DFB-Pokalfinale der Frauen ab 2010 nicht mehr in Berlin

Von am 19. Januar 2009 – 19.25 Uhr 1 Kommentar

Die wachsende Kritik am Austragungsort des DFB-Pokalfinales der Frauen hat Früchte getragen. Ab 2010 werden die Frauen ihr Endspiel an einem anderen Ort bestreiten. Dies bestätigte Hannelore Ratzeburg, Vizepräsidentin des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

„Nach 25 Jahren in Berlin und mit der Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland will man einfach den nächsten Schritt gehen“, sagte Ratzeburg. Der DFB bereitet gerade die Ausschreibung für einen neuen, festen Austragungsort vor. „Damit kann der Frauenfußball eine eigene Tradition entwickeln“, so Ratzeburg gegenüber dem Berliner „Tagesspiegel“. Noch im vergangenen Jahr hatte Ratzeburg einen Weggang aus Berlin für verfrüht gehalten.

Fürsprecherin Steffi Jones
Die Entscheidung zeichnete sich in den vergangenen Monaten bereits ab, zuletzt sprach sich Steffi Jones, Präsidentin des Organisationskomitees für die Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011, für ein eigenständiges Finale aus.

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Da im WM-Jahr 2011 die Bundesligasaison bereits im März enden soll, um genügend Zeit für die WM-Vorbereitung zu haben, werden auch terminliche Gründe angeführt. „Da kann man kein Pokalfinale im Mai dranhängen“, sagte Ratzeburg.

Zentraler Austragungsort
Vom neuen Austragungsort wünscht sich die DFB-Vizepräsidentin, „dass er möglichst aus allen Richtungen gut zu erreichen ist, also weder im äußersten Norden, noch im äußersten Süden liegt“. Die Arena AufSchalke soll einer der potenziellen Kandidaten als Austragungsort sein. Der Weggang aus Berlin wird innerhalb des Frauenfußballs kontrovers diskutiert, beim DFB-Pokalfinale 2008 sprachen sich hochkarätige Spielerinnen wie Birgit Prinz und Conny Pohlers bereits gegen Berlin aus. Auch wir von Womensoccer plädierten bereits im Vorjahr für einen neuen Austragungsort.

Siegfried Dietrich, Manager des Europapokalsiegers 1. FFC Frankfurt, sagte dem „Tagesspiegel“: „Für den Frauenfußball kann es eine sehr positive Sache sein. Ich persönlich hätte das Finale aber noch ein bisschen in Berlin gelassen.“ Er kann sich als Austragungsort sowohl München, als auch Frankfurt am Main oder Duisburg vorstellen: „Ob das Pokalfinale schon an einem neutralen Ort stattfinden kann, wo kein starker Bundesligist zu Hause ist, weiß ich nicht.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

1 Kommentar »

  • Pinguin sagt:

    Ich frage mich, ob es sinnvoll und fair wäre, einen einzigen Austragungsort ein für alle Mal festzulegen.
    Zwar hat sich in England ein einziger Standort für das Frauenpokalfinale etabliert, aber ob das auf die hiesigen Verhältnisse so übertragbar ist?
    Ob Frankfurt, München, Ruhrgebiet oder wieder Berlin, es würde auf einen Dauerheimvorteil für eines der derzeit besten Teams hinauslaufen.
    Und zugleich stimme ich Siggi Dietrich zu, weitab von der Anhängerschaft eines starken Bundesligisten wird es, so wie es bislang mit den Zuschauerzahlen im FF läuft, wohl kaum ein dem sportlichen event angemessen besuchtes Finale mit einem vollen BL-Stadion geben.

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