Historische Niederlage für Nigeria

Von am 27. November 2008 – 1.41 Uhr

Die nigerianische Vorherrschaft im Frauenfußball ist gebrochen. Zum sechsten Mal in Folge wollte der Titelverteidiger Afrika-Meister werden, doch im Halbfinale der sechsten Afrika-Meisterschaft kam am Dienstag in Malabo gegen Gastgeber Äquatorialguinea das überraschende Aus.

Durch die 0:1-Niederlage werden die Nigerianerinnen zum ersten Mal in der elfjährigen Turniergeschichte nicht im Endspiel stehen. Beim entscheidenden Treffer der starken Spielführerin Äquatorialguineas, Anonma Genoveva, gab Torhüterin Precious Dede keine gute Figur ab, die einen harmlosen Freistoß in der 58. Minute durch die Finger ins eigene Netz gleiten ließ. Für Genoveva war es bereits der fünfte Turniertreffer.

Äquatorialguinea feierte hingegen einen historischen Erfolg und hat nun die Chance im Finale gegen Südafrika (3:0-Sieg gegen Kamerun durch einen Hattrick von Alice Mattlou) sich den afrikanischen Titel zu holen. Sani Lulu Abdullahi, Präsident des nigerianischen Fußballverbands, war erzürnt über die Leistung der „Super Falcons“.

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Nigerias Trainer vor Entlassung
„Das ist peinlich für das gesamte nigerianische Volk. Die Trainer haben uns im Stich gelassen. Sie hatten freie Hand, ein Team zu formen, das die Nation stolz macht. Wir müssen den ganzen Frauenfußball im Land überdenken.“ Bereits zuvor hatten die Nigerianerinnen im Turnierverlauf nicht überzeugen können.

Nach zwei mageren Remis zum Auftakt (1:1 gegen Ghana und 0:0 gegen Tunesien) qualifizierte man sich erst mit einem 2:1-Sieg gegen Südafrika für die Vorschlussrunde. Trainer Joseph Ladipo wird nun möglicherweise noch vor dem Spiel um Platz 3 am Freitag gegen Kamerun abgelöst.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.