Mädchenfußball in Österreich soll stärker gefördert werden

Von am 24. Januar 2009 – 0.31 Uhr 1 Kommentar

Der Mädchenfußball in Deutschland verzeichnet jedes Jahr hohe Zuwachsraten und neue Rekordzahlen bei den Neuanmeldungen im Deutschen Fußball-Bund (DFB). Im Nachbarland Österreich hinkt man der Entwicklung hinterher, doch auch hier nehmen die Bemühungen stetig zu. Im Frühling startet in Österreich die erste Mädchenfußball-Liga. Mit dem Ziel, jungen Mädchen den Fußball schmackhaft zu machen.

Eine Kooperation aus österreichischem Fußball-Bund (ÖFB), dem Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur und dem Bundeskanzleramt stand Pate für die Gründung der Postliga Mädchenfußball unter der Leitung der ÖFB-Frauenfußball-Beauftragten Isabel Höchstöger und dem niederösterreichischen Landesreferenten für Mädchenfußball, Karlheinz Piringer. Als Sponsoren konnten die Österreichische Post AG und der Sportartikelhersteller PUMA gewonnen werden.

Mehr als 100 Schulen nehmen an Mädchenfußball-Liga teil
104 Schulen aus nahezu allen österreichischen Bundesländern werden am Turnier teilnehmen, die Mehrheit wird Niederösterreich mit 43 Schulen stellen. Die acht Landessieger (Oberösterreich nimmt noch nicht teil) werden vom 15. bis 18. Juni 2009 in St. Pölten um den Titel des Bundesmeisters kämpfen. Gespielt wird mit sieben Spielerinnen pro Team im Halbfeld jeweils 2×30 Minuten auf zwei Meter hohe und fünf Meter breite Kleinfeldtore. Bis Weihnachten konnten sich interessierte Schulen anmelden. Um ein Team zu stellen, benötigt man mindestens sieben Mädchen, die am 1. Januar 1995 oder später geboren worden sind.

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Die Ziele der Arbeitsgemeinschaft Postliga Mädchenfußball sind vielschichtig. So soll mit dem Projekt nicht nur der zunehmenden Bewegungsarmut  Jugendlicher begegnet werden, vor allem soll die Begeisterung unter den jungen Mädchen geweckt werden und sie sollen im Zuge der Förderung des Mädchen- und Frauenfußballs an die Vereine herangeführt werden. Nicht nur als Spielerinnen, sondern auch als potenzielle Trainerinnen oder Schiedsrichterinnen. So soll nach und nach der Anteil der Fußball spielenden Frauen erhöht werden, der derzeit im ÖFB weniger als zwei Prozent beträgt. Von den rund 600.000 gemeldeten Aktiven in Österreich sind nur knapp 10.000 weiblich. Im Vergleich dazu liegt der Frauenanteil in den im Fußball-Weltverband (FIFA) organisierten 207 Nationalverbänden insgesamt bei etwa zehn Prozent.

Wachsenden Bemühungen
Bereits im vergangenen Jahr hatte es in Österreich im Zuge der EURO 2008 verstärkte Bemühungen gegeben, der Entwicklung des Frauenfußballs mehr Schwung zu verleihen. So nahmen etwa 250 Mädchen an acht zweistündigen Schnupper-Workshops im Rahmen des Projekts „TorChance 2008“ teil, die von Trainerinnen des Salzburger Fußballverbands in allen Bezirken durchgeführt wurden. Ende Juni fand ein großes Abschlussturnier mit über 90 Mädchen aus dem gesamten Bundesland statt, das ein voller Erfolg war.

„Projekte wie TorChance08 sind wichtige Gelegenheiten für Mädchen, den Sport überhaupt mal zu erleben und so vielleicht eine neue Leidenschaft zu entdecken“, ist sich Bayern Münchens österreichische Nationalspielerin Nina Aigner sicher. Darüber hinaus gab es 2008 am Pfingstwochenende unter dem Motto „Ich steh im Tor und er dahinter“ das bisher größte internationale Frauen- und Mädchenfußballturnier in Österreich, an dem insgesamt 30 Teams mit 500 Spielerinnen aus Österreich, Deutschland, Ungarn, Polen, Italien und er Slowakei teilnahmen.

Raus aus dem Abseits
Doch es ist noch lange nicht alles Gold, was glänzt. Die Wiener Stadträtin Katharina Cortolezis-Schlager beklagte sich im vergangenen Sommer: „Im Gegensatz zu Deutschland, wo die weibliche Nationalmannschaft zweimal den Weltmeisterinnentitel geholt hat, wird Mädchenfußball bei uns von der Stadt viel zu wenig gefördert, obwohl bereits jeder zweite Fußballspieler weiblich ist. Wien hinkt in der Sportförderung hinter dieser Entwicklung massiv nach und stellt Frauenfußball finanziell ins Abseits.“ Doch das soll sich in Zukunft ändern. Die Postliga Mädchenfußball ist ein Schritt in die richtige Richtung.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

1 Kommentar »

  • Maximilian sagt:

    ch denke auch dass mädchenfußball gefördert werden soll weil ich eine schwester habe die in FC wels spielt und fast so gut ist wie ich!!!! Ich spiele selber beim LASK und in der LAZ auswahl und lehrne meiner schwester viel!!!
    Hoch auf MÄDCHENFUßBALL!

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