Studie: Frauenfußball hat großes Zukunftspotenzial

Von am 21. Januar 2009 – 10.46 Uhr

Zum wiederholten Male ist eine Studie zu dem Ergebnis gekommen, dass der Frauenfußball enorme Wachstumschancen für die Zukunft hat. „Es wird für den Frauenfußball weiter deutlich nach oben gehen“, ist sich Jordi Queralt, Geschäftsführer der Agentur Experience, sicher, die zusammen mit dem Sport-Research-Berater IFM vorliegende Datenbestände auswertete und 3.000 Personen in sechs Austragungsorten der Frauenfußball-WM 2011 befragte.

Erste Ergebnisse des „Affinity Tracker 2009“ wurden am Dienstagabend in der Frankfurter Commerzbank-Arena veröffentlicht, in vollem Umfang wird sie im Rahmen der Sportartikel-Messe ISPO Anfang Februar in München vorgestellt.

In Deutschland spielen heute im Vergleich zum Jahr 2000 21 Prozent mehr Mädchen und Frauen Fußball, international ist ein Zuwachs von 19 Prozent zu verzeichnen. Erstmals weist die Mitgliederstatistik des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mehr als eine Million Mädchen und Frauen aus. Auch bei der Berichterstattung in den Medien sind Fortschritte zu erkennen. Die Sendedauer bei den Weltmeisterschaften nahm in den vergangenen vier Jahren um zwölf Prozent zu, die Reichweite wuchs um 27 Prozent.

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Zwanziger erwartet weitere Zuwachsraten
„Entscheidend ist, dass wir jedem Mädchen, das Fußball spielen will, auch künftig die Möglichkeit dazu bieten. Das ist für uns beim DFB ein Kernantrieb. Als Folge dieses Engagements entwickeln sich mediale und wirtschaftliche Plattformen, aber das ist sekundär“, so DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger. Zwanziger erwartet einen weiteren Boom bei den Mädchenfußball-Mannschaften. „Was ist wenn unsere Vereine den erwarteten Ansturm infrastrukturell nicht bewältigen können? Darüber müssen wir uns schon heute Gedanken machen.“ Im vergangenen Jahr hatte der Boom beim 1. FC Saarbrücken bereits für Probleme gesorgt.

Wachsende TV-Präsenz
Die Studie bestätigt das positive Image der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft, mit der 90 Prozent der Befragten „Teamgeist“ und 88 Prozent „unterhaltsame Spiele“ assoziieren. Die TV-Übertragungen der Länderspiele, mittlerweile auch im Juniorinnenbereich, sorgen dafür, dass Frauenfußball in der Rangliste der TV-Sendeminuten mittlerweile noch vor Ski-Alpin und Leichtathletik auf dem achten Rang liegt.

Imagedefizite der Frauenfußball-Bundesliga
Doch während die Beliebheit der Nationalmannschaft bei den Männern nur knapp über den Werten für die Liga und den DFB-Pokal liegen, klafft bei den Frauen noch ein großes Loch. Daran ändert auch nichts, dass in der vergangenen Saison erstmals mehr als 100.000 Zuschauer (117.000) in die Stadien kamen, immer noch weniger als 1.000 im Schnitt.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.