Jöllenbeck: FCR 2001 Duisburg verteidigt seinen Titel

Von am 19. Januar 2009 – 9.18 Uhr

Frauenfußball-Bundesligist FCR 2001 Duisburg hat beim Hallenturnier von Bielefeld-Jöllenbeck seine Erfolgssträhne der vergangenen Monate fortgesetzt. Wie schon im Vorjahr holten sich die Duisburgerinnen den Pokal, nach einem deutlichen Endspielsieg gegen Stabæk FK. Nicht weniger souverän sicherte sich der 1. FFC Turbine Potsdam im Spiel gegen Fortuna Hjørring Platz 3.

„Das war ein guter Auftakt ins Jahr 2009“, so Duisburgs Nationalspielerin Annike Krahn nach dem 7:3-Sieg gegen die Norwegerinnen voller Freude, die Treffer erzielten neben einem Eigentor der Norwegerinnen Krahn selbst, Linda Bresonik (2), Sonja Fuss, Jennifer Oster und Marina Hegering, für die Skandinavierinnen trafen Solveig Gulbrandsen, Siri Grønli und Katrine Pedersen.

Guter Einstand für Belgierin Femke Maes
Dass das Finale eine dermaßen klare Angelegenheit werden würde, hätte selbst Duisburgs Trainerin Martina Voss nicht gedacht: „Das war schon überraschend eindeutig.“ Auch dem Gegner gefiel dies natürlich nicht.  „Das war unser schlechtestes Spiel im gesamten Turnierverlauf“, ärgerte sich Norwegens frühere Nationalspielerin Lise Klaveness, die zur besten Spielerin des Turniers ausgezeichnet wurde.

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Bei Duisburg durfte man sich neben dem Turniersieg über den gelungen Einstand der Belgierin Femke Maes freuen, die drei Treffer erzielte und einen guten Eindruck hinterließ. Zudem kehrten alle Spielerinnen ohne Verletzung nach Duisburg zurück. Gleich fünf Spielerinnen teilten sich mit jeweils fünf Treffern den Titel der besten Torschützin:  Linda Bresonik, Annike Krahn, Jennifer Oster (jeweils FCR 2001 Duisburg), Lise Klaveness, Katrine Pedersen (jeweils Stabæk FK).

Schröder: „Da war mehr drin“
Nach Hochs und Tiefs im Turnierverlauf zeigte sich Turbine beim klaren 3:0-Sieg gegen Fortuna Hjørring, das in Heid Johansen die beste Torhüterin des Turniers stellte, von seiner Schokoladenseite. Jennifer Zietz, Leni Larsen Kaurin und Isabel Kerschowski sorgten für einen deutlichen Erfolg. „Zwei, drei gute Spiele von insgesamt sechs bei solch einem gut besetzten Turnier wie in Jöllenbeck reichen einfach nicht. Da war mehr drin“, so das Fazit von Turbine-Trainer Bernd Schröder. Jöllenbeck sei eine gute Vorbereitung auf den DFB-Hallenpokal in Magdeburg gewesen, zudem freue er sich, dass alle Spielerinnen das Wochenende gesund überstanden haben.

Halbfinale emotionaler Höhepunkt
Den spannendsten Frauenfußball sahen die Zuschauer bereits im Halbfinale. Dort kam es zum Aufeinandertreffen zwischen dem FCR 2001 Duisburg und dem 1. FFC Turbine Potsdam. Nach regulärer Spielzeit hatte es durch den schnellen Treffer von Sonja Fuss nach 20 Sekunden und dem Ausgleich von Tabea Kemme 1:1 gestanden, bei dem offenen Schlagabtausch musste am Ende das Neunmeterschießen über den Einzug ins Finale entscheiden. Babett Peter scheiterte nach dem ersten, verwandelten Neunmeter mit ihrem zweiten an Duisburgs Torhüterin Christina Bellinghoven, Duisburg stand somit im Finale. Im zweiten rein skandinavischen Duell behielt Stabæk mit 1:0 gegen Hjørring die Oberhand.

Herford stürmt auf Platz 7
Auch die beiden weiteren deutschen Vertreter, Frauenfußball-Bundesliga-Aufsteiger Herforder SV und Frauenfußball-Zweitligist FC Gütersloh boten in Jöllenbeck eine gute Leistung. So trotzten die Herforderinnen in der Vorrunde Turniersieger Duisburg ein 1:1 ab, dazu gab es einen Sieg gegen Odense. Im Spiel um Platz 7 fegte man die Däninnen dann gar mit 6:1 vom Platz.

Knieverletzung von Kerstin Stegemann
Wermutstropfen war jedoch die Knieverletzung von Kerstin Stegemann, die sie sich nicht etwa auf dem Feld, sondern beim Auspacken der Sporttasche am Samstagabend zugezogen haben soll. Den Schweregrad der Verletzung wird eine Untersuchung am Montag ergeben.

Zweitligist Gütersloh überrascht
Sogar einen Rang besser platziert waren am Ende die Gütersloherinnen, die im Turnierverlauf den 1. FFC Turbine Potsdam mit 1:0 bezwangen. Trainer Heiko Bonan freute sich: „Diese guten Auftritte sollten uns für die Liga Mut machen. Sie haben gezeigt, dass mehr in der Mannschaft steckt, als sie auf dem Feld bisher zeigen konnte.“

Die Platzierungsspiele im Überblick:

Finale: FCR 2001 Duisburg – Stabæk FK7:3
Spiel um Platz 3: 1. FFC Turbine Potsdam – Fortuna Hjørring 3:0
Spiel um Platz 5: FC Gütersloh – Kopparbergs/Göteborg FC 4:5 nach Neunmeterschießen
Spiel um Platz 7: Herforder SV – Odense BK 6:1

Alle Ergebnisse und weitere Infos auf der offiziellen Website.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.