UEFA Women’s Champions League ab 2009

Von am 11. Dezember 2008 – 18.42 Uhr 23 Kommentare

Der europäische Fußballverband (UEFA) hat dem Frauenfußball kurz vor Weihnachten eine vorgezogene Bescherung bereitet und eine wegweisende Entscheidung getroffen. Das UEFA-Exekutivkomitee beschloss heute in Nyon, bereits ab 2009 eine UEFA Women’s Champions League anstelle des bisherigen UEFA Women’s Cup einzuführen.

Diese Bahn brechende Entscheidung dürfte die Entwicklung, Wahrnehmung und Wertschätzung des Frauenfußballs in den kommenden Jahren maßgeblich fördern und ihn auf ein bisher nicht gekanntes Niveau hieven.

UEFA-Wettbewerbsdirektor Giorgio Marchetti erklärt: „Wir glauben, dass durch die Änderung des Namens, des Formats und der Markenidentität dem Frauenfußball neben seinem männlichen Pendant, der UEFA Champions League, der rechte Platz zugeordnet und somit seine Attraktivität erhöht wird.“

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Erstes Finale 2010 in Madrid
Doch nicht nur der Name ändert sich. Das Teilnehmerfeld des neuen Wettbewerbs wird ab der Saison 2009/2010 aufgestockt, das Finale der UEFA Women’s Champions League wird zukünftig in einem Spiel ausgetragen und zwei Tage vor dem Endspiel der UEFA Champions League am selben Austragungsort wie das Männerfinale, aber in einem anderen Stadion stattfinden. Ein hoher Aufmerksamkeitswert ist garantiert. Erstmals wird das Finale der UEFA Women’s Champions League somit am Donnerstag, 20. Mai 2010, in Madrid ausgetragen.

Neu ist auch das Format: Anstatt zweier Miniturniere wird es zukünftig nur noch eine Serie von Miniturnieren geben, ab der Runde der letzten 32 geht es im K.-o.-System in Hin- und Rückspiel weiter. Teilnehmen werden auch die Vizemeister der acht Top-Nationen.

Signalwirkung
Die Entscheidung der UEFA dürfte in den europäischen Ländern für Signalwirkung sorgen und auch die Bemühungen der Vereine und Nationalverbände, den Frauenfußball auf eine professionellere Basis zu stellen, erhöhen. Auch die Gewinnung neuer Sponsoren dürfte in Zukunft ein wenig leichter fallen.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

23 Kommentare »

  • djane sagt:

    Aha. Kann mir jemand sagen, wodurch sich der UEFA-Cup im herkömlichen Sinn von diesem neuen Wettbewerb unterscheidet ? (also außer das er einen anderen Namen trägt und mehr Mitbewerber hat)

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  • Marcel sagt:

    Wie siehts mit den Startplätzen aus bekommen die stärkeren Ligen auch endlich mehr Startplätze ?

    Und die UEFA-Prämien waren ja bisher eher bescheiden ich hoffe für die Vereine das da mal aufgestockt wird das sich die mehr Spiele die man bestreiten muss sich auch für die Vereine lohnen.

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  • Markus Juchem sagt:

    @Marcel: Auch die Vizemeister der acht Top-Nationen werden an der UEFA Women’s Champions League teilnehmen. Ich weiß nicht, wie es mit den UEFA-Prämien aussehen wird.

    @Djane: Es gibt nicht mehr zwei Qualirunden, sondern nur einen Durchgang mit Miniturnieren. Danach geht es gleich in die Runde der letzten 32.

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  • djane sagt:

    Danke Markus. In wieweit das nun aber so ne bahnbrechende Neuerung sein soll bleibt wohl abzuwarten.

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  • Marcel sagt:

    Und das gilt schon für diese Saison ???

    Also der Vizemeister dieser Saison qualifiziert sich für die ChampionsLeague ,seh ich das richtig???

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  • Markus Juchem sagt:

    @Djane: Bahn brechend ist, dass der neue Wettbewerb namentlich auf Augenhöhe mit der UEFA Champions League bei den Männern gebracht wird und somit in der Öffentlichkeit vollkommen anders wahrgenommen werden und vor allem auch ernster genommen werden wird. Die Entscheidung hat in meinen Augen eine gewaltige Signalwirkung, deren Auswirkungen man auf vielen Ebenen noch zu spüren bekommen wird.

    @Marcel: Ja, Meister und Vizemeister der aktuellen Bundesligasaison werden in der Saison 2009/2010 an der UEFA Women’s Champions League teilnehmen.

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  • djane sagt:

    ja, ich hoffe nur, dass die jeweiligen Spiele mit deutscher Beteiligung auch medial ansprechend (Live-Übertragung und so) präsentiert werden

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  • Marcel sagt:

    Danke Markus für die schnelle Antwort 😀

    Die Namensänderung find ich gut die Champions League ist halt schon ne Marke das sollte man nicht unterschätzen.
    Und wenn mans bei der Uefa ernst meint dann bekommt man auch das Stadion in Madrid voll.

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  • spoonman sagt:

    Ich sehe es genau umgekehrt.

    Den neuen Modus (insbesondere die zwei Startplätze für die Top-Nationen) finde ich im Prinzip sinnvoll, aber mit der Namensänderung hätte man noch einige Jahre warten sollen.

    Durch den glamourösen Namen „Champions League“ werden aber m.E. Erwartungen geweckt, die der Frauen-(Club-)Fußball noch nicht erfüllen kann. Dazu ist die Leistungsdichte noch nicht hoch genug. Mal ganz abgesehen davon, dass der Turniermodus noch weniger etwas mit einer „Liga“ zu tun hat als bei den Männern.

    Seien wir ehrlich: Mehr als 6 bis 10 konkurrenzfähige Teilnehmer wird es in den nächsten Jahren nicht geben. Damit wird der Wettbewerb weiterhin erst ab dem Viertelfinale wirklich interessant. Nach den Quali-Turnieren wird es also zwei KO-Runden geben, die zwar den Namen „Champions League“ haben, aber diesem Titel nicht gerecht werden.

    Hmm… Wenn ich’s recht bedenke, wäre ein anderer Modus vielleicht doch sinnvoller gewesen. Vielleicht eine Gruppenphase der besten Acht (zwei Vierergruppen) mit anschließenden Halbfinals. So wie in der Anfangsphase der Männer-CL.

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  • spoonman sagt:

    PS: Und dann muss man mal abwarten, wie sich die Regelung des Endspielortes (gleiche Stadt wie Männerfinale, aber anderes Stadion) auswirkt, bzw. wie eng sie ausgelegt wird.

    Wie wirkt sich das für deutsche Bewerberstädte aus? Wenn sich Berlin für das (Männer-)CL-Finale bewirbt, kann das Frauenfinale dann auch in Potsdam stattfinden? Zählt Unterhaching zu München? Bochum zu Gelsenkirchen?

    Außerdem sehe ich die Gefahr, dass die Frauen-Endspiele z.T. zwangsweise in Ländern stattfinden werden, die im Frauenfußball überhaupt keine Rolle spielen. Man stelle sich vor: Duisburg gegen Umea in Glasgow, Istanbul oder Athen. Wozu soll das gut sein?

    **Editiert**

    Die bisherige Reglung mit Hin- und Rückspiel im Finale hätte man für die nächsten Jahre ruhig noch beibehalten sollen.

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  • spoonman sagt:

    Äh… Warum wurde da jetzt editiert? Sind Meinungsäußerungen gegen Michel Platini unerwünscht? Ich habe ihn wohlgemerkt nicht als Demagogen bezeichnet! 😉

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  • Markus Juchem sagt:

    spoonman, Du hast Post. 😉

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  • Marcel sagt:

    Naja das was die Qualität betrifft ist bestimmt richtig aber imo wird diese schon ordentlich angehoben das jetzt auch endlich die Vizemeister qualifiziert sind.
    Ausserdem wie du sagst wird es erst im Viertelfinale interessant aber da wird auch frühestens davon in bewegenden Bildern berichtet insofern seh ich das nicht so eng.
    Das mit der gleichen Austragungsstadt wie das Herrenfinale ist natürlich „gewagt“ aber trotzdem sollte man so etwas ausprobieren es kommt halt drauf an wie ernst es der UEFA damit ist ,ich könnte mir zumindest gut vorstellen das man das gut verkaufen kann a la „Die Champions League Woche von Madrid“oder sowas ähnliches:D

    Wie auch immer man kann ja froh sein das die UEFA sich überhaupt Gedanken macht darüber ,was dabei rum kommt werden wir ja sehen.Vom Konzept find ich es auf jedenfall besser als das jetztige.

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  • Markus Juchem sagt:

    Vor allem nicht als „unglaublichen Demagogen“ 😉

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  • Markus Juchem sagt:

    @Marcel: Sehe ich auch so. Die Vizemeister der acht besten europäischen Länder werden die Qualität des Wettbewerbs auf jeden Fall aufwerten. Von den Miniturnieren wird es vermutlich eh keine TV-Bilder geben, wie Du schon richtig schreibst.

    Ich sehe das grundsätzlich erst mal positiv, wie das dann in der Realität umgesetzt wird, muss man einfach mal abwarten. Ich sehe die Namensänderung nur positiv, denn ich denke der Wettbewerb wird sich dadurch auch besser vermarkten lassen.

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  • Jarmusch sagt:

    @spoonman

    absolute Übereinstimmung mit deinen Ausführungen!!!
    Und eine Gruppenphase mit den letzten Acht in zwei Vierergruppen, dann Halbfinale und Finale, wäre für mich die bei weitem idealste Variante.

    So wie es derzeit aber angedacht scheint (KO-Phase ab den letzten Zweiunddreißig) hat es wenig mit einer Champions-‚LEAGUE‘ zu tun.
    Ich denke am Modus sollte gearbeitet werden, sinnvollerweise unter Einbeziehung der potentiellen Teilnehmer.

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  • spoonman sagt:

    Wenn ich die Koeffizienten richtig deute, müssten nächste Saison folgende acht Verbände mit jeweils zwei Clubs vertreten sein:

    1. Deutschland
    2. Schweden
    3. England
    4. Frankreich
    5. Dänemark
    6. Russland
    7. Norwegen
    8. Italien

    Quelle: http://www.uefa.com/multimediafiles/download/competitions/womencup/73/02/67/730267_download.pdf
    (vorletzte Spalte: „50% National Coefficient“)

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  • Ruhrschnellweg sagt:

    Also, ich sehe es eher positiv.

    Für die BuLi heißt das: der 2. Platz hat auch Bedeutung, also sollte mehr Spannung sein – dass könnte diese Saison wirklich bedeuten: letzter Spieltag: längst nicht alles durch! mehr Spannung heißt auch: eher mehr als weniger Interesse; und der FF braucht mehr Interesse (Medien, Zuschauer –> Sponsoren).
    Vor dem Hintergrund sehe ich auch das Finale positiv. Nicht zerreden, Leute, und mal ehrlich: die Wahrnehmung der Vereine in den Medien (zb ARD, ZDF) ist eher bescheiden – kann es schlechter werden?

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  • Pinguin sagt:

    Ich sehe es auch positiv – und vielleicht gibt es ja auch TV-Übertragungen der Mini-Turniere wenn nicht in den öffentlich-rechtlichen so doch in Eurosport o.ä. Vielleicht stimmen sich die Uefa auch mal besser mit den dritten Programmen ab als in der Vergangenheit. –
    Kritisch würde ich eher sehen, wenn der neue Modus noch eine Mehrbelastung der dt. Leistungsträgerinnen bedeutet bzw. der Terminkalender nun noch weiter angefüllt wird. Wenn man sich jetzt schon die vielen Spielabsagen in der BL ansieht, für die irgendwann Nachholtermine gefunden werden müssen …

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  • djane sagt:

    ich hoffe auch, das die teilnehmenden Vereine im Vorfeld bereits mehr Geld bekommen, um ihre Stadien für internationale Spiele tauglich zu machen (Stichwort Flutlichtanlage). Wenn man bedenkt, daß viele Spiele im Winter nur gegen 14.00h stattfinden, damit die Mannschaften auf dem Platz noch was sehen, kommt auch da eine Menge Arbeit auf die Vereine zu. Und die Vergangenheit hat gezeigt, daß Nachmittags-Termine sowohl für die Zusachauer wie auch für die Reputation bzw. Wichtigkeit eines Wettbewerbes nicht unbedingt förderlich sind.

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  • Pinguin sagt:

    @djane: Genau! Die Nachmittagstermine sind alles andere als ideal. Ich hoffe überhaupt, dass die Vereine für den ganzen Aufwand zumindest finanziell entschädigt werden – die Reisen sind doch ziemlich teuer, die Einhaltung der dem Männer-Uefa-Cup entlehnten Richtlinien für die Spiele muss durch unzählige Freiwillige geleistet werden … Da müssen Richtlinien, große Träume und die FF-Realität aufeinander abgestimmt werden.

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  • Brandy74 sagt:

    Ich habe mal ne frage zur Qualifikation. Ist der Gewinner immer noch automatisch qualifiziert oder nur der meister oder der 2….Das würde ja heissen,wenn Duisburg dieses Jahr gewinnen würde,Bayern Meister wird,könnte sich noch der 3. also Potsdam (man kann ja mal träumen) qualifizieren ? ???

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  • Markus Juchem sagt:

    @Brandy74: Da ich bisher noch kein offizielles Regelwerk für die UEFA Women’s Champions League 2009/10 gesehen habe (vermutlich gibt es auch noch keines), lässt sich diese Frage nicht abschließend beantworten. Meine Vermutung geht dahin, dass der Titelverteidiger automatisch für die nächste Saison qualifiziert sein wird. Ob dann im Zweifelsfall auch noch der Ligadritte teilnahmeberechtigt wer, weiß ich nicht. Kann sein, muss nicht sein.

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