1. FFC Turbine Potsdam gewinnt DFB-Hallenpokal

Von am 24. Januar 2009 – 16.48 Uhr 9 Kommentare

Der 1. FFC Turbine Potsdam hat wie schon im Vorjahr den DFB-Hallenpokal gewonnen. In der Bördelandhalle von Magdeburg bezwangen die Potsdamerinnen vor der enttäuschenden Kulisse von 3.200 Zuschauern im Finale den Hamburger SV mit 2:1. Der 1. FFC Frankfurt, Triple-Sieger der Vorsaison, schied nach drei Niederlagen bereits in der Vorrunde aus.

Die Treffer für die Potsdamerinnen erzielten Leni Larsen Kaurin und Isabel Kerschowski, für die Hamburgerinnen traf Daniela Schacher. Das Team von Trainer Bernd Schröder durfte sich über den zweiten Erfolg in Serie und neben dem jeden Team zustehenden Antrittsgeld von 10.000 Euro über ein Sieger-Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro freuen. Dabei hatte Turbine nach drei Unentschieden nur als zweitbester Gruppendritter der Vorrunde den Sprung in die nächste Runde geschafft. 

Frankfurt scheitert in Vorrunde
Anders lief es für den in dieser Saison strauchelnden 1. FFC Frankfurt. Für die Frankfurterinnen war in diesem Jahr bereits vorzeitig Endstation, nach drei Niederlagen gegen den den SC 07 Bad Neuenahr, den Herforder SV und den FCR 2001 Duisburg scheiterte man bereits in der Vorrunde. In Gruppe A hatte sich der FC Bayern München mit fünf Punkte aus drei Spielen punktgleich vor dem SC Freiburg durch gesetzt.

Anzeige

In Gruppe B dominierte der FCR 2001 Duisburg mit drei Siegen klar das Geschehen, auf Platz 2 und 3 zogen der SC 07 Bad Neuenahr und der Herforder SV als bester Gruppendritter in die nächste Runde ein. In Gruppe C hatte der Hamburger SV die Nase vorne, vor der SG Essen-Schönebeck und dem 1. FFC Turbine Potsdam, der als zweitbester Gruppendritter weiter kam.

Viertelfinal-Aus für München und Duisburg
Bundesliga-Spitzenreiter FC Bayern München musste sich im ersten Viertelfinale in einer hart umkämpften Partie Titelverteidiger Potsdam mit 3:4 geschlagen geben.

Auch für die Duisburgerinnen, in der Vorwoche noch Sieger des Turniers in Jöllenbeck, kam das frühzeitige Ende, gegen die SG Essen-Schönebeck setzte es ein 1:3 nach Neunmeterschießen.

Die Essenerinnen waren ihrerseits beim 0:4 im Halbfinale gegen Turbine Potsdam ohne Chance. Überraschungsteam SC 07 Bad Neuenahr musste sich dem HSV im zweiten Halbfinale ebenfalls deutlich mit 1:4 geschlagen geben.

Tags: , , , ,

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

9 Kommentare »

  • Yvonne sagt:

    was war das heute für ein Totentanz in dieser riesenHalle da?!
    aber Hauptsache, der DFB kann sich gut präsentieren …
    einfach grausam und drei Klasen schlechter als in Bonn !!
    Für nächstes Jahr schlage ich die Bielefelder SeidenstickerHalle vor, die ist etwas kleiner 😉

    (0)
  • LP sagt:

    Ich fand die Halle auch absolut […]! Viel zu riesig und nur für Potsdam und evtl. Wolfsburg gut zu erreichen.
    Die einzigen die mal Stimmung reingebracht haben waren die Potsdamfans (Heimspiel halt^^). Aber die Atmosphäre wollte einfach nicht aufkommen. 3.500 Leute in einer 5000ner Halle… naja. Nochmal werd ich nicht so weit fahren.
    Bonn war um Längen besser die letzten Jahre!

    @Yvonne: Bielefeld? Naja, hauptsache nicht mehr Magdeburg! Aber auf der Pressekonferenz war Frau Ratzeburg so begeistert, dass es wohl auch 2010 dort stattfindet *rolleyes*. :-!

    Dieser Kommentar wurde von der Redaktion in Übereinstimmung mit den Womensoccer-Leitlinien editiert. Die editierten Stellen wurden mit Auslassungszeichen […] markiert.

    (0)
  • LP sagt:

    @Markus: Da fehlt ein „und“ in deinem Text.

    „..auf Platz 2 und 3 zogen der SC 07 Bad Neuenahr /UND/ der Herforder SV als bester Gruppendritter in die nächste Runde ein.“

    (0)
  • Brandy74 sagt:

    Ich finde 3200 für die erste Austragung nicht schlecht,immerhin 700 mehr als in Bonn. Und wer kann sagen,ob in Bonn (wenn die Halle dort größer) wäre,auch 700 Fans mehr gekommen wären ? Es muß sich ja auch erst mal eine Tradition entwickeln,es waren einige Fans da,die sonst nicht zum FF gehen, die bringen dann nächstes jahr halt einen anderen mit ect.
    Man kann auch noch 10 Jahre in en Bonn spielen und sich damit brüsten,dass die halle ausverkauft ist,aber damit bleibt dem FF ja gar kein Raum sich überhaupt weiter zu entfalten und bleibt immer einer kleinen elitären Fanschar vorenthalten. Immer am altbewährten Festhalten ist in meinen Augen Rückschritt.
    Deshalb bin ich auch für eine Abkopplung des Pokalendspiels. zu den Frauenländerspielen kamen vor 10 Jahren auch deutlich weniger Zuschauer als heute und wahrscheinlich wird es erst mal eine Zeit dauern,bis sie ein alleiniges Pokalendspiel der Frauen etabliert,aber mir ist ein Spiel vor 3000 Leuten in einem 20.00 Stadion lieber,als 3000 in einem 80.000 als Anhängsel.

    (0)
  • LP sagt:

    @Brandy74: Zum Pokalspiel muss ich dir da Recht geben.

    Zur Halle kann ich nur sagen, dass man sich trotzdem nicht damit brüsten sollte, wie toll gestern alles war. Es kam keine wirkliche Stimmung auf und der Moderator musste in jedem Spiel (außer denen mit Potsdam halt) die Fans auffordern sich bemerkbar zu machen, was schon irgednwie komisch und peinlich ist…. – zumal die Stimmung dennoch ausblieb. Die Veranstalter haben ihre Sache alles in allem schon gut gemacht, dennoch denke ich, dass die Anreise für die meisten (nicht gerade Turbine Fans, welche ja eigntl. den Großteil ausmachten wegen der „guten Lage“) nicht gerade einfach war.
    In Bonn war zum Vergleich die Halle immer ausverkauft und es herrschte eine geile Stimmung, wohingegen (zumindest die Vorrunde) gestern stimmungstechnisch einer Beerdigung gleichkam. Ich wäre da eher für eine (durchgehende) gute Stimmung etc. anstatt „Fortschritt“ aus Sicht des DFB in neueren, größeren, moderneren Hallen, bzw. müsste man das das nächste Mal irgendwie kombinieren und meiner Meinung nach ist Magdeburg der falsche Standort – aber jedem seine Meinung. 😉

    (0)
  • Brandy74 sagt:

    @LP: Klar gibt es noch einige Sachen zu verbessern,das ist keine Frage, aber für die Stimmung sind die Fans immer noch selbst verantwortlich und bei den wirklich spannenden Spielen waren alle in der Halle mit dabei,gleich welcher Fangruppe man angehört hat.
    Wie schon gesagt,ne 2500 auszuverkaufen ist halt kein Problem mehr,dafür willst du dann dieses Jahr 700 Fans,nächstes Jahr vielleicht schon 1000 Fans mehr aussperren,die auch gerne gucken würden…

    (0)
  • LP sagt:

    Ähm entschuldige, aber wo haben bei den spannenden Spielen alle mitgemacht und waren begeistert? Das war bei den Partien mit Potsdam-Beteiligung der Fall oder Duisburg und es gab die One(vllt. auch three)-man-show aus Essen, aber das war es doch im Endeffekt! Der Moderator hat jedesmal die Trauerstimmung durch Animation der Fans unterbrochen, aber viel war da ja nun wirklich nicht. Aber ich lasse jedem seine Meinung, nur mein Fazit ist, dass die Stimmung einfach daneben war. Ich hab es nicht genießen können wie in den Jahre zuvor!

    (0)
  • Markus Juchem sagt:

    Danke, LP, habe das „und“ ergänzt.

    (0)
  • Michael Rudolph sagt:

    Der Frauenfußball sollte sich nicht schon wieder selbst tot reden. Von Totentanz, Pleite, Beerdigung würde ich bei 3.200 Zuschauern (5.000 durften rein) in der Bördelandhalle nicht sprechen. Auch die Halle ist für das Event eigentlich ganz schön (eine Steigerung zu Bonn aber auch nicht zu groß). Und die Stimmung war in Ordnung! Bei spannenden Spielen und tollen Szenen ist das Publikum gut mitgegangen. Es waren viele Familien da und viel Fachpublikum, natürlich rauscht da nicht gleich jedes Mal die Welle rum. Ich kenne aber kaum ein Hallenturnier, bei dem das so ist. Und ich bin berufswegen oft bei Hallenturnieren unterwegs gewesen.

    Abseits der Standortdiskussion (Magdeburg ohne Bundesliga-Fußball und damit richtigen Lokalmatador auszuwählen ist sicher mutig gewesen, aber dort entwickelt sich mit dem Magdeburger FFC etwas und das könnte sich bestimmt noch steigern) möchte ich dennoch aus meiner Sicht drei Punkte aufzählen, die mir aufgefallen sind:

    – Es wurde zuletzt viel über die „Produktion von Stars“ auch im Frauenfußball gesprochen, aber der DFB setzt es auch nur mäßig um. Trotz eines ordentlichen Programmheftes hatte ich als Zuschauer keine Möglichkeiten mehr über die Spielerinnen zu erfahren. Im Pressebereich gab es Kaderlisten mit Namen und Rückennummern, aber nirgendwo gab es Hinweise auf das Alter, den Beruf, ob eine Spielerin Nationalspielerin ist oder nicht, usw. Aber genau so etwas braucht man, wenn sich die Zuschauer mit den Aktiven identifizieren sollen

    – Die Animation während der Spiele könnte verbessert werden, etwas mehr Musik und vielleicht eine Art Fachkommentar. Das Spiel muss ja nicht druchweg kommentiert werden, aber ein Hinweis, wer gerade den Lattenschuss abgegeben hat oder wer gerade am Boden liegt oder welche Vorgeschichte ein Spiel hat, oder das die Spielerin gearde aus Chile oder Neuseeland von der Weltmeisterschaft gekommen ist, oder dass hier die eine Banecki-Schwester die Tore am Fließband macht, während ihre Schwester mit Krücken auf der Tribüne mitfiebert oder dass Nationalspielerin Simone Laudehr trotz Schulter-OP-Reha wie der gesamte 25-köpfige Kader der Duisburgerinnen mit angereist ist (ganz im Gegensatz zum FFC Frankfurt), und und, und und … Solche Geschichten und Hintergründe zum Spielgeschehen wären ein toller Service für den Fan. Dazu muss dann der Hallensprecher auch ein bisschen aus der Szene sein. Aber mit ein bisschen Vorbereitung kann man da einiges zusammentragen.

    – Außerdem ist es auch dieses Mal verpasst worden, aus diesem Hallenpokal eine echte „Frauenfußball-Messe“ zu machen. Warum lädt man nicht auch alle Zweitligisten mit zwei bis drei Vertretern ein oder vielleicht sogar die Spitzenklubs der vier Regionalligen zum Turnier ein und schafft so die Voraussetzung für eine echte Kontaktbörse. In Magdeburg war leider genau das Gegenteil der Fall. VIP-Tickets, um sich mal für das eine oder andere Gespräch zurückzuziehen waren Mangelware. Und so kam es, dass sich sogar Fußball-Lehrerinnen wie Birte Brüggemann (Werder Bremen) und Doreen Meier (Bayer Leverkusen/Zweitliga-Trainerin!!!) beides Trainerinnen, die Nachwuchsnationalspielerinnen in ihren Kadern haben auf der Tribüne mit Kollegen, Auswahltrainern und Funktionären zum Austausch treffen mussten. Sogar auf offizielle Nachfrage hieß es zunächst, dass das VIP-Kontingent mit WM-OK und DFB-Vertretern voll sei. Also der Frauenfußball steht sich einfach zu oft selbst im Weg. Da fehlt zu oft etwas die Fantasie.

    Ich hoffe, dass ich mit dieser sachlichen Einschätzung den einen oder anderen Anstoß zu Verbesserungen geben konnte. Ich bin überzeugt, dass man den Frauenfußball oft schon mit ein paar Handgriffen und Ideen ein gutes Stück voranbringen kann. All zu zufriedene Bilanzen des DFB helfen dann aber auch nur bedingt weiter.

    Positive Dinge habe ich übrigens auch gesehen: Das Showprogramm wurde straff gehalten und war nicht überbordend langweilig (das kennt man auch anders), eindeutiger Höhepunkt war sicher wieder die Vorführung „Ballzauber“, Wahnsinn, was die jungen Mädchen der Region drauf hatten. Da war Fußball-Begeisterung pur in den Augen zu sehen und das sprang auch auf das Publikum über.

    (0)