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UEFA-Pokal: Duisburg will Frankfurt vom Thron stürzen

Von am 5. November 2008 – 13.39 Uhr 5 Kommentare

Vor zwei Wochen war der Ärger im Lager des FCR 2001 Duisburg über UEFA-Pokal-Kontrahent und Bundesligarivale 1. FFC Frankfurt wegen der geplatzten Spielverlegungen noch groß. Doch schnell wischte man an der Mündelheimer Straße den Zorn beiseite und besann sich darauf, sich auf die sportlichen Aspekte der beiden bevorstehenden internationalen Duelle zu konzentrieren.

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Denn trotz einiger Personalsorgen und Abstellungen zur U17-WM war die Ausgangslage für die Duisburgerinnen wohl noch nie zuvor derart viel versprechend, gegen den derzeit wegen des personellen Umbruchs und ebenfalls zahlreicher Verletzungen geplagten Dauerkonkurrenten der Vorjahre bestehen zu können.

Beide Teams waren vor dem Hinspiel am Donnerstag, 6. November (live ab 14.30 Uhr im hr-fernsehen), sichtlich darauf bedacht, nicht unnötig Öl ins Feuer gießen und zu vermeiden, dem Gegner eine dankbare Extraportion Motivation frei Haus zu liefern. Der Gastgeber schlug auf der Pressekonferenz vor dem Spiel ungewohnt moderate Töne an.

„Wir sehen uns nicht in der Favoritenrolle“, sagte überraschend Frankfurts Trainer Günter Wegmann, dessen Team als Titelverteidiger bereits zum siebten Mal im Viertelfinale des UEFA-Pokals steht und somit auf eine Menge Erfahrung zurückblicken kann. Kein Vorteil, wie Wegmann meint: „Jedes Spiel ist eine neue Herausforderung“, so Wegmann vor dem Duell mit dem UEFA-Pokal-Neuling.

Spiel auf Augenhöhe
Trotz des frühen Scheiterns im DFB-Pokal mit den damit verbundenen wirtschaftlichen Einbußen gab sich Wegmann betont gelassen: „Ich sehe es nicht als Druck an. Für mich ist es ein Spiel wie jedes andere, wenn auch mit besonderen Vorzeichen. Beide haben Chancen auf das Weiterkommen, aber an Spekulationen in Prozentzahlen beteilige ich mich nicht. Fußball ist keine Mathematik. Es wird ein Spiel auf Augenhöhe.“

Doch vor allem für die Frankfurterinnen ist es mitnichten ein Spiel wie jedes andere. Denn man möchte nicht schon vor Jahresfrist den zweiten von drei angepeilten Titeln abschreiben müssen, auch in der Meisterschaft ist die Konkurrenz größer als je zuvor, so dass man am Ende gar mit leeren Händen dastehen könnte. Hinzu kommt, dass man nicht weitere finanzielle Einbußen in Kauf nehmen möchte. „Ab dem Viertelfinale ist der UEFA-Pokal schon auch ein lukrativer Wettbewerb“, räumt FFC-Manager Siegfried Dietrich ein.

Auf der Gegenseite nahm Duisburgs Trainerin Martina Voss im Vorfeld mit Sätzen wie „Die UEFA-Pokal-Teilnahme hat uns schon jetzt weitergebracht“ und „Als Neuling haben wir nichts zu verlieren“ den Druck von ihrem Team, während man im Hintergrund mit Besonnenheit und Akribie daran arbeitet, den großen Coup zur Realität werden zu lassen.

Einmalige Chance
Denn mit einem Erfolg gegen den Titelverteidiger könnte Duisburg national auf einen Schlag nicht nur das Image des ewigen Zweiten abschütteln und sich international auf Anhieb einen Namen machen, sondern auch bei der immer noch schwierigen Sponsorensuche mit guten Argumenten auftrumpfen.

„Wir haben nichts zu verlieren“, so Voss, deren Team schon im bisher letzten Duell in der Bundesliga im Juni beim 1:1 die Hessinnen an den Rand einer Niederlage brachte. „Das Spiel hat gezeigt, dass wir näher gekommen sind.“

Voss hofft, dass ihr Team mit derselben Begeisterung und Konzentration zu Werke gehen wird, wie beim Miniturnier in der Ukraine, wo man drei unerwartet souveräne Siege feierte. „Ich sehe die Entwicklung meiner Elf. Wir haben Selbstbewusstsein, aber auch Respekt. Nicht unbedingt der Bessere, sondern der Effektivere wird gewinnen“, glaubt Voss.

Poker um Aufstellungen
Gespannt darf man sein, mit welchen Aufstellungen die beiden Teams am Donnerstagnachmittag im Stadion am Brentanobad agieren werden. Bei Frankfurt fehlen die Langzeitverletzten Silke Rottenberg, Conny Pohlers, Pia Wunderlich, Karolin Thomas und Alexandra Krieger.

Birgit Prinz plagt sich mit einer Entzündung im Fuß herum, Kerstin Garefrekes zwickt es in der Schulter und Svenja Huth weilt genauso bei der U17-WM in Neuseeland wie die drei Duisburgerin Stammspielerinnen Turid Knaak, Hasret Kayikci und Alexandra Popp, deren Fehlen vor allem die taktischen Möglichkeiten der Duisburgerinnen reduziert.

Bis zuletzt werden die Karten aber nicht hundertprozentig auf den Tisch gelegt. „Wir hoffen, dass noch die eine oder andere dazu stoßen wird“, so Wegmann. Und auf Duisburger Seite peilt man den Einsatz von Lira Bajramaj und Simone Laudehr an. „Derzeit sind beide verletzt. Lassen wir uns überraschen“, so Voss.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

5 Kommentare »

  • Carina sagt:

    Super! ich hoffe mal, es gibt nen Liveblog (BITTE, BITTE!!!) da ich das Spiel leider nicht anschauen kann.

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  • Markus Juchem sagt:

    Liveblog mach ich, versprochen! 🙂

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  • djane sagt:

    ich denke, ich bin auch dabei.

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  • sunny26 sagt:

    Ich bin beim Finale in Frankfurt auch wieder dabei … wenn sie es denn gegen Dusiburg schaffen. Ich wollte mich noch für die 2 Finaltickets letztes Jahr bedanken die ich gewonnen habe 🙂 es war super klasse
    Gruß aus dem Hunsrück

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  • Carina sagt:

    Super!! Da sag ich schon mal DANKE!

    Finale letzes Jahr war der Hammer. Hab auch hier die Karten gewonnen. 🙂

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