U20-WM: USA und Frankreich im Halbfinale

Von am 1. Dezember 2008 – 9.54 Uhr

In den ersten beiden Halbfinalspielen der U20-Weltmeisterschaft in Chile haben sich die Favoriten durchgesetzt. Die USA kamen zu einem letztlich ungefährdeten Sieg gegen England und wären somit im Halbfinale potenzieller Gegner der deutschen Mannschaft. Mehr Mühe hatte hingegen Frankreich, das die starken Afrikanerinnen aus Nigeria erst mit einem Treffer in der Schlussphase bezwang.

Im Spiel USA gegen England dauerte es bis zur 53. Minute, ehe die 11.080 Zuschauer im Estadio Nelson Oyarzun den ersten Treffer der Amerikanerinnen bewundern durften. Denn die Engländerinnen machten ihrem Gegner lange Zeit das Leben schwer und unterbanden geschickt das amerikanische Aufbauspiel. Spielführerin Keelin Winter nahm am langen Pfosten eine Flanke der gerade eingewechselten Christine Naim auf und drückte den Ball per Kopf ins Tor.

Die Engländerinnen versuchten mit den zwei frischen Kräften Rachel Williams und Jade Moore, ins Spiel zurückzukommen und mehr offensive Akzente zu setzen, doch die starke US-Verteidigung ließ nur einige wenige Distanzschüsse zu.

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Erneut stand Naim im Mittelpunkt, als sie in der 81. Minute maßgerecht für Sydney Leroux vorbereitete, die mit dem 2:0 für die Vorentscheidung sorgte. Und in der vierten Minute der Nachspielzeit machte Leroux mit ihrem zweiten Treffer den am Ende klaren Sieg perfekt. „Es war ein bisschen Nervosität im Spiel, aber wir wussten, was wir in der zweiten Halbzeit zu tun haben“, freute sich die zweifache Torschützin Leroux.

Frankreich ringt Nigeria nieder
Frankreich darf sich einmal mehr bei Eugenie Le Sommer, 19-jährige Stürmerin von Stade Briochin, bedanken, die maßgeblichen Anteil daran hatte, dass beim 3:2-Sieg gegen Nigeria vor 12.363 Zuschauern in Coquimbo die Europäerinnen nach Rückstand noch die Wende schafften.

Highlights der Partie anschauen

Die Tricolores gingen früh durch Julie Machart in Führung (2.), die einen Schuss aus kurzer Distanz über die Linie drückte. Doch noch vor der Halbzeitpause drehten Ebere Orji (13.), die im Strafraum nach einem Gestochere den Ausgleich erzielte, und Joy Jegede (38.) per Kopf die Partie zugunsten der Westafrikanerinnen.

Le Sommer gelang in der zweiten Halbzeit ebenfalls per Kopf der schnelle Ausgleich (49.). Und die nach der Pause eingewechselte Nora Coton Pelagie von Paris Saint-Germain, die mit einer Maßflanke bereits den Ausgleich vorbereitet hatte, sorgte in der 88. Minute mit einem sehenswerten 20-Meter-Schuss, der vom Innenpfosten ins Tor ging, für die Entscheidung.

Frankreichs Trainer Stéphane Pilard war aus dem Häuschen: „Wir haben Geschichte geschrieben, das erste Mal das Halbfinale erreicht. Das ist sehr wichtig für den französischen Frauenfußball. Es ist toll, dass ausgerechnet die Reservistinnen eingesprungen sind und für uns das Spiel entschieden haben. Nun haben wir keinen Druck mehr. Alles ist möglich!“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.