U20-WM: Hochs und Tiefs in der DFB-Elf

Von am 8. Dezember 2008 – 12.33 Uhr 19 Kommentare

Nach dem olympischen Frauenfußball-Turnier in Peking und der U17-Weltmeisterschaft in Neuseeland hat bei der U20-WM in Chile zum dritten Mal in diesem Jahr eine deutsche Mannschaft Platz 3 bei einem internationalen Turnier belegt.

Doch zum ganz großen Wurf hat es bei keiner der drei mit großem Ehrgeiz angetretenen deutschen Auswahlen gereicht. Nicht ohne Grund, wie selbst Bundestrainerin Maren Meinert einräumt.

„Wenn wir im internationalen Bereich bestehen wollen, müssen unsere Frauenmannschaften ihre individuelle Technik und Taktik gegen große Teams zeigen. Da hat uns ein Stück gefehlt. Das ist ein Stück, woran die Spielerinnen jetzt arbeiten müssen“, spricht Maren Meinert im DFB-Interview ungewohnt deutlich die Defizite deutscher Frauenfußball-Nationalmannschaften an.

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Beste Leistung gegen Brasilien
Bei den vier Turniersiegen gegen Kongo, Kanada, Brasilien und Frankreich bot die deutsche Mannschaft phasenweise ansprechenden und überzeugenden Fußball, die beste Leistung zeigte die DFB-Elf im Spiel gegen die Südamerikanerinnen.

Doch es setzte auch zwei Niederlagen, ein 1:2 im Gruppenspiel gegen Japan und eine 0:1-Niederlage im Halbfinale gegen die USA, deren knappes Ergebnis eher darüber hinwegtäuscht, dass die DFB-Elf im Spiel gegen die Amerikanerinnen chancenlos war.

Starkes US-Team
Gerade die US-Frauen zeigten noch einmal bei ihrem 2:1-Finalsieg gegen Nordkorea, dass sie in punkto Ballsicherheit, Passgenauigkeit und auch athletischer Robustheit gegenüber den deutschen Spielerinnen einen Vorsprung haben. Doch das Gesamtfazit Meinerts fiel dennoch positiv aus: „Wir sind mit Bronze zufrieden.“

Nur noch wenige Spielerinnen des aktuellen Kaders werden 2010 bei der nächsten U20-Weltmeisterschaft im eigenen Land mit dabei sein können. Als Gastgeber ist die DFB-Elf bereits automatisch qualifiziert, so dass frühzeitig mit den Vorbereitungen auf das Turnier begonnen werden kann.

Wertvolle Erfahrung
„Es wird schwer, Weltmeister zu werden, aber das ist das Ziel, worauf wir hinarbeiten werden. Wir haben absichtlich einige Spielerinnen (Bianca Schmidt, Marina Hegering, Stefanie Mirlach, Kim Kulig und Desirée Schumann) zur WM in Chile mitgenommen, die auch 2010 teilnehmen könnten. Die Erfahrung, die diese Spielerinnen gesammelt haben, ist unbezahlbar.“

Vier bis fünf Spielerinnen im Team haben sicherlich das Potenzial, bei optimalem Verlauf später einmal Fuß im Kader der A-Nationalmannschaft zu fassen. „Viele Spielerinnen haben sich sehr positiv entwickelt und gezeigt, dass sie international bestehen können.“

Viel Arbeit
Doch die WM hat auch gezeigt, wie viel Arbeit noch vor den potenziellen Kandidatinnen für die WM 2011 liegt. Vielleicht liegt es auch daran, dass Meinerts Worte eher vorsichtig optimistisch klingen. „Wir müssen erst die WM genau auswerten. Ich hoffe, dass wir 2011 einige Spielerinnen des Chile-Kaders auf dem Platz sehen werden.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

19 Kommentare »

  • Max Diderot sagt:

    Ein grausam-schöner Artikel, dem ich gerne noch einen zusätzlichen Stern verliehen hätte. Ersteres, weil offensichtlich die Zeit des Ignorierens vorbei zu sein scheint, sich ob erfolgreicher Platzierungen lässig zurück zu lehnen und mit Verweis auf die Zahlen allen Innovationen zu trotzen; schön, da nun endlich auch die inhaltlichen Mankos des hiesigen Frauenfußballs thematisiert werden. Ich will aus einer Mücke keinen Elefanten machen, und in den Auswahlmannschaften des DFB gibt es gewiss viel individuelle Klasse, aber wenn ich Frau Meinerts Aussage nicht nur separat betrachte (und ich habe das komplette Interview gelesen) klingt da für mich die typische Sankt-Nimmerleins-Tag-Strategie durch.

    Verbessern, taktisch und technisch, können sich die Spielerinnen doch nur in ihren Klubs. Und hilft oder unterstützt hier der DFB? Nach meinem Wissen nicht. Bierhoff äußerte sich jüngst in einem SZ-Interview zur Verbesserung der Infrastruktur im Männerfußball (sprich Akademie-Gedanke), während bei den Frauen mit den Methoden von gestern die Erfolge von morgen erzielt werden sollen.

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  • Marcel sagt:

    Ich finde das es eher im taktischen Bereich defizite gibt als jetzt im technischen Bereich.Sicherlich gibts da auch Verbesserungen zu machen aber ich hab jetzt keine Mannschaft gesehen die uns da besonders überlegen wäre.Was man aber sehen konnte ist das der Mannschaft es doch schwer viel im ganzen Turnier ihr Spiel durchzusetzen.Viele Laufwege und Pässe die im nichts verschwanden oder wo man sich fest gedribbelt hatte weils keine Anspielstationen gab.
    Da kann man vielleicht auch die etwas kurze Vorbereitungszeit in Frage stellen den besonders eingespielt sah das nicht aus und wenn man da liest was andere Mannschaften für Zeit haben sich vorzubereiten brauch man sich nicht wundern wär dann im Finale steht.

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  • SOB sagt:

    Meiner Meinung nach besteht in einigen Bereichen sicherlich Nachholbedarf. Dennoch sind die Unterschiede der Spitzenmannschaften sehr gering.
    Das Spiel der deutschen U-20 gegen USA sollte nicht Maßstab für die Bewertung der Qualität der Mannschaft sein. Ich denke, das viele Spielerinnen sehr gute Ansätze haben. Allerdings wird in Deutschland sehr häufig der Fehler gemacht, Leistungen einzelner Spielerinnen in einem Spiel sofort über zu bewerten und das schadet der Entwicklung der Spielerin.
    Deshalb kann ich auch gut nachvollziehen, dass es keine deutsche Spielerin zu einem Einzelpreis geschafft hat.
    Ich denke, dass die gesamte Mannschaft ordentlich aufgetreten ist und auch hier eine alte Fußballweisheit Schlüssel für Platz drei war:
    „Elf Freunde(innen) sollt ihr sein.

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  • Markus Juchem sagt:

    @SOB: Ich gebe Dir Recht, dass die Unterschiede zwischen den Topteams nicht besonders groß sind. Dass die deutschen Spielerinnen gute Ansätze haben, ist unbestritten. Aber ich denke schon, dass eben gerade ein Spiel wie gegen die USA ein Gradmesser für das eigene Leistungsvermögen bzw. dafür ist, was derzeit Top-Level ist.

    Ein dritter Platz bei einer WM ist eine gute Leistung, da gibt es ja nichts dran zu meckern. Doch die Ansprüche bei DFB, Teams und Spielerinnen sind nun mal, ganz oben zu sein und eben nicht Dritter. Dass das nicht immer gelingen kann, ist selbstverständlich. Aber aus diesem Anspruch heraus, muss man die Messlatte eben auch hoch legen.

    Dass keine deutsche Spielerin unter die Top 3 bei der WM gewertet wurde, spricht in meinen Augen nicht für eine Überbewertung einzelner Spiele, sondern einfach dafür, dass keine deutsche Spielerin ein überragendes Turnier gespielt hat.

    „Ordentlich aufgetreten“ ist die deutsche Mannschaft mit Sicherheit, doch der eigene Anspruch liegt gerade im Hinblick auf U20-WM 2010 und WM 2011 im eigenen Land höher als „ordentlich aufgetreten“.

    Die DFB-Elf kann sich nun ohne Qualidruck auf die U20-WM 2010 vorbereiten, das sollte sicherlich ein Vorteil sein. Marcel hat diese Thematik weiter oben ja schon angesprochen. Wir werden dann sehen, wie ein (hoffentlich) eingespielteres Team auf Titeljagd gehen wird.

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  • Max Diderot sagt:

    Vielleicht nur eine Petitesse. Aber aktuell besucht eine mehrköpfige DFB-Delegation das Fußball-Leistungszentrum des französischen Fußballverbandes in Clairefontaine (offiziell: Le Centre Technique National Fernand Sastre), knapp 50 km südwestlich von Paris. Die Herren, tatsächlich ausnehmlich handelt es sich um Herren, haben es, aus welchen Gründen auch immer, anscheinend nicht für notwendig erachtet, dass auch eine Trainerin aus dem Frauenfußball dieser Entourage um den Bundestrainer Löw (angeblich demnächst ein Gesalbter im Auftrag des NIVEA-Konzerns) angehört. Auf französischer Seite ist immerhin mit Bruno Bini der Trainer der Équipe de France de football féminin vertreten.

    Hier der Link zur DFB-Seite:

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  • Hanna Hinrich sagt:

    @Markus Juchem: Die Frage, welche Spielerin ihr im Turnier besonders aufgefallen seie, beantwortete Jen O’Neill (British Eurosport) mit Kim Kulig und Sydney Leroux – genau in dieser Reihenfolge.

    Ich gebe dir Recht: Der 3. Platz ist ein gutes Ergebnis nach einem ordentlichen Auftritt. Ich sehe keinen Anlass für Kritik an Kader oder Trainerin. Allerdings wird der fehlende Qualidruck für die WM2010 kein Vorteil sein, sondern ein echter Nachteil für die deutsche Elf.

    Bemerkenswert ist die Wettbewerbsstärke der US-Girls, obwohl es dort noch keine nationale Profi-Liga gibt. Ob die WPS ab 2009 erfolgreich sein wird, wird nicht von der Zahl der Stadionbesucher abhängen, sondern von der TV-Quote. Meine Einschätzung: der FF ist eine telegene Sportart, er hat dieses Zuschauer-Potential, nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland.

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  • Detlef sagt:

    Eine sehr selbstkritische Einschätzung von MM! Ich teile aber auch die Meinung von Max und Markus! Grundlagen müssen in den Vereinen gelegt werden! Darum kann sich ein Natiotrainer nicht kümmern! Und der zweifache A-WELTMEISTER hat sicherlich den Anspruch, auch im Nachwuchsbereich eine Spitzenposition einzunehmen! Das ist mit je Platz 3 von U-17 und U-20 auch gegeben, wenn auch noch ausbaufähig! Allerdings bin ich mir aber auch nicht ganz im Klaren darüber, WARUM die U-20, ähnlich wie auch das A-Team bei Olympia, fast schon im Kollektiv „versagt“ hat? Hier müssen sich auch SN+UB & MM+BW einige unbequeme Fragen stellen lassen! Hat man in der Vorbereitung wirklich alles richtig gemacht? Setzt man bei der Auswahl des Kader aufs richtige Pferd? Die Zukunft sieht sicher nicht so düster aus, für die Frauenmannschaften des DFB, wenn man dort die Zeichen richtig deutet!

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  • Bernhard sagt:

    Da muss ich mich aber schon wundern, Max D.:
    >
    Von Stützpunkttrainings, Schulprojekten etc. solltest Du schon mal gehört haben. Dass Deutschland bei den Männern Anschluss gefunden hat, kommt ja nicht von ungefähr. Da wurde viel investiert.

    Für mich ist Platz Drei völlig ok und ein gutes Ergebnis.
    Die USA und Korea haben sich monatelang auf das Turnier vorbereitet. Die Deutschen spielten davor und nun wieder danach Bundesliga.
    Ist doch auch ein Kennzeichen: Überall dort, wo eine einigermaßen funktionierende Vereins-Liga stattfindet, funktioniert es mit WM und Olympia weniger gut. Bzw. andersrum: In den WM-/Oly-Finals standen mit Korea, Brasilien und USA Länder in denen der Ligabetrieb völlig untergeordnet ist.
    Das ist doch kein Zufall.
    Wobei: Mir ists so in Deutschland lieber…

    Zudem: Die Leistungsdichte ist nun mal heute höher. Für den WM-Titel zu gewinnen, muss einfach alles passen. Alle Spieler fit, gute Tagesform etc.
    Plus 1 bis 2 besondere Spielerinnen.
    Die hatten die USA und Korea mit ihren beiden Stürmerinnen.

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  • Marcel sagt:

    Genau das hab ich auch gemeint die geringe Vorbereitungszeit ist einfach der grosse Nachteil der deutschen Mannschaft.Da muss ja auch auf die Bulivereine Rücksicht genommen werden und das die Turniere auch noch mitten in der laufenden Bulisaison statt finden ist auch nicht besonders hilfreich.Solche Probleme haben Nordkorea und USA einfach nicht da wird keine Rücksicht auf die Vereinsmannschaften genommen da haben die Natios absolute Priorität.
    Ralf Peters hat ja auch mal in einem Interview gesagt das er von Vorbereitungszeiten a la Nordkorea nur träumen kann.
    Insofern sollte man diesen Platz 3 doch etwas mehr zu schätzen wissen.

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  • Harald sagt:

    Jammern auf hohem Niveau – reloaded

    Wenn hier bemängelt wird, daß die beiden Weltmeisterschaften in 2008 während der Bundesligasaison stattgefunden haben, sollte man doch mal den Kopf über den Tellerrand der nördlichen Hemisphäre heben und in den neuseeländischen bzw. chilenischen Frühsommer schauen 😉
    Es ist ja nicht so, daß nur in Nordamerika, in Europa und in Ostasien Frauenfußball gespielt wird. Wenn man will, daß Frauenfußball auch in der übrigen Welt mehr Beachtung findet, sollte man auch an die Länder in der südlichen Hemisphäre denken, wie eben z.b. Neuseeland, Chile oder Brasilien.

    Ich empfinde den 3. Platz als ein gutes Ergebnis. Die Kollektive aus den Reichen Obamas und Kim Il Sungs waren nun mal besser. Und im Endeffekt ist mir eine interessante Bundesligasaison lieber als ein langfristiges Einspielen einer deutschen Juniorinnenmannschaft. Das ginge dann doch zu Lasten der Bundesliga.

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  • Max Diderot sagt:

    Bernhard, Dein Hinweis auf die entsprechenden, vom DFB initiierten oder geförderten, Projekte ist zweifelsohne richtig. Ich stelle diesen Aspekt ja nicht in Frage sondern plädiere für eine Optimierung dieses Prozesses. Nach meinem Dafürhalten ist gäbe es Verbesserungsmöglichkeiten, die auch die Klubs unterstützen könnten, wobei vielen dieser Vereine dieser Umstand nicht bewußt zu sein scheint. Dabei berufe ich mich nicht auf arrivierte Mannschaften, die den Frauenfußball als eine Art Komet im herkömmlichen Spielbetrieb betrachten und damit ja auch personelle Erfolge erzielen. Die Rede ist beispielsweise von den Bayern.

    Da ich ein wenig Einblick in die Talentförderung des DFB aufgrund meiner räumlichen Nähe zu einem solchen Zentrum habe, und mich die Materie interessiert, kann ich mir einen kleinen Eindruck vermitteln. Ich will nicht so vermessen sein, diese Impression als generellen Massstab zu werten, aber gerade im taktischen Bereich scheint mir nur ein suboptimales Verständnis bei einigen DFB- (Honorar-) Trainern vorhanden zu sein. Außerdem, und damit wiederhole ich eine Aussage von mir von vor kurzer Zeit, halte ich diesen elenden Elite-Begriff für ziemlich stussig. Denn selbst Forschungen haben ergeben, dass es ohne weiteres Kinder gibt, die etwas später als ihre Altersgenossen Potenziale abzurufen vermögen.

    Harald, es geht nicht ums Jammern. Vielmehr gilt es konstruktiv Kritik zu üben und die unterschiedlichen Sichtweisen zu bündeln. Es regt sich ja auch niemand über die Platzierung, als vielmehr über die Art und Weise wie diese erzielt worden ist, auf. Zumindest geht es mir augenblicklich so, dass die nicht vorhandene Taktik im Spiel gegen die USA, immer noch mehr Erstaunen hervorruft denn die famosen Erfolge gegen Brasilien oder Frankreich. Selbstverständlich soll dabei nicht außer Acht gelassen werden, dass es junge Spielerinnen sind, die noch in einem stärkeren Maße Leistungsschwankungen unterliegen.

    Ob die Konzentration eines Kaders über einen längeren Zeitraum tatsächlich für die Erfolge der USA respektive der DVR Korea ausschlaggebend waren, oder ob nicht andere Faktoren (i.e. Entwicklungspotenzial) dafür verantwortlich sind, kann ich nicht sagen. Doch ich hege latente Zweifel ob dieser Annahme.

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  • Detlef sagt:

    @ Harald, als JAMMERN würde ich die Diskussion hier nicht betrachten! Natürlich kommen den Amis und Koreanerinnen die sehr langen Vorbereitungsphasen sehr entgegen! Aber das war schon immer so! Also auch in den Jahren, wo Deutschland Weltmeister wurde! Es liegt also auch an anderen Komponenten!

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  • Marcel sagt:

    Max mach mal die Augen auf es ist kein Zufall das bei der U17 als sowohl bei der U20 WM USA und Nordkorea im Finale waren.Zu behaupten beide wären vom Entwicklunkspotenzial besser das mag ich doch bezweifeln, technisch hab ich da zumindest nichts gesehen was unsere Mädels nicht könnten wenn nicht sogar besser.Das was diese Mannschaften unserer vorraus hatten war einfach das sie eingespielter waren da haben die Laufwege besser gestimmt und das Stellungsspiel wodurch man ja auch weniger Fehlpässe produziert hat.Und das bekommt man nur wenn man auch genug Zeit dafür hat und zwei Wochen vor dem Turnier wie es unsere U20 hatte reicht da nicht ,vor allem wenn man noch Spielerinnen aus der U19 integrieren muss.
    Deshalb sag ich allen Respekt an die Mädels das sie trotz alldem den 3.Platz geholt haben und in Europa immer noch die Nr 1 sind.

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  • Detlef sagt:

    @Marcel, ich möchte Dir da etwas widersprechen! Die Paßgenauigkeit im deutschen Team, fehlte auch zwischen Spielerinnen, die 7-10 mal pro Woche, miteinander im gleichen Klub trainieren! Also nicht nur die Bayern-Mädels mit den TURBINEN und den Saarbrückerinnen müssen noch besser harmonieren, sondern auch den Klubspielerinnen untereinander, fehlte die nötige Präzision! Da liegen doch in anderen Ländern, die Prioritäten mehr auf der Ballbehandlung und Körperbeherrschung! Dies sieht wohl auch MM so! Hier ist in den Vereinen noch viel zu tun!

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  • Marcel sagt:

    Sicherlich sind da auch Verbesserung zu machen Detlef doch ich seh das als Hauptproblem an das die Mannschaft nicht eingespielt war ,natürlich nicht das einzige Problem aber eines wie ich zumindest finde das am schwersten wiegt .Ich sag jetzt nicht das wir dann womöglich die WM gewonnen hätten aber zumindest wäre die Chance dafür wesentlich höher gewesen.
    Du hast recht das einige Mädels zusammen schon in den Klubmannschaften spielen aber meiner Meinung ist das nicht vergleichbar da in der Natio gegebenfalls ein ganz anderes System gespielt wird,Spielerinnen spielen ja auch teilweise gar nicht die Position die sie im Verein spielen und dann spielen ja höchstens 3 aus der selben Mannschaft.

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  • Markus Juchem sagt:

    Hier noch ein aktuelles Zitat von Bundestrainerin Silvia Neid:

    „Die Mannschaft hat eine gute Leistung in Chile gezeigt. Einige Spielerinnen haben mir sogar sehr gut gefallen. Wichtig ist, dass sie sich jetzt weiterentwickeln. Man muss respektieren, dass das US-Team im WM-Halbfinale die bessere Mannschaft war. Wir müssen hart arbeiten, um 2010 und 2011 auch Gold holen zu können.“

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  • Max Diderot sagt:

    Marcel, mein Einwand ist ja nicht absoluter Natur. Ich stelle mir nur die Frage, ob möglicherweise andere als die genannten Gründe für den relativen Erfolg der DFB-Equipe benennbar sind. Und natürlich freue ich mich, so wie Du, über die Platzierung. Noch mehr Freude kommt bei mir auf, wenn ich an die Spielanlage in der Partie gegen Brasilien denke. Und angesichts dieses (Halbfinal-) Umstandes halte ich es mit Nero „Tigellinus bring mir die Vase für die Tränen!“.

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  • Pinguin sagt:

    Den vielen wirklichen Expertenmeinungen hier habe ich nichts hinzuzufügen.
    Ein bisschen fehlte mir auch das unbedingte „Yes we can“ und die ganze Konzentration – man denke an so manchen sehr vermeidbaren gravierenden Fehler in der Defensive …, auch an Abschlussschwäche in der Offensive, an unnötige Abspielfehler, fehlendes Freilaufen – auch mental war sicher noch ‚Luft nach oben‘.
    Silvia Neid und MM haben die Lage immerhin schon einigermaßen geblickt, da waren die Bundestrainer der Herren in der Vergangenheit meist noch viel beratungsresistenter.
    Dass aber überhaupt eine Diskussionskultur über Entscheidungen / Taktik der DFB-Trainerinnen entsteht wie hier auf dieser Website, kann nach einer gewissen medialen Monokultur in der Vergangenheit aber nur gut tun!

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  • Detlef sagt:

    @Marcel, es ist sicher richtig, daß die Mädels in der Natio zT etwas andere Positionen spielen! Aber Spielerinnen eines Klubs, kennen sich sehr genau, da ist es egal, wo sie spielen! Daran kann man schon etwas ablesen, was auch den Ligaalltag angeht! Unsere Mädels konnten gegen die Amerikanerinnen nicht ihr komplettes Können zeigen! Da fehlte irgendwie die psychologische Vorbereitung! Auch das müssen sie erst noch lernen! Aber es wird auch in Zukunft kein halbes Jahr Vorbereitung am Stück in Deutschland geben! So muß man sich halt arrangieren! Ich glaube ernsthaft, daß es die meisten von dieser U-20, in die A-Natio schaffen könnten! Ob allerdings schon 2011, ist bei der Personalpolitik von SN eher fraglich!

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