UEFA-Pokal: Niederlagen für Vorjahresfinalisten

Von am 7. November 2008 – 11.17 Uhr 2 Kommentare

In den Viertelfinalhinspielen des UEFA-Pokals musste nicht nur Titelverteidiger 1. FFC Frankfurt eine Niederlage hinnehmen. Auch Vorjahresfinalist Umeå IK musste sich im Gastspiel bei Arsenal trotz zwischenzeitlicher Führung knapp geschlagen geben.

Olympique Lyon untermauerte hingegen mit einem souveränen Erfolg bei Bardolino Verona, in dieser Saison zum engsten Favoritenkreis zu gehören. Bereits am Mittwoch hatte Zvezda-2005 mit einem Auswärtssieg bei Brøndby ebenfalls eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel geschaffen.

Die Arsenal Ladies kamen gut aus den Startlöchern. Bereits nach zwei Minuten brachte Kapitänin Jayne Ludlow die Gastgeberinnen in Boreham Wood per Kopfball in Führung. Doch die Nordschwedinnen waren alles andere als geschockt, Mami Yamaguchi schloss eine Drangperiode mit dem schnellen Ausgleich ab (13.).

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Umeå ohne Marta
Das Spiel war lange unterbrochen, weil Umeå-Stürmerin Madeleine Edlund nach einem Zweikampf in der Luft auf den Nacken fiel und das Bewusstsein verlor (24.). Sie wurde ins Krankenhaus eingeliefert, soll sich aber schon wieder auf dem Weg der Besserung befinden. Die Gäste waren zudem durch das Fehlen von Weltfußballerin Marta gehandicapt, die wegen Hüftbeschwerden zunächst erst einmal auf der Bank Platz nahm.

Arsenal nahm das Heft immer mehr in der Hand, wurde dafür aber zunächst nicht belohnt. Im Gegenteil, denn Frida Östberg brachte ihr Team zu diesem Zeitpunkt überraschend mit einem abgefälschten Flachschuss in Führung (70.). Arsenals Trainer Vic Akers musste reagieren und brachte Julie Fleeting für Katie Chapman und mit ihrer ersten Aktion gelang Fleeting per Abstauber der Ausgleich (77.).

Umeå war nun verunsichert und Arsenal nutzte dies eiskalt aus. Nur drei Minuten später war es das schottische Ausnahmetalent Kim Little, die mit einem strammen Schuss von der Strafraumgrenze Torhüterin Ulla-Karin Rennlund keine Chance ließ (80.). Für die Schlussminuten wurde Marta eingewechselt, doch sie konnte dem Spiel keine Wende mehr geben. Arsenal fährt also mit einem knappen Vorsprung zum Rückspiel nach Umeå am kommenden Mittwoch. Enttäuschend die Zuschauerkulisse: Nur 454 Personen verfolgten das Spiel im Stadion.

Lyon untermauert Favoritenrolle
Der französische Meister Olympique Lyon belegte mit einem 5:0 (3:0)-Auswärtssieg bei Bardolino Verona, dass mit ihm im weiteren Wettbewerbsverlauf noch zu rechnen sein wird. Im Stadio Bentegodi brachte Neuverpflichtung Lotta Schelin vor rund 3.500 Zuschauern ihr Team in Führung (12.). Und nur zwei Minuten später war es wieder die Schwedin, die mit einem satten Linksschuss früh für klare Verhältnisse sorgte. Und fast hätte Schelin den Hattrick perfekt macht, doch freistehend ging ihr Schuss über das Tor.

Danach glänzte sie als Vorbereiterin, als sie den Ball auf Camille Abily zurücklegt, die zum 3:0 verwertete (32.). In der zweiten Halbzeit spielte sich die Partie hauptsächlich im Mittelfeld ab, Lyon tat nicht mehr als nötig, um das Spiel zu kontrollieren. Corine Franco kam für Elodie Thomis in die Partie und keine zwei Minuten später bedankte sie sich mit einem sehenswerten 25-Meter-Schuss und dem vierten Treffer der Französinnen (70.).

Da wollte sich Sandrine Bretigny, die für die Brasilianerin Katia ins Spiel kam, nicht zweimal bitten lassen. Zwei Minuten vor dem Ende sorgte sie für den 5:0-Endstand. Das Team von Trainer Farid Benstiti kann schon jetzt für das Halbfinale planen, in dem man auf den Sieger des deutsch-deutschen Duells 1. FFC Frankfurt gegen FCR 2001 Duisburg treffen wird.

Zvezda weiter in Topform
Bereits am Mittwoch untermauerte der russische Meister Zvezda-2005 bei seinem UEFA-Pokal-Debüt seine gute Form. Beim routinierten dänischen Meister Brøndby feierte das Team einen 4:2 (2:1)-Sieg. Tanja Christensen brachte die Däninnen zwar früh in Führung, doch die Antwort der Russinnen kam noch vor der Pause. Natalia Barbashina gelang der Ausgleich (38.) und Vera Djatel, eine Woche zuvor noch Torschützin beim Sieg der Ukraine im EURO-Playoff gegen Slowenien, sorgte in der Nachspielzeit sogar für die Führung.

Maiken Pape gelang für die Gastgeberinnen nach Wiederanpfiff der schnelle Ausgleich (47.), doch wieder legten die Russinnen zwei Treffer nach. Nataliya Zinchenko sorgte nach einer Stunde für die erneute Führung, zwei Minute vor dem Ende sorgte Barbashina mit ihrem zweiten Treffer für die Entscheidung.

Termine im Überblick (Hinspielergebnisse in Klammern)

12. November
Umeå IK – Arsenal (2:3)

13. November
FCR 2001 Duisburg – 1. FFC Frankfurt (3:1)
Zvezda-2005 – Brøndby (4:2)

18. November
Olympique Lyon – Bardolino Verona (5:0)

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

2 Kommentare »

  • Markus Juchem sagt:

    Umeå IK hat sich mit einem furiosen 6:0-Erfolg gegen Arsenal für das Halbfinale des UEFA-Pokals qualifiziert. Marta erzielte für die Schwedinnen in ihrem möglicherweise bereits letzten Spiel vier Tore, das erste bereits nach 13 Sekunden!

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  • djane sagt:

    das nenne ich ein deutliches Ergebnis im Gegensatz zum spannenden Hinspiel, macht einem ja schon fast Angst !

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