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U17-Weltmeisterschaft: Deutschland gewinnt Spiel um Platz 3

Von am 16. November 2008 – 2.55 Uhr 17 Kommentare

Die deutsche U17-Frauenfußball-Nationalmannschaft hat sich mit einem klaren 3:0 (1:0)-Sieg gegen England den dritten Platz bei der erstmals ausgetragenen U17-Weltmeisterschaft gesichert. Inka Wesely (11.), Turid Knaak (74.) und Lynn Mester (88.) sorgten für einen ungefährdeten Erfolg, der noch viel höher hätte ausfallen können, da die DFB-Elf zahlreiche Tormöglichkeiten nicht verwerten konnte. Im Womensoccer-Liveblogging könnt Ihr noch einmal nachlesen, wie es dazu kam.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

17 Kommentare »

  • Steffen sagt:

    Dieser Sieg gegen England am Ende des Turniers ist ein guter Abschluss, der allen gut tut, aber gleichzeitig ist er auch ein guter Ansatzpunkt für die zukünftige Arbeit.

    Die Leistung unserer Mannschaft war gut, hat für jeden Gegner gereicht, bis auf die Vereinigten Staaten. Mich würde es wundern, wenn sie nachher gegen die Nordkoreanerinnen nicht gewinnen, also nicht annähernd an ihre beste Turnierleistung anknüpfen, die gegen uns. 🙁

    Hier im letzten Spiel der deutschen Mannschaft ist mir wieder ihre größte Schwäche aufgefallen, die Chancenverwertung und noch schlimmer die Leichtsinnigkeit dieser jungen Mädchen. Ich erinnere da an eine Szene aus den letzten 10 Minuten. Die es gesehen haben wissen Bescheid (4 gegen 1 noch vor dem Elfmeterpunkt). Oder in der Abwehr als teilweise letzter Mann im 1 gegen 1 die Stürmerin ausspielen wollen… Das ist dumm.

    Marozsan hat ganz gut gespielt, man hat aber wie auch schon gegen die Vereinigten Staaten gemerkt, dass der Gegner sie unter allen Umständen bekämpft hat. So hat sie auch diesmal ein Knie aus vollem Lauf an den Kopf bekommen, wobei die Spielerinnen des nordamerikanischen Kontinents diesbezüglich noch brutaler waren. (mit Erfolg :-() Ich frage mich da auch, warum sowas in der Bundesliga nicht passiert. Haben diese Mädchen im letzten Moment keine Kontrolle/Kraft mehr, um das Knie noch wegzuziehen. Das ist auf jeden Fall verbesserungswürdig.

    Knaak hat mir auch heute nicht besonders gut gefallen, hat sich so gut wie nie auf ihrer rechten Seite durchgesetzt, legt sich den Ball weit vor, und will dann die Verteidigerin überlaufen, wo der Schuss dann immer nach hinten losgegangen ist. Naja, für diese schwachen Engländerinnen hat’s gereicht.

    Kemme ähnlich Knaak, max. Durchschnitt.

    Simon hat mir sehr gut gefallen, die hat sich konsequent verbessert. Klasse.

    Schult hat mir sehr gut gefallen. Nach aufkommenden Kritik an meiner kritischen Bewertung von Sarholz bin ich mir unsicher geworden, aber hiermit bekräftige ich das nochmal. Schult hat einen sehr sicheren Eindruck gemacht und was ganz wichtig bei Torhüterin ist, sie hat Ruhe ausgestrahlt. Sie ist auch nicht so klein wie Sarholz und kann deshalb auch die Schüsse in Lattennähe mit weniger Mühe und Risiko erreichen. Ich ärgere mich, dass sie nicht gegen die Amis gespielt hat. Nobbs, die englische Kapitänin, hat so einen Ball an die Latte gesetzt, vergleichbar wie bei unserem 2. Gegentor gegen die Vereinigten Staaten, und sie ist ein paar Schritte zurück und ins Dreieck gehechtet, also auch 16-jährige Torhüterinnen kommen in die Ecken. Aber fairerweise muss ich sagen, dass es bei Sarholz ein Kopfproblem war.

    Die anderen sind mir nicht so aufgefallen, was nicht negativ sein soll, bei Abwehrspielerinnen ist das ja eher gut.

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  • Steffen sagt:

    Noch zu Maroszan. Was mich bei ihrer ganzen Klasse über das ganze Turnier gestört hat. Sie rennt nicht. Sie rennt einfach nicht. Sie trabt wie ein Kevin Kuranyi der Gegenwart als Mittelstürmer vor den Abwehrspielerin rum, ohne Druck auf dieselbigen auszuüben und somit sie zu Fehler/Ballverlusten zu zwingen.

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  • Steffen sagt:

    Ich schaue gerade noch ein bisschen Nordkorea – Vereinigte Staaten. Oh Gott, an so was „dummes“ kann ich mich gar nicht mehr erinnern. Einwurf Amis rechte Seite nahe Koreator – weiter Einwurf – setzt einmal auf – springt über alle inklusive Torhüterin – das „dumme“ – die Torhüterin war noch mit den Fingerspitzen dran, deshalb zählt das Tor.

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  • pinkpanther sagt:

    Kann mich der Meinung von Steffen im Wesentlichen anschließen.
    Mich hat Maroszan heute auch enttäuscht! Die Kritik ist treffend. Aber auch andere Offensivspielerinnen haben in der Phase der 2. Halbzeit, als England stärker aufkam, ähnlich nur reagiert und die Gegnerinnen ins Spiel kommen lassen. Eigentlich das gleich Muster wie gegen die Amis – mit dem Unterschied, dass die Engländerinnen bei weitem nicht deren Klasse hatten. Hatten die eigentlich außer dem Glücksschuss (ich meine den Lattentreffer) überhaupt eine richtige Chance?
    A propos Glücksschuss: Auch wenn es ein imponierendes Tor war, schade dass dies letztlich das Aus für die Japanerinnen war. Die Japanerinnen hätte ich nämlich lieber als Gegnerinnen gesehen. Das wäre mit Sicherheit ein spannenderes und abwechslungsreicheres Spiel gewesen. Hier und heute hätten sich unsere Mädels ja eigentlich nur selber schlagen können.
    Trotz aller Kritik: Herzlichen Glückwunsch an die U17-Frauennationalmannschaft zu diesem HOCHVERDIENTEN dritten Platz.

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  • Steffen sagt:

    Unglaublich, aber verdient. Korea gleicht aus. Die Amis haben bloß noch auf Konter gespielt und bekommen tatsächlich 10 Minuten vor Schluss den Ausgleich.

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  • Steffen sagt:

    Verlängerung! Da hat es sich doch gelohnt, aufzubleiben. Nach dem Ausgleich haben die Amis versucht, wieder nach vorne zu spielen, aber das hat dann nur teilweise geklappt. Wirklich ausgeglichen.

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  • Steffen sagt:

    Tor für Korea. Unglaublich schöne Kombination! Noch 5 Minuten.

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  • Steffen sagt:

    Korea hat’s geschafft. 2:1 nach Verlängerung und am Ende auch verdient, die haben von der ersten bis zur 120. Minute gekämpft. Aber einen Stern gib’s trotzdem nicht. 🙂 Wie es scheint ist es kein Vorteil, wenn man mit 1:0 führt. Und kein Tor nachlegt. Siehe Deutschland.

    Die Vereinigten Staaten waren heute auch schlechter wie im Halbfinale.

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  • Steffen sagt:

    Adidas Golden Ball: Iwabuchi, Silver Ball: Marozsan, Bronze Ball: K. Mewis

    Adidas Golden Shoe: Maroszan, Silver Shoe: DiMartino, Bronze Shoe: JON Myong Hwa

    Goldener Handschuh: Vancil

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  • Ruhrschnellweg sagt:

    Gratulation für ein erfolgreiches Turnier, auch wenn es mit dem ganz großen Ziel leider nicht geklappt hat! fern der Heimat war das keine leichte Aufgabe! Die Erfahrungen werden allen Spielerinnen weiter tragen und viele werden uns für 2010 und – wer weiß – 2011 noch viel Freude machen!

    Gute Heimreise und Dankeschön!

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  • djane sagt:

    Steffen, danke für die Info’s und Kommentare. Hab das Finale nicht gesehen, hätte aber ehrlich auch gedacht, dass die USA das deutlich gewinnen werden.
    Zum Bronze-Spiel: während die Mädels am Donnerstag gelernt haben dass man gut spielen und trotzdem verlieren kann, war heute das Gegenteil der Fall: mäßig gespielt und trotzdem gewonnen. Mit mäßig meine ich dabei nicht die Qualität des Spiels (das war für die Zuschauer durchaus attraktiv) sondern die Art und Weise, WIE gewonnen wurde- da wäre bei guter Chancenauswertung noch mehr drin gewesen. Zumal der Gegner so gut wie keine Manndeckung betrieben hat und auch sonst wenig Störmomente in den Spielaufbau einbrachte- habe selten gesehen, dass Popp und Co so unbedrängt mit dem Ball über fast das ganze Spielfeld traben können.
    Dennoch sind das alles Dinge, die man ich den Griff kriegen kann- und ich freue mich erst mal riesig für die Mädels, sie haben es allemal verdient.
    Bitter, aber wahr: gerade wenn Beckenbauer da ist bin ich froh, daß die Mannschaft auch relativ attraktiven Fussball spielt, vielleicht motiviert das den älteren Herren ja doch etwas, die Entwicklungen im FF zu unterstützen…
    Für mich eine besten Spielerinnen heute: Hasret. Die hat diese wuselige, aber (im Gegensatz zu Marozsan, Popp oder Knaak) sehr bescheidene Spielweise und das gefällt mir. Sie steht selten groß im Mittelpunkt, ackert da vorne aber fleißig mit. Ich denke, von der werden wir noch ziemlich profitieren.

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  • Max Diderot sagt:

    Steffen, Deine Kommentierung der Finalpartie und das damit verbundene Resümee ist interessant. Nachvollziehbar ist für mich nicht, dass Du die Spielweise der US-Girls im Match gegen die U17 des DFB mit einem Begriff wie brutal in Verbindung bringst. Die Amerikanerinnen pflegen von früh an einen sehr athletischen Stil, und das manche Kontrahentinnen dem nichts oder nur unzureichend entgegen zu setzen haben, spricht nicht grundsätzlich gegen die Spielweise der USA. Dass die Konkurrenz aus der DVR Korea dies vermochte, und damit ihrer körperlichen Unterlegenheit trotzte, läßt ihren Erfolg umso bemerkenswerter erscheinen.

    Grundsätzlich stimme ich dem Tenor zu, dass der aktuelle U17-Jahrgang gut und eine Verheißung für eine positive fußballerische Zukunft ist. Es wird jetzt an den Vereinen liegen, den individuellen und noch nicht abgeschlossen Reifeprozess ihrer Spielerinnen weiter zu fördern. Und da beschleicht mich eine gewisse Skepsis.

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  • Marcel sagt:

    Eigentlich das schlechteste Spiel von unserer Mannschaft bei dieser WM wo eigentlich nochmal alle Schwächen aufgelegt worden sind.Die schlechte Chancenverwertung mal wieder ganz vorne ich glaub Alex Popp hätte den goldenen „Pfosten“ verdient so oft wie die das Aluminium bearbeitet hat und das ist ja nur ein Beispiel da waren auch noch einige andere Sachen die zu Toren hätte führen müssen.
    Eine andere Schwäche war auch der hektische und manchmal komplizierte Spielaufbau vor allem bei Ballgewinn wurde versucht das Spiel schnell zu machen was ja lobenswert ist aber leider waren die Pässe dann fast immer ungenau oder mit wenig Übersicht gespielt.So denk ich mal kam auch der mehr Ballbesitz für die Engländerinnen zustande.
    Ich denke in der Mannschaft steckt noch viel Potenzial und die meisten vom jüngeren Jahrgang wird man wohl sowieso nochmal sehen bei der nächsten WM.
    Natürlich ist meine Kritik ein bisschen hart immerhin handelt es sich um eine U17-WM da sind Leistungsschwankungen normal und da war ja unsere Mannschaft nicht die einzige wie die Ergebnisse der anderen Mannschaften zeigen.Also bis auf diese Schwächen die mal in dem einen Spiel mehr und in einen weniger vorkamen kann man sagen das Turnier für die deutsche Mannschaft mit Platz 3 trotzdem erfolgreich war.

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  • schmiddi sagt:

    Gibt es eigentlich ein offizielles Allstar-Team?
    Auf fifa.com habe ich nichts entdecken können.

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  • Markus Juchem sagt:

    Nein, schmiddi, ein Allstar-Team hat es bei der U17-WM nicht gegeben.

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  • Max Diderot sagt:

    Fußball sei ein geschwindes Geschäft? Nach der WM ist vor der ersten Qualifikationsrunde der U17-Frauenfußball-EM 2010! Mit dem diesjährigen Finalpartner Frankreich, Island und Israel warten einerseits attraktive aber auch (vermutlich) machbare Aufgaben auf die jungen Damen des DFB. In Nyon wurde heute ausgelost und dort findet auch, wie schon im Frühjahr, erneut die Endrunde statt.

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  • Markus Juchem sagt:

    Und auch die erste Qualirunde der U19-EM 2010 wurde gestern in Nyon ausgelost. Hier wird die DFB-Elf aber erst in die zweite Qualifikationsrunde einsteigen.

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