Nadine Angerer wechselt zum 1. FFC Frankfurt

Von am 18. Dezember 2008 – 10.44 Uhr 20 Kommentare

Nach Ariane Hingst hat der 1. FFC Frankfurt nun die zweite spektakuläre Neuverpflichtung bekannt gegeben. Die deutsche Nationaltorhüterin Nadine Angerer wechselt zum 1. Januar 2009 vom schwedischen Erstligisten Djurgården an den Main und erhält einen Vertrag bis zum 30. Juni 2011.

„Nach vielen intensiven und erfolgreichen Jahren in Potsdam und meinem erfahrungbringenden Engagement bei Djurgården in Schweden freue ich mich auf die neue große Herausforderung beim 1. FFC Frankfurt. Gerade in der Zeit, in der die Leistungsdichte in der Bundesliga größer wird, sehe ich es als sehr reizvolle Aufgabe an, mit dazu beizutragen, den 1. FFC Frankfurt wieder auf die Erfolgsspur zurückzubringen“, so Angerer.

Und erklärt weiter: „Sicherlich hätte ich vor der Rückkehr in die höchste deutsche Spielklasse gerne eine Saison in den USA gespielt, aber durch die Terminüberschneidungen des Ligaspielbetriebs in der Women Soccer League mit der EM 2009 und den damit verbundenen Vorbereitungen der deutschen Nationalmannschaft ließen sich meine ehrgeizigen Wünsche nicht realisieren. Umso schöner ist es jetzt für mich, für einen Verein tätig zu sein, der mit einem professionellen Management und erstklassigen Strukturen seit Jahren mit dazu beiträgt, dass sich der europäische Vereinsfrauenfußball auf hohem Niveau weiterenwickelt.”

FFC-Manager Siegfried Dietrich erklärt: „Wir freuen uns sehr, dass wir schon ab Januar mit Nadine Angerer die derzeit weltbeste Torhüterin in unserem Team haben. „Natze” zählt zu den großen Führungsspielerinnen, die eine Mannschaft mit Kompetenz, Erfahrung und Emotionen mitreißen können, und gehört natürlich auch mit Blick auf die WM 2011 zu den Persönlichkeiten, mit denen man in Deutschland den Frauenfußball identifiziert.”

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

20 Kommentare »

  • helena sagt:

    Wunderbar! 🙂 Natze wieder in der BuLi und dann nicht mehr gegen uns :-). Herzlich Willkommen! 🙂

    An dieser Stelle wünsche ich allen Bloggern ein schönes/besinnliches Fest und einen guten Rutsch!
    Vielen Dank den Machern dieser Seite und auf ein gutes, neues, informatives und spannendes Jahr 2009!

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  • Lucy sagt:

    Demnächst heißt es dann wohl FFC Turbine Frankfurt… :-/

    Ansonsten auch allen schöne Feiertage und eine guten Rutsch. Von mir auch einen Dank an die Macher dieser Seite 🙂

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  • Sonja sagt:

    Ach, die Nachwuchsarbeit beim FFC Frankfurt ist einfach ein Traum. Ich bin sicher, Ullrich und Vetterlein springen vor Freude im Quadrat. Schön, wie sehr man seinen eigenen jungen Talenten den Rücken stärkt..

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  • Pinguin sagt:

    Andere Vereine würden sich das natürlich auch gerne leisten können, sich solche ‚Geschenke‘ unter den Tannenbaum zu legen, um aus der ‚Krise‘ zu kommen … Auf jeden Fall darf man gespannt drauf sein, wie Ariane Hingst und Nadine Angerer in der Rückrunde dem FFC helfen können – zuletzt hakte es ja auch im Spiel nach vorn etwas. Vielleicht ist diese Blockbildung aber auch für das Nationalteam gut (?) („FFC Turbine Natio“ …)
    Weil es vor Weihnachten ja noch ein DFB-Pokal-Viertelfinale gibt und der Blog noch etwas weiter läuft, warte ich noch etwas mit meinen Weihnachtswünschen und dem fälligen Lob an die Macher von womansoccer.de …

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  • Pinguin sagt:

    @Sonja: Stimmt, dabei haben Ulrich und Vetterlein gute bis ordenlichte Leistungen gebracht. Aber immerhin war man so dezent, auf den freiwilligen Abgang von Silke Rottenberg noch zu warten, nicht auszudenken, Silke noch einmal Natze vor die Nase zu setzen.

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  • djane sagt:

    noch gestern hätte ich es für wahrscheinlicher gehalten, daß Craislheim die Meisterschaft holt als daß Angerer zum FFC geht- man sollte halt nicht immer auf das hören, was die Beteiligten so im Vorfeld erwähnen. Ich zitiere da mal kurz 1aSport im Oktober: „Eine Rückkehr in die Bundesliga scheint ausgeschlossen. „Das große Ziel sind die USA“, sagte Angerers Manager Siegfried Dietrich

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  • Jarmusch sagt:

    Da wird mir doch schlecht!!!

    Was will man denn nun einer Alisa Vetterlein erzählen?
    Der muss man doch bei ihrer Verpflichtung Perspektiven aufgezeigt haben, zumindest für die Nummer 2 im Tor.
    Und da wird ein mögliches, baldiges Karriereende von Silke Rottenberg ganz sicher ein Argument gewesen sein.
    So wäre sie doch wohl besser in Sindelfingen geblieben und hätte nächste Saison vermutlich als Nummer 1 Erste Bundesliga gespielt.

    Aber das ist eben typisch für Mainhattan: Da wird gekauft, was bei DREI nicht auf den Bäumen ist.

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  • djane sagt:

    Hier auch noch ein kleines Zitat von Angerers Vorgängerin aus dem Kicker vom 11.12.09:
    Rottenberg: „Ich kann mir schwer vorstellen, dass FFC-Manager Dietrich in Sachen Angerer mit einem anderen Bundesligisten verhandeln wird. Nadine Angerer ist zweifellos für jeden Verein eine Bereicherung, sie ist aktuell die beste Torhüterin. Allerdings würde man durch eine mögliche Verpflichtung beim 1. FFC das angefangene Personalkonzept über den Haufen werfen, denn mit Stephanie Ullrich und Alisa Vetterlein hat man ja gerade erst zwei ambitionierte Torhüterinnen verpflichtet.“
    Nun denn, wir werden sehen was es bringt. Aber das der FFC in nächster Zeit nen Pokal für Nachwuchsförderung erhalten wird, ist damit doch eher ausgeschlossen…

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  • Carina sagt:

    Bin auch gespannt, wie die Reaktion von Alisa ist. Glaube auch eher nicht, dass sie ihren Vertrag erfüllen wird, beim FFC.

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  • Pinguin sagt:

    Klar, mit dieser offensiven Einkaufspolitik macht sich Frankfurt im übrigen FF-Deutschland nicht unbedingt Freunde. Aber immerhin lassen sich nicht alle herumkriegen – Annike Krahn z.B. hat bereits zwei Abwerbungsversuchen je zu Saisonende widerstanden (ob sie beim dritten Versuch umkippt, weiß man nicht).
    Vielleicht machen es Vetterlein und Ulrich ja wie Uschi Holl und ziehen die Konsequenzen, was ihre sportliche Zukunft angeht …

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  • Lucy sagt:

    Stephanie Ullrich hat auch nur einen 2-Jahresvertrag, der im Sommer ausläuft. Vielleicht nimmt auch sie die Hufe in die Hand und verschwindet…

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  • Marcel sagt:

    Also für mich macht der Wechsel überhaupt keinen Sinn zumindest sportlich nicht ,nicht falsch verstehen ich finds toll das Natze wieder back ist aber Frankfurts Probleme liegen überall aber bestimmt nicht auf der Torwartposition.Vor allem wirkt das jetzt so als würde man Frau Ullrich und auch Alisa Vetterlein den schwarzen Peter zu schieben als wären sie die schuldigen für die bisher laufende Misere.

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  • SCW sagt:

    @Lucy: Nein, Ulli hat nen Vetrag bis 2011, ebenso wie Alisa. Daher bekommt Siggi für diese Aktion nur ein verständnisloses Kopfschütteln von mir.

    Mein Mitleid geht an Alisa und Ulli, welche tolle Leistungen im Verien und in der Natio (Alisa) gezeigt haben.
    Schade FFC! Im Bereich Nachwuchsarbeit war man evtl. auf einem Weg mit Alisa und Brenner / Schatton etc. aber nun ist wieder so, dass der FFC Sensatiosverpflichtungen vorzieht, die m.E. nach nicht nötig waren, denn wenn der FFC ein Problem nicht hatte, war es ein Torwartproblem!!!! :-!

    Mfg!

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  • Manne sagt:

    @SCW. da gebe ich dir durchaus recht.

    Nicht, dass ich eine Nadine Angerer nicht gerne beim FFC sehen würde, aber was die Verpflichtungspolitik vs. Nachwuchsarbeit beim FFC angeht, so bin ich ganz allgemein auch etwas skeptisch. Gibt man beim FFC wirklich dem Nachwuchs eine Chance?

    Ich habe nicht den wirklichen Einblick in die Arbeit beim FFC, aber schon angesichts der U17 und U20-WMs habe ich mir die Frage gestellt, warum bei diesen zwei wichtigen Nachwuchsturnieren gerade mal zwei (!) Spielerinnen (oder habe ich mich verzählt, ich bitte um Korrektur) vom überwiegend bestimmenden deutschen Verein des letzten Jahrzehnts dabei waren. Nicht gerade ein überzeugender Hinweis auf erfolgreiche Nachwuchsarbeit – oder irre ich mich da?

    Ich glaube nicht, daß der FFC mit spektakulären Einkäufen auf Dauer die Spitze in der Liga halten wird. Zumindest befürchte ich das – mit Bedauern meinerseits.

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  • Marcel sagt:

    @Manne

    Mit diesen „spektakulären Einkäufen“ ist aber Frankfurt immer gut gefahren man brauch ja nur das letzte Jahr anschauen.

    Ich hab auch gar nichts gegen sowas solange es Sinn macht und das macht es in diesem Fall meiner Meinung nicht den ein Torwartproblem gibts in Frankfurt nicht.
    Also wenn ich Vermutungen anstellen will schätze ich das Siggi Dietrich Natze nicht in der neuen US-Liga unterbringen konnte zumindest nicht unter den Konditionen die er sich vorgestellt hat.

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  • Lucy sagt:

    @ SCW

    Du hast Recht, an mir ist die im Sommer vorzeitige Vertragsverlängerung von Ulli iwi vorbeigegangen… 😉

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  • nilei sagt:

    Wer hat denn ernsthaft daran geglaubt, dass S. Dietrich als Angerers Manager ernsthaft mit einem anderem Bundesligisten (Bayern, Duisburg, …) verhandelt, um Deutschlands Nationaltorhüterin Nr. 1 bei einem direkten Konkurrenten um den Meisterschaftstitel oder Champions League Startplatz unterzubringen? Das beißt sich doch hinten und vorn, daher war von vornherein klar, dass wenn „Natze“ zurück nach Deutschland kommt, für sie doch eh nur der 1. FFC Frankfurt in Frage kommt. Ich denke, dass hat sie auch in Kauf genommen, als sie sich SD als ihren Manager ausgesucht hat (inwiefern man das gutheißen kann, steht auf einem anderen Blatt).

    Zur Frankfurter Einkaufspolitik bleibt zu sagen – natürlich sind Potsdam, München und Duisburg DIE Top-Vereine, was die Nachwuchsarbeit betrifft. Das wird auch niemand bestreiten. Frankfurts U23 ist in meinen Augen nach wie vor Augenwischerei, ebenso wie die Frankfurter Fußballschule (glaubwürdig war die noch, als Monika Staab dort noch das Zepter schwang. Inzwischen, nunja…). Frankfurts Nachwuchsarbeit macht nicht den Eindruck, als würde dort ernsthaft und beispielhaft gearbeitet (die U-Natio-Berufungen sind nur ein Indiz von vielen dafür…). Auf der anderen Seite kann man = leider = auch einfach nicht abstreiten, dass Frankfurt mit dieser Personalpolitik dennoch in den letzten Jahren stets „gut gefahren“ ist, betrachtet man die Resultate am Ende der Saison (2004 mal ausgenommen). Es wurden jedes Jahr Titel geholt, mit diesen „zusammengekauften“ Mannschaften. Wieso sollte Frankfurt also diese Politik ändern? Solange das Geld da ist (und das kommt ja auch nicht von allein, sondern es steckt schon viel Arbeit dahinter), und das Konzept des Einkaufens gestandener Nationalspielerinnen möglich ist und auch zum Erfolg führt – warum sollten Dietrichs & Co. etwas daran ändern? Solange das Image, welches damit einhergeht, Förderer, Sponsoren, Verein und auch Fans nicht stört, bitte..

    Das heißt ja nicht, dass ich persönlich ebenso wie viele andere FF-Fans in Deutschland das gut finden. Am Ende steht jedoch das Saisonresultat, das zumindest in erster Linie die Leute, die den Vereinen durch ihr Sponsoring die Arbeit und das Engagement im FF überhaupt ermöglichen, interessiert.

    Und genau aus diesem Grund bleibt zu hoffen, dass sich hoffentlich in dieser Saison endlich ein Verein mit einer fundierten und engagierten Nachwuchsarbeit am Ende an der Spitze durchsetzt und damit auch ein langfristiges Zeichen setzt. Das bedeutet, dass sich dann hoffentlich auch Mannschaften mit diesem Konzept auf Dauer durchsetzen, so dass Frankfurts Konkurrenten nachhaltig beweisen (können), dass das Konzept des Zusammenkaufens auf Dauer nicht mehr zum Erfolg führt. Natürlich erfordert es für die Vereine, die auf den Nachwuchs setzen, mehr Geduld als den schnellen Erfolg durch bereits top ausgebildete Nationalspielerinnen zu haben. Daher bleibt ebenfalls zu hoffen, dass es auch zukünftig mehr und mehr Sponsoren gibt, die sich Vereine aussuchen, in denen auf den Nachwuchs gesetzt wird und der Nachwuchs intensiv gefördert wird. Und nicht zuletzt bleibt zu hoffen, dass junge, gut ausgebildete Nationalspielerinnen den Lockangeboten aus Frankfurt auch zukünftig zu widerstehen wissen und sich nicht für ein etwas höheres Salär als bei einem anderen Verein zu verkaufen, sondern sich bei den Vereinen gut aufgehoben wissen, wo man den Nachwuchs auch tatsächlich ernst nimmt und ihm die verdiente und gebotene Chance gibt. So könnte man sicher noch endlos weiterschreiben, am Ende geht es doch darum, die tatsächliche Realität zu erkennen. Die Entwicklung des FF ist in den vergangenen Jahren weit vorangeschritten – wir leben nicht mehr in der rein ideellen rosanen Glitzerwelt, in der es „nur“ um die Ehre und den Spaß am Fußball geht. Das ist allerdings nicht nur dem FF anheim, sondern eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung.

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  • Manne sagt:

    Ja, daß diese „Politik“ dem FFC Erfolg gebracht hat, daran kann rein faktisch gesehen kein Zweifel bestehen, das ist richtig. Aber spätestens wenn dieser Erfolg ausbleibt (nicht nur in einer Saison, sondern tendenziell auf längere Zeit), wird auch die Strategie hinterfragt werden und die „richtige Politik“ der Vergangenheit wird zur Ursache der dann einsetzenden Krise.

    Aus diesem Grund wäre der FFC m.M. nach (als dessen „Fan“ oder „Sympathisant“ ich mich betrachte) gut beraten, genau zu überdenken, ob dieses Modell auf Dauer gut geht.

    Und was nochmal die Torwartverpflichtung angeht – nichts gegen Nadine Angerer – aber auf welch unnötige Weise hatte man durch diese Einkaufspolitik derletzt erst einer Uschi Holl beim FFC sämtliche Perspektiven verbaut?

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  • Pinguin sagt:

    … Uschi Holl, die 2007 nach zwei gehaltenen Elfern, die dem FFC im Elfmeterschießen den DFB-Pokal bescherten, dann lieber nach Neuenahr wechselte, weil ihr Silke Rottenberg vor die Nase gesetzt worden war …
    Ich stimme nilei und Manne zu – die Zukunft wird zeigen, welches Konzept aufgeht, und ich gönne die Erfolge in Meisterschaft, DFB-Pokal und Uefa-Cup ehrlich gesagt sehr viel mehr den Vereinen, die sich seit Jahren so kräftig um die Nachwuchsförderung bemühen, und sich nicht einfach Nationalspielerinnen zusammenkaufen.

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  • Pinguin sagt:

    Achso – und wenn jetzt Ullrich und Vetterlein vom FFC bis 2011 noch nicht einmal wegkommen, weil sie Verträge haben, dann finde ich diese Aktion diesen jungen Frauen gegenüber unter aller Kanone.

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