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U17-WM: Besteht die DFB-Elf den Härtetest gegen Wunschgegner USA?

Von am 12. November 2008 – 16.43 Uhr 8 Kommentare

Am Donnerstagmorgen deutscher Zeit (live ab 7.00 Uhr auf FIFA.com und im Womensoccer-Liveblogging, Aufzeichnung ab 16.00 Uhr auf Eurosport) steht die deutsche U17-Frauenfußball-Nationalmannschaft in Christchurch vor der wohl härtesten Aufgabe bei der Weltmeisterschaft in Neuseeland. Dann das Duell mit der Frauenfußball-Großmacht USA ist so etwas wie das vorweggenommene Endspiel.

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Anfang Februar musste die DFB-Elf bei ihrer Neuseeland-Reise beim 2:3 gegen genau diese Amerikanerinnen die bisher einzige Niederlage im Jahr 2008 einstecken. Und die Aufgabe gegen das Team von Trainer Kazbek Tambi, das sich im Turnierverlauf kontinuierlich gesteigert hat, dürfte diesmal mitnichten leichter werden.

USA mit fußballerischen Schwächen?
Dennoch glaubt Bundestrainer Ralf Peter trotz der Niederlage Schwächen beim Gegner ausgemacht zu haben. „Wir haben damals gesehen, dass wir ihnen fußballerisch überlegen sind. Daher wird es wichtig sein, dass wir unsere technisch-taktischen Vorteile auf Augenhöhe einbringen, gepaart mit Robustheit und Konsequenz im Zweikampfverhalten.“

Anerkennung für DFB-Team
Doch auch sein Gegenüber Tambi glaubt, bei den deutschen Spielerinnen Schwachpunkte entdeckt zu haben. „Wir müssen sie unter Druck setzen, ihr Spiel unterbinden und auch auf einige Konter lauern.“ Für die DFB-Elf hat er aber auch viel Respekt und Anerkennung übrig. „Die deutschen Spielerinnen bringen eine Menge Erfahrung aus der Bundesliga mit. Das ist eine exzellente Mannschaft. Ich glaube, das wird ein großartiges Spiel, denn beide Teams haben sich enorm verbessert.“

Duell der Physis
Peter meint über die Stärke des Gegners: „Wir treffen auf eine ausgeglichene und physisch starke Mannschaft.“ US-Mittelfeldspielerin Olivia Klei verspricht einen heißen Tanz. „Es wird ein sehr körperbetontes Spiel werden. Wir haben im Februar gegen sie gespielt und da ging es ganz schön zur Sache.“

USA als Wunschgegner
Deutschlands Spielführerin Valeria Kleiner ist davon überzeugt, dass ihr Team diesmal noch besser dagegen halten kann. „Bei dieser Partie hat uns in jedem Bereich – wie etwa der Athletik, der Spielstärke oder dem taktischen Verständnis – ein Tick gefehlt.“ Die USA seien nach der Niederlage von damals „jetzt fast so was wie ein Wunschgegner.“

Aufgepasst auf DiMartino
Vor allem auf Stürmerin Vicki DiMartino, bereits vierfache Torschützin im Turnier, wird die DFB-Defensive aufpassen müssen. In jedem WM-Spiel hat die aus einer Fußballfamilie stammende DiMartino bisher einen Treffer erzielt.

Kemme voller Überzeugung
Tabea Kemme ist dennoch vom Finaleinzug überzeugt. „Wenn wir unser bestes Spiel zeigen, dann haben die Amerikanerinnen schlechte Karten. Wir sind bei diesem Turnier als Team noch enger zusammen gewachsen und stärker geworden. Ja, wir können es schaffen“, so die Stürmerin vom 1. FFC Turbine Potsdam.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

8 Kommentare »

  • Max Diderot sagt:

    In der nach oben offenen Skala der robusten Athletik, traue ich den Amerikanerinnen einen Spitzwert zu. Dabei kann ich mir eigentlich keine fundierte Aussage gestatten, sah ich die U17 des DFB zuletzt im Frühjahr bei der EM und die jungen Damen aus dem von-einem-Trottel-von-Präsident-herunter-gewirtschafteten-Land bis dato überhaupt nicht.

    Morgen in der Früh werde ich dabei sein. Dies soll keine Drohung darstellen, als mehr der Dank an die FIFA sein, das Match Deutschland vs USA als zweite Halbfinalpartie terminiert zu haben.

    Und da mich gerade eine prophetische Gabe umgibt, tippe ich einmal ein wagemutiges 4:2 für die jungen Damen des DFB. Ja, sorry, liebe Amerikanerinnen, aber in Deutschland gibt es als Trost für euch auch ein Sprichwort: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt!

    Gibt es andere Gestalten im Orbit des Frauenfußballs, die ebenfalls einen Tipp wagen?

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  • Markus Juchem sagt:

    Max, mein Bauchgefühl ist eher ein wenig skeptisch. Mich haben unsere Mädels beim Turnier noch nicht rundum überzeugen können, aber vielleicht haben sie sich ja das Beste für die entscheidende Phase aufgehoben. Allerdings hat das Spiel gegen Ghana angedeutet, dass man gegen eine schnelle, athletische Spielweise ein wenig Probleme hat. Zudem weist die Defensivarbeit des gesamten Teams gewisse Mängel auf. Es wird also sicherlich ein ganz schweres Spiel. Mein Tipp (leider): 1:2 für die US-Frauen.

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  • Max Diderot sagt:

    Nun, Markus, Dein Bauch vermittelt sicher Wahres. Doch die Amerikanerinnen waren bis jetzt auch nicht die Übermannschaft. Glücklich ins Viertelfinale und eindeutig ins Halbfinale gespielt! Nimmt man/frau ergo die beiden Matches gegen die Republik Korea respektive Kanada als Indiz für den weiteren Verlauf, dürfte sich eine spannende und hoffentlich ansprechende Partie zwischen Deutschland und den USA entwickeln.

    Das Torverhältnis der bisherigen Spiele spricht eindeutig für die DFB-Damen – mit 12:4 gegenüber 10:7 der US-Girls. Außerdem haben doch unsere Spielerinnen gegen einen unberechenbaren Asienmeister in dieser Altersklasse, DVR Korea, unentschieden gespielt. Offensiv ausgerichteten Mannschaften, und das ist die U17 des DFB zweifelsohne, vernachlässigen gerne die kompakte Defensivarbeit, um dafür den Zauber des Fußballs mit schön herausgespielten Toren zu unterstreichen.

    Sollte dieser Versuch beruhigender Worte noch nicht zu einer Antizipation des Positiven in Deinem abdominalen Bereich geführt haben, Markus, würde ich vorschlagen, dass wir uns den Dingen die da kommen werden (ich zumindest mit ein oder zwei Tassen starken Kaffees) anheim geben.

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  • schmiddi sagt:

    Ich erwarte ein enges, aber erfolgreiches Spiel der U17-Mädels!

    Ich möchte hier zu bedenken geben, dass der 2:3 Sieg der USA beim Future Stars Turnier gegen eine, nicht in Bestbesetzung angetretene deutsche Auswahl erzielt wurde.

    Um die Defensive mache ich mir keine Sorgen. Der Bundestrainer wird sicherlich mit einem dicht gestaffelten Mittelfeld vor der Abwehrkette agieren. Mester und Bagehorn als Doppelsechs und tief stehende Aussenbahnspielerinnen Popp und Knaak. Da hab ich erstmal kein schlechtes Bauchgefühl!

    Maroszan erhält wieder alle Freiheiten und auch Kemme strotzt vor Selbstbewußtsein!

    Um jetzt keinen Mannschaftsteil zu kurz kommen zu lassen:
    Simon, Kleiner , Wesely und Maier sind doch im Viertelfinale mit den robusten kanadischen Angreiferinnen recht ordentlich fertig geworden!
    Und „Felix“ kann auch mal einen „Unhaltbaren“ halten!

    Mein Tip: 3:1 für unsere Mädels.

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  • Steffen sagt:

    Die Tordifferenz der Deutschen ist deswegen besser, weil wir halt nicht die Japanerinnen in der Vorrunde hatten und die schätze ich stärker ein als die Nordkoreanerinnen.

    Ich tippe auf ein enges Spiel, was sich nicht unbedingt im Ergebnis wiederspiegelt. Also wenn es schlecht läuft, verlieren wir knapp, 1:2 oder 2:3. Aber wenn alles normal läuft oder wir sogar das Glück haben, kann von einem 2:1 bis 4:1 alles drin sein.

    Ich tippe auf ein 2:1 für uns.

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  • Ruhrschnellweg sagt:

    In diesem Stadium des Turniers braucht man natürlich immer etwas Glück und in einem alles-oder-nichts-Spiel muss auch die Tagesform stimmen, aber ich traue es unserem Team absolut zu!

    Sie wachsen mit den Aufgaben und kleine Aussetzer hatten andere auch! Keine Bange!

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  • Jarmusch sagt:

    Mein Tipp:

    3:2 n.V. für Deutschland

    1:0 Knaak
    1:1 (egal)
    1:2 (egal)
    2:2 Popp
    3:2 Marozsan

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  • SCW sagt:

    Es wird knapp aber ich denke dass wir die Oberhand behalten werden.

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