Reaktionen zur EURO-Auslosung

Von am 18. November 2008 – 17.46 Uhr

Nach der Auslosung zur Frauenfußball-Europameisterschaft 2009 am heutigen Mittag in Helsinki (Auslosung im Liveblogging nachlesen) überwog im deutschen Team die Überzeugung, eine schwere, aber dennoch lösbare Aufgabe erwischt zu haben. Weniger begeistert waren dagegen die deutschen Gruppengegner. Womensoccer.de hat die Stimmen zusammengetragen.

Die Stimmen im Überblick

Silvia Neid (Bundestrainerin): „Das ist eine sehr schwere Gruppe. Wir treffen auf spiel- und zweikampfstarke Mannschaften. Wir schauen dennoch positiv nach vorne, denn unser Ziel ist klar: Wir wollen in der Gruppe bestehen und ins Viertelfinale einziehen. Wir kennen die Norwegerinnen sehr gut. Ich schätze sie sehr. Für uns gilt es daher wieder, von der ersten Minute voll im Turnier zu sein. Die Französinnen sind technisch unheimlich versiert, sie spielen sehr variabel und haben gute individuelle Spielerinnen in ihren Reihen. Sie haben sich insgesamt sehr gut entwickelt. Island ist der vermeintlich leichteste Gegner. Aber wir werden nicht den Fehler begehen, die Isländerinnen zu unterschätzen.“

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Melanie Behringer (FC Bayern München): „Da wartet eine schöne Aufgabe auf uns. Gegen Norwegen wird es bestimmt ein schwieriges Spiel, sie zählen für mich zu den Mitfavoriten. Frankreich ist auch nicht so schlecht. Und gegen Island sollten wir drei Punkte holen.“

Ariane Hingst (Djurgården): „Die Gruppe ist eine schöne Herausforderung für uns. Über Norwegen muss man ja nicht mehr so viel erzählen, sie zählen zu den Turnierfavoriten. Und Frankreich ist auch eine starke Frauenfußball-Nation, die sich immer besser entwickelt.“

Lira Bajramaj (FCR 2001 Duisburg): „Ich denke, wir haben gute Chancen, in dieser Gruppe weiterzukommen. Die Norwegerinnen werden uns natürlich das Leben schwer machen. Und Frankreich kenne ich von den Juniorinnen-Nationalmannschaften noch sehr gut, die sind alle technisch sehr beschlagen.“

Saskia Bartusiak (1. FFC Frankfurt): „Das wird keine leichte Aufgabe. Norwegen und Frankreich darf man natürlich nicht unterschätzen. Vor allen Dingen die Norwegerinnen schätze ich ganz stark ein. Und die Isländerinnen sind für mich derzeit noch eine Unbekannte.“

Annike Krahn (FCR 2001 Duisburg): „Ich glaube, wir können optimistisch an die Aufgabe herangehen. Wir haben das Potenzial, um weiterzukommen, müssen es natürlich auch abrufen. Von Norwegen wissen wir, wie stark es ist. Gegen Frankreich zu spielen, ist immer schwer. Und Island ist vom Papier her die leichteste Aufgabe, aber die sind auch nicht von ungefähr bei der EURO dabei.“

Bruno Bini (Nationaltrainer Frankreich): „Das Losglück hat es nicht gerade gut mit uns gemeint. Wir sind in der einzigen Gruppe, die drei Gruppensieger der Qualifikation enthält. Aber es ist keine Todesgruppe, sondern eine Lebensgruppe, denn wir haben uns ja qualifiziert. Es wird nicht einfach werden, aber der Fußball hält Überraschungen bereit. Für Vorhersagen ist es noch zu früh, bis zum Beginn kann noch viel passieren. Wir hätten uns den Beginn allerdings schon ein bisschen leichter vorgestellt.“

Bjarne Berntsen (Nationaltrainer Norwegen): „Es ist immer spannend, gegen Mannschaften wie Deutschland oder Frankreich zu spielen. Selbst wenn wir die schwierigste Gruppe mit drei Siegern der Qualifikationsgruppen erwischt haben, ändert das nichts an unserer Zielsetzung, unter die besten Drei zu kommen. Mit Island werden wir eine neue Bekanntschaft schließen. Das Auftaktspiel gegen Deutschland wird eine Neuauflage des EM-Finales von 2005.“

Siggi Eyjolfsson (Nationaltrainer Island): „Was für eine harte Gruppe! Die Auslosung ist für uns ein bisschen unglücklich gelaufen. Aber es wird eine große Herausforderung und eine großartige Erfahrung für uns. Wir haben in der Qualifikation Frankreich zuhause geschlagen, auswärts dann verloren, aber beide Spiele waren sehr eng. Ich denke also, wir haben eine gute Chance, wir kennen uns gegenseitig gut. Wir hoffen, dass der Abstand zu Norwegen nicht zu groß ist. Deutschland hat über die Jahre einen fantastischen Job gemacht. Das wird für uns eine lehrreiche Erfahrung, gegen ein so gutes Team zu spielen.“
 

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.