U20-WM: DFB-Elf verliert gegen Japan

Von am 24. November 2008 – 0.20 Uhr 8 Kommentare

Die deutsche U20-Frauenfußball-Nationalmannschaft hat in ihrem zweiten Gruppenspiel bei der Weltmeisterschaft in Chile eine Niederlage einstecken müssen. Gegen starke Japanerinnen unterlag das Team von Trainerin Maren Meinert verdient mit 1:2 (0:1).

Die auf zwei Positionen veränderte deutsche Mannschaft – Marie Pollmann und Julia Simic spielten von Beginn an für Stephanie Goddard und Verena Faißt – erwischte den besseren Start.

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Doch Pollmann, mit vier Treffern Torschützenkönigin der U19-EM in Frankreich, und Nicole Banecki ließen in der Anfangsphase die ersten guten Gelegenheiten aus, Simic hatte jeweils auf der rechten Angriffsseite die Vorarbeit geleistet.

Japan kommt in Fahrt
Die Japanerinnen übernahmen aber nach 20 Minuten immer mehr das Kommando und zwangen der DFB-Elf mit gepflegtem Kurzpassspiel und schnellen Ballstafetten das eigene Spiel auf. Nur noch selten konnten sich die deutschen Spielerinnen in dieser Drangperiode befreien, Yuka Kado und Misaki Kobayashi trafen jeweils die Latte, da die starke DFB-Torhüterin Alisa Vetterlein jeweils noch die Fingerspitzen zwischen die Schüsse der Japanerinnen brachte und ihre Elf somit gleich zwei Mal vor einem Rückstand bewahrte.

Doch gegen Kie Koyamas Schuss mit dem Außenrist zur japanischen Führung kurz vor der Pause war sie machtlos (41.), die starke und quirlige Natsuko Hara hatte einen perfekten Pass in die Schnittstelle der zu weit aufgerückten deutschen Innenverteidigung gespielt.

Kerschowski trifft per Kopf
Anfangs der zweiten Halbzeit fing sich das deutsche Team wieder ein wenig, agierte aber zunächst zu einfallslos, um Japan in echte Gefahr zu bringen. Doch nach einer Stunde setzte sich Banecki schön am linken Flügel durch, passte scharf in die Mitte und Isabel Kerschowski drückte hart bedrängt den Ball per Kopf zum Ausgleich ins Netz (61.).

Beide Teams mussten nun zusehends den hohen Außentemperaturen von über 25 Grad Tribut zollen, die Deutschen schienen aber in der Schlussviertelstunde einem Treffer zunächst näher zu sein, Kerschowski setzte einen Schuss aus knapp 20 Metern an die Latte.

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Siegtreffer durch Nagasato
Doch es waren die Japanerinnen, die ein zweites Mal trafen. Koyama schlug einen weiten Ball vom linken Flügel auf Asano Nagasato, die sich gegen die eingewechselte Faißt durchsetzte und unhaltbar für Vetterlein zum Siegtor einnetzte (82.). Banecki hatte mit einem Schuss in der Nachspielzeit noch einmal die Ausgleichschance, doch die sichere Misa Sugawara drehte in ihrem ersten WM-Spiel den Ball um den Pfosten und hielt den verdienten Sieg der Japanerinnen fest.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

8 Kommentare »

  • Harald sagt:

    Hut ab vor dem technischen Können der Töchter Nippons!

    Was die U 17 und jetzt die U 20 da ablieferten, das ist großer Fußball. Da verblassen – für mich – sogar die brasilianischen Mätzchen und Kunststückchen. 😉

    Und da jetzt fast der komplette 2. Spieltag beendet ist, bis auf die Partie DR Kongo – Kanada, möchte ich ein kleines persönliches Fazit ziehen…

    Nicht nur die Japanerinnen begeistern mich, sondern auch die „Kiwis“. Wenn die „Football ferns“ es mal schaffen, daß sie mental bis zur 90. Minute auf dem Platz stehen und in den letzten Minuten keinen mehr rein kriegen – und sich in den nächsten Turnieren weiterentwickeln – dann sind sie für mich Kandidatinnen für weitere Turniermomente, ja sogar bis hin zu einem Halbfinale.

    Es sieht wohl so aus, daß im Viertelfinale die Asiatinnen aufeinandertreffen und da will ich mal hoffen, daß die Japanerinnen gewinnen. Und wenn Deutschland gegen Kanada gewinnen sollte, müssen sie Brasilien aus dem Weg räumen.
    Die Brasilianerinnen mit ihrem lässigen Kaugummikauen haben mir überhaupt nicht gefallen. Da müsste was für die Kerschowskis, Baneckis und co. doch was zu holen sein… 😉

    Vorerst wünsch ich mir jedoch für Mittwoch einen Sieg der Neuseeländerinnen gegen England. Das müsste machbar sein. 😉

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  • Jarmusch sagt:

    @Harald
    Neuseeland-Chile gestern Nacht war für mich das emotionale Highlight dieser WM. Die Chileninnen haben sich mit Herzblut und großem Kampf bis zum Umfallen aus dem Turnier verabschiedet. Da flossen nach dem Spiel die Tränen literweise. Aber diese kleinen Südamerikanerinnen (mit Ausnahme der 1,81 m großen Torfrau) haben sich auch in mein Herz gespielt.
    Und zu Neuseeland: Ich sehe es wie Du, die Neuseeländerinnen haben das Potenzial um England zu schlagen und das Viertelfinale zu erreichen. White, Wall & Co. spielen offensiv erfrischend, nur das Defensivverhalten muss besser werden. Dumm nur, dass sich Ria Percival kurz vor Schluss gegen Chile eine unnötige Gelbe Karte eingefangen hat und nun gelbgesperrt gegen England fehlen wird. Das ist schon ein ziemliches Handicap für die Kiwis, mal sehen wie’s ausgeht.

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  • Max Diderot sagt:

    Das Spiel sah ich nur in einer Aufzeichnung. Im Kontext mit der ersten Reaktion der Trainerin, O-Ton Maren Meinert „Uns fehlt noch die Konstanz, wir spielen einen Tag gut, und an einem anderen Tag nicht gut.“, bin ich sowohl über die Einfalllosigkeit der deutschen Spielanlage als auch der bis jetzt vorliegenden Aussage der Trainerin erstaunt. Volltönend klang das vor Beginn des Turniers noch anders und bestenfalls ließe sich behaupten, die Akteurinnen des DFB sind in der Mediengegenwart angekommen.

    Der Reporter des Spiels sagte einmal, bei einem Ballverlust der deutschen Damen, den Satz, „Man muss dem Ball auch entgegen kommen.“. Eine idealtypische Aussage, die meines Erachtens auf zweierlei hinwies. Die Bereitschaft, das vielzitierte Spiel ohne Ball zu forcieren war für mich nicht zu erkennen, genauso wenig eine taktische Massnahme, dem Forechecking der Japanerinnen aktiv zu begegnen.

    Wie heißt es so schön, Fußball ist auch und nicht zuletzt eine Sache des Kopfes. Mir scheint es, und möglicherweise bin ich ziemlich polemisch, dass dieser Aspekt augenblicklich eher suboptimal im deutschen Frauenfußball ausgeprägt ist. Frau ruht sich auf den Meriten vergangener Jahre aus, verschläft die internationale Entwicklung des Frauenfußballs und konstatiert, noch einmal Maren Meinert, „Trotzdem muss ich sagen, dass es uns eigentlich nicht überraschen darf, dass Japan so stark war. Wir hatten das erwartet.“, kein probates Mittel im Köcher zu haben.

    Das Match gegen Kanada wird ein Endspiel um den zweiten Gruppenplatz. Ob es der deutschen U20-Auswahl gelingen wird, diese Hürde in vielerlei Hinsicht zu meistern, steht für mich momentan in Frage. Weniger des Ergebnisses als mehr der Spielgestaltung in der Partie gegen die Japanerinnen wegen. Ich vermochte keine Initiative der deutschen Juniorinnen zu erkennen, der Partie quasi ihren Stempel aufzudrücken. Natürlich würde ich mir ein Weiterkommen wünschen, aber noch mehr hoffe ich auf die Selbsterkenntnis im DFB, probate Mittel in der Weiterentwicklung im nationalen Frauenfußball zu finden.

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  • Max Diderot sagt:

    Pardon, aber diese vorangegangene Textzusammenstellung kann ich mir nicht erklären. Ein Rätsel für mich!

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  • Markus Juchem sagt:

    @Max: Ich habe die mehrfachen auftauchenden Textblöcke in Deinem Kommentar entfernt, ich hoffe, es ist jetzt so richtig und es fehlt nichts. Sonst melde Dich kurz.

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  • Rainer sagt:

    Ich trage keine Hüte, aber trüge ich einen, würde ich ihn jetzt respekt- und hochachtungsvoll vor den Japanerinnen ziehen. Das war streckenweise absolute Weltklasse. Sehr genaue Pässe und Freude am Kombinationsspiel. Das 2:1 kurz vor Schluss war ein Tor aus dem Lehrbuch. Hat Spaß gemacht, die blauen Töchter Nippons zu sehen.

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  • Katha sagt:

    Die Nr. 10 und Nr. 7 von den Töchtern Nippons haben mich sehr beeindruckt. Leider konnten wir nicht auf Mirlach und Kessler zurück greifen. Vielleicht hätten die beiden dem Spiel die Wendung geben können. Ich schaue dem Spiel am Donnerstag trotzdem optimistisch entgegen.

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  • Marcel sagt:

    Schade eigentlich aber wenn das Spiel was gezeigt hat dann das die Japanerinnen absolut schlagbar waren auch wenn sie ein schönes Passspiel aufziehen.Vor allem am Anfang der ersten Hälfte und in der zweiten hat man es einfach versäumt seine Chancen zu nutzen.Trotzdem bin ich optimistisch das es noch was mit dem Viertelfinale was wird den in der zweiten Hälfte sah das doch schon viel besser aus auch wenn man da wieder einen dummen Gegentreffer kassiert hat.

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