U20-WM: Deutschland unterliegt den USA

Von am 4. Dezember 2008 – 22.10 Uhr 14 Kommentare

Die deutsche U20-Frauenfußball-Nationalmannschaft hat im Halbfinale der U20-WM in Chile gegen die USA den Einzug ins Finale verpasst. Gegen eine überlegene US-Mannschaft fand eine ideenlos agierende DFB-Elf bei der 0:1 (0:1)-Niederlage keine Mittel gegen die ballsicheren Gegnerinnen und erarbeitete sich kaum eine echte Torchance. Den Treffer des Tages erzielten die Amerikanerin Sydney Leroux und die Deutsche Bianca Schmidt in einer Art Koproduktion. Im Liveblogging von Womensoccer.de könnt Ihr den Spielverlauf noch einmal nachlesen.

So lief die Partie im Liveblogging

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

14 Kommentare »

  • flaneur sagt:

    ich wünsche mir beinahe eine niederlage, denn eine partie frankreich- deutschland wäre interessanter als korea-deutschland. das spiel der koreaner ist -mir ist wohl bewusst, dass das höchst subjektiv ist- „humorlos“, schroff und irgendwie wenig attraktiv. sollen sich amerikaner damit belasten.

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  • Katha sagt:

    Ich bin immer noch sehr enttäuscht über das gestrige Spiel.
    Die einzige Spielerin die gestern eine normale Leistung geboten hat war Bianca Schmidt. Und die hat sogar noch ein Eigentor geschossen. Die Banecki Zwillinge fielen total aus. Baunach hat ihr schlechtestes Spiel abgeliefert. Aber der Abschuss war die Aufstellung. Fr. Faißt hat noch kein ordentliches Spiel abgeliefert. Warum hat MM eine Goddard spielen lassen? Sowas hätte es bei den Männern nie gegeben. Oder haben etwa Kuranyi und Fritz gegen Portugal bei der EM gespielt?
    Gestern haben nicht die besten 14 Spielerinnen gegen die USA gespielt.

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  • Max Diderot sagt:

    Der zuvor geäußerten Enttäuschung schließe ich mich an. Aber im Gegensatz zur Vorrednerin glaube ich nicht, dass es an einzelnen Spielerinnen gelegen hat. Der US-Trainer, Tony Di Cicco, soll u.a. gesagt haben, „Der U.S.-amerikanische Frauenfussball hat einen hohen Standart, wir wollen jedes Turnier gewinnen. Doch wir betrachten den Druck als eine Chance und blicken nun voller Vorfreude auf das Finale gegen Korea DVR.“. Eben diese Kaltschnäuzigkeit, dieses mentale Potenzial zur Vorstellung, wir gehen da raus und machen ein tolles Spiel, fehlte mir bei den deutschen Damen.

    Knapp vor Ende dieser U20 WM, und im Rückblick auf die Resultate der U17 WM, kann aktuell festgestellt werden, dass die weiblichen Nachwuchsteams des DFB international nicht in der Lage zu sein scheinen, sich gegen die Konkurrenz aus Asien und den USA behaupten zu können. Natürlich wäre selbst ein vierter Platz im aktuellen Turnier keine schlechte Platzierung, aber die innovative Entwicklung im Frauenfußball findet momentan anderorten, und nicht in Deutschland, statt.

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  • Rainer sagt:

    3. oder 4. Platz bei einer WM, liebe Freunde, ist im HF doch immer ein ERFOLG. Warum müssen wir im FF noch mehr verlangen?

    Ich habe nur die zweite Hälfte des Spiels gesehen und leider leider hatten wir gegen die US-Girls eigentlich keine Chance. Die waren ballsicherer und zweikampfstärker und einfach fast eine Klasse besser, was sich aber nicht in konkreten Chancen und im Ergebnis niederschlug. Insofern konnte man bis zuletzt auf einen kapitalen Fehler der US-Verteidigung hoffen, der kam aber nicht.

    Bin trotz des schwierigen Spiels gestern beeindruckt von den Banecki-Schwestern und gespannt, wen die Spione aus Umeå dieses Mal von dieser WM rekrutieren. Bei der voeletzten WM war es Marta und bei der letzten Ramona Bachmann.

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  • Pinguin sagt:

    Ich teile die Enttäuschung – ich habe nach dem Turnier leider auch nicht den Eindruck, dass sich aus der U20 jemand in naher Zukunft aufdrängt, auch meine Erwartungen für die nächsten großen Turniere, gerade auch die WM 2011, ist etwas gedämpft, wenn man bedenkt, dass viele ältere Natio-Stammspielerinnen zuletzt schon etwas ausgebrannt wirkten oder, zusammen mit den jüngeren, durch Verletzungen zurückgeworfen wurden. Und der Nachwuchs der anderen Nationen scheint, wie Max Diderot richtig meint, schneller auf ein höheres Niveau zu kommen als bei uns. In Europa, sprich bei der EM, kann man die Vorreiterrolle vielleicht noch halten, aber darüber hinaus?

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  • Manne sagt:

    Mein ursprünglicher Optimismus mußte leider sehr schnell meiner geäusserten Befürchtung Platz machen, daß das Spiel vor allem im Kopf entschieden werden würde.

    „Angst vor der eigenen Courage“ könnte man das nennen, denn die individuelle und mannschaftliche Klasse ist ja vorhanden, um die USA zu schlagen (siehe Brasilien-Spiel), aber wenn man dann auf dem Platz steht und vor der mentalen und spielerischen Klasse der US-Girls einknickt, dann ist das alles Makulatur. DiCicco war sicherlich klar, daß man den deutschen Girls durch entsprechendes selbstbewusstes Auftreten sofort den Zahn ziehen kann (und wenn US-Sportler etwas haben, dann das). Wenn die Selbstsicherheit fehlt, sein eigenes Spiel aufzuziehen, dann hilft auch kein Einsatz oder Kampfkraft mehr (na ja, manchmal vielleicht). Wie gesagt, das Spiel wurde bereits kurz nach dem Anpfiff und wahrscheinlich auch schon vorher im Kopf entschieden.

    Spielerinnen-Kritik erübrigt sich (die Baneckis waren m.M. nach übrigens nicht diejenigen, die in der Leistung abgefallen sind – nur wenn sonst nichts kommt ausser Fehlpässen und Stopfehlern, dann können sie alleine auch nichts machen), die Leistung der Mannschaft insgesamt war indiskutabel und enttäuschend. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

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  • Katha sagt:

    Ich denke schon das die Leistung einer einzigen Spielerin ein Spiel entscheiden kann. Und wenn ich dann eine Trainerin sehe die nur auf ihrem Stuhl sitzt und nix unternimmt, dann platzt mir der Kragen. Die Aufstellung war von Anfang an schlecht. Die Ein bzw. Auswechslungen waren auch nicht besonders. Wie soll man dann mit dem Spielermaterial ein Spiel gegen die USA gewinnen? Vielleicht schaue ich zu viel Herren Fußball und bin deshalb zu kritisch, aber was gestern auf Deutscher Seite an Fehlpässen und mangelndem Zweikampfverhalten geboten wurde war unter aller Kanone.

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  • Max Diderot sagt:

    Katha, wenn Du es als quasi notwendig erachtest, einzelne Spielerinnen zu kritisieren, dann will ich Dir diese Möglichkeit nicht absprechen. Nur, eine Mannschaftssportart lebt halt davon, dass Stärkere schwächerere Akteure unterstützen und generell ist der Kader doch gut zusammen gestellt worden.

    Deinen Hinweis, auf die gestrigen Fehlpasskaskaden und das Spiel qua ohne Hirn, teile ich. Selten empfand ich mich bei Spielen der DFB-Auswahlteams dermaßen in einem Wechselbad der Gefühle, wie in den Partien gegen Brasilien und die USA. Gestern noch himmelhochjauchzend und heute zu Tode betrübt. Dabei weniger ob des Resultates als mehr der dargebotenen Spielweise wegen. Leider war die Vorstellung gestern ein fußballerischer Offenbarungseid, den die U20-Auswahl des DFB ablegte. Und die Kritik, die Trainerinnen mit einzubeziehen, halte ich für korrekt. Den ballspielenden Schwestern im Geiste (die Damen Neid, Ballweg, Meinert und Wiegmann) scheint es aktuell nur unzureichend zu gelingen, dem hiesigen Frauenfußball neue und effektive Impulse zu vermitteln. Ein kritisches Hinterfragen ihrer Arbeit hielte ich für opportun.

    Und bevor nun die beschwichtigenden Worte über den Kalmarsund kommen. Nein, natürlich will ich den deutschen Frauenfußball nicht als desaströs bezeichnen. Aber es gibt Entwicklungslinien, wo unsere Mannschaften hinterher hinken. Und diese Mankos sollten offen angesprochen und Strategien zur Verbesserung konzipiert werden. Ein möglicher Erfolg bei einer der nächsten EMs kaschiert nur die Stagnation des deutschen Frauenfußballs und macht uns bestenfalls zu Abonnenten für etwaige dritte oder vierte Plätze bei Welt- und Olympiaturnieren.

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  • Jonos sagt:

    Dem deutschen Spiel fehlte die Leitfigur! Mit lauter lieben Mädchen gewinnt man keine WM! Beim DFB sind Weltfußballer, wie Schuster und Effenberg durchgefallen. Jetzt werden Frings und Ballack demontiert. Bei den Frauen wurde eine Linda Bresonik lange Zeit nicht berücksichtigt. Andere Spielerinnen wie Grings, Hanebeck, Weichelt, Kameraj oder Thompson bekommen überhaupt keine Chance sich auf DFB –Lehrgängen zu zeigen. Ist so etwas normal?
    Die Trainer/Innen brauchen entsprechendes Format um auch unangenehmere Spieler/Innen führen zu können, damit die oft außergewöhnlichen Qualitäten für die Nationalmannschaften genutzt werden können.

    Jonos

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  • mats sagt:

    @Jonos: Inhaltlich stimme ich dir im Groben zu.

    Aber du schreibst: „… Bei den Frauen wurde eine Linda Bresonik lange Zeit nicht berücksichtigt. Andere Spielerinnen wie Grings, Hanebeck, Weichelt, Kameraj oder Thompson bekommen überhaupt keine Chance sich auf DFB –Lehrgängen zu zeigen. Ist so etwas normal? Die Trainer/Innen brauchen entsprechendes Format um auch unangenehmere Spieler/Innen führen zu können …“

    Mich interessiert, inwiefern und warum du eine Aferdita Kameraj in dieser Liste mit aufführst. Könntest du das bitte genauer erklären? Danke!

    Ansonsten wie schon gesagt – in der Aussage „die Trainerinnen brauchen entsprechendes Format um auch [unangenehme] Spielerinnen führen zu können…“ – wobei ich unangenehm eher als „selbstbewusst“ oder „Spielerinnen mit eigener Meinung“ beschreiben würde steckt wohl ein großes Korn Wahrheit.

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  • SOB sagt:

    Ich denke, dass entsprechende Spielerinnen im Kader sind.
    Doch beide Spielerinnen, die ich meine, waren nicht in Bestform dabei. Sowohl Nadine Keßler als auch Nathalie Bock sind auf Grund von langwierigen Verletzungen nur in einer bescheidenen Form.
    Allerdings haben beide bei der EM 2007 die Mannschaft geprägt, und das mit spielerischen Mitteln.
    Insofern sehe für die Zukunft nicht so schwarz wie andere hier.

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  • Brandy sagt:

    Schade,dass die Mädels nicht an die Leistung wie gegen Brasilien anknüpfen konnten,da hätte die Trainerin früher reagieren müssen und Goddard in der Startelf ?
    Und ich frage mich nochmal,warum man lange verletzte Spielerinnen wie Kessler, Bock mitnimmt, wenn sie nicht fit sind ? Alle anderen Einwechslungen,wie Schwab und gestern Kerschowski haben doch recht ordentlich gespielt, da hätten der Mannschaft eine F. Weber mehr geholfen. Aber die anderen mannschaften haben gegen die USA ja höher verloren….

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  • Bernhard sagt:

    Im Finale sind nun die beiden Teams, die monatelang nur auf dieses eine WM-Turnier hingearbeitet haben. Wenn der DFB die U20-Spielerinnen monatelang „für sich“ gehabt hätte, wäre evtl. mehr raus gekommen. Doch mal abgesehen ob das wirklich so gewesen wäre: Es der Tod der Bundesliga gewesen.

    Insofern muss man mal zufrieden sein. Der 3te oder 4te Platz ist ein guter Erfolg. Mehr wäre nur drin gewesen, wenn alle Schlüsselspieler fit gewesen wären. Da denke ich v.a. an Steffi Mirlach, die sehr wertvoll gewesen wäre.

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  • Max Diderot sagt:

    So richtig einige der vorgetragenen Argumente sind, gehen sie mir doch am Kern der Sache vorbei. Es ist diese in entscheidenden Phasen spielerische und taktische Armut, die die U20 nun, die U17 vor einigen Wochen, als es ebenfalls nicht gelang, sich gegen die USA-Equipe durchzusetzen, und die Nationalmannschaft während der Olympiade zeigten. Seltenst war mal ein offensiv geprägter Stil (am ehesten noch bei den Jüngsten) zu erkennen und ansonsten eine neunzigminütige fußballerische Lethargie. Es geht nicht nur ums Resultat sondern, um den SZ-Redakteur Christof Kneer zu zitieren, der heute schrieb,“Wer Schalke oder Hertha im Europacup spielen sah, weiß, wie dringend der deutsche Fußball Innovation gebrauchen kann.“. Dem ist nichts hinzuzufügen.

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