Deutschland erreicht Halbfinale der U17-WM

Von am 8. November 2008 – 6.39 Uhr 3 Kommentare

Die deutsche U17-Frauenfußball-Nationalmannschaft hat mit einem 3:1 (2:1)-Sieg gegen Kanada das Halbfinale der Weltmeisterschaft in Neuseeland erreicht.

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Zwei Tore von Dzsenifer Marozsan und ein Treffer von Lynn Mester bei einem Gegentreffer von Nkem Ezurike sorgten für einen verdienten Erfolg des Teams von Trainer Ralf Peter.

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Peter schickte in Wellington die identische Anfangsformation ins Spiel, die zum Auftakt 5:0 gegen Costa Rica gewonnen hatte, also wieder mit Stammtorhüterin Anna Felicitas Sarholz und der zuvor angeschlagenen Turid Knaak.

Schnelle Führung
Und wie in den drei WM-Partien zuvor ging das DFB-Team erneut schnell in Führung. Mester setzte mit einem präzisen Pass Marozsan ein, die mit einem platzierten Schuss von der Strafraumgrenze Kanadas Torhüterin Geneviève Richard keine Chance ließ (4.). Doch die schnellen und athletischen Kanadierinnen hielten dagegen.

Starke Knaak
Shelina Zadorsky (6.) und Ezurike (12.) sorgten mit Schüssen aus der zweiten Reihe für erste Ausrufezeichen. Torgefährlicher waren allerdings die DFB-Spielerinnen. Die starke, von einer Knöchelverletzung wieder genesene Knaak setzte perfekt Marozsan in Szene, die mit ihrem Schuss nur um Zentimeter das kanadische Tor verfehlte (18.).

Kanada hält dagegen
Eine knappe halbe Stunde war gespielt, da hatte Kanada seine bisher beste Aktion gegen die nicht immer sattelfeste deutsche Verteidigung. Topstürmerin Tiffany Cameron, deren Einsatz wegen einer Verletzung zunächst fraglich war, schoss den Ball nur knapp über das deutsche Tor (29.).

Mesters zweiter Turniertreffer
Doch Deutschland konnte die Führung ausbauen: Alexandra Popp traf nur den Pfosten, Mester reagierte jedoch blitzschnell und verwertete den Abpraller aus sieben Metern zur 2:0-Führung (34.). Minuten später hätte Marozsan per Kopf fast schon alles klar machen können, doch der Ball ging knapp vorbei (38.).

Ezurike verkürzt
Die DFB-Elf wurde aber noch vor der Pause für ihre gelegentliche Nachlässigkeit in der Hintermannschaft bestraft. Fast mit dem Halbzeitpfiff gelang den Kanadierinnen der Anschlusstreffer. Nach einem Freistoß von Caroline Szwed von der linken Seite verlängerte Cameron zu Ezurike, die aus kurzer Distanz für Hoffnung bei den Kanadierinnen sorgte (44.).

Kanada engagiert
Entsprechend motiviert kam das Team von Trainer Bryan Rosenfeld aus der Kabine und hielt nun in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit noch besser dagegen, kam besser in die Zweikämpfe und stand nicht mehr soweit von den deutschen Gegenspielerinnen entfernt.

Pechvogel Popp
Doch das DFB-Team nahm das Heft schnell wieder in die Hand. Eine schöne Aktion über Leonie Maier, Knaak und Tabea Kemme wurde von Kanada unterbunden (53.), ein Kemme-Schuss ging am Tor vorbei (59.). Marozsan bediente kurz darauf per Freistoß Popp, die per Kopf nur den Pfosten traf – bereits zum sechsten Mal Aluminium im Turnier für den Pechvogel aus Duisburg (60.).

Marozsan sorgt für Entscheidung
Das DFB-Team versäumte es zunächst, Kapital aus der zunehmenden Überlegenheit zu schlagen, doch eine knappe Viertelstunde vor Schluss war es soweit. Marozsan bekam den Ball 30 Meter vor dem Tor zugespielt, lief ein paar Meter und verwertete dann mit einem platzierten Schuss zur Vorentscheidung – bereits der sechste Turniertreffer der 16-jährigen Spielerin vom 1. FC Saarbrücken (78.).

Lattentreffer von Ignacio
Die nun müde wirkenden Kanadierinnen sorgten in der Folge nur noch für wenig Gefahr. Doch in der Nachspielzeit wurde es noch einmal brenzlig, Julia Ignacios fulminanter 20-Meter-Schuss krachte an der Latte.

Im Halbfinale gegen Südkorea oder USA
Deutschland trifft nun im Halbfinale am kommenden Donnerstag, 13. November, in Christchurch auf den Sieger der Partie Südkorea gegen USA. Im ersten Viertelfinale setzte sich Nordkorea überraschend klar mit 4:0 gegen Dänemark durch. Nordkoreas Halbfinalgegner wird in der Partie Japan gegen England ermittelt.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

3 Kommentare »

  • djane sagt:

    hey das freut mich ja, dass die Mädels das geschafft haben. Gratulation nach NZ ! Respekt an eure Bloggemeinschaft, konnte mich leider heute früh nicht aufraffen dafür aufzustehen.
    Dann stehen am Donnerstag ja zwei wichtige Spiele an, eins um 7.00h morgens via Livestream aus NZ und das andere um 18.00h, was aber wohl keiner an einem Bildschirm irgendeiner Art verfolgen kann- mann, dieses Land macht es einem wirklich nicht leicht für den Frauenfussball zu werben…

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  • Max Diderot sagt:

    Hat denn jemand die Matches der vergangenen Nacht verfolgt? Im Viertelfinale zwischen Japan und England muss es ja zu einem unglaublichen Tor der Europäerinnen gekommen sein. Ein 40 Meter (Verzweiflungs-) Schuss findet in der Nachspielzeit den Weg in den Winkel des gegnerischen Tores. Die Japanerinnen waren offensichtlich so beeindruckt, dass im Elfmeterschießen unterlagen.

    Gegnerinnen der Deutschen im Halbfinale werden die US-Amerikanerinnen sein. Scheinbar souverän setzten sie sich mit 4:2 gegen die Republik Korea durch. Ein Klassiker im Seniorenbereich findet nun seine Fortsetzung bei den jüngeren Jahrgängen. Ich bin gespannt.

    Scheinbar haben einige asiatische Mannschaften nicht jene beeindruckenden Vorstellungen der Vorrundenpartien in den Relegationen spielen können. Nur die DVR Korea (Gegner der DFB-Elf in der Gruppenphase) schaffte den Sprung ins Halbfinale.

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  • Markus Juchem sagt:

    Max: Wirklich ein super Tor, mehr aus der Verzweiflung heraus geboren.

    Interessante Halbfinalpartien. Deutschland sehe ich in der Partie gegen die USA nicht als Favorit, wird ein ganz schwerer Brocken. Und Nordkorea wird sich gegen das unangenehme Spiel der Engländerinnen auch nicht leicht tun, wobei den Europäerinnen das harte Spiel inklusive Verlängerung möglicherweise noch etwas in den Knochen stecken wird.

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