Angerer-Wechsel sorgt für hitzige Diskussionen

Von am 19. Dezember 2008 – 14.24 Uhr 22 Kommentare

„Das ist nur ein mit Geld zusammengewürfelter, gekaufter Haufen. Das ist keine Herausforderung für mich“, sagte Nationaltorhüterin Nadine Angerer 2001 verächtlich über den 1. FFC Frankfurt nach ihrem Wechsel vom FC Bayern München zum 1. FFC Turbine Potsdam. Frankfurt und Angerer – das schien für viele bis gestern unvorstellbar.

Auf der einen Seite die hessische Metropole mit ihren geschniegelten Bankern, auf der anderen eine unkonventionelle 30-jährige junge Frau, die man laut Frankfurter Rundschau modisch „eher in der Londoner Clubszene vermutet“ und die gerne mit dem Rucksack durch Afrika tourt und dort später einmal ein Gästehaus, eine Tauch- oder Torwartschule eröffnen will.

Die Verpflichtung Angerers zum 1. Januar 2009 hat nicht nur deswegen für emotionale und geteilte Reaktionen gesorgt. Für Verein und Spielerin macht sie jedoch Sinn, auch wenn man dafür in Frankfurt billigend in Kauf nehmen muss, dass sich in der Öffentlichkeit der Ruf verfestigt, nicht gerade eine Nachwuchsschmiede des deutschen Frauenfußballs zu sein.

Anzeige

Das Karriereende von Torhüterin Silke Rottenberg hat den Weg für den Wechsel Angerers von Djurgården an den Main frei gemacht. Da die neue US-Profiliga WPS terminlich mit der Europameisterschaft 2009 kollidiert, musste Angerer ihren Traum von einem Engagement in den USA erst einmal auf Eis legen.

Und da FFC-Manager Siegfried Dietrich Angerer (wie auch Ariane Hingst) seit 2007 persönlich managt – was selbst Frauenfußball-Insidern bis vor kurzem unbekannt war -, ging die Formel 1+1=2 für die Frankfurterinnen bestens auf. Eine aus beiderlei Sicht folgerichtige Entscheidung.

Sportlicher Gewinn
Angerer ist für den 1. FFC Frankfurt sportlich ein Gewinn, ihren beiden Teamkolleginnen im Tor, Stephanie Ullrich und Alisa Vetterlein, ist sie qualitativ einen weiten Schritt voraus. Als WM-Heldin 2007 lässt sie sich zudem bestens in Richtung WM 2011 im eigenen Land öffentlichkeitswirksam vermarkten.

Dietrichs Hands-on-Mentalität ist zudem dazu angetan, die durch die Rückschläge der vergangenen Monate etwas nervös gewordenen Sponsoren zu beschwichtigen. Für die Karriereplanung Ullrichs und Vetterleins ist sie aber ein Rückschlag, denn beide hatten mit dem Rottenberg-Rücktritt vor Augen die Nummer-1-Position im Visier, die ihnen nun dauerhaft verwehrt ist.

Logische Wahl
Für Angerer war Frankfurt nach der Entscheidung, Schweden zu verlassen, eine logische Wahl, da der Weg in die WPS zunächst verbaut ist, andere internationale Ligen neben Schweden und Deutschland sportlich noch nicht auf Augenhöhe sind und sich Dietrich mit einem Angerer-Wechsel zu einem Bundesliga-Konkurrenten ins eigene Fleisch geschnitten hätte.

Für die Frauenfußball-Bundesliga und auch für die weitere Entwicklung des Frauenfußballs in Deutschland ist die Rückkehr Angerers nach Deutschland allemal ein Gewinn, denn Angerer, aussichtsreiche Kandidatin bei der Wahl zur Weltfußballerin des Jahres, hat sich zu einem der bekannten Gesichter des Sports entwickelt.

Identifikationsprobleme
Doch viele Frankfurter Fans haben Probleme damit, dass nun eine weitere ehemalige Spielerin des 1. FFC Turbine Potsdam in den eigenen Reihen steht. Sie ist nach Conny Pohlers, Petra Wimbersky, Karolin Thomas, Ariane Hingst und Stephanie Ullrich seit 2006 bereits die sechste Ex-Turbine, die nun in Frankfurt spielt. Sich mit den Feindbildern von einst anzufreunden, fällt nicht jedem leicht.

Kritik an Frankfurter Nachwuchsarbeit
Während Potsdam, Duisburg und auch München viel Lob für ihre Nachwuchsarbeit ernten, standen zuletzt in den beiden deutschen Auswahlmannschaften zur U17-WM in Neuseeland und der U20-WM in Chile nur zwei Frankfurter Spielerinnen – Svenja Huth und Alisa Vetterlein. Die Angerer-Verpflichtung gießt weiteres Öl ins Feuer der Kritiker.

Frankfurts scheidende Torhüterin Rottenberg meinte etwa erst kürzlich: „Nadine Angerer ist zweifellos für jeden Verein eine Bereicherung, sie ist aktuell die beste Torhüterin. Allerdings würde man durch eine mögliche Verpflichtung beim 1. FFC das angefangene Personalkonzept über den Haufen werfen, denn mit Stephanie Ullrich und Alisa Vetterlein hat man ja gerade erst zwei ambitionierte Torhüterinnen verpflichtet.“

Handlungsbedarf
Doch aus Frankfurter Sicht wäre es fahrlässig gewesen, eine auf dem Markt befindliche Angerer nicht zu verpflichten. Denn will man im Konzert der Großen in Europa dauerhaft und regelmäßig mitmischen, wird man auch in Zukunft namhafte und hochkarätige Spielerinnen verpflichten müssen, wenn sich die Gelegenheit bietet. Das zeigt auch die internationale Entwicklung bei Teams wie Olympique Lyon, Arsenal oder Umeå IK. Weitere Verpflichtungen dürften folgen, wie FFC-Manager Dietrich andeutet: „Wenn es charakterlich und sportlich passt, dann machen wir noch was.“

Die oft gescholtene Frankfurter Einkaufspolitik hat sich in der Vergangenheit als Erfolgsmodell erwiesen hat. Den finanziellen Vorsprung gegenüber anderen nationalen Teams hat man sich im vergangenen Jahrzehnt hart erarbeitet, andere bestehende und zukünftige Frauenfußball-Bundesligisten werden in den kommenden Jahren nachziehen und einen ähnlichen Weg gehen müssen, wollen sie national und international bestehen.

Richtige Mischung finden
Man mag diese Entwicklung bedauern und mehr mit Teams sympathisieren, die verstärkt auf den eigenen Nachwuchs setzen. Doch allein mit Eigengewächsen wird man im härter werdenden Wettbewerb der Zukunft wohl kaum einen Blumentopf gewinnen können.

Von dieser idealisierenden Vorstellung über den Frauenfußball gilt es sich zu verabschieden. Die Topvereine werden in den kommenden Jahren viel Fingerspitzengefühl brauchen, wenn es darum geht, die richtige Mischung und Balance zu finden, zum Wohle des Vereins und seiner Anhänger gleichermaßen. 

Tags: , , , ,

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

22 Kommentare »

  • Stefan sagt:

    Obwohl ich eigentlich nicht DER Fan schlechthin von Frauenfußball bin, muss ich sagen, hat mich dieser Artikel doch in seinen Bann gezogen. Ich finde es äußerst interessant, dass mittlerweile auch in diesem Bereich so stark gekämpft wir, um gute Spieler und einen entsprechenden Aufstieg der gesamten Vereine. Warum man sich über die Einkäufe professioneller Spielerinnen so aufregt, verschließt sich mir jedoch, ist es doch bei jedem Top Verein im Männerfußball auch nicht anders.

    (0)
  • Max Diderot sagt:

    Mir will sich die Aufregung um den vorgesehenen Angerer-Wechsel nicht erschließen. Es sollte doch jedem Klub und jeder Spielerin selbst überlassen bleiben, wer, wann, wen verpflichtet und wer, wo spielen zu spielen gedenkt. Ob nun ideele oder materielle Gründe dafür ausschlaggebend sind ist doch bestenfalls drittrangig, wenn nicht überhaupt nachrangig. Dass auch über die personelle (Doppel-) Konstellation als Vereins- und Spielerinnenmanager gegrummelt wird, zeigt doch nur, dass die Cleverness in Frankfurt einen Namen hat, und dass sich andere Vereine, so sie überhaupt daran interessiert wären, für 2009 und darüber hinaus einen gewissen Nachholbedarf haben.

    Soweit mir bekannt, gibt es im deutschen Frauenfußball auch noch keine DFB-Vorgabe, die verbindlich die Nachwuchsarbeit definiert und entsprechende Zentren vorschreibt (analog dem Diktum der Männer-Bundeligen). Fazit: Am Jahresende ein kleiner Sturm im Wasserglas, der bei einigen den Ich-bin-betroffen-Pathos anschwellen lässt.

    (0)
  • Jasmin sagt:

    @Stefan & May Diderot.

    Es ging mir nicht um die Verpflichtung der Person Nadine Angerer, aber ich habe auch allen etwas geschrieben bzw. mitzuteilen!

    Identifikationsproblem? Feindesbilder?

    Ich bin seit der FFC Frankfurt sich aus dem Vorgänger SG Prauheim gegründet hat, mit Leib und Seele dem Verein verfallen.

    Es ist wie bei allen Beziehungen auch bei der „Fan“-Beziehung möglich, dass der eine „Partner“ etwas macht, was dem „Gegenpart“ im Moment missfällt. Ich bin zugeben ein sehr impulsiver Typ und halte mich mit meiner Meinung nicht gerade hinter dem Berg. Deswegen, wenn ich mich über etwas aufrege, dann rege ich mich richtig auf, wenn ich mich über etwas freue, dann freue ich mich aufrichtig darüber.

    Es gibt Menschen, die mir den Ratschlag geben haben, Jasmin, du kannst/darfst nicht alles öffentlich schreiben, was dir gerade in den Kopf kommt. Außenstehende könnten ein falsches Bild von dir als Fan des FFC Frankfurt bekommen. Ich dachte diese Menschen übertreiben und sind einfach nur harmoniebedürftig. Doch heute muss ich mit Bedauern feststellen, dass diese Menschen Recht behalten sollten.

    Natürlich war ich im ersten Moment erbost über die Neuverpflichtung von Nadine Angerer, aber nicht weil ich an den sportlichen Qualitäten dieser Torhüterin zweifle oder gar in ihr ein Feindesbild habe/sehe, sondern weil ich mir Gedanken um die Situation von Stephanie Ullrich und Alisa Vetterlein machte. Ich bin der Meinung und dazu stehe ich, der FFC Frankfurt hat andere Probleme als im Tor nicht genügend Qualität zu besitzen. Meiner Ansicht nach würden die Spiele vor allem in der Abwehr und im Mittelfeld verloren, aber auch die mangelnde Chancenverwertung hat das übrige dazu getan.
    Doch auch, wenn ich im ersten Moment nicht gerade begeistert bin und etwas „lauter rumschreie“ wie andere Fans, habe ich nie ernsthaft in Betracht gezogen, den FFC Frankfurt den Rücken zu kehren.

    Ich habe die Mannschaft in jeder Situation bis dato unterstützt. Ich werde es auch in Zukunft tun, zumal die weltbeste Spielerin mit der Nr. 25 immer noch das gleiche Trikot trägt. Desweitern ist man in Frankfurt sehr liebenswert zu mir, egal ob es nun die Spielerinnen sind oder die Fans untereinander. Deshalb gibt es auch kein Grund, der mich abhält nach Frankfurt zu kommen.

    Nachdem du Markus meine Äußerungen völlig aus dem Zusammenhang gerissen hast, werde ich in Zukunft erst Recht für den FFC Frankfurt sein! Schon beim Hallenpokal werde ich mit meinem Trikot (Nr. 25, wen sonst?) im FFC-Fanblock sitzen und die Mannschaft zum Sieg schreien.

    Ich hoffe damit ist euch allen klar zu wem ich stehe und zu wem nicht!

    Eure Jasmin

    (0)
  • djane sagt:

    Fakt ist, daß die Neuverpflichtung zwar ein großer Gewinn für den FF ist, aber auch in einem Gegensatz zur viel proklamierten Professionalisierung im FF steht, die auch mit der Nachwuchsförderung zusammenhängt. Wir haben Vetterlein ja bei der U20 in Chile beobachten können, wo sie zwischen „bewundernswert“ und „Blackout“ schwankte- ich hoffe einfach, daß sie sich auch in der Liga weiterentwickeln kann und in Zukunft nicht nur bei den U20-Spielen zum Zuge kommt.

    (0)
  • Detlef sagt:

    Für mich ist dieser Wechsel nicht wirklich überraschend! Auch wenn sie sich mir gegenüber, noch im Januar sehr abfällig über Frankfurt geäußert hat, scheint ihre Entscheidung doch eher prakmatisch zu sein! Sidi mußte wohl nicht sehr lange buhlen! Man wird sehen, ob Frankfurts „Rückfall“ in alte Denkschemata, sie wieder auf die Erfolgsstrasse führen kann!

    (0)
  • djane sagt:

    na Markus, haste dir bißchen Ärger eingehandelt 🙂

    (0)
  • nilei sagt:

    Jasmin, wie alt bist du eigentlich?
    Der Eintrag disqualifiziert sich ja durch seine Art und seinen Inhalt selbst.

    Im Übrigen hast du das Medium „Internet“ und dessen Funktionsweise offensichtlich nicht verstanden. Was du öffentlich in einem frei zugänglichen Forum schreibst, kann praktisch jederman lesen. Markus hatte dies hier doch mit korrekter Quellenangabe und Link aufgeführt, ich kann daran nichts anstößiges erkennen. Allenfalls ist aus Jasmins verschiedenen Beiträgen – hier und im Forum des FFC Frankfurt – herauszulesen, dass sie sich selbst in ihrer Meinung offensichtlich noch unschlüssig ist, da sie sich selbst widerspricht.

    Ansonsten kann ich den Argumenten des Beitrags von Markus folgen und zustimmen. So ähnlich hatte ich das auch schon in meinem Kommentar unter dem Artikel zum Angerer-Wechsel eingetragen. Insbesondere diesen Sätzen muss man zustimmen, ob man das gutheißen mag oder nicht:

    „Die oft gescholtene Frankfurter Einkaufspolitik hat sich in der Vergangenheit als Erfolgsmodell erwiesen hat. Den finanziellen Vorsprung gegenüber anderen nationalen Teams hat man sich im vergangenen Jahrzehnt hart erarbeitet, andere bestehende und zukünftige Frauenfußball-Bundesligisten werden in den kommenden Jahren nachziehen und einen ähnlichen Weg gehen müssen, wollen sie national und international bestehen. … Doch allein mit Eigengewächsen wird man im härter werdenden Wettbewerb der Zukunft wohl kaum einen Blumentopf gewinnen können.“

    (0)
  • Jasmin sagt:

    @Nilei

    Der einzigste Beitrag, der sich selbst disqualifiziert ist dein Kommentar.

    Jeder Mensch erkennt in meiner Argumentation eine klare Linie. Sollte dir allerdings meine Argumentation zu hoch sein, dann mach dir selbst den Gefallen und lies nicht in fremden Foren, wenn du den Zusammenhang nicht kapierst.

    Noch etwa, dein lieber Markus ist ja bekannt für seine Hetzkampagne gegen den FFC Frankfurt…Ich jedenfalls habe nie verlangt, das Zitat zu löschen, wenn gleich ich sehr froh bin, dass es Menschen gibt,die mich noch verstehen.
    Oder tollen Beitragen und informativen verstehe ich, keine persönlichen Daten zu benützen (obgleich es mein Fehler war in der Öffentlichkeit den Kommentar abzulassen, den Schuh zieh ich mir an) und keinen subjektiven Beitrag zu verfassen.

    Somit verabschiede ich mich auch von womensoccer, denn M. J. scheint es weder zu interessieren, dass es Datenschutz gibt (davon weiißt du dann deiner Intelligenz bestimmt Nilei oder?) noch ist die Wahrheit wichtig.

    (0)
  • Pinguin sagt:

    Jedenfalls kann man zusammenfassen, dass selbst manche Frankfurter Fans sich überhaupt nicht schlüssig darüber sind, ob sie den Angerer-Zugang befürworten oder nicht … 😉

    Wer sich im seit Jahrzehnten hoch kommerzialisierten Männerfußball daran gewöhnt hat, dass die Vereine sich lieber fertige, inzwischen meist ausländische Spieler zusammenkaufen, während der deutsche Nachwuchs nicht zum Einsatz kommt – was zeitweise ein wirkliches Problem fürs Nationalteam war – , der wird die Frankfurter Einkaufspolitik vielleicht als normal, ja innovativ einschätzen. Von einer gesunden Mischung kann aber bislang im FF keine Rede sein, da bisher nur der FFC diesen Einkaufskurs fährt, während andere Vereine junge Spielerinnen bis zur Spitze heranzuführen versuchen. Gegen eine gesunde Mischung hätte sicher niemand was – zB wenn sich in Zukunft auch für die anderen Vereine genug Sponsoren finden, dass mal der eine oder andere Stern, auch aus dem Ausland, verpflichtet wird, d.h. wenn die anderen FF-Vereine finanziell zum FFC aufschließen können.

    (0)
  • djane sagt:

    meine Güte, jetzt ist aber mal gut.
    @Nilei, manchmal ist Reden halt Silber und Schweigen Gold…
    @Jasmin, was ich nicht so ganz verstehe: In beiden Foren, also hier und beim FFC erwähnst Du gebetsmühlenartig Dinge wie „Ich stehe zu meiner Meinung und bleibe dabei, egal was Andere über mich sagen oder denken…“
    Bisher ist weder hier noch drüben auch nur irgendjemand auf die Idee gekommen, Dich für Deine Sichtweise der Dinge beim Angerer-Wechsel persönlich anzugreifen oder schlecht zu reden- warum auch, wir leben in einem freien Land und hier kann und darf jeder seine eigene Sichtweise haben, aber das hat doch nichts mit der Persönlichkeit des User’s zu tun ! Also mach nicht so ein Fass auf, bald ist Weihnachten.
    Zu den von Dir angesprochenen angeblichen Hetzkampagnen von Markus Juchem gegen den FFC: Das ist Deine Meinung und die will ich Dir auch nicht absprechen, aber Zitate oder Belege für diese kühne Theorie würden mich schon interessieren.

    (0)
  • Buxxom Blossom sagt:

    Die Verpflichtung von Angerer ist nur logisch und konsequent. Auch im Frauenfußball ist die gleiche Entwicklung in Gang gekommen, wie bei den Männern. Nur mit eigenem Nachwuchs allein, läßt sich heute kaum noch etwas gewinnen. Vereine wie der FCR Duisburg gehören in Kürze der Vergangenheit an, da dort immer noch Amateure am Werk sind und die Zeichen der Zeit einfach nicht erkennen wollen. Beim 1.FFC Frankfurt ist man eben doch schon ein erhebliches Stück weiter. Das die Verpflichtung von Krahn, Laudehr und Bresonik nicht gelungen ist, liegt nur daran, daß die Spielerinnen des FCR zum MSV Duisburg wechseln werden, wo man professioneller Arbeiten kann als beim FCR. Ohne diese Aussicht wären genannte Spielerinnen – auch Lira Bajramaj – längst schon nicht mehr in Duisburg.

    (0)
  • Max Diderot sagt:

    Mir geht es so wie meiner Vorrednerin – ich kann diesen Hype nur bedingt verstehen. Und ich halte überhaupt nichts davon, eine mangelnde Argumentation durch persönliche Unterstellungen zu ersetzen. Getreu dem Motto, erstens kommt es anders und zweitens als man denkt, rentiert sich ja die Verpflichtung von Frau Angerer in der öffentlichen Wahrnehmung, da dem überwiegend zaudernden und zagenden Fußvolk der Frauen-Bundesligen ein entschlossener Pragmatismus gegenüber gestellt wird. Inwieweit die edle Absicht, eine hervorragende Sportlerin verpflichten zu wollen, mit dem merkantilen Verdienst des persönlichen Managers korrespondiert (10, 15 oder 20% ?) ist für mich viel interessanter und ziemlich gewöhnungsbedürftig. Nun ja, so gewöhnungsbedürftig wahrscheinlich auch nicht, haben doch in letzter Zeit einige präpotente Personen der Finanzwirtschaft vorgemacht, dass der vorgebliche Biedermann in Wahrheit ein raffinierter Filou ist.

    (0)
  • Markus Juchem sagt:

    @Jasmin und alle:

    Mir erschließt sich die ganze Aufregung nach wie vor nicht. Jasmin, ich habe einen öffentlichen Beitrag von Dir auszugsweise in meinem Blog-Beitrag verwendet, weil ich ihn ein gutes Beispiel dafür fand, dass es einfach sehr unterschiedliche Meinungen und Sichtweisen zum Wechsel gibt. Ich habe einen Link auf das Original im Frankfurt-Forum gesetzt, so dass jeder das Zitat in seiner vollen Länge bzw. seinem Gesamtzusammenhang lesen kann.

    Was das Ganze jetzt mit Datenschutz zu tun haben soll und worin mein Vergehen liegen soll, verstehe ich nicht. Ich habe weder Deine Identität offengelegt noch deine Telefonnummer veröffentlicht. Also nochmal – wo ist das Problem?

    Sorry, Jasmin, wegen der Verwechslung, dass nicht Du die Löschung des Zitats verlangt hast, ich werde das gleich im Text korrigieren.

    Zu dem Vorwurf der Hetzkampagne möchte ich mich gar nicht erst äußern. Die Beurteilung überlasse ich jedem Einzelnen. Nur so viel: Wenn dem so wäre, würde ich dann wirklich die Frankfurter Einkaufspolitik als „Erfolgsmodell“ bezeichnen? Würde ich dann wirklich schreiben, dass die Verpflichtung für Verein und Spielerin Sinn macht? Würde ich Dietrich eine Hands-on-Mentalität unterstellen und schreiben, dass andere Teams nachziehen müssen?

    (0)
  • Brandy74 sagt:

    Hier ein kritischer Kommentar in der FAZ zum seltsamen Geschäftsmodell des S. Dietrich und der Nähe zum DFB

    (0)
  • Detlef sagt:

    Ich glaube, daß wir so langsam vom Thema abkommen! Den Vorwurf der Hetzkampagne, finde ich dann aber doch sehr interessant! Wenn Jasmin, Markus so eines Vergehens beschuldigt, wie nennt sie dann wohl erst ihre eigenen Beiträge zu TURBINE? Was jetzt die Meinung von eingen Usern angeht, die meinen, das in Zukunft nur das Frankfurter Modell von Erfolg gekrönt sein wird, da sollte man eben diese Zukunft einmal abwarten!

    (0)
  • Carina sagt:

    Aber man muss auch sehen, das die Helden von heute, auch mal gute Nachwuchsspielerinnen waren, die damals ihre Chance bekommen und genutzt haben. Erst dadurch wurden sie für andere Vereine attraktiv.

    (0)
  • Manne sagt:

    Da tut sich ja auch eine gewisse Schieflage in der Diskussion auf.

    Wenn der FFC mit seinem Konzept bisher gut gefahren ist, heisst das noch lange nicht, daß das in der Zukunft zwangsläufig auch so sein muß. Und eine unverkennbare und nicht vermeidbare Tendenz zur Professionalisierung und (damit einhergend) Kommerzialisierung, egal ob man das jetzt mag oder nicht, bedeutet doch ebenfalls nicht, daß eine gute Nachwuchsarbeit überflüssig wäre – oder? Wer sagt denn, daß sich die Modelle Duisburg, Bayern oder Turbine am Ende nicht als erfolgreicher zeigen?

    Also, erst mal abwarten und sachlich bleiben.

    (0)
  • Markus Juchem sagt:

    @Manne: Da hast Du sicherlich Recht. Dass eine gute Nachwuchsarbeit überflüssig ist, habe ich nicht geschrieben, sondern nur dass Frankfurt mit seiner Einkaufspolitik in den vergangenen Jahren Erfolg hatte. Keine Garantie, dass es in Zukunft wieder so klappt. Aber den Beleg, dass es nur mit jungen Spielerinnen Marke Eigenbau funktioniert, muss auch erst noch ein Verein antreten.

    (0)
  • Detlef sagt:

    Den Beweis hat ja TURBINE schon mehrfach erbracht! Und auch der FCR Duisburg, ist schon seit geraumer Zeit, immer oben mit dabei! Nun kann sogar der ganz große Wurf gelingen, denn sie sind noch in allen 3 Wettbewerben dabei! Und auch die Bayern-Ladies könnten nun erstmals die Wettbewerbsfähigkeit des Youngster-Modells unter Beweis stellen!

    (0)
  • Markus Juchem sagt:

    Detlef, wenn Du gerade die aktuellen Erfolge von Duisburg und Bayern ansprichst, muss man ja sagen, dass gerade die Neuverpflichtung bereits arrivierter Spielerinnen in zentralen Positionen für Konstanz und Stabilität in den Mannschaften gesorgt hat, wie etwa Bresonik bei Duisburg, Behringer und Wörle bei Bayern.. Ohne diese wäre der gegenwärtige Erfolg in meinen Augen nicht möglich.

    (0)
  • Manne sagt:

    Ja, das Eine schliesst ja das Andere nicht aus ….

    Und um beim Thema Nadine Angerer zu bleiben: für mich ist das eben keine (notwendige) Verstärkung und eine unnötige „Zurückstufung“ von Ullrich und Vetterlein (die persönlichen managerialen Verstrickungen will ich mal nicht kommentieren). Im Gegensatz dazu stellt eine Ariane Hingst sicherlich eine Verstärkung dar.

    (0)
  • Pinguin sagt:

    Zuzustimmen ist dem Artikel in der FAZ (danke für den Hinweis, brandy74!) sicher darin, dass den finanzkräftigen Männerfußballclubs zugehörige Frauenteams sicher dann die Zukunft gehören wird, wenn die großen Vereine zB. zur Imageverbesserung rund um die WM 2011 ein bisschen in die Portokasse greifen und international „einkaufen gehen“. Bislang ist das zum Glück noch nicht so, im Gegenteil ist der Nachwuchsaufbau beim FCB, HSV, VfL W., Werder, Bayer L. u.a. ja prima, aber das Beispiel Lyon zeigt vermutlich, wo’s lang geht, und dann wird auch der FFC Frankfurt nicht mithalten können.
    Schaunmermal, was die Zukunft bringt.

    (0)