DFB-Pokalfinale: Endlich Schluss mit dem Vorspiel

Von am 20. Januar 2009 – 12.59 Uhr 16 Kommentare

„Schluss mit dem Vorspiel“, betitelte die Berliner taz bereits im Jahr 2007 ihr Plädoyer für ein eigenes DFB-Pokalfinale der Frauen abseits von Berlin. Im Hinblick auf die Frauenfußball-WM 2011 hat man sich beim Deutschen Fußballbund (DFB) nun dazu entschieden, ab 2010 den Frauen ihr eigenes Endspiel zu gönnen, um eine eigene Tradition aufzubauen und das Profil der Sportart zu schärfen. Wichtiger Schritt in die richtige Richtung, sagen die einen, eine verfrühte Abkoppelung, sagen die anderen. Wer hat Recht?

Richtig ist, dass mit dem Weggang aus Berlin wirtschaftliche Risiken verbunden sind. Die beiden Finalisten durften sich bisher über jeweils 70.000 Euro Zuschuss für die Vereinskasse aus den TV-Einnahmen freuen. Im Frauenfußball noch immer eine ganze Menge Geld. Zudem konnten Top-Vereine, wie der 1. FFC Frankfurt oder der FCR 2001 Duisburg, ihren Sponsoren dank der TV-Präsenz einmal im Jahr eine ganz besondere Bühne bieten. Mit drei bis vier Millionen Zuschauern an den Fernsehschirmen.

Unbefriedigende Situation
Dennoch wurde es sportlich mit der in den vergangenen Jahren wachsenden Bedeutung und Beliebtheit des Frauenfußballs immer unbefriedigender, im Berliner Olympiastadion von der Mehrheit nur als überflüssiges Beiwerk wahrgenommen zu werden. „Ich würde lieber in einem kleineren Stadion spielen mit Fans, die für uns da sind“, so Frankfurts Stürmerin Conny Pohlers nach dem 5:1-Sieg gegen den 1. FC Saarbrücken im Vorjahr stellvertretend für den wachsenden Unmut. Nur 1.250 Tickets erhalten die beiden Finalisten bisher aus dem Finalkontingent für ihre Fans. Und so verirrte sich bisher nur jeweils ein kleines Häuflein echter Anhänger nach Berlin, keine angemessene Würdigung für eines der wichtigsten nationalen Frauenfußball-Spiele des gesamten Jahres.

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Die Befürchtungen, das DFB-Pokalfinale würde in Zukunft nicht mehr live im Fernsehen zu sehen sein oder zumindest im Regionalprogramm verschwinden, sind überzogen. Denn im Jahr vor den Titelkämpfen im eigenen Land sollte es im eigenen Interesse der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ARD und ZDF liegen, Begeisterung für die bevorstehende WM 2011 zu wecken. Zudem ist es nun möglich, sowohl in puncto Austragungstermin als auch Sendezeit eine zuschauerfreundlichere Lösung zu finden, als den Samstagnachmittag. Schwieriger dürfte da schon die Wahl des geeigneten Austragungsort werden, zumindest, wenn man das Finale jedes Jahr am selben Ort austragen will, eine Lösung, die derzeit vom DFB offenbar bevorzugt wird.

Gute Chancen für Nordrhein-Westfalen
Der Endspielort soll nach Angaben von DFB-Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg „weder im äußersten Norden noch im äußersten Süden liegen“ und „aus allen Richtungen“ gut zu erreichen sein. Hier dürfte es zwei Szenarien geben: Entweder man wählt einen Austragungsort, in dessen Nähe der Frauenfußball bereits über gewachsene Struktur und Tradition verfügt, wie etwa in Nordrhein-Westfalen. Die große Anzahl an Frauenfußball-Vereinen gepaart mit dem bevölkerungsreichsten Bundesland würde eine gewisse Anzahl neutraler Zuschauer garantieren, die sich das Spiel unabhängig von den beteiligten Mannschaften ansehen würden. Auch ein Spiel Bayern München gegen Hamburger SV würde hier für einen ordentlichen Zuschauerzuspruch sorgen.

Gleich mehrere Stadien dürften hier den Wunschvorstellungen des DFB entsprechen. Zu dieser Kategorie gehören sicherlich das Ruhrstadion in Bochum oder das Wedaustadion in Duisburg, die jeweils eine Kapazität von rund 30.000 Zuschauern haben. Eine etwas kleinere Lösung wäre die BayArena in Leverkusen, die 22.500 Zuschauern Platz bietet.

Kassel und Mainz als Alternative?
Oder man votiert für eine geographische Lösung mit guter Verkehrsanbindung und findet eine Stadt und ein Stadion, die zwar keine gewachsene Frauenfußball-Tradition, aber traditionell eine gute allgemeine Fußballbegeisterung vorweisen können. Zu dieser Kategorie zählen etwa das Auestadion in Kassel mit Platz für annähernd 20.000 Zuschauer oder in ähnlicher Größenordnung das Stadion am Bruchweg in Mainz.

Das UEFA-Pokalfinale in Frankfurt hat im vergangenen Jahr angedeutet, dass sich mit gezielter und umfangreicher Werbe- und PR-Aktivität inzwischen fast 30.000 Zuschauer für ein Frauenfußball-Spiel begeistern lassen können. Warum sollte also ein nationales Top-Duell nicht in ähnliche Gefilde vorstoßen können?

Pokalfinale endlich mit Verlängerung
Ein Ärgernis dürfte mit dem Weggang aus Berlin auf jeden Fall der Geschichte angehören. Denn zukünftig steht dann auch beim DFB-Pokalfinale der Frauen bei einem Remis nach 90 Minuten einer Verlängerung nichts mehr im Wege. Bisher mussten die Fußballerinnen aufgrund des nachfolgenden Männerfinales dann direkt ins Elfmeterschießen und somit auf eines der spannendsten Elemente verzichten.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

16 Kommentare »

  • Pinguin sagt:

    … das Wedaustadion gibt es nicht mehr, die MSV-Arena ist ein (Hellmich-)Neubau. (kritisier, nörgel … 😉 )

    M.J.s Wort von erfolgreichen Werbemaßnahmen fürs FF-Pokalendspiel in Theos Gehörgang … !
    Bislang sehe ich noch nicht, dass der DFB, der dafür Verantwortung und Möglichkeiten hätte, viel (Effektives) für die Bewerbung von nationalen (und internationalen) Vereinswettbewerben tut, aber was nicht ist, kann ja noch werden …
    Bisher wird z.B. die dfb.de FF-Seite vom Thema Nationalteam / WM 2011 dominiert (dafür ist zumindest Geld da) – Vereinsfußball ist dort noch immer Nebenthema; symptomatisch, dass der Viertelfinalknaller FCB-FCR noch nicht mal ursprünglich für dfb.tv eingeplant war etc. etc.

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  • Markus Juchem sagt:

    In meinem Alter gewöhnt man sich an die neuen Namensungetüme nicht mehr so leicht. 😉 Aber gut MSV-Arena und Rewirpowerstadion, auch wenn es mir bei einigen Namen die Fingernägel aufstellt…

    Es sind sicherlich noch lange nicht alle Möglichkeiten ausgereizt und wie auch hier im Blog schon häufiger geschrieben wurde, ist immer noch kein übergeordnetes Konzept sichtbar, das einen Ist-Zustand beschreibt und mit einem Soll-Zustand abgleicht.

    Es wird sich noch vieles bewegen müssen, will sich der Frauenfußball über die WM 2011 hinaus eine gute Position sichern.

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  • Marcel sagt:

    Seit anfang der Saison wird aber doch vermehrt über die Buli berichtet auf der DFBseite dafür wurde ja extra ein Redakteur eingestellt.Da kann man Interviews und Hintergrundberichte finden also kann man nicht unbedingt sagen der DFB macht nichts und das zur Zeit nichts zur Liga gibt liegt wohl auch daran das sie grade pausiert.

    aber zum Thema:

    Ich finds gut das die Frauen jetzt ihr eigenes Finale bekommen dennoch hoff ich der DFB hat sich darüber reichlich Gedanken gemacht denn so ganz ohne ist das nicht.
    Bei einem eigenem Termin fällt das Fahrtwasser des Presserummels rund um den DFB-Pokal der Männer weg und so wird die Aufmerksamkeit wohl wesentlich geringer und auch die gute TV-Quote der letzten Finals könnte auch in Mitleidenschaft geraten und das ist im Interesse der Vereine wohl kaum.
    Den Teufel an die wandmalen will ich ja jetzt nicht aber ich seh das zumindest so das da ein schöner Kraftakt von Nöten ist um das zu etablieren und beim DFB hab ich manchmal die Auffassung die meinen das läuft von alleine.

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  • Pinguin sagt:

    Ja klar ist dfb.de im Blick auf FF jüngst viel besser geworden, und wenn man dort auf die Umfrageergebnisse reagiert (www.dfb.de/index.php?id=507752&no_cache=1&tx_dfbnews_pi1[showUid]=16818&cHash=7b1a4887bf), wird ja demnächst dem Vereinsfußball noch mehr Raum gegeben (und dann taucht auf der Eingangseite vielleicht auch mal ein Turnier wie das vom TuS Jöllenbeck auf, neben den obligatorischen Interviews mit Steffi Jones 😉 ).

    Aber das war ja auch nur ein Beispiel – es wäre eben schön, wenn den Vereinen, von denen man erwartet, dass die (Jugend-)Nationalspielerinnen dort optimal auf ihre internationalen Aufgaben vorbereitet werden, bei der Vermarktung mehr unter die Arme gegriffen würde, auf dass die viel geforderte „Leistungsstärke in der Breite“ wirklich weiter zunimmt.

    Das Pokalfinale wäre eine schöne Gelegenheit, zugunsten der Vermarktung und Medienpräsenz des Vereins-FF weiter zu arbeiten.
    Man soll eben nie aufhören, vom Soll-Zustand zu träumen …

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  • Ghoraidh sagt:

    Die BayArena in Leverkusen wird zur Zeit umgebaut und wird dadurch ab der kommenden Saison 30.000 Zuschauer fassen. Somit wäre das Stadion durch die neue Größe ein idealer Standort für das Pokalfinale.

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  • spoonman sagt:

    Also, ich sehe die Idee mit dem neuen, festen Finalort sehr, sehr kritisch. Und zwar aus genau den Gründen, die Pinguin schon im Kommentar zum vorigen Beitrag genannt hat:

    Entweder bekommt einer der etablierten Clubs einen Dauer-Heimvorteil, oder man spielt irgendwo in der FF-Diaspora, wo sich keiner für das Finale interessiert.

    Klar, auf den ersten Blick bietet sich ein Stadion im Bereich Rhein/Ruhr an. Da gibt es genug geeignete Arenen. Aber was ist denn, wenn die Finalpaarung Bayern gegen Potsdam heißt? Oder Frankfurt gegen Freiburg? Wie viele Fans werden dann wirklich mitreisen?

    Wenn man sich schon vom Männer-Endspiel abnabeln will (was ich, auch im Hinblick auf die WM, ansatzweise verstehen kann), sollte man sich zumindest erst mal diverse Optionen offen halten und sich nicht so schnell auf einen Ort festlegen.

    Man könnte es z.B. so machen: Die Halbfinals werden so terminiert, dass sie mindestens zwei Monate vor dem Endspiel stattfinden. Man wartet ab, bis die Finalteilnehmer feststehen und legt erst dann den Ort fest. Möglichst auf halbem Wege zwischen beiden Clubs. Oder, wenn die Entfernung sehr groß ist, wählt man einen Ort, der in der Nähe von Club A ist und behält im Hinterkopf, dass man beim nächsten Mal Club B diesen Vorteil zugestehen sollte.

    Oder, noch besser: Warum trägt man das Finale nicht einfach in Hin- und Rückspiel aus? Das wäre ein guter Kontrapunkt zur künftigen Champions League, wo das Finale ja nur noch in einem Spiel ausgetragen wird.

    @ Markus – Was ich in deinem Beitrag nicht verstanden habe: Warum sollte der bisherige Termin am Samstagnachmittag nicht (TV-)zuschauerfreundlich sein? Für die Primetime wird es mittelfristig sicher noch nicht reichen. Und dann finde ich den Samstagnachmittag immer noch besser als Mittwoch, 18 Uhr (oder so). Zumal das ja auch noch im Hinblick auf die anreisenden Fans extrem ungünstig wäre.

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  • Markus Juchem sagt:

    Ich sehe auch gar keine Notwendigkeit, das Finale immer am selben Ort auszutragen. Bayern gegen Potsdam würden aber dann an jedem anderen Ort außer München und Potsdam auch nicht mehr Zuschauer verfolgen. Ich halte wechselnde Orte für keine schlechte Idee.

    20 Uhr ist sicherlich Utopie, aber 18 Uhr wäre schon für die TV-Zuschauer angenehmer als etwa ein frühere Nachmittagstermin, zumal ja auch die Gefahr besteht, dass der Termin auf einen Bundesliga-Samstag fällt. Viele spielfreie Wochenenden wird es nicht geben, höchstens mal ein Länderspielwochenende.

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  • moya sagt:

    ja, wer hat recht.. die alles entscheidende frage.
    zunächst mal zur nachrichtenlage: hier klingt das ganze doch noch etwas vorsichtiger. beschlossen ist demnach gar nix und nichtmal die vereine sind dafür?

    zur sache: ich stehe der abkopplung eher skeptisch gegenüber. die probleme in berlin sind ja erstmal technischer und damit lösbarer art. fehlende verlängerung und zu kleine kartenkontingente sind verhältnismäßig leicht veränderbare größen.
    das traditionsargument kann ich auch nicht ganz verstehen. das dfb-pokalfinale hat doch gerade tradition in berlin. „berlin, berlin, wir fahren nach berlin!“ ist für mich einer der kleinsten nenner im deutschen fußball und ich sehe nicht, warum sich die frauen ausgerechnet dem entziehen wollen. anstatt dieses ding ganz selbstverständlich für sich mitzubesetzen, soll jetzt irgendwo eine neue tradition (sic) aus dem boden gestampft werden? mir ist klar, dass das die mitbesetzung in der realität ein schwieriges unterfangen ist, aber gerade im zusammenhang mit der heim-wm könnte man doch mal begründete forderungen durchdrücken, dass man mit mehr karten/fans und spielzeit berücksichtigt werden will.

    mir ist auch nicht ganz klar, wie man irgendwoanders 10.000 zuschauerInnen für ein ereignis rekrutieren will, das im prinzip ein glorifiziertes bundesligaspiel mit pokalstemmen ist.
    hinzu kommt, dass das dann wohl noch das einzige entsprechende spiel sein wird, das im fernsehen übertragen wird, da muss ich ja schon doppelt nicht nach AufSchalke reisen, wenn ich eh ein neutraler fan bin.
    nunja, ich meine, schön wärs und ich lasse mich gern vom gegenteil überzeugen, aber die bisherige erfahrung..

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  • Markus Juchem sagt:

    Es ist richtig, dass das DFB-Präsidium diesen Vorschlag erst noch absegnen muss. Man darf ja auch nicht vergessen, dass ein Pokalfinale an einem eigenen Ort mit immensen Kosten verbunden ist. Stadionmiete, Logistik, Infrastruktur, da kommt schnell ein sechsstelliger Betrag zusammen.

    Die Probleme Verlängerung und Kartenkontingente sehe ich in Berlin nicht so leicht lösbar. Du meinst, man könnte die Kontigente der Männer-Finalisten reduzieren? Ich höre schon den Aufschrei…

    Es ist schon so, dass kurzfristig mit dem Weggang Nachteile verbunden sind, mittel- bis langfristig aber sicherlich nicht. Das oft gehörte Argument der TV-Übertragung und der Millionen-Einschaltquoten lasse ich persönlich nur bedingt gelten, denn Fernsehgerät eingeschaltet heißt ja noch lange nicht, dass die Übertragung auch geschaut wird.

    Und das Frauenfinale wäre in Berlin auch in 30 Jahren nur Beiwerk zum Männerfinale geblieben. Eine Abkoppelung wäre nie einfach, im Vorfeld der WM aber vielleicht am ehesten mit Erfolgsaussichten.

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  • Markus Juchem sagt:

    Sinsheim wird wohl auch mit in der Trommel sein..
    http://stimme.de/sport/fussball/hoffenheim/sonstige;art879,1441522

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  • Marcel sagt:

    Wolfsburg ist auch interessiert:

    Markus das Argument mit TV-Übertragung und der Millionen-Einschaltquoten wiegt nunmal schwer auch wenn im Stadion eher Leere angesagt war sowar vorm Fernseher doch reges Interesse dar und ich glaub jetzt auch nicht das jetzt viele ihren Fernseher einfach auf dem Kanal zufällig laufen lassen.Und das ist für die Vereine von enormer Bedeutung den sonst gibts kaum eine Plattform wo man sich so intensiv präsentieren kann.
    Aber nicht falsch verstehen ich bin auch dafür das die Frauen ihr eigenes Finale bekommen aber ich hab das Argument deshalb gebracht weil ich wieder den Eindruck habe der DFB mal wieder einen Schnellschuss produziert sieht man ja auch das Frau Ratzeburg schon darüber quatscht obwohl es noch gar nicht abgenickt wurde und wie siehts mit mit den Prämien für die Vereine aus wirds die wieder geben wirds eine TV-Übertragung geben wenn ja welcher Kanal und welcher Tag da stehen nur ???? bis jetzt.
    Meiner Meinung sollte man nicht mal einen Gedanken verschwenden aus Berlin wegzugehen wenn man keinen Plan hat dieses Event für die Vereine gleichwertig zu ersetzen und wie ich schon sagte hab ich den Eindruck hat der DFB keinen zumindest um es gleichwertig zu ersetzen.

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  • Markus Juchem sagt:

    Ich glaube sehr wohl, dass viele den Fernseher beim DFB-Pokalfinale der Frauen „nebenher“ laufen lassen, um nicht zu verpassen, wenn die Spieler des nachfolgenden Männerfinales das erste Mal den Rasen betreten, sich aufwärmen etc. Genauso läuft es ja auch im Olympiastadion ab. Ich persönlich sehe nicht, in welchem Maße der Frauenfußball – abgesehen vom finanziellen Aspekt für die beiden Finalisten – vom DFB-Pokalfinale in der Vergangenheit profitiert hat.

    Ich denke schon, dass der Zeitpunkt vor der WM für einen Umzug in eine andere Stadt nicht schlecht gewählt ist, zumal sich dann sicherlich leichter Sponsoren finden lassen. Aber grundsätzlich ist natürlich richtig, dass viel Marketing- und PR-Arbeit nötig sein wird, Zuschauer sowohl für das Stadion als auch vor den Fernsehschirmen zu mobilisieren. Aber es ist ein notwendiger Anfang, der irgendwann gemacht werden musste.

    Und warum sollte nicht ein eigenes Frauenfinale auch in der Lage sein, mehr als eine Million Zuschauer vor die Fernseher zu bringen? Wenn man sieht, welche Einschaltquoten unsere Juniorinnenmannschaften auf Eurosport erzielt haben, halte ich das nicht für unmöglich, flankierende Maßnahmen vorausgesetzt.

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  • djane sagt:

    also Sinnsheim fände ich natürlich top, dahin würde ich sofort zum Finale fahren 🙂 tippe dennoch auf Ruhrgebiet oder Rhein-Main- falls es denn je so kommen wird. Herr Zwanziger ist von der Idee ja nicht so begeistert…

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  • Marcel sagt:

    Also das es ein paar gibt die das so machen mit dem „nebenher laufen lassen“mag ja sein aber ich bezweifle dass die meisten das so machen ausserdem seh ich den Sinn grad nicht schon mehr als
    2 Std. vorher einzuschalten.

    Wie gesagt ich halte es alles andere als Unmöglich das auf die Beine zustellen wenn man wie du sagst viel Marketing- und PR-Arbeit betreibt.Aber und ich wiederhol mich hab ich den Eindruck dass das dem DFB nicht bewusst ist.Wenn man die Aussagen der Beteiligten sich so anhört scheint man nicht mal einen Plan oder ein Konzept zu haben und da frag ich mich wie man dann schon so einen Beschluss fassen kann.Auf mich wirkt das eher „yep wird schon irgendwie laufen“wie ich auch finde die WM 2011 Vorbereitungen bis jetzt aber gut dafür ist ja noch ein bisschen Zeit.
    Auf jedenfall sollte der DFB aufpassen das der Wettbewerb durch diesen „Umzug“nicht abgewertet wird.

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  • Nora sagt:

    Warum nicht Berlin??? Wenn das Frauenfinale vom Männerfinale getrennt werden soll, bitte schön! Aber auch das könnte doch in Berlin stattfinden. Dass bislang zu dem Frauenspiel nicht so viele Leute gehen, hängt doch wohl eher damit zusammen, dass man keine Karten bekommt, weil die für die Männervereine reserviert sind. Berlin hat die Tradition, daher könnte ich mich eher damit abfinden weit zu fahren als nach Frankfurt, Duisburg oder so. Und Berlin ist groß genug, dass dort genügend sportbegeisterte Leute leben, die auch dann ins Stadion gehen würden, wenn nicht gerade TeBe oder Pdm spielen. Also, warum nicht das Spiel in Berlin lassen und aus dem Olympiastadion ein deutsches Wembley machen?

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  • moya sagt:

    Ich verstehe immer noch nicht, warum es unbedingt ein unabhängiges Frauenfinale geben soll. Der eine Wettbewerb, der parallel und gemeinsam stattfindet im deutschen Fußball, muss doch zufriedenstellend durchführbar sein.
    Dass z.B. ein EM-Finale der Frauen in Frankfurt stattfindet und nicht Berlin, ist ja alles Konsens und völlig in Ordnung und eigene „Tradition“. Da gibt es inhaltliche Gründe und die Leute stehen dahinter.
    Aber ein Frauen-Pokalfinale mit 10000 Zuschauern auf der fußballerischen grünen Wiese ist doch reine Utopie. Ich käme nicht auf die Idee nach Berlin zu reisen, wenn Bayern gegen Eintracht spielt, genauso wenig wie ich nach Wolfsburg tuckern würde wegen Bayern gegen den FFC. (Und Berlin ist wenigstens an sich noch ne Reise wert.) Diejenigen, die ersteres machen sind ja nun eben die Fans und da hat einfach nach Abzählen der Frauenfußball momentan nicht die Masse. End of Story. Deshalb nützt man Synergieeffekte. Und die Teilhabe an denen muss man sich nunmal hart erkämpfen.

    Ich sehe einfach die Vorteile nicht: Die Zuschauer bewegen sich bei ein paar Tausend, nix neues. Die Anstoßzeit wird nicht zur Prime Time sein, ebenfalls nix neues. Die Zahl derer, die bewusst das Frauenpokalfinale im TV einschalten und konzentriert zukucken, wird sich ebenfalls nicht ändern. (Ich gehe mal wohlwollend davon aus, dass sich diejenigen, die sich das Frauenspiel an nem eigenen Termin tatsächlich ankucken, weil sie nicht an einem Tag 5 Stunden Fußball kucken wollen und diejenigen, die das Frauenfinale nur deshalb verfolgen, weil sie es sich mit dem Männertermin gemeinsam merken konnten, gegenseitig aufheben.)

    Bleibt der Aspekt der eigenen „Tradition“. Da ist halt meine persönliche Meinung, dass der Frauenfußball selbst für seine glühendsten Verehrerinnen (zu denen ich mich mal zähle ;)) viel zu wenig Identifikationspotential hat. Ein Wanderpokalfinale wird dem aber nicht auf die Sprünge helfen.

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