Marta deklassiert Arsenal im Alleingang

Von am 12. November 2008 – 21.26 Uhr 5 Kommentare

Die brasilianische Weltfußballerin Marta hat sich in ihrem möglicherweise bereits letzten Spiel für Umeå IK noch einmal ein bleibendes Denkmal gesetzt.

Im Viertelfinalrückspiel des UEFA-Pokals schoss sie Gegner Arsenal mit vier Toren beim 6:0 (2:0)-Sieg nahezu im Alleingang ab und sicherte somit ihrem Team den Einzug ins Halbfinale.

Im Hinspiel verlor Umeå mit 2:3 bei Arsenal, Marta kam wegen Hüftproblemen nur in den letzten fünf Minuten zum Einsatz, doch die Engländerinnen fanden vor den 2.493 Zuschauern im Gammliavallen gegen eine Marta in Ausnahmeform kein Rezept.

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Nur wenige Sekunden waren gespielt, als Marta zum ersten Mal den Ball im Tor von Emma Byrne versenkte. In der Folge hatte Arsenal einige ernstzunehmende Chancen, scheiterte aber an einer glänzend aufgelegten Umeå-Keeperin Ulla-Karin Rönnlund.

Marta-Gala
Kurz vor der Halbzeit erzielte Marta dann ihren zweiten Treffer und mit einer beruhigenden 2:0-Führung ging es in die Pause. Die zweiten 45 Minuten gerieten zum Debakel für Arsenal.

Weitere zwei Tore von Marta und Treffer von Hanna Ljungberg und Rönnlund (Foulelfmeter) führten zu einem in der Höhe überraschenden 6:0 für den schwedischen Meister. Die vier Tore der brasilianischen Ausnahmespielerin (vor dem von Rönnlund verwandelten Elfer wurde sie gefoult) lassen den Preis für einen Wechsel nach Los Angeles eventuell noch weiter steigen.

Im Halbfinale trifft Umeå nun am 28./29. März und 4./5. April auf den Sieger der Partie Zvezda-2005 gegen Brøndby. Dabei müssen die Schwedinnen zunächst auswärts antreten.

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5 Kommentare »

  • ViolA sagt:

    wow. armes arsenal, aber ich hatte sowas direkt schon erwartet – wenn auch nicht ganz so hoch und deutlich wie ich zugeben muss.

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  • Steffen sagt:

    Ja, Umea wollte die unglückliche Niederlage von vor 2 Jahren vergessen machen und von Anfang an Tore schießen.

    Bin mal gespannt wie das mit Marta ausgeht. Die Ablösesumme dürfte gestiegen sein. Stimmt das überhaupt, „Ablösesumme“? Wie das in den Vereinigten Staaten funktioniert weiß ich bis heute nicht richtig. Und ich weiss nicht, warum das so ist und was der Vorteil sein soll. Im Basketball gibt es das genauso. („Drafts“ :-)) So wie ich das verstehe, kann ein Spieler sich den Verein nicht aussuchen, sondern wird quasi zugeteilt. Und auch weiss ich nicht, wenn z.B. Umea oder Lyon oder Frankfurt eine Spielerin von den Boston Breakers haben will, wie das gehen soll. Kommen die auch auf die „Warteliste“? Vielleicht kann mir das jemand mal erklären.

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  • Rainer sagt:

    Es scheint wieder Chancen zu geben, dass Marta auch 2009 für Umeå spielt. Etwas, was ich schon seit mehreren Wochen vermute, denn wenn es nur L.A. und USA sein kann, hätte man den Deal schon lange machen können.

    Gestern sagte Marta nach dem nach eigener Aussage vielleicht besten Spiel ihrer Karriere der Zeitung EXPRESSEN: „Ich habe mich noch nicht entschieden, aber ich hoffe, dass das nicht mein letztes Spiel für Umeå war.“ Der Vertrag läuft am 30.11. aus. Auch die sportliche Direktorin des Vereins Britta Åkerlund zeigte sich gestern verhalten optimistisch: „Ich habe mehr Hoffnung als noch vor ein paar Wochen. Martas Agent und ich sind nach wie vor im Gespräch und das bedeutet ja, dass die Tür noch nicht zu ist.“

    Schweden und Umeå sind der 22-Jährigen eine zweite Heimat geworden. Mit 17 kam sie nach Schweden, die Zeit hat sie sehr geprägt. Schon letzte Saison hat sie lukrativere Angebote ausgeschlagen. Schaun mer mal…

    Gestern vor dem Spiel erklärte übrigens die 78fache Nationalspielerin Frida Östberg ihren Rücktritt vom Spitzenfußball. Gemeinsam mit ihren Kameradinnen sorgte sie dafür, dass dieses Match ein Höhepunkt ihrer Karriere bleiben wird. Östberg entschied sich nach mehreren Jahren der Trennung dafür, nun zu ihrem Freund nach Holland zu ziehen. „Ich will jetzt Ordnung in mein Privatleben bringen“, sagte Östberg die so etwas wie der personifizierte Siegeswillen für Umeå war.

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  • Markus Juchem sagt:

    Wie Du sagst, Rainer, schau’n wir mal. Ich halte das eher für die üblichen Geplänkel, um den eigenen Vertragsforderungen in Los Angeles noch etwas mehr Nachdruck zu verleihen. 😉

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  • Rainer sagt:

    Nach noch unbestätigten Angaben soll die Eigentümergruppe AEG, die hinter Los Angeles Sol steht, sich aus dem Marta-Deal zurückgezogen haben, womit der Wechsel in die USA endgültig geplatzt wäre. UIK:s Sportchefin Åkerlund hat noch nichts von Martas Agent Fabiano Farah gehört. Der sagte allerdings letzte Woche, dass ein entscheidendes Kriterium für die Wahl des Vereins sei, dass Marta weiterhin die allerbesten Möglichkeiten haben müsse, die weltbeste Spielerin zu bleiben und dass Umeå hierfür die beste Alternative sei.
    Für die WPSL in den USA wäre das ein harter Schlag, aber offenbar sorgt die weltweite Finanzkrise dafür, dass die Liga die einst selbstgesteckten Ziele hinsichtlich der Anwerbung von Lichtgestalten nicht annähernd erreichen kann.
    In Linköping wurde bekannt, dass die Nationalspielerin Sara Larsson mit St.Louis verhandeln soll. Larsson war nicht auf der ursprünglichen Drafting-Liste.

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