der erhofften 5.000 Zuschauer, die Halle war nur zu gut 64 Prozent ausgelastet, die Steigerung gegenüber Bonn, wo man sich wegen zunehmender Platznot zum Umzug entschloss, betrug gerade einmal 500 Zuschauer – enttäuschend. Und so musste DFB-Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg zurückrudern: „Ich habe die Halle auch gar nicht voll erwartet.“

Die „Frankfurter Rundschau“ konstatierte dennoch ein „enttäuschendes Resultat“ und meinte: „Offiziell 3.200 Fans, gefühlt nicht mehr als in Bonn.“ Und dies dürfte in puncto Außenwirkung entgegen allen öffentlich geäußerten Beteuerungen auch dem DFB im Hinblick auf ein 2010 erstmals eigenständig ausgerichtetes DFB-Pokalfinale und die WM 2011 nicht wirklich geschmeckt haben. „Ein Manko ist sicherlich, dass Magdeburg ein Bundesliga-Team fehlt, die Beziehung zum Frauenfußball nicht gewachsen ist“, formulierte auch Ratzeburg erstmals Bedenken.

Umzug in Frauenfußball-Hochburg?
Hätte man in Magdeburg zum Zeitpunkt der Bewerbung Anfang vergangenen Jahres bereits gewusst, nicht als WM-Spielort bedacht zu werden, hätte man sich wohl gar nicht erst als Ausrichter um den DFB-Hallenpokal beworben. Schon jetzt wäre an einem anderen  Austragungsort mit größerer Frauenfußball-Tradition, wie etwa in Essen, eine Zuschauerzahl von 6.000 oder 7.000 keine Utopie gewesen. Zu überrascht sollte man also nicht sein, wenn auf der Halbzeittagung der Frauenfußball-Bundesligisten in knapp zwei Wochen die Entscheidung getroffen wird, das Turnier im kommenden Jahr an einem anderen Ort auszutragen.

Interessenten gibt es genug. Im Vorjahr bewarben sich neben Magdeburg auch Berlin, Essen, Riesa und Sindelfingen, inzwischen ist auch Sinsheim zum Bewerberkreis hinzugestoßen. Sinsheims Oberbürgermeister Rolf Geinert bekräftigte am vergangenen Wochenende noch einmal, dass man sich darum bemühen werde, „zukünftig auch das ‚Frauen-Masters‘ und sogar das DFB-Pokalfinale auszurichten“.

Ärgernis MDR
Unabhängig von der Standortfrage gab der DFB-Hallenpokal am vergangenen Samstag keine optimale Visitenkarte ab. Das größte Ärgernis war die lieblose, mit viel Tamtam angekündigte einstündige Sondersendung im Mitteldeutschen Rundfunk (MDR). Statt bei im Vergleich zum Vorjahr reduzierter Übertragungszeit wenigstens gleich in die aktuelle Berichterstattung einzusteigen, kündigte ein farbloser Moderator Beiträge über den USV Jena und Turbine Potsdams Stürmerin Anja Mittag an, während im Hintergrund das aktuelle Spielgeschehen zu bestaunen war.

Mit Formulierungen wie „Wir haben noch ein wenig Zeit“ wurde zudem vor den Ausschnitten aus dem Viertelfinale suggeriert, man würde Spiele live übertragen. Die angekündigten „hochkarätigen Gesprächspartner“ entpuppten sich im Nachhinein als die beim Turnier üblichen Interviewgäste. Bei den Fans stieß die Sendung denn auch auf wenig Gegenliebe.

Langeweile statt Spannung
„Der Bericht zum Hallenpokal im MDR war die reinste Zumutung“, schimpfte ein User in einem Frauenfußball-Forum, während ein anderer meinte: „Das war im neuen Jahr die bislang schlechteste Sportsendung.“ Der Kommentator sei unwissend, aber phrasenreich gewesen, die Bildschnitte katastrophal, man habe kaum einen Eindruck vom Spielgeschehen vermitteln können. Auch der Überblick sei durch die kurzen Zusammenfassungen der Vorrunde abhanden gekommen.

Und so verkam ein hochwertiger, spannender Turniertag medial für die 120.000 gemessenen Zuschauer vor den TV-Geräten zu einem recht langweiligen Aufguss aus der Konserve, der nur wenig dazu angetan war, sie zu animieren, im kommenden Jahr vielleicht selber einmal das Turnier zu besuchen. Doch auch vor Ort waren nicht alle Zuschauer begeistert.

Wo waren die Topstars?
So suchte man in der Bördelandhalle beim „Stelldichein der Stars“ vergeblich nach Weltmeisterinnen wie Birgit Prinz, Kerstin Garefrekes oder Frankfurts prominenten Neuzugang Nadine Angerer, die den Glanz der Veranstaltung hätten erhöhen können, aber durch ihr Fernbleiben glänzten. Eine verpasste Chance, die Identifikation der Zuschauer mit den Topstars in der Halle und auch an den Fernsehschirmen zu vergrößern. Und eine Ohrfeige für Veranstalter, DFB und vor allem einige weit gereiste Fans gleichermaßen.

Was bleibt, ist die Erkenntnis: Es gibt noch viele Baustellen, will man den Frauenfußball in Zukunft weiter nach vorne bringen.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

20 Kommentare »

  • Ruhrschnellweg sagt:

    Da ich den letzten Satz so bedeutend finde, wiederhole ich ihn einfach noch mal:
    „Was bleibt, ist die Erkenntnis: Es gibt noch viele Baustellen, will man den Frauenfußball in Zukunft weiter nach vorne bringen.“

    Momentan habe ich das schlimme Gefühl, dass der FF vielleicht noch nicht einmal stagniert… Jedenfalls werden die Spiele auch in der BuLi nicht gerade von Mengen, deren Umfang den Rahmen sprengen könnte, heimgesucht (für mich das Hauptproblem); Medien, die jeden Anlass nehmen den FF zu ignorieren (Eurosport die ruhmreiche Ausnahme), und die Verantwortlichen der Vereine schnappen auch nicht gerade über vor Freude über die vielen neuen Sponsoren… nebenbei warte ich noch, dass eine der vielthematisierten Kooperationen mit Großvereinen zu mehr führt als eine Umbenennung…

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  • djane sagt:

    Klasse Artikel Markus, der im wesentlichen genau das zusammenfasst, was ich bisher auch gehört bzw. empfunden habe. Die MDR Sendung habe ich nach einer halben Stunde abgeschaltet, das reichte dann wirklich an Plattitüden. Als weiteres Ärgernis könnte noch der hängende dfb-Liveticker genannt werden, die Ergebnisse trudelten teilweise erst über ne halbe Stunde nach Spielende ein. Gerade WEIL das Turnier nicht im TV übertragen wurde, hätte man sich dort etwas mehr Mühe geben sollen- wie sollen die Fans das Geschehen denn sonst verfolgen ?
    Ferner finde ich es ja gut, wenn die WM-Botschafterinnen Lingor & Co vor Ort Autogramme geben und für die WM werben, aber warum hat man denn keine der prominenten 11 Sonderbotschafterinnen (Nena oder U. Folkerts, Monica Lierhaus schließe ich jetzt mal ausdrücklich aus!), die bei der Verkündung der WM Städte vorgestellt wurden, zum Turnier eingeladen ? Da ein guter Teil der Damen in Berlin lebt, wäre der Weg jetzt nicht so weit gewesen und sie hätten noch zusätzlich für etwas „Glanz in der Hütte“ sorgen können.
    Fragen über Fragen, und obwohl ich das Gefühl habe, daß Steffi Jones einen echt guten Job macht, gibt es in der Tat noch ne Menge zu tun, um die WM 2011 in den Fokus zu rücken- schade, daß eine gute Chance bereits vergeben worden ist.

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  • Yvonne sagt:

    Ja, klasse aRtikel, der alles zusammenfasst und ich kann die Punkte nur unterstützen.
    Der DFB wollte ein großes Turnier, aber damit hat es nicht geklappt, bleibt zu hoffen, dass der große Verband selbstkritisch genug ist, um Dinge umzubauen.
    Ich fand es einfach daneben und hatte das Gefühl, dass der DFB sich selber repräsentiert hat, dann seine Sponsoren, aber nie den Frauenfußball …

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  • Conny68 sagt:

    @Markus
    Ich schließe mich dem Lob an – ein hervoragender Artikel.

    @djane
    In der Tat ist die Frage, warum nicht mehr Prominenz – hier die Sonderbotschafterinnen – eingeladen wurden. Prominente ziehen nun mal Publikum an, das ist einfach so.

    Ich meine, man muss aus so einem Turnier – vom Marketingaspekt her – mehr tun. Da stellt sich natürlich die Frage, wer ist überhaupt für das Marketingkonzept zuständig und wie hoch ist der finanzielle Rahmen dafür?

    Ich war leider nicht vor Ort – gab es denn z.B. Verkaufsstände mit Triktos und anderen Utensilien der Frauennationalmannschaft oder von Bundesligavereinen, Infostände, Autogrammstunden, Wettbewerbe – z.B. Geschwindigkeitsschießen usw. Ein gelungenes Rahmenprogramm ist fast genauso wichtig, wie das eigentliche Turnier.

    Ein bißchen Zeit bis 2011 haben wir ja noch…aber Zeit lassen kann man sich sicherlich nicht mehr!

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  • Bernhard sagt:

    Markus, Conny68, djane etc.
    Ich frag mal ganz direkt: Warum wart ihr nicht in Magdeburg?

    Was hätte Euch hingelockt? Wärt Ihr nach Sinsheim, Essen oder sonstwo hingefahren?

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  • djane sagt:

    @Bernhard, nach Sinsheim wäre ich gefahren, nach Essen wohl auch nicht. Und MD ist über 500km von mir entfernt, da das Turnier nur einen Tag ging, hätte sich das einfach nicht gelohnt.

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  • Bernhard sagt:

    @djane: Ich vermute, das ging einigen so.

    Aber: Wenn alle Stars vor Ort sind, das TV super berichtet und die Halle rappelvoll ist, überzeugt man neue Fans vom Frauenfußball. Für überzeugte FF-Fans sollte das doch nicht nötig sein. Blos: Wenn selbst diese Fans nicht kommen, weils zu weit weg oder zu kurz ist, zeigt das: Offenbar ist der Hallencup doch nicht so interessant?

    Für mich als Fan habe ich zwei Sichtweisen:
    Eine, die am Wohle des Frauenfußballs interessiert ist. Da ist tolle Halle-TV-Stars wichtig.
    Noch viel wichtiger ist mir aber die Leidenschaft für ein ein einzelnes Frauenfußballteam. Da fiebere ich mit, egal wie voll die Halle ist, was im TV dazu kommt oder ob Stars anwesend sind.
    Wenn mein Team vor 1000 Zuschauern gewonnen hätte und kein Star und TV da gewesen wäre, ich wäre hoch zufrieden gewesen.

    Es gibt wohl zu wenige Hardcore-Fans, die ihr Frauenteam unterstüzen, egal wo und welche Wege zu gehen sind. Denn im Kern unterstützen Fans nicht den Frauenfußball an sich, sondern ihr Team, ihren Verein.

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  • djane sagt:

    Deswegen wäre ja eine gut Präsentation via TV so wichtig gewesen. Was ich aus Foto’s (!) und den Spielständen entnommen habe, wurde toller und vor allem attraktiver Fußball geboten- was man ja von normalen BuLi-Spielen oft nicht unbedingt behaupten kann. Um so mehr tut es mir auch für die Spielerinnen leid.

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  • Markus Juchem sagt:

    Das sehe ich auch so, djane. Mit der mäßigen TV-Übertragung hat man die größte Chance verpasst, den Frauenfußball ins rechte Licht zu rücken. Und dass man etwa keinen der WM-Promis aufgeboten hat, muss man auch nicht verstehen.

    @Bernhard: Da ich frühestens Freitagabend in München los gekommen wäre, war es mit DB kaum auf vernünftige Weise zu schaffen gewesen, Samstagfrüh um 10 Uhr in der Bördelandhalle zu sein bzw. am Abend zurück nach München zu kommen.

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  • Conny68 sagt:

    @Bernhard: Ganz ehrlich, von München aus war es mir nach Magdeburg zu weit – das selbe Argument gilt auch für Essen und Sinsheim. Deswegen wäre eine qualitative und längere TV-Übertragung natürlich interessant gewesen.

    @Bernhard: Na klar, wenn ich Fan einer bestimmten BULI-Mannschaft wäre, dann nimmt man auch solche Strecken in Kauf.
    Ich habe hier Bayern München vor der Nase und schaue mir die Spiele ab und zu auch an. Aber ich bin leider nicht der große Fan des FC Bayern München – sondern objetive Zuschauerin. Ich will einfach guten Fußball sehen und natürlich auch die gegnerischen Teams, die ja oft mit Nationalspielerinnen anreisen. Ich gebe Dir recht – die Mannschaften haben viel zu wenig echte Fans, Fanclubs usw. Aber das bleibt schwierig, solange auch das Medieninteresse so gering bleibt, denn woher erhält man akutelle Informationen, bewegte Bilder usw., wenn man halt weiter weg vom nächsten Bundesligaverein wohnt?

    Ich würde mir sehr gerne öfters ein BULI-Spiel anschauen, aber das funktioniert selten und das hat folgenden Grund: Bayern München spielt Sonntagmorgen um 11.00 Uhr in Aschheim. Wenn man aber selbst Fußball spielt oder Trainerin ist oder Angehörige von Spielerinnen, dann steht man um diese Zeit auf einen anderen Fußballplatz, bei einer Kreisliga, Bezirksliga oder Bezirksoberligamannschaft. Die meisten Frauenteams spielen inzwischen Sonntagmorgen. Das hat sicherlich mit der Berufstätigkeit vieler Frauen am Samstag zu tun.
    Ein Bundesligaspiel Sonntag um 11.00 Uhr anzusetzen, halte ich deshalb für schwierig, da doch die meisten Fans des Frauenfußballs aus der Frauen- und Mädchenfußballszene kommen. Aber für die aktiven Frauen und Mädchen ist erst einmal das eigene Spiel wichtig – und das ist ja auch gut so.

    Ich könnte mir vorstellen, dass diese ungünstigen Spielansetzungen ein Grund dafür sind, dass der FC Bayern München, trotz hervorragender Leistungen, nicht das Zuschauerinteresse erhält, was sich die Mannschaft inzwischen verdient hätte. Ich weiß nicht, wie es bei anderen Mannschaften ist – aber ich bin mir sicher, dass mit einer Spielansetzung am frühen Sonntagnachmittag (14.00/14.30 Uhr) oder vielleicht sogar am Samstag um 14.00/14.30 Uhr mehr Zuschauer/innen erreicht werden.

    Mehr Zuschauer/innen bei den BULI-Spielen muss ja das Ziel sein, um das Medieninteresse zu bekommen – auch wenn es umgekehrt vielleicht auch gehen würde. Aber so funktioniert der Markt nun mal nicht.

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  • spoonman sagt:

    Ich muss noch mal sagen, dass ich die Aufregung in diesem Fall überhaupt nicht verstehe.

    Hallenfußball hat mit Fußball ungefähr so viel zu tun wie Federball mit Tennis. Hallenfußball (wie man ihn in Deutschland kennt) ist international völlig bedeutungslos. Warum sollte eine solche Randerscheinung irgendein Gradmesser für den Entwicklungsstand des Frauenfußballs sein? Und warum hätte der MDR ausführlicher von einem Turnier berichten sollen, bei dem nur ein einziger Verein aus dem eigenen Sendegebiet dabei war, der noch dazu als Bundesliga-Aufsteiger am Tabellenende steht? Irgendwie sehe ich da die Relevanz nicht.

    Wie ich an anderer Stelle schon geschrieben habe: Der DFB sollte diesen Hallenpokal, der nur eine Sackgasse sein kann, möglichst schnell einstampfen und sich lieber in anderer Form für die weitere Förderung des Frauenfußballs engagieren.

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  • Markus Juchem sagt:

    @spoonman: Meiner Meinung nach geht es im Vorfeld der WM 2011 darum, die Kräfte zu bündeln und Turniere wie den DFB-Hallenpokal, wie bedeutend oder nicht bedeutend sie auch sein mögen, als bestmögliche Plattform für PR- und Marketing-Aktivität für den Frauenfußball zu nutzen.

    In diesem Sinne hat man eben in Kombination mit einer möglichen Live-Übertragung im Fernsehen mehrere Chancen liegen lassen. Ich denke schon, dass gerade ein Hallenturnier aufgrund seiner besonderen Eigenheiten dazu geeignet ist, neue Besucher und Fankreise zu erschließen und so manches Vorurteil gegenüber Frauenfußball abzubauen.

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  • spoonman sagt:

    @ Markus: Was das Bündeln der Kräfte angeht, bin ich mit dir einer Meinung. Aber dazu wäre es meiner Meinung eben dienlicher, den Hallenpokal abzuschaffen und sich auf die bessere Vermarktung von Bundesliga und DFB-Pokal zu konzentrieren. Wenn man sich um mehr TV-Präsenz bemühen will, sollte man z.B. mal versuchen, ein Topspiel der Bundesliga live ins Fernsehen zu hieven. Oder die Halbfinals im DFB-Pokal.

    Es mag sein, dass ein Hallenturnier (in begrenztem Maße) Zuschauer anziehen kann, aber das gilt dann wohl doch eher für die Fans vor Ort in der Halle, die wirklich nahe am Geschehen sein können. Im Fernsehen ist die kurze Blütezeit des Hallenfußballs längst vorbei, und ich glaube nicht, dass die Frauen es schaffen werden, das wiederzubeleben, was bei den Männern so gut wie beerdigt ist.

    Und, wie gesagt: Wenn man das Turnier dann noch dort austragen lässt, wo keiner der teilnehmende Vereine zu Hause ist und wo gerade mal ein Teilnehmer überhaupt aus dem Sendegebiet des zuständigen ARD-Senders kommt, muss man sich über mangelnde TV-Präsenz nicht wundern.

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  • Markus Juchem sagt:

    Über Sinn und Unsinn des DFB-Hallenpokals kann man sicherlich diskutieren, so lange es das Turnier aber gibt, sollte man es auch entsprechend vermarkten. Natürlich wäre es besser, ein Bundesligaspiel oder DFB-Pokalspiele live im Fernsehen zu sehen.

    Aber dazu kann man die Fernsehsender nicht verdonnern, solange das Zuschauerinteresse derart gering ist, dass nur ein paar Hundert sich ins Stadion verirren, darf man auch nicht nach Übertragungen schreien. Die Vergabe eines Hallenturniers hätte man aber sehr wohl an eine Verpflichtung zur Live-Übertragung koppeln können. Ich sehe den Hallenfußball nich so negativ wie Du und halte in schon für ein unterhaltsames Spektakel.

    Probleme machen eher die Terminierung im immer enger werdenden Terminplan. Aber da müsste man auch mal andere Termine und Turniere hinterfragen, wie etwa den Algarve Cup oder diverse Lehrgänge.

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  • moya sagt:

    Die Frage nach der internationalen Bedeutung von richtigem oder falschen Hallenfußball ist in dem Zusammenhang doch völlig nebensächlich. Die Däninnen, Norwegerinnen und Schwedinnen schienen in Jöllenbeck jedenfalls nicht abgeneigt zu sein, nach diesen Regeln der Kunst mitzubolzen. Und die deutschen Spielerinnen und TrainerInnen haben bisher auch nicht rumgejammert.
    Warum der DFB-Hallenpokal so eine verpasste Chance war, ist ja hier schon hinlänglich begründet worden. Ich selbst kann nur nochmal wiederholen, dass man gerade mit dem schnellen Geschehen in der Halle, den bekannten Namen, der Anwesenheit aller BuLi-Vereine auf einmal, den deutschen Frauenfußball ordentlich hätte vermarkten können. Es geht niemandem darum, in Zukunft bei Futsal-Wettbewerben mithalten zu können. Besorgniserrengend ist einfach, dass der deutsche Frauenfußball auf dem Silbertablett dargeboten wurde und das TV hat nicht zugegriffen. Jeder kann nachvollziehen, dass die Kapazität nicht da ist, zu jedem Bundesligaspiel die Saison über ein Kamerateam zu schicken und eine Übertragung anzubieten. Hier spielen aber alle Leut zur gleichen Zeit am gleichen Ort. Wenn dafür keine öffentlich-rechtliche Übertragung mit auch nur einem Funken ehrlichen Interesse rausspringt, wie soll das bei den 90min echten Rasenfußballs jemals besser werden?

    Naja, ich bin ja mal gespannt auf das Freundschaftsspiel gegen Brasilien, wo auf wundersame Weise Zuschauerrekorde gebrochen werden sollen. Da hat die Marketingabteilung sich ja ne Aufgabe gestellt (bekommen) und wir können miterleben, ob sie dazu in der Lage sind, ihre Ziele zu erreichen.

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  • Marcel sagt:

    Naja vielleicht sollte man trotz der ganzen Kritik Magdeburg noch eine Chance geben in Bonn war der Hallenpokal ja auch nicht von vornherein ein Hit und alle wichtigen Turniere in NRW zu veranstalten nur weil da das Interesse an FF höher ist kann ja auch nicht Sinn des ganzen sein man will ja auch andere für den FF begeistern.

    Was mich eher aufregt ist der DFB wo man anscheinend das Interesse am FF überschätzt wo man ja davon ausging das die Halle ausverkauft sein wird und dann wieder zurück rudert ,man hat ja nicht mehr erwartet.Auch beim Spiel gegen Brasilien bezweifle ich das dieser Rekord fallen wird ich habs glaub schon mal geschrieben hier, man hat den Eindruck beim DFB die denken das wird alles von alleine laufen.Mit ein paar Trailern auf DFB.TV und nen Weihnachtsmarktstand mit Silke Rottenberg ist es wohl kaum getan um die Karten ans Volk zu bringen.

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  • Pennywise sagt:

    Lieber DFB…
    2 Jahre vor DEM Ereignis im Frauenfußball im eigenen Land so eine miserable Veranstaltung zuzulassen, ist peinlich…! Das eingetretene Ergebnis dieres Turniers haben viele FF-Fans vorrausgesehen. Wenn die es schon wissen, warum weiß es der DFB nicht? Was sitzen da für Kurzdenker? In dieser Werbephase für die WM bitte keine Experimente. Städte mit viel besserem FF-Publikumsbezug und angemessener Halle gibt es genug.
    Die FF-Gemeinde ist zwar klein aber sehr interessiert an ihrem Sport. Da dulden wir keine solch‘ schlecht und offensichtlich unüberlegten Strategien.

    Dass prominente Spielerinnen, die sich nach eigenen Worten enorm auf die WM im eigenen Land freuen, eine der wenigen Möglichkeiten zur FF-Präsentation nicht besuchen, führt zu Unglaubwürdigkeit. 2 Stunden Anwesenheit zeigen…hätte ja durchaus gereicht. Klappern gehört halt zum Handwerk.
    Bei mir persönlich bleibt eher der Eindruck, die „jungen Wilden“ aus München, Potsdam und Duisburg sind emotional weitaus mehr dabei. Schade, dass das von SN nicht belohnt wird.

    Das muss alles mal viel besser koordiniert werden. Da muss mal ZUG rein…

    Nun, die Hoffnung stirbt zuletzt.

    Gruß an alle!

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  • Pinguin sagt:

    Dass ich die FF-Marketing-Versäumnisse des DFB unerträglich finde, habe ich ja schon in dem ein oder anderen Beitrag geäußert,
    und den vielen treffenden Kommentaren hier braucht man eigentlich nichts hinzuzufügen …
    Zwei Jahre vor der WM gerät der dt. FF durch eklatant mangelnde Chancenverwertung in PR / Medienarbeit des DFB schon ins Hintertreffen.
    Welche dem FF eher fernstehenden Sportinteressierten auch immer man trifft und danach befragt – sie würden, ohne selbst zu einem Livespiel zu gehen, sich gerne Hallenpokal, Pokal oder BuLi im TV ansehen (und irgendwann käme dann auch das Interesse daran, mal live dabei zu sein).
    Nur: man lässt sie einfach nicht …

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  • Markus Juchem sagt:

    Der DFB-Hallenpokal wird auch 2010 in Magdeburg stattfinden. Leider…

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  • Detlef sagt:

    Lieber Markus, ich bin Dir unendlich dankbar, daß Du diesen Link benutzt hast!!!
    Wenn man sich Deinen Beitrag so durchliest, und all die Kommentare, dann weiß man erst richtig, welche große Chance vertan wurde!!!
    Mir geht es hier gar nicht um den Hallenpokal, oder dessen Austragungsort, sondern um die Situation des FF, und die Euphorie, mit der die WM im eigenen Land, als Katalysator für das Pushen des FF im Allgemeinen, vorbereitet werden sollte!!!
    Dieser Bericht ist bis fast auf die Minute genau Zwei Jahre alt!!!
    Was hat sich seit dem im Vereinsbereich positiv verbessert???
    Was ist aus all den PR-Träumen geworden, der verstärkten Präsenz im ÖR-TV???

    Diese WM hätte wirklich eine Chance sein können!!!
    Aber diese Chance wurde nicht genutzt!!!

    Jetzt ist es dafür leider zu spät!!!
    Denn fünf Minuten vor Zwölf braucht man dann auch nicht mehr damit anzufangen, den FF und seine Akteure bekannter zu machen!!!

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